Kinder & Jugend 06.11.2018 10 Jahre Landesjugendchor Sachsen

In einem Festkonzert mit Werken von Bernstein, Brahms, Martin und Poulenc feiert das Ensemble sein Jubiläum

Samstag, 10. November 2018
20 Uhr Thomaskirche Leipzig
Festkonzert »10 Jahre Landesjugendchor Sachsen«

Frank Martin: Messe für Doppelchor
Johannes Brahms: Fest- und Gedenksprüche, op. 109
Leonard Bernstein: Chichester Psalms
Francis Poulenc: Gloria

Shira Patchornik (Sopran)
Landesjugendchor Sachsen
Jugendsinfonieorchester Leipzig
Ron-Dirk Entleutner (Dirigent)

Karten gibt es an allen bekannten Vorverkaufsstellen, Restkarten ab 60 Minuten vor Konzertbeginn an der Abendkasse.

 

Mit der »Messe für Doppelchor (Frank Martin), den Fest- und Gedenksprüchen von Johannes Brahms, Leonard Bernstein »Chichester Psalms« und Francis Poulenc »Gloria« wird der Landesjugendchor Sachsen des Sächsischen Chorverbandes e.V. am kommenden Samstag, 10. November 2018, in der Thomaskirche zu Leipzig sein 10-jähriges Jubiläum feiern.

Im Landesjugendchor Sachsen singen aktuell 55 der besten jungen Chorsängerinnen und -sänger Sachsens. Vor zehn Jahren war der Chor von dem damaligen Jugendreferenten des Sächsischen Chorverbandes und heute national und international bekannten Chorleiter, Sänger, Kirchenmusiker und Dirigenten Marcus Friedrich gegründet worden. Der Landesjugendchor Sachsen nahm unter Friedrichs Leitung und seit 2015 unter der von Ron-Dirk Entleutner eine eindrucksvolle Entwicklung zu einem einzigartigen und unverwechselbaren Klangkörper junger Chormusik und zu einem der besten Chöre in Sachsen. Der Chor repräsentiert zugleich die lebendige sächsische Chorszene über die Grenzen des Freistaates hinaus. Sechs Mal im Jahr trifft sich der Landesjugendchor zu Arbeitsphasen in verschiedenen Regionen des Freistaates. Die jungen Sängerinnen und Sänger reisen zu diesen Treffen aus ihren Heimatchören an. Über die Aufnahme in das Auswahlensemble entscheidet ein Vorsingen, das jederzeit an ausgewählten Musikschulen in ganz Sachsen möglich ist (Anmeldung hier). Das Festkonzert am kommenden Samstag, 10. November 2018, 20 Uhr, in der Thomaskirche verspricht ein eindrucksvolles und emotionales Klangerlebnis zu werden. Der Chor wird zu diesem Konzert verstärkt durch 15 ehemalige Sängerinnen und Sänger. Zugleich wird es für einige ChorsängerInnen das letzte Konzert in ihrer Karriere im Landesjugendchor. Sie werden zum Jahresende den Chor aus beruflichen und Altersgründen verlassen, aber weiterhin dem Chorgesang in ihren Heimatensembles treu bleiben. Die jungen Sängerinnen und Sänger sind übrigens in allen Berufsgruppen tätig und singen aus Passion, Lust und Freude in Chören und Ensembles. Ein wichtiger Partner für chorsinfonische Projekte, wie sie auch zum Festkonzert zu hören sein werden, ist das preisgekrönte Jugendsinfonieorchester der Musikschule Leipzig »Johann Sebastian Bach«. 2015 führten beide Klangkörper das erste Mal gemeinsam Edward Elgars »The Dream of Gerontius« erfolgreich auf. Im Herbst 2016 entstand eine gemeinsame CD mit der europäischen Ersteinspielung zu Samuel Barbers »The Lovers« die im Mai 2017 beim Label Rondeau erschienen ist. Ein wichtiger Höhepunkt der Kooperation war die von der Presse umjubelte Aufführung des »Verdi-Requiems« im November 2017 in der Thomaskirche. Die Aufnahmen dazu wird es zum Jubiläum auf CD geben. Das beide Ensembles nicht nur musikalisch, sondern auch menschlich sehr gut harmonieren, wird dieses Jubiläumskonzert zeigen: Das Jugendsinfonieorchester, knapp 23 Jahre »älter« als der Jubilar, wird als Gratulant den Landesjugendchor Sachsen musikalisch begleiten.

Personalia 29.10.2018 Prof. Dr. Christoph Krummacher ist Ehrenmitglied des Deutschen Musikrates

Im Rahmen ihrer Generalversammlung haben die Mitglieder des Deutschen Musikrates dem Präsidenten des Sächsischen Musikrates die Ehrenmitgliedschaft verliehen

 

Im Rahmen ihrer Generalversammlung haben die Mitglieder des Deutschen Musikrates Prof. Dr. Christoph Krummacher am 20. Oktober 2018 in Berlin die Ehrenmitgliedschaft des Verbandes verliehen.

Nachfolgend finden Sie den Wortlaut der Laudatio von Prof. Eckard Lange (Weimar) auf den Preisträger:

»Meine Damen und Herren, liebe Kolleginnen und Kollegen, es ist mir eine besondere Ehre und Freude, hier eine kurze Laudatio für Herrn Prof. Dr. Christoph Krummacher vortragen zu dürfen. Wir kennen uns seit vielen Jahren und arbeiten seit zwölf Jahren als Landesmusikratspräsidenten in Mitteldeutschland eng zusammen. Es gab und gibt regelmäßige Treffen, bei denen wir vergleichbare Strategien beraten und wo ich Ihren vorsichtigen Rat, lieber Herr Krummacher, besonders schätzen gelernt habe. Und wir arbeiten seit Jahren auch unmittelbar bei den Musikratsprojekten zusammen, beispielsweise bei Jugend musiziert oder in gemeinsamen Projekten unserer Landesjugendensembles. Ich kenne ihn schon viel länger, aber ich weiß nicht, ob ich ihm das mal verraten habe. Er ist Jahrgang 1949, wurde ist Berlin geboren und ist in Greifswald aufgewachsen, wo er ersten Orgelunterricht bei Hans Pflugbeil erhielt. Nach dem Abitur studierte er Kirchenmusik (und der Theologie im Nebenfach) in Dresden (Orgelschüler von Hans Otto), Greifswald und Leipzig (u. a. bei Wolfgang Schetelich und Hannes Kästner). Nach seinem Staatsexamen 1975 war er zunächst Domkantor in Brandenburg an der Havel und von 1980 bis 1992 Universitätsorganist und Dozent an der Theologischen Fakultät der Universität Rostock. Und aus dieser Zeit kennen wir uns, d.h. ich kenne ihn. Ich habe nämlich in dieser Zeit die älteste und schönste Dorforgel in Mecklenburg-Vorpommern, in Basedow, betreuen dürfen und dort hat er u.a. auch einmal konzertiert und ich habe bei ihm registriert. Er beschäftigte sich schon früh mit der Aufführungspraxis Alter Musik, besuchte internationale Meisterkurse von namhaften Organisten, so dass es kein Wunder war, dass ihn sein Weg auch zu dieser Orgel führte, die mitteltönig gestimmt ist und im Chorton steht. Christoph Krummacher promovierte 1991 auf dem Gebiet der Theologie und erhielt im gleichen Jahr den Kulturpreis der Hansestadt Rostock, gehörte er doch bereits in dieser Zeit zu den namhaftesten Organisten im Osten und konnte auf eine internationale Konzerttätigkeit verweisen - so gut das eben möglich war. 1992 erhielt er die Professor für Kirchenmusik an der Hochschule für Musik und Theater Leipzig und wurde Direktor des dortigen Kirchenmusikalischen Instituts. Er war dann nach Siegfried Thiele der zweite freigewählte Rektor der Hochschule in den Jahren 1997 bis 2003.

Zusätzlich zu seiner umfangreichen Konzerttätigkeit verfasste er zahlreiche Publikationen zu Interpretationsfragen, zu grundsätzlichen Problemen der Kirchenmusik und zum Verhältnis von Musik und Theologie. Sein neustes Buch wird gerade fertig.

Seit 2002 ist Christoph Krummacher ordentliches Mitglied der Sächsischen Akademie der Wissenschaften zu Leipzig und seit 2004 außerdem Universitätsorganist der Universität Leipzig. Er ist qua Amt Mitglied im Rundfunkrat des Mitteldeutschen Rundfunks.

In seine 12 Amtsjahre als Präsident des Sächsischen Musikrates fällt die Eröffnung der Landesmusikakademie als Projekt des Musikrates und die Evaluierung der Arbeit des Dachverbandes durch den Freistaat Sachsen im Jahr 2010, wo es im Evaluationsbericht heißt: »Im Grunde steht der SMR konkurrenzlos in der sächsischen Musik- und Kulturlandschaft. Seine Aufgaben und Arbeitsinstrumente sind klar definiert und seine Vernetzungen und Kooperationsstrukturen sind komplex und effektiv aufgestellt..« Der inhaltliche Schwerpunkt von Präsident Christoph Krummacher war und ist die musikalische Bildung von Kindern im Vorschulalter und in der Grundschule und da werden wir ihn, auch wenn er 2019 nicht wieder als Musikratspräsident kandidieren wird, mehr als je zuvor brauchen. Ich gratuliere herzlich zur Ernennung!«

Allgemeines 26.10.2018 Musik gegen den Krieg – auch jenseits des Äquators

Südafrika-Reise von Singakademie Dresden und Landesjugendorchester Sachsen

 

Am vergangenen Wochenende ging die Südafrika-Reise der Singakademie Dresden, ihres Kinderchores und des Landesjugendorchesters Sachsen zu Ende. Mit dem erfolgreichen Konzert in der Dresdner Kreuzkirche am 11. Oktober startete die Tournee, die weiter ins Leipziger Gewandhaus und danach nach Südafrika führte. Mit der Trauermotette »Wie liegt die Stadt so wüst« erklang dabei erstmals ein Werk des Kreuzkantors jenseits des Äquators. Hauptwerk der Konzerte war das War Requiem von Benjamin Britten. An den Aufführungen waren insgesamt vier Chöre, vier Kinderchöre und vier Orchester mit insgesamt ca. 400 Mitwirkenden unter der Leitung von vier Dirigentinnen und Dirigenten beteiligt:

  • die Singakademie Dresden
  • der Symphony Choir Johannesburg
  • der Philharmonia Choir Cape Town
  • die Chanticleer Singers Johannesburg
  • der Kinderchor der Singakademie Dresden
  • der Mädchenchor des Heinrich-Schütz-Konservatoriums Dresden
  • der St. John’s College Choir Johannesburg
  • die St. Cyprian’s Singers Cape Town
  • das Landesjugendorchester Sachsen
  • Sinfonietta Dresden
  • Mitglieder des Johannesburg Festival Orchestra
  • Mitglieder des Cape Town Festival Orchestra

Der südafrikanische Dirigent Richard Cock, Direktor des Johannesburger Chores und auf afrikanischer Seite verantwortlicher Initiator des Projekts leitete in den Aufführungen jeweils das Kammerorchester, Claudia Sebastian-Bertsch die Kinderchöre. Ekkehard Klemm dirigierte in Dresden und Johannesburg, Milko Kersten in Leipzig und Cape Town. Die Sopranistin Andiswa Makana und der Tenor Siyabonga Maqungo stammen selbst aus Südafrika, Bariton Daniel Ochoa aus Leipzig, wenngleich auch er einen afrikanischen Vater hat.

Finanziell wurde die Reise zunächst durch einen erheblichen Eigenanteil der Mitwirkenden getragen, daneben durch die Unterstützung des Goethe-Instituts, des Sächsischen Musikrates, des Förderkreises der Singakademie, der Landeshauptstadt Dresden und der Kulturstiftung des Freistaates Sachsen. Der Singakademie übernahm dabei die Rolle des Antragstellerin.

Der Gedanke von Versöhnung, Vergebung und Verständigung prägte die Reise in vielerlei Hinsicht. Es fanden neben den großen Aufführungen weitere Konzerte in Schulen der Townships statt. Während die Singakademie beeindruckt war von 250 schwarzen Gymnasiasten der Vuleka School JoBurg, die u. a. Schütz’ »Verleih uns Frieden« und Mauersbergers Motette mit gebannter Stille verfolgten, begeisterten das Landesjugendorchester und der Kinderchor der Singakademie Hunderte Grundschüler der St. Matthew’s School in Soweto, die sich ihrerseits mit vitalen Gesängen und Tänzen bedankten! Die deutschen Jugendlichen besuchten ebenso Unterrichtsstunden.

Ein Großteil der deutschen Mitwirkenden – die bereits in Dresden ca. 70 afrikanische Chorsängerinnen und -sänger selbst beherbergt hatten – wurden in Johannesburg und teilweise auch in Cape Town privat untergebracht. Ungezählte Begegnungen wurden dadurch ermöglicht. Auch die Jugendlichen des Orchesters übernachteten in Johannesburg mit Unterstützung der Deutschen Schule privat.

Wenig Gelegenheit war bei den ständig notwendigen Proben mit den jeweils neu hinzukommenden Ensembles für Sightseeing. Der Schwerpunkt lag auf dem Kennenlernen jener Orte, die auch inhaltlich zum Thema des Projekts – »Musik gegen den Krieg« – passten. So standen Soweto, das Geburtshaus von Nelson Mandela sowie das Apartheid-Museum auf dem Programm. Der Besuch der Gefängnis-Insel Robben Island fiel leider dem stürmischen Wetter zum Opfer – die Fähren konnten nicht ablegen. Dafür rückte das 2017 eröffnete »Zeitz MOCAA«, ein atemberaubendes Museum für zeitgenössische afrikanische Kunst ins Programm. Hier waren in einem umgebauten Getreidespeicher des Hafens Bilder, Skulpturen, Installationen, Videokunst und vieles mehr zu bewundern, die in besonderer Weise mit dem Geist der Konzerte korrespondierten – zeigten sie doch Kunst, die sich ganz existenziell mit Fragen der Zeit, der Gesellschaft, des Leids durch Gewalt und Krieg auseinandersetzt.

Die kurze Zeitspanne zwischen letztem Auftritt und Abflug nutzten viele zu einem kurzen Ausflug ans Kap der guten Hoffnung, das zunächst »Kap der Stürme« hieß. Bei Windstärke sieben erlebten dort alle die Kraft der Natur am südlichen Ende Afrikas – eine Kraft, die auf die Menschen abzufärben scheint. Mit Energie, Tatendrang und oft genug mit Verzweiflung packen sie die Probleme des Kontinents an. Und mit Begeisterung nahmen sie die europäischen Sängerinnen und Sänger, Musikerinnen und Musiker auf, feierten sie mit standing ovations. Mit bewegenden Worten bedankte sich inzwischen Richard Cock: »I want to thank you all for a fantastic two weeks of friendship and music making. It has been one of the great highlights for us in our choir, and a very special moment in our history. We have never tackled a project of this size before, and I am happy that it went as smoothly as it did. The memories of these performances will be with us forever, and it should make us more determined than ever that Peace should prevail in the world, and that war should not be an option. Really all I can say is thank you very much indeed for your wonderful cooperation, for your willingness to join us in this adventure, and for your generosity in all things.«

Diesen Dank können alle deutschen Teilnehmerinnen und Teilnehmer nur zurückgeben – tief beeindruckt von einer Gastfreundschaft, die uns ins Herz eines Kontinents im Aufbruch blicken ließ, trotz und gerade wegen seiner Probleme und Herausforderungen.

Ekkehard Klemm

Allgemeines 18.10.2018 Dem Musikenthusiasten Leonard Bernstein zum 100. Geburtstag

Mit den 28. Leipziger Chopin-Tagen feiert die Neue Leipziger Chopin-Gesellschaft vom 18. bis 21. Oktober 2018 den 100. Geburtstag des universalen Musikgenies.

Drei Konzerte und der Festliche Salon zum Abschluss sind Bernstein sowie seinen amerikanischen Zeitgenossen gewidmet und schlagen selbstverständlich eine Brücke zum Namensgeber des Veranstalters. Einige von Bernsteins komponierten »Geburtstagsständchen«, den »13 Anniversaries«, wählte die Pianistin Katharina Treutler für ihren Klavierabend zur Eröffnung der diesjährigen Chopin-Tage am 18. Oktober im Polnischen Institut.

Die Kooperation mit der Stadt Schneeberg im Erzgebirge wird auch zu den 28. Leipziger Chopin-Tagen mit einem Klaviernachmittag im Kulturzentrum »Goldne Sonne« fortgesetzt (21. Oktober, 16 Uhr). Alexander Meinel spielt u.a. George Gershwins »Rhapsody in Blue«, Melodien aus Bernsteins »West Side Story« sowie Werke von Debussy, Ravel, Beethoven und Chopin. Innerhalb der Chopin-Tage findet alljährlich die Klavier- und Kammermusikwerkstatt für Schüler und Jugendliche statt. Junge Nachwuchsmusiker stellen am Samstag, dem 20. Oktober ab 10 Uhr in der Leipziger Musikhochschule ihr Können unter Beweis. Anliegen Werkstatt ist es, den heranwachsenden Musikern neue Anregungen mit auf den Weg zu geben, Interpretationen zu vertiefen und das kammermusikalische Zusammenspiel zu fördern. Die Teilnehmer aus Sachsen und Sachsen-Anhalt tragen vor Publikum zwei vorbereitete Klavierund/ oder Kammermusikwerke vor und haben im Anschluss die Möglichkeit, mit den Juroren zu arbeiten. Die Jury der 23. Auflage setzt sich aus Professoren und Dozenten der Neuen Leipziger Chopin-Gesellschaft zusammen: Albrecht Hartmann (MLU Halle-Wittenberg), Christian Meinel (Latina, Halle) Andreas Kühn (HfM Dresden), Gudrun Franke, Gerhard Erber, Alexander Meinel, Dietmar Nawroth, Frank Peter, Eva Sperl und Andriy Tsygichko (HMT Leipzig). Die jungen Pianisten und Kammermusikpartner erhalten Sachpreise vom Polnischen Institut Berlin – Filiale Leipzig. Für die beste Interpretation eines Chopin Werkes vergibt der Soroptimist-Club Leipzig den Chopin-Preis 2018. Zuhörer und Hospitanten sind herzlich willkommen.

Ihren Abschluss finden die Leipziger Chopin-Tage am Sonntag, dem 21. Oktober um 18 Uhr mit dem Festlichen Salon im Weißen Haus in Markkleeberg. Die Veranstaltung verbindet Musik und Unterhaltung mit Köstlichkeiten für Gaumen und Kehle. Freuen dürfen sich die Gäste auf mehrere kurzweilige Konzertteile. Für südamerikanisches Temperament sorgen Astor Piazzollas Grand Tango (in einer Version für Saxophon und Klavier) und dessen »Vier Jahreszeiten« für Klaviertrio sowie Werke des Brasilianers Zequinha de Abreu und des Kubaners Ernesto Lecuona. Neben weiteren musikalischen Überraschungen bildet auch in diesem Jahr der Galop marche für Klavier zu acht Händen von Albert Lavignac den traditionellen Höhepunkt der Veranstaltung.

Kulturpolitik 17.10.2018 Zu wenige öffentliche Musikbibliotheken in Deutschland

Deutsches Musikinformationszentrum präsentiert neues Online-Angebot

 

1,5 Millionen Schüler allein an kommunalen Musikschulen, 100.000 Teilnehmer an Musikangeboten der Volkshochschulen – aber nur 72 öffentliche Musikbibliotheken. Eine flächendeckende Versorgung mit Medien für die praktische Musikausübung, für das aktive Hören von Musik und für das Lernen über Musik ist in Deutschland vielerorts nicht gewährleistet. Dabei sind öffentliche Musikbibliotheken unverzichtbarer Bestandteil der musikalischen Bildung. Anlässlich der Vorstellung eines neuen Online-Angebots des Deutschen Musikinformationszentrums (MIZ) »Fokus: Öffentliche Musikbibliotheken« äußert sich der Generalsekretär des Deutschen Musikrats, Prof. Christian Höppner, zu diesem Missverhältnis. »Musikbibliotheken sind Sehnsuchtsorte non-virtueller Erfahrungen. Gerade im Digitalen Zeitalter bedarf es des gut abgestimmten Miteinanders analoger und digitaler Angebote. Die Attraktivität des ›kulturellen Erlebnisortes Musikbibliothek‹ wird wesentllich von der personalen Fachkompetenz und der sächlichen Ausstattung bestimmt. Die finanziellen Rahmenbedingungen für die öffentlichen Musikbibliotheken sind in der viertstärksten Industrienation der Welt vielerorts desaströs. Deshalb sind die Länderparlamente wie Trägereinrichtungen aufgefordert, die bestehenden Einrichtungen adäquat auszustatten und die weißen Flecken durch Neueinrichtungen zu tilgen.« so Höppner.

Das MIZ beleuchtet aber auch, mit welchen kreativen Ideen die Einrichtungen auf die bestehenden kultur- und bildungspolitischen Hürden reagieren und wie sie den Herausforderungen durch den digitalen Wandel begegnen. Öffentliche Musikbibliotheken sind heute viel mehr als Orte, die Noten, Musikbücher und CDs verleihen. Sie stellen ein wachsendes Angebot an Datenbanken, E-Books, Digitalisaten und Streaming-Diensten mit hoher Klangqualität zur Verfügung. Vor allem in den großen Städten setzen sie auf die Aufenthalts- und Erlebnisqualität ihrer Häuser. Fernab virtueller Erfahrungen laden sie mit attraktiven Musikarbeitsplätzen, Musizierräumen mit Instrumenten, Konzerten und Workshops zur aktiven Beschäftigung mit Musik ein. Doch die Finanzierung der Einrichtungen hält mit der Entwicklung nicht immer Schritt: Nach Recherchen des MIZ werden bestehende Bestände vielerorts reduziert oder gar aufgelöst, Bibliotheksstellen nicht oder fachfremd besetzt.

Entstanden ist der »Fokus: Öffentliche Musikbibliotheken« in Kooperation mit der Deutschen Ländergruppe der International Association of Music Libraries, Archives and Documentation Centres. Über eine interaktive Karte können Informationen zu den einzelnen öffentlichen Musikbibliotheken abgerufen werden. Diese umfassen den physischen und digitalen Bestand der Bibliotheken einschließlich ihrer Schwerpunkte und Sondersammlungen. Abgerundet wird der neue Fokus mit weiterführenden Informationen sowie Bilderstrecken, die einen Einblick in die Angebote und Ausstattungen öffentlicher Musikbibliotheken geben.

Allgemeines 06.10.2018 Musik gegen den Krieg

Das Landesjugendorchester Sachsen konzertiert gemeinsam mit der Singakademie Dresden in Sachsen und Südafrika

54. Projekt des Landesjugendorchesters Sachsen Herbst 2018

Konzerte
11.10.2018, 19:30 Uhr, Kreuzkirche Dresden
12.10.2018, 20:00 Uhr, Gewandhaus Leipzig
13.–22. Oktober 2018, Konzertreise nach Südafrika

Mitwirkende
Andiswa Makana (Sopran)
Siyabonga Maqungo (Tenor)
Daniel Ochoa (Bariton)
Sinfonietta Dresden
Großer Chor und Kinderchor der Singakademie Dresden
Mitglieder des Mädchenchors des Heinrich-Schütz-Konservatoriums Dresden
Symphony Choir of Johannesburg
Landesjugendorchester Sachsen

Leitung
Ekkehard Klemm (11.10.2018)
Milko Kersten (12.10.2018)

 

»My subject is War, and the pity of War,
The Poetry is in the pity …
All a poet can do today is warn.«

(Wilfred Owen, Vorwort zur Partitur)

2018 jährt sich das Ende des 1. Weltkrieges zum 100. Mal. Kunst und Musik haben sich in vielfacher Weise mit dem Thema der Gewalt auseinandergesetzt. Der Text des 1918 gefallenen Dichters Wilfried Owen (1893–1918) ist die Basis für Benjamin Brittens »War Requiem«, eines der eindrücklichsten musikalischen Zeugnisse gegen den Krieg. Geschrieben für die Weihe der neuen Kathedrale in Coventry hat das Werk für die Partnerstadt Dresden eine besondere Bedeutung. Das »War Requiem« steht im Mittelpunkt eines Projekts zwischen Deutschland und Südafrika, denn auch dort endete 1918 der 1. Weltkrieg. Die Reflexionen über Krieg, Diktaturen und Apartheid begegnen sich schicksalhaft in der Auseinandersetzung mit Brittens Werk und den Ausführenden aus zwei Kulturen. In einer Kontinente umspannenden Aufführungsserie begegnet das Landesjugendorchester Sachsen ambitionierten Amateurchören aus Dresden, Johannesburg und Cape Town sowie hochkarätigen deutschen und afrikanischen Musikern. In Begleitprogrammen werden die Ausführenden – insbesondere die jugendlichen Musikerinnen und Musiker – mit der Geschichte von Krieg, Gewalt und Apartheid in den jeweiligen Ländern und Städten sowie über die Geschichte und die Intentionen von Brittens Werk informiert, besuchen Gedenkstätten in Johannesburg und Soweto. Einen ganz besonderen Impuls der friedensstiftenden Begegnung erhält das Projekt dadurch, dass die Musikerinnen und Musiker sich gegenseitig beherbergen und Begegnungen mit den Deutschen Schulen in Johannesburg und Cape Town organisiert werden – damit wird nicht zuletzt auch Brittens Idee der Versöhnung in seinem Sinne musiziert und transportiert.

Die Solisten Andiswa Makana (Sopran), Siyabonga Maqungo (Tenor) und Daniel Ochoa (Bariton) sind junge in Deutschland lebende Sänger mit teils afrikanischem Hintergrund, mit denen ein weiterer kultureller Bogen gespannt wird. Die Singakademie Dresden unter der Leitung von Prof. Ekkehard Klemm wird sängerisch durch den Symphony Choir of Johannesburg unterstützt. Zum Landesjugendorchester Sachsen tritt desweiteren die Sinfonietta Dresden unter der Leitung von Richard Cock hinzu.

Das Landesjugendorchester Sachsen (LJO) ist seit 1992 die Anlaufstelle für ambitionierte junge MusikerInnen aus Sachsen, von denen viele am Anfang einer professionellen Musikerlaufbahn stehen. Die 14- bis 26-jährigen sind der talentierte Nachwuchs der klassischen Musiklandschaft des Freistaats und vielmals »Jugend musiziert«-Preisträger, die in der Probenarbeit lernen, was es heißt, sich auf andere verlassen zu können, zuzuhören, aufeinander zu reagieren und sich inspirieren zu lassen.

In zwei Probephasen im Jahr werden abwechselnd mit dem künstlerischen Leiter Prof. Milko Kersten und ständig wechselnden Gastdirigenten auf professionellem Niveau Programme erarbeitet, die alle stilistischen Bereiche abdecken. Die einzelnen Stimmgruppen arbeiten dabei mit Dozenten aus renommierten sächsischen Orchestern zusammen wie der Sächsischen Staatskapelle Dresden, dem Gewandhausorchester Leipzig oder der Robert-Schumann-Philharmonie Chemnitz. Dabei bekommen die jungen Talente einen Einblick in die Arbeitsweisen und Abläufe im Alltag eines Berufsmusikers. Gerade diejenigen, die vor der Entscheidung stehen, das Musizieren zum Beruf zu machen, profitieren von diesen Erfahrungen.

Aber nicht nur auf musikalischer Ebene entwickeln sich die Jugendlichen weiter, auch persönlich sind die Projekte immer wieder eine Herausforderung, an der sie wachsen. Hier werden ganz grundlegende zwischenmenschliche Werte gefordert. Man lernt, die Leistung anderer zu wertschätzen, Disziplin und Motivation an den Tag zulegen und sich vollkommen auf eine Sache einzulassen, sich und jeden Einzelnen als Teil von etwas Größeren zu erkennen. Die Energie, die dabei entsteht, wird bei den Konzerten nahezu greifbar. Das LJO Sachsen hat sein Publikum bisher nicht nur in Deutschland begeistert, sondern auch in Polen, Russland, Ungarn, Italien, Großbritannien, Zypern, den USA, in Südafrika, China, Karelien oder Peru. In mehreren CD-Aufnahmen ist es gelungen, dieses Ereignis nicht nur im Konzertsaal erlebbar zu machen.

Personalia 26.09.2018 Neue Orchestermanagerin der Sächsischen Bläserphilharmonie

Barbara Venetikidou tritt Mitte September die Nachfolge von Gabriele Hegner an.

 

Barbara Venetikidou tritt die Nachfolge von Gabriele Hegner an, die im April die Geschäftsführung der Trägergesellschaft »Deutsche Bläserakademie« übernommen hatte. Die Berlinerin mit griechischen Wurzeln studierte Klarinette an der Universität der Künste Berlin und an der Hochschule für Musik Würzburg. Sie spielte vier Jahre Klarinette an der Nationaloper Griechenlands in Athen und dozierte am Staatskonservatorium ihrer Heimatstadt Thessaloniki. Danach war sie sechs Jahre Solo-Klarinettistin beim Landespolizeiorchester Brandenburg, bevor Sie sich für ein Masterstudium in Kultur- und Medienmanagement an der Freien Universität Berlin entschied. Barbara Venetikidou leitete zuletzt das Künstlerische Betriebsbüro des »Gustav Mahler Jugendorchesters« in Wien und ist nun glücklich wieder in ihrer Wahlheimat Deutschland arbeiten zu können: »Aus der wunderbaren Welt der Blasinstrumente kommend, ist es mir eine enorme Freude, diesmal in einer anderen Funktion zu einem Bläserensemble zurückzukehren. Der hervorragende Ruf der Sächsischen Bläserphilharmonie ist mir schon seit über 15 Jahren bekannt und es ist mir eine große Ehre, diesen wichtigen Namen nun selber zu tragen und zu repräsentieren!« Die Sächsische Bläserphilharmonie ist das einzige Kulturorchester Deutschlands, das in ausschließlich sinfonischer Bläserbesetzung auftritt und ist damit einzigartig in der deutschen Orchesterlandschaft. Im Herbst des vergangenen Jahres wurde das Orchester in das Förderprogramm »Exzellente Orchesterlandschaft Deutschland« aufgenommen, das von der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien gefördert wird.

www.saechsische-blaeserphilharmonie.de

Preise & Stipendien 18.09.2018 Internationaler Heinrich-Schütz-Preis 2018

Hans-Christoph Rademann ist der erste Preisträger des Ehrenpreises des Heinrich Schütz Musikfests

 

Herausragende künstlerische wie wissenschaftliche Leistungen in der Vermittlung und Verbreitung der Musik von Heinrich Schütz und seiner Zeit sowie herausragendes Engagement in deren Bewahrung und Förderung werden zukünftig jährlich mit dem Internationalen Heinrich-Schütz-Preis geehrt. Anlässlich des 20. Jubiläums des Heinrich Schütz Musikfests wird dieser Ehrenpreis in Form einer Medaille erstmalig verliehen. Erster Preisträger ist der Dirigent und Schütz-Experte Hans-Christoph Rademann.

Mit diesem Preis würdigt das Heinrich Schütz Musikfest unter Leitung der Intendantin Dr. Christina Siegfried Rademanns überragendes Engagement für das Werk von Heinrich Schütz, dessen klingende Bewahrung, überzeugende Interpretation und lebendige Vermittlung. Beispielhaft für dieses langjährige herausragende Wirken steht, neben unzähligen begeisternden und berührenden Konzerten in aller Welt, die einzigartige Einspielung des Gesamtwerks von Heinrich Schütz beim Carus-Verlag Stuttgart mit dem von ihm gegründeten und bis heute geleiteten Dresdner Kammerchor, die in diesem Jahr ihren Abschluss finden wird. Der Preis wurde ihm am 14. Oktober 2018 in Dresden im Rahmen des festlichen Abschlusskonzerts des Heinrich Schütz Musikfests, das der Dresdner Kammerchor unter Leitung von Hans-Christoph Rademann gestaltete, überreicht. »Es ist mir eine Ehre, als erster überhaupt diesen besonderen Preis in Empfang zu nehmen.«, sagt der gebürtige Schwarzenberger über die Ehrung, und ergänzt: »Besonders freut mich, dass an der Schütz-Gesamtaufnahme zahlreiche beteiligte Solistinnen und Solisten aus der Hochschule für Musik Carl Maria von Weber Dresden hervorgegangen sind, zu der auch der Dresdner Kammerchor eine enge Verbindung hat.« Die neu geschaffene Auszeichnung verdeutliche einmal mehr, welche enorme Bedeutung Heinrich Schütz für die europäische Musikgeschichte hat: »Dies den Menschen zu vermitteln, ist stets der Antrieb für meine Arbeit mit Schütz‘ Musik.«, so Rademann.

Die Ehrenmedaille wurde von der in Berlin lebenden renommierten Bildhauerin und Medailleurin Anna Franziska Schwarzbach geschaffen: »Es ist ein Geschenk, die Internationale Heinrich-Schütz-Preis-Medaille entwerfen und ausführen zu dürfen. Es ist eine zusätzliche Freude, sie für Hans-Christoph Rademann modellieren zu können – einem Freund aus jungen Jahren. Musik von Heinrich Schütz in der Kirche von Schwarzenberg prägte meine Kindheit.« Der Heinrich-Schütz-Preis in Form einer in Silber gegossenen Medaille zeigt das Portrait des kurfürstlich-sächsischen Hofkapellmeisters samt eigenhändigem Namenszug »Henrich Schütz / Capellmeister«. Der umlaufende Schriftzug »parens nostrae musicae modernae« benennt Schütz (1585–1672) als den »Vater unserer modernen Musik«, als den ihn bereits seine Zeitgenossen zu würdigen wussten. Auf der Rückseite der Medaille ist das Signet des Heinrich Schütz Musikfests zu sehen, welches aus einem Bassschlüssel im Autograph von Schütz‘ Osterdialog (Dialogo per la Pascua) SWV 443 entwickelt wurde. »Ich kann mir keinen besseren ersten Preisträger als Hans-Christoph Rademann vorstellen.« Die Intendantin des Heinrich Schütz Musikfests, Dr. Christina Siegfried, empfindet es als eine glückliche Fügung, dass das zwanzigjährige Bestehen des Musikfests und der Abschluss der Schütz-Gesamteinspielung in dasselbe Jahr fallen: »Dieses gewagte, anspruchsvolle Vorhaben einer Gesamtaufnahme hat in Hans-Christoph Rademann einen kreativen Visionär, engagierten Motor und inspirierten Botschafter gefunden.« Siegfried sieht die meisterhaft gestaltete Schütz-Medaille als zusätzliches Geschenk zum Jubiläum des Musikfests. Dass Anna Franziska Schwarzbach als Medailleurin gewonnen werden konnte, ließe nicht zuletzt den Preis selbst zu einem Kunstwerk werden. Zugleich sei es Zeichen dafür, welchen Stellenwert dieser neue Preis für die Pflege des Werks von Heinrich Schütz und der Musikkultur des 17. Jahrhunderts insgesamt haben wird.

Preise & Stipendien 10.09.2018 Johann Walter Plakette 2018

Der Sächsische Musikrat e.V. vergibt am 15. September 2018 zum neunten Mal die Johann Walter Plakette, die in diesem Jahr an Steffen Schleiermacher und Thomaskantor Prof. Gotthold Schwarz geht.

 

Der lebendige Reichtum sächsischer Musikkultur, die für viele Menschen zum inneren Besitz gehört, ist wesentlich der Hingabe musikbegeisterter Menschen an die Kunstausübung zu danken. In der Überzeugung, dass allein die aktive Musikpflege die Zukunft unserer Musikkultur gewährleistet, hat der Sächsische Musikrat die Johann Walter Plakette gestiftet, um mit ihrer Verleihung aller zwei Jahre auf beispielhafte Leistungen im Musikleben unseres Landes aufmerksam zu machen.

Der Sächsische Musikrat e.V. vergibt am 15. September 2018 zum neunten Mal die Johann Walter Plakette. Die Vergabe erfolgt an zwei Persönlichkeiten, die sich um die Pflege der Musiktradition und des Musiklebens in Sachsen, die Förderung des musikalischen Nachwuchses oder die Entwicklung des zeitgenössischen Musikschaffens in Sachsen besondere Verdienste erworben haben. Benannt ist die Plakette nach Johann Walter (*1496 in Kahla, †1570 in Torgau). Der enge Freund Martin Luthers und dessen musikalischer Berater wirkte 1525 maßgeblich bei der Gestaltung der »Deutschen Messe« mit. Von 1526 bis 1548 leitete Johann Walter die Torgauer Stadtkantorei. Diese wurde zum Ur- und Vorbild des lutherischen Kantoreiwesens. 1548 in das Amt des Hofkapellmeisters nach Dresden berufen, gründete und leitete Johann Walter die Kurfürstliche Hofkantorei. Als lutherischer »Ur-Kantor« schuf er die Grundlage für die evangelische Kirchenmusik. Der Lehrer, Kantor, Dichter und Komponist Johann Walter hat einen historischen Beitrag für die Wende zur Neuzeit in Deutschland und Europa geleistet. 

Mit Steffen Schleiermacher und Thomaskantor Prof. Gotthold Schwarz werden im Jahr 2018 zwei Persönlichkeiten die Ehrung erhalten, die auf sehr unterschiedliche Weise die Musikkultur in Deutschland befördert haben.

Thomaskantor Prof. Gotthold Schwarz wird für seine jahrzehntelangen künstlerischen Verdienste als Exponent einer historisch informierten Aufführungspraxis, herausragender Sänger und Initiator zahlreicher und angesehener Vokal- und Instrumentalensembles in Sachsen die Johann Walter Plakette des Sächsischen Musikrates verliehen. Mit Gotthold Schwarz besitzt das Musikleben eine in Deutschland und international hoch angesehene Persönlichkeit. In seinem vielfältigen Wirken und seiner lebenslangen Verbundenheit zum Leipziger Thomanerchor hat er Wesentliches für die Pflege der Kirchenmusik und die Beständigkeit unserer Musikkultur bewirkt.

Steffen Schleiermacher wird für sein künstlerisches Wirken als Komponist, Pianist und Dirigent und die damit verbundenen Verdienste um die Musik des 20. und 21. Jahrhunderts und deren Vermittlung die Johann Walter Plakette des Sächsischen Musikrates verliehen.Mit Steffen Schleiermacher besitzt das Musikleben eine hoch angesehene Persönlichkeit, die im eigenen Schaffen und im Engagement für die zeitgenössische Musik national und international wesentliche Beiträge zur lebendigen Fortentwicklung unserer Musikkultur geleistet hat.

Der Präsident des Sächsischen Musikrates e.V., Prof. Dr. Christoph Krummacher wird die Auszeichnungen in einer öffentlichen Veranstaltung am Samstag, 15. September 2018, 15 Uhr in der Torgauer Schlosskapelle verleihen.

Allgemeines 07.09.2018 »Für Clara« – die 17. Schumann-Festwoche in Leipzig

Festival stimmt vom 8. bis 16. September auf den 200. Geburtstag von Clara Schumann ein

Christoph Prégardien, Ragna Schirmer und Bodecker & Neander stimmen vom 8. bis 16. September 2018 zur 17. Schumann-Festwoche in Leipzig auf den 200. Geburtstag von Clara Schumann ein. Dieser wird 2019 in der Geburts- und Wirkungsstadt der Künstlerin mit dem Festjahr »CLARA19«. gefeiert. Zur Schumann-Festwoche in diesem Jahr zeigt sich das Schumann-Haus zudem mit einem neuen Erscheinungsbild. Es ist ein Vorbote auf die Neugestaltung des Museums in der Inselstraße 18 zum Jubiläumsjahr 2019. Programmatisch verbindet das einwöchige Festival 2018 Claras eigene Werke mit Kompositionen ihres Mannes, die sie während ihrer einzigartigen Konzertkarriere berühmt gemacht hat, und Kammermusik ihrer Zeitgenossen. Das junge, international ausgezeichnete Rolston String Quartet aus Kanada eröffnet am 8. September die 17. Schumann-Festwoche im Leipziger Schumann-Haus. Am 16. September interpretiert der Tenor Christoph Prégardien zusammen mit dem Pianisten Daniel Heide Robert Schumanns Dichterliebe sowie Franz Schuberts Neun Lieder nach dem »Poetischen Tagebuch« des Dichters Ernst Schulze, die erst in den vergangenen Jahren ihre berechtigte Würdigung erhielten. Ein weiterer Höhepunkt ist das Konzert mit Ragna Schirmer am 15. September. Die Pianistin wird ein Originalkonzertprogramm von Clara Schumann aus dem Jahr 1872 spielen (u.a. mit Beethovens Sonate op. 53 »Waldstein« und Schumanns Kinderszenen op. 15). Einen elektrisierenden Abend, der alle Sinne anspricht, garantiert das Duo Bodecker & Neander am 14. September im Polnischen Institut (Markt 10). Mit ihrem »visual theater« zählen sie zu Deutschlands führenden Pantominenkünstlern. Die Geschichten in ihrem Stück »Opus 4« sind wie eine Partitur, die mit der unnachahmlichen poetischen Bildsprache und viel Magie auf die Bühne gebracht wird. Obwohl keine einzige Note erklingt, meint das Publikum ein ganzes Orchester gehört und gesehen zu haben. Erzählt wird von einem von Schluckauf geplagten Tenor, der seinen Auftritt dennoch mit Stil und Bravour meistert, einem Dirigenten, der auf vielsagende Art und Weise uneins mit den Musikern ist und von einer Musikunterrichtsstunde, die sich zum Albtraum entwickelt. Neugierige Zuhörer können sich am 11. September bei experimentellen Klangversuchen mit dem dem Ensemble Atonor Clara nähern. Lieder von Clara Schumann und Fanny Hensel wählten Bariton Tobias Berndt und Pianist Alexander Fleischer für ihren Abend am 12. September aus. Unter dem Titel: »Grün ist der Jasminstrauch« lesen am 13. September Astrid Höschel-Bellmann und Horst Damm aus dem Briefwechsel des Künstlerehepaares. Umrahmt wird die Veranstaltung von Stephan König am Klavier.

Im Leipziger Schumann-Haus verbrachten Clara und Robert Schumann die glücklichen ersten vier Ehejahre. Am 13. September 1840 bezogen die frisch Vermählten ihr erstes gemeinsames Domizil in einem aufstrebenden neuen Stadtteil, das sich zum Zentrum des Buchgewerbes entwickelte. Zahlreiche Verlage und Buchdruckereien siedelten sich hier an, darunter Breitkopf & Härtel und C. F. Peters sowie F. A. Brockhaus und Reclam. In der Inselstraße 18 begrüßte das Künstlerpaar regelmäßig berühmte Persönlichkeiten wie Felix Mendelssohn Bartholdy, Franz Liszt und Hector Berlioz. Hier komponierte Robert Schumann einige seiner bedeutenden Werke, beispielsweise den Liebesfrühling op. 37 zusammen mit Clara, die Frühlingssinfonie op. 38, die Dichterliebe op. 48 sowie sein Klavierquintett op. 44, das seine Frau im Gewandhaus uraufführte. Ab September 2019 wird sich das Schumann-Haus mit einem neuen Museumskonzept präsentieren, das in Zusammenarbeit mit Kuratorin und Clara Schumann-Expertin Dr. Beatrix Borchard entstand.

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