Allgemeines 09.08.2018 Argentinische Nacht mit Festival-Eis

In wenigen Tagen beginnt das 26. Moritzburg Festival, das vom 11. bis 26. August 2018 stattfindet.

 

Der 26. Jahrgang steht unter der Schirmherrschaft von Prof. Monika Grütters, Staatsministerin für Kultur und Medien. Sie wird eines der beliebtesten Konzertformate – das Gala-Dinner auf Schloss Proschwitz – besuchen, bei dem dieses Jahr der thematische Schwerpunkt auf Südamerika liegt. Bei der »Argentinischen Nacht« am 17. August werden demnach insbesondere Werke von Astor Piazolla gespielt.

Mathieu Dufour, Solo-Flötist der Berliner Philharmoniker, musste seine Teilnahme am 26. Moritzburg Festival leider absagen. An seiner Stelle wird nun Marina Piccinini spielen, die schon beim ersten Festival 1993 zu Gast war. Beim Festivalauftakt am 11. August um 19:30 Uhr in der Gläsernen Manufaktur in Dresden stehen neben Mozarts Concerto für Flöte & Harfe KV 299 Werke von Mendelssohn und Schubert auf dem Programm.

Konzertmeisterin des Festival Orchesters war 2017 Abigél Králik, die kurzfristig beim 25. Moritzburg Festival für die erkrankte Arabella Steinbacher einsprang. »Mit makelloser Intonation und mitreißender Leidenschaft« (SäZ) begeisterte sie Publikum und Presse gleichermaßen. Daraufhin wurde sie dieses Jahr als Solistin eingeladen. Die 20-jährige Geigerin amerikanisch-ungarischer Abstammung hat das Talent und den Ehrgeiz in die Fusßstapfen von ihren Vorgängern Noah Bendix-Balgley und Nikki Chooi zu treten. Der international erfolgreichen Karriere dieser beiden Geiger ging ebenfalls die Position des Konzertmeisters beim Moritzburg Festival Orchester voraus. Abigél Králik spielt bei den Konzerten vom 21. – 25. August.

Bei der »Orchesterwerkstatt« am 9. August, dem Proschwitzer Musik-Picknick am 12. August und bei allen Kirchenkonzerten dürfen sich die Festivalbesucher auf eine besondere Erfrischung freuen. Kreiert wurde die Festival Eissorte Joghurt-Granatapfel von der Dresdner Traditionsmanufaktur Neumanns Eis. Das Eis wird bereits ab heute in Neumanns Tiki Eisbar sowie beim Tiki im Kunsthof (Dresden) und in Neumanns Eisterrasse am Moritzburger Schlossparkplatz verkauft.

www.moritzburgfestival.de

Allgemeines 09.08.2018 »Fish and Chips«

Die 42. Leipziger Jazztage reichen vom 11. bis 20. Oktober 2018 »Fish and Chips«

 

Das Festival bringt an zehn Tagen und zehn Spielorten weit über 100 internationale MusikerInnen zusammen auf die Bühne, die sich nicht nur dem musikalischen Erbe Großbritanniens, sondern auch seiner jungen, vielversprechenden Jazzszene widmen. Neben Stars wie Dave Holland, Norma Winstone und Joshua Redman präsentieren die Jazztage auch einzigartige Festivalprojekte und Auftragskompositionen, die ausschließlich in Leipzig zu erleben sein werden: So trifft Matthew Herbert’s Brexit Bigband im Schauspielhaus auf das Vocalconsort Leipzig und MusikerInnen der Hochschule für Musik und Theater Leipzig. Der Berliner Schlagzeuger Max Andrzejewski spielt mit seiner Band HÜTTE im Westbad die Auftragskomposition »The Music of Robert Wyatt« – Wyatt selbst, der legendäre Musiker der Band Soft Machine, kann aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr selbst spielen, unterstützt das Projekt aber. Die Konzertreihe »Across the English Channel« bringt britische und deutsche MusikerInnen in exklusiven Konzerten zusammen: Leipzigs internationaler Jazz-Star Michael Wollny spielt dabei mit Leafcutter John und Alex Nowitz die »Goldberg-Tangenten«, Lucia Cadotsch trifft auf das Londoner Duo Tricko, die junge Hamburger Saxophonistin Anna-Lena Schnabel auf Florian Weber, James Banner und James Maddren sowie der ostdeutsche Jimi Hendrix Helmut »Joe« Sachse auf die englische Sängerin Maggie Nicols. Christian Kögel hingegen widmet sich mit seiner Band der Musik von Queen.

»Fish and Chips« verspricht nicht nur ein künstlerisch reizvolles Festival, sondern es ist auch Ausdruck dessen, was wir seit wenigen Jahren im Jazz beobachten: Insbesondere junge MusikerInnen beziehen zunehmend politisch Stellung, initiieren internationale Projekte und Solidaritätskonzerte: Jazz wird wieder heterogener und er wird gesellschaftlich ambitionierter, er spiegelt wieder verstärkt den Zeitgeist. In diesem Sinne verstehen wir »Fish and Chips« auch als ein kreatives Beschwören der europäischen Idee.

www.jazzclub-leipzig.de

Allgemeines 08.08.2018 Hornwerkstatt und Kammermusik-Workshop

Instrumentalkurse mit Bühnenpräsenzcoaching an der Deutschen Bläserakademie

 

Vom 14. bis 16. September 2018 finden an der Deutschen Bläserakademie in Bad Lausick eine Hornwerkstatt und ein Kammermusik-Workshop statt. Beide Kurse laufen parallel und bieten neben dem Instrumentalunterricht mit den Profimusikern der Sächsischen Bläserphilharmonie ein Bühnenpräsenzcoaching mit Dorothea Gädeke vom Freiburger Institut für Musikermedizin an. Dabei erhalten die Teilnehmenden ein Coaching zum Thema Auftritt, Körperhaltung und -spannung und Umgang mit Lampenfieber. Die Dozentin wird die Musiker bei den Proben begleiten, gibt individuelle Tipps und steht auch für Einzelgespräche zur Verfügung.

In der Kammermusik-Akademie werden, abgestimmt auf die individuellen Vorkenntnisse der Teilnehmenden, Standardwerke der Holzbläserkammermusik erarbeitet. Gern können auch eigene Werkvorschläge zur gezielten Vorbereitung auf einen Wettbewerb, eine Prüfung oder ein Konzert eingereicht werden. Angesprochen sind fortgeschrittene Musiker an Flöte, Oboe, Klarinette, Horn und Fagott, die ihre kammermusikalischen Fähigkeiten erweitern möchten. Auch bestehende Ensembles vom Trio bis zum Oktett und darüber hinaus sind herzlich willkommen.

Die Hornwerkstatt findet in diesem Jahr bereits zum siebenten Mal statt und richtet sich an fortgeschrittene Musiker aus dem Amateurbereich, aber auch Musikstudierende, die sich Praxistipps von Profimusikern wünschen. In kleinen Gruppen bzw. im Einzelunterricht wird Ensembleliteratur in unterschiedlichen Besetzungen und aus verschiedenen Epochen erarbeitet.In einem gemeinsamen öffentlichen Abschlusskonzert mit dem Dozententeam kann jeder Teilnehmer seinem Können entsprechende Werke präsentieren.

Alle Informationen zu den Kursen und die Anmeldeformulare finden Sie unter www.deutsche-blaeserakademie.de.

 

105 hochbegabte junge Musikerinnen und Musiker aus weltweit 34 Ländern werden an insgesamt elf Tagen in den Kategorien Klavier, Cembalo und Violine/Barockvioline antreten, um den international renommierten Titel »Bachpreisträger« zu erringen. Der Bach-Wettbewerb ist Mitglied der World Federation of International Music Competitions (Genf) und eine der bedeutendsten Netzwerkplattformen für Musikerinnen und Musiker weltweit. 

Das Wettbewerbsprogramm ist vorrangig auf die Interpretation der Werke Johann Sebastian Bachs orientiert. Daneben bilden Kompositionen von Bachs Vorgängern und Zeitgenossen sowie durch ihn inspirierte Kompositionen späterer Epochen den weiteren Wettbewerbskontext. Anspruchsvolle Pflichtprogramme stellen virtuose und interpretatorische Höchstanforderungen an die Teilnehmerinnen und Teilnehmer. Eine Besonderheit ist dabei die Parallelität von modernem und barockem Instrumentarium. 

Insgesamt haben sich 228 junge Künstlerinnen und Künstler durch Einsendungen in Form von Videoeinspielungen für die Wettbewerbsteilnahme beworben. Im Rahmen einer Bewertung der Einsendungen durch eine Vorauswahljury konnten sich davon 122 für die Wettbewerbsteilnahme qualifizieren: 50 PianistInnen, 43 CembalistInnen und 29 ViolinistInnen. 105 Interpreten nehmen davon final am Wettbewerb teil, 44 PianistInnen, 37 CembalistInnen und 24 ViolinistInnen. Der Jury gehören in dieser Saison 21 renommierte InterpretInnen aus 12 Nationen an.

Im Anschluss an die zweite Runde werden sich die sechs besten Interpretinnen und Interpreten jedes Instruments im Finale messen. Der renommierte Bach-Preis wird am 21. Juli 2018 zum 21. Mal vergeben. Die öffentliche Verleihung findet um 15 Uhr im Alten Rathaus Leipzig durch den Präsidenten des Wettbewerbs, Prof. Dr. h. c. mult. Robert Levin, statt.

Der Internationale Johann-Sebastian-Bach-Wettbewerb Leipzig zählt zu den renommiertesten Musikwettbewerben weltweit und wird alternierend in den Fächern Klavier, Cembalo, Orgel, Violine, Violoncello und Gesang ausgetragen. Er ist Mitglied der World Federation of International Music Competitions (Genf). Der Internationale Bach-Wettbewerb fand erstmals 1950 statt und wird vom Bach-Archiv Leipzig und der Hochschule für Musik und Theater »Felix Mendelssohn Bartholdy« Leipzig veranstaltet. Er steht unter der Schirmherrschaft des Ministerpräsidenten des Freistaates Sachsen, Michael Kretschmer. Präsident des Internationalen Johann-Sebastian-Bach-Wettbewerbs ist seit 2002 der Pianist, Cembalist und Harvard-Professor Robert Levin.

www.bachwettbewerbleipzig.de

Allgemeines 05.07.2018 Europäische Sommerphilharmonie – Lichterlabyrinth und Konzerte

Mit Beginn der Sommerferien zieht es auch die Sächsische Mozart-Gesellschaft ins Freie. 148 Musiker und Chorsänger aus Deutschland, Tschechien, Rumänien, der Slowakei, Italien und Japan reisen am Samstag in Chemnitz an, um im Projekt Europäische Sommerphilharmonie und -chor den Küchwald mit Musik zu füllen.

 

Mit Beginn der Sommerferien zieht es auch die Sächsische Mozart-Gesellschaft e.V. ins Freie. 148 Musiker und Chorsänger aus Deutschland, Tschechien, Rumänien, der Slowakei, Italien und Japan reisen am 7. Juli in Chemnitz an, um im Projekt Europäische Sommerphilharmonie und –chor den Küchwald mit Musik zu füllen. Das Lichterlabyrinth zum Auftakt und die beiden Abschlusskonzerte laden ein, einen Sommernachtstraum zu erleben und sich von Märchen und Mythen verzaubern zu lassen. Wie gewohnt sind in der Probenphase vom 7. bis zum 11. Juli Zuhörer bei schönem Wetter auf der Küchwaldwiese herzlich willkommen. Die Mozartkinder freuen sich auf Musik, Fußball und Badespaß zur Mozart-Musizierwoche in der Landesmusikakademie Colditz und auf viele Zuhörer bei ihrem Abschlusskonzert am 14. Juli um 14 Uhr.

Gerne machen wir Sie noch einmal auf einen weiteren Sommerspaß, das Entenrennen des Lions Club Chemnitz zum Stadtfest am 26. August, aufmerksam, mit dem Sie die Kinder und Jugendarbeit der Sächsischen Mozart-Gesellschaft e.V. unterstützen können. Für jeden durch uns verkauften Enten-Adoptionsschein (Preis 5 €) gehen 10 € Spende aus dem Erlös des Entenrennens an unser Projekt 100Mozartkinder. Auf diesem Weg können wir die Teilnahme eines Kindes am Projekt für ein ganzes Jahr absichern. Lose sind noch bis zum 17. August in der Geschäftsstelle der Sächsischen Mozart-Gesellschaft e.V. und an den Abendkassen unserer kommenden Veranstaltungen erhältlich.

Wir freuen uns, wenn Sie in den nächsten Tagen trotz der Fußballweltmeisterschaft den Weg in den Küchwald finden, und wünschen einen erlebnisreichen, erholsamen, erfüllten Sommer.

Allgemeines 18.06.2018 1. Sächsisches Chorfest führt 400 Sängerinnen und Sänger nach Moritzburg

Am 24. Juni werden sie im Umfeld des Moritzburger Schlosses ihre Lieder anstimmen und etwa sechs Stunden mit Chorgesang zum Klingen bringen.

 

Das 1. Sächsische Chorfest wird gleichzeitig mit dem 14. Chorsingen in Moritzburg ausgerichtet. Das Sächsische Chorfest organisieren der Sächsische Chorverband und der Erlebnis Moritzburg e.V. gemeinsam. »Wir haben in den zurückliegenden Jahren bereits 13 Mal Sängerinnen und Sänger nach Moritzburg eingeladen«, sagt Andreas Hauffe, Vizepräsident des Sächsischen Chorverbandes und Präsident des Ostsächsischen Chorverbandes. »Wir freuen uns nunmehr, im 14. Jahr des Chorfestes in Moritzburg dieses zugleich als das 1. Sächsische Chorfest unseres Landesverbandes ausrichten zu dürfen.«

Das Sächsische Chorfest wird von nun an jährlich wechselnd in den Regionen ausgerichtet, in denen der Sächsische Chorverband mit Regionalverbänden vertreten ist. Mit dem Sächsischen Chorfest will der Chorverband seinen organisierten über 8.500 Sängerinnen und Sängern eine weitere »große Bühne des Gesangs« geben und der Öffentlichkeit zeigen wie traditionsreich, heimatverbunden und facettenreich modernes Chorsingen in Sachsen ist. »Vom Volkslied bis zum Poptitel, vom traditionellen Männerchor bis zum Pop-oder Jazz-Chor spannt sich die Bandbreite unserer Chöre und ihres Repertoires«, so Andreas Hauffe. Das Chorfest ist auch für sächsische und Chöre aus den angrenzenden Bundesländern offen, die nicht im Sächsischen Chorverband organisiert sind. Am 24. Juni werden Männerchöre, Frauenchöre und Gemischte Chöre nach Moritzburg kommen. Sie treten auf Bühnen im Hof des Käthe-Kollwitz-Museums auf, auf der Festwiese bei Adams Gasthof und auf der großen Hauptbühne am Moritzburger Schloss. Höhepunkt wird das gemeinsame Singen von 14 Chören mit dem Publikum um 15 Uhr vor dem Schloss sein. 18 Uhr wird das 1. Sächsische Chorfest mit dem Abschlusssingen von sieben Chören am Moritzburger Schloss zu Ende gehen. Der Eintritt zu den Veranstaltungen ist frei.

Kulturpolitik 13.06.2018 40 Millionen Euro zur Stärkung der Kultur

Der Freistaat Sachsen greift den Trägern der kommunalen Theater und Orchester in den nächsten vier Jahren finanziell unter die Arme

 

Das Regierungskabinett beschloss heute eine Vorlage des Kunstministeriums, die für eine bessere Bezahlung der Beschäftigten an den kommunalen Theatern und Orchestern sorgen wird und gleichzeitig mehr Mittel für alle Kultursparten zur Verfügung stellt. Die Kulturräume können in den nächsten vier Jahren insgesamt jeweils zehn Millionen Euro zusätzlich erhalten. Von diesen insgesamt 40 Millionen Euro sind jährlich sieben Millionen für eine bessere Mittelausstattung für den laufenden Betrieb der Theater und Orchester vorgesehen. Zudem werden die allgemeinen Kulturraumzuweisungen um jährlich drei Millionen Euro erhöht. Diese drei Millionen sollen offenbar die Summe ausgleichen, die die Kulturräume aktuell für die Landesbühne des Freistaates zahlen müssen. Der Sächsische Landtag muss diesem Vorhaben als oberster Haushaltsgesetzgeber noch zustimmen.

Kunstministerin Dr. Eva-Maria Stange erklärt: »Trotz der zuletzt gestiegenen Landeszuschüsse über die Kulturräume und zahlreicher Strukturveränderungen an den Theatern und Orchestern waren die kommunalen Träger auf den Abschluss von Haustarifverträgen angewiesen. Dadurch verschlechterten sich aber nicht nur die Vergütung der Beschäftigten, sondern auch das künstlerische Angebot der Einrichtungen. Diese Entwicklung wollen wir gemeinsam mit den kommunalen Trägern umkehren. Schauspieler, Musiker, Techniker und andere Angestellte an den Theatern und Orchestern leisten eine hervorragende Arbeit und erhalten die kulturelle Vielfalt auch jenseits der Großstädte. Dafür müssen sie gerecht bezahlt werden. Das erreichen wir mit dieser erheblichen Mittelerhöhung. Das Land unterstützt damit die Kommunen als Träger. Diese werden sich ihrerseits mit einem Eigenanteil an der finanziellen Besserstellung ihrer Theater und Orchester beteiligen.« Die Ministerin ergänzt: »Ich danke allen Beteiligten, mit denen wir diese gute Vereinbarung verhandelt haben. Sie sorgt dafür, dass wir in den Kulturräumen nicht nur kulturelle Angebote vorhalten, sondern dass diese Angebote auch qualitativ sehr hochwertig sind. Das geht nur mit einer ordentlichen Bezahlung der Beschäftigten.«

Mit dem Doppelhaushalt 2019/2020 erhöht sich der Ansatz für die jährlichen Landeszuweisungen an die Kulturräume von jetzt 94,7 auf dann 97,7 Millionen Euro. Die zusätzlichen jährlich sieben Millionen Euro für die Personalkosten der Theater und Orchester und die Stärkung ihres Kulturangebots werden als Strukturmittel an die kommunalen Träger gezahlt. Davon profitieren werden fünf Theater und vier Orchester, sofern sie Anträge stellen. In den ländlichen Räumen Sachsens tragen die Kommunen den Großteil der kulturellen Infrastruktur. Sie werden auch einen Eigenanteil zur besseren Bezahlung der Beschäftigten ihrer Theater und Orchester leisten.


Personalia 13.06.2018 Rastlos für die Kunst

Ludwig Güttler feiert heute seinen 75. Geburtstag

 

»Ein ruhiger Zeitgenosse war ich nie«, gab Ludwig Güttler vor ein paar Jahren in einem Interview zu. »Ich stamme sicher von Nomaden ab, die sich an vielen Orten heimisch fühlen und immer schon den nächsten Ort anstreben – zu DDR-Zeiten war ich eher im Ausland zuhause …« Immerhin ist Dresden dem geborenen Erzgebirger nun schon seit Jahrzehnten ein Zuhause, eine Heimat. Dresden - und seine Frauenkirche.

Güttler kommt aus einer musikalischen Familie, studierte in Leipzig, avancierte schnell zu einem der wichtigsten und besten Trompeter der DDR. Seine Scharmützel mit der Staatsmacht schilderte Alexandra Gerlach in ihrem Porträtbuch »Mit Musik Berge versetzen« (2011) eindrücklich. Wer das Buch liest, versteht besser, wie Güttler zu dem Menschen wurde, werden musste, der er heute ist: von Altersmilde nicht die Spur. Humorvoll kann er sein, und, ja, produktiv aufbrausen kann Güttler noch immer. Davon wissen Berufskollegen, Mitstreiter, Politiker ein Lied zu singen. Immer geht es ihm dabei um die Sache: etwas geht nicht schnell genug, jemand hat irgendetwas nicht zu Ende gedacht, nachlässig geplant. Nix da - wenn Güttler an Bord ist, hat die Sache zu funktionieren; man hat Schritt zu halten! Anders ist es ja auch nicht zu erklären, wie er Erlebnisse, Erfahrungen, Anekdoten sammeln konnte, die für fünf Leben reichen würden. 1500 Benefizkonzerte hat Güttler für die Frauenkirche gegeben. Und sein Kalender ist dieser Tage kaum weniger gefüllt: Man muss sich nur mal den Monat Dezember ansehen. In Güttlers musikalischem Hauptkampfmonat sind dieses Jahr neunzehn Konzerte aufgelistet. Am Nikolaustag konzertiert Güttler in seiner geliebten Frauenkirche, sein Blechbläserensemble spielt tags drauf in St. Marien in Pirna, hernach in St. Michaelis in Hamburg, in Bad Segeberg; die Virtuosi Saxoniae treten eine Woche später wiederum in der Frauenkirche auf, danach in Köln und München. Einen Tag vor Weihnachten steht die inzwischen legendäre Vesper vor der Frauenkirche an, zu Weihnachten spielt Güttler in Berlin, nach den Feiertagen wiederum in der Frauenkirche, danach bis Silvester in kleineren sächsischen Kirchen … Noch Fragen? Nein? Na, dann los!

Güttler, das versteht, wer seine Aufnahmen hört, seine Texte liest, ist ein rastloser Musiker, Forscher, Manager, Dirigent, Festival-Leiter und Kulturstreiter. Seine jüngste CD-Veröffentlichung »EDITION EUROPA« versucht sich an einer inhaltlichen Klammer des Kontinents, beschwört die einigende Kraft der Musik. Die kleine Box versammelt Musik von Hasse, Zelenka, Bach, Händel, Zelenka, Vivaldi (»Ein Fixstern neben Bach«), Haydn, Mozart, Dvorak. Und wir hören ein »Concerto Es-Dur für Corno da caccia« von Jan Krtitel Neruda, Abkömmling einer Musikerfamilie, die mehrere Generationen lang Mitglieder der Dresdner Hofkapelle stellte. Güttler studierte die Partitur im Kloster Osek (Ossegg) und erkannte: eine Solopartie in dieser Höhe, das konnte nicht für Trompete geschrieben sein. Neruda hatte für ein Diskantinstrument komponiert, eben das »Corno da caccia«, das Güttler in den achtziger Jahren in Zusammenarbeit mit dem Instrumentenbauer Friedbert Syhre (1938-2008) nachempfinden half.

In der Landesmusikakademie Sachsen hat der Trompeter, der noch zu DDR-Zeiten, so schätzt ein damaliger SPIEGEL-Artikel, über neuntausend junge Trompeter direkt ausbildete oder indirekt über sein schriftliches Lehrwerk prägte, letztes Jahr vier Tage lang einen Meisterkurs geleitet. Neben seinen Konzerten findet Güttler immer noch Zeit für Interviews, Gesprächsrunden, Veröffentlichungen, Stiftungsarbeit, lokale Nachwuchsförderung. Und rastlos musiziert er nach wie vor. »Für das, was ich geschafft habe, bin ich dankbar. Was ich gerne geschafft hätte, bleibt wünschens- und erstrebenswert.« In diesem Sinne gratulieren wir zum fünfundsiebzigsten Geburtstag – und freuen uns auf die Dinge und Themen, die dem Altmeister (das darf man doch ab jetzt sagen?) nun die nächsten Jahre erstrebenswert sein werden: Stiftungsarbeit, Förderpolitik, Musikforschung, und immer wieder die Musik, die Königin aller Künste. Ihr hat Ludwig Güttler sein Leben verschrieben. Kompromisslos.

Allgemeines 12.06.2018 Klang – Kunst – Werk

Die Dresdner Meisterkurse Musik widmen sich vom 17. bis 22. September 2018 an der Hochschule für Musik Carl Maria von Weber Dresden insbesondere der intensiven interpretatorischen Arbeit

Projektleitung: Prof. Dr. Florian Uhlig
Bewerbungsschluss: 15. Juli 2018
Informationen: www.hfmdd.de/dmm

 

»Das müsste gar eine schlechte Kunst sein, die sich auf einmal fassen ließe, deren Letztes von demjenigen gleich geschaut werden könnte, der zuerst hereintritt.« Was Goethe in Wilhelm Meisters Wanderjahren 1821 formulierte, hat noch heute, rund zweihundert Jahre später, tragende Kraft. Auf die Kunst sollte man sich einlassen, sie betrachten, sich ihr langsam nähern, ihre Komplexität und Tiefe nach und nach ausloten. Das gilt vielleicht in besonderem Maße für Interpreten, deren Aufgabe es ist, musikalische Kunstwerke zu deuten und klanglich erlebbar zu machen.

Sieben künstlerische Meisterkurse werden von hochkarätigen Dozenten und einem Ensemble in Residence gestaltet. Zudem gibt es ein umfangreiches Begleitprogramm mit Physioprophylaxe-Kursen, Führungen, Talk-Runden und Musikphysiologie-Vorlesungen. Günter Baby Sommer gestaltet einen Improvisationskurs diesmal zum Thema »Improvisieren – Ein spartenübergreifendes Experiment mit Musikern und bildenden Künstlern«. Mit Antje Meichsner, Felix Ermacora und Simon Hillme stehen ihm die Meisterschüler der Klasse von Prof. Carsten Nicolai (HfBK Dresden) zur Seite. Auch ein Flashmob mit Meisterkursteilnehmern in der Dresdner S-Bahn ist geplant.

Höhepunkt der Meisterkurse wird das Abschlusskonzert mit Kursteilnehmern am 22. September 2018 um 19:30 Uhr im Konzertsaal der Dresdner Musikhochschule sein.

Allgemeines 11.06.2018 32 Nachwuchstalente aus 15 Nationen

Die Moritzburg Festival Akademie bietet internationalen Nachwuchstalenten zum zwölften Mal ein attraktives Sprungbrett

 

Eingebunden in das 26. Moritzburg Festival (11.–26. August 2018) bietet die Moritzburg Festival Akademie internationalen Nachwuchstalenten zum 12. Mal ein attraktives Sprungbrett für einen erfolgreichen musikalischen Lebensweg. Diesen Sommer werden 32 junge Musikerinnen und Musiker aus 15 Nationen das Moritzburg Festival Orchester bilden und sich in verschiedenen Konzertformaten einem breiten Publikum präsentieren. Mithilfe einer Crowdfunding-Aktion soll zum ersten Mal die von den Akademisten gestaltete und äußerst beliebte Lange Nacht der Kammermusik am 16. August 2018 als CD aufgenommen werden. Während in einer Woche bei der Fußball-WM 32 Mannschaften gegeneinander antreten, werden die 32 Musiktalente in der Moritzburg Festival Akademie an einem perfekten Zusammenspiel arbeiten. Durch die »erstaunliche orchestrale Homogenität und wirklich brilliante Einzelleistungen« (DNN) konnte sich das ambitionierte Förderprojekt weltweilt als eines der Top-Nachwuchsorchester etablieren. Bei über 450 Bewerbungen auf 32 Orchesterstellen war die Konkurrenz dieses Jahr wieder dementsprechend hoch. Eine internationale Jury aus Spitzenmusikern wie Christian Poltéra, Daniel Ottensamer, Richard O’Neill und Antti Siirala hatte die besten BewerberInnen ausgewählt. Im August werden nun ehrgeizige Musikerinnen und Musiker aus den verschiedensten Regionen der Welt innerhalb einer Woche zum Moritzburg Festival Orchester zusammenwachsen. Dabei kommt fast die Hälfte der Nachwuchstalente aus Europa, 25 % aus Asien und 16 % reisen vom nordamerikanischen Kontinent an. Die jungen Talente der Moritzburg Festival Akademie präsentieren unter der Leitung von Josep Caballé Domenech u.a. Mozarts Konzert für Flöte, Harfe und Orchester KV 299. Mit Mathieu Dufour (Berliner Philharmoniker) und Anneleen Lenaerts (Wiener Philharmoniker) konnten als Solisten zwei Musiker aus internationalen Spitzen-Orchestern gewonnen werden. Zusätzlich studieren die Akademisten auch ein vielseitiges Kammermusikrepertoire ein und erhalten dabei Anregungen von Festival-Künstlern wie Olli Mustonen, Narek Hakhnazaryan, Jan Vogler, Pauline Sachse und Paul Huang. Das kammermusikalische Programm wird im Rahmen des Moritzburg Festivals am 12. August beim Proschwitzer Musik-Picknick sowie am 16. August bei der Langen Nacht der Kammermusik einem breiten Publikum präsentiert.

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