Kinder & Jugend 24.05.2016 Karneval der Tiere

Kinder musizieren und tanzen für Kinder

 

Der Karneval der Tiere ist eine große Zoologische Fantasie in der vierhändigen Fassung von Camille Saint-Saëns mit der Erzählung zum Bühnenwerk in einer künstlerisch dramaturgischen Musiktheaterproduktion der Dipl. Musikpädagogin & Pianistin Stephanie Dathe und einer Tanzchoreographie von Gundula Peuthert vom Tanzwerk Leipzig. Das Projekt entstand als Kooperationsprojekt der schola arssynerga, dem Zoo Leipzig und dem DTKV Sachsen e.V. anlässlich des Jubiläums 1000 Jahre Leipzig im vergangenen Jahr. Am ersten Ferienwochenende 2015 erlebte es seine Premiere vor ca. 2000 Besuchern innerhalb der Festlichkeiten um die Wiedereröffnung der Kongresshalle im Zoo Leipzig. Das Projekt ermöglicht sowohl Laufpublikum, Familien, Kindern und Besuchern aller sozialen Schichten, Herkunft und Religion teilzuhaben am kulturellen Erbe und sichert durch die Aufführungen im Zoo einen ganz besonderen Einstieg in die kreative und humorvolle Erlebniswelt mit den Mitteln von Musik und Tanz von Kindern und Jugendlichen für ein Publikum jeden Alters.

Es spielen junge Pianisten der »schola arssynerga« gemeinsam mit Gastschülern von verschiedenen Lehrkräften verschiedener Musikschulen und jungen Tänzern des Tanzwerk Leipzig. Die Idee zum »Karneval der Tiere« hatte Camille Saint-Saëns im Jahr 1886 anlässlich einer Aufführung im Freundeskreis. Ganz offensichtlich amüsierte es ihn, bekannte Melodien von Berufskollegen verfremdet auf eigene »tierische« Weise so darzustellen, dass sie wie liebevolle Anekdoten die der Musik oft aufgesetzte ehrfurchtsvolle Ernsthaftigkeit nehmen. Saint-Saëns ließ das Werk zu Lebzeiten allerdings nicht veröffentlichen. So wurde es erst postum im Jahr 1922 uraufgeführt und zog anschließend um die Welt. Die beiden beteiligten Schulen gestalten gemeinsam eine ganz eigene Reise durch die 14 kleinen Abenteuer mit Raubkatzen, Hühner und Hähnen, Wilden Eseln, Fossilien, Kängurus, tanzenden Schildkröten und einer Elefantendame, einem Schwan, Vögeln, einem Kuckuck im tiefen Wald sowie Persönlichkeiten mit langen Ohren. Allerlei Tierrufe und bekannte Melodien bekannter Komponisten machen die heiteren 45 Minuten der Aufführung zum Erlebnis für groß und klein. Die vierhändige Klavierversion stammt vom Komponisten selbst. Die Erzählung wird von Pauline Braune gestaltet. Der aufwendige Orchesterpart wird in einer eigens gemeinsam mit den Spielern entwickelten liebevollen improvisatorischen Version von Peter Kuhnsch mit klassischem Schlagzeug und Percussion ersetzt. So verbinden sich verschiedene künstlerische Handschriften in diesem Projekt.

Der musik- und bewegungspädagogische Ansatz ist dabei unverkennbar. Die Musik wird lebendig im Zusammenwirken der Akteure innerhalb der intermedialen Spielraumsituation die in der Erarbeitungsphase entsteht. Die jungen Tänzerinnen und Tänzer des Tanzwerk Leipzig unterstützen mit der Tanzperformance von Gundula Peuthert den parodistischen Ansatz von Camille Saint-Saëns, denn wie kaum ein anderes musikalisches Werk verbindet es kreative Phantasie, kindliche Wahrnehmung, Humor und ernsthafte Beobachtung in geradezu genialer Treffsicherheit mit der Tier- und Erlebniswelt des Zoologischen Garten in Leipzig. Durch die regelmäßige Mitwirkung in Projekten der Schüler der »schola arssynerga« entsteht im Ensemblespiel eine Gemeinschaft im Umgang mit Musik, die im hohen Maß sowohl für die ausführenden Schüler als auch Tänzer, aber auch für die Zuhörer und Zuschauer musikalisch - kulturell bildend ist. Gleichzeitig beschäftigen sich die jungen teilnehmenden Spieler und Tänzer vertiefend mit einem zentralen Komponisten der klassischen Klavier- und Orchesterliteratur und einem professionellen Werk, das unter normalen Umständen im Schulalltag, aber auch beim Freizeitmusizieren in dieser verdichteten und vertieften Form nicht annähernd so erarbeitet werden könnte wie in der Projektarbeit innerhalb dieser Musiktheaterproduktion. Ziel ist es gemeinsam mit dem Publikum unter dem Motto »Kinder musizieren und tanzen für Kinder« in Dialog zu treten. Nach erfolgten Aufführungen im Zoo Leipzig, wird das Projekt vorher und nachher während des gesamten Jahres in verschiedenen Modulen und Ausführungen durch Einrichtungen wie KiTas, soziokulturellen Einrichtungen und Schulen wandern und verspricht schon jetzt eine große nachhaltige Wirkung.

Der »Karneval der Tiere« von Camille Saint-Saëns zum Ferienauftakt im Zoo Leipzig am 25. und 26. Juni 2016, jeweils 14 Uhr und 16 Uhr. Öffentliche Generalproben finden jeweils 11 Uhr im Gründergarten statt.

www.arssynerga.de

Allgemeines 23.05.2016 Swingin’ SAXONIA

Bereits zum neunten Mal treffen sich Big Bands und Combos zum Internationalen BigBand-Festival Swingin’ SAXONIA am 25. und 26. Juni 2016 im Schützenhaus Hohenstein-Ernstthal.

 

Die Festivalidee besteht darin, sowohl jungen Musikern bzw. Bands, als auch der Vielzahl von Musikern, die bereits zu den reiferen Jahrgängen zählen, ein Podium zu bieten sowie Bühne und Prüfstein für ihre Leistung zu sein. Für solche »namenlosen« Formationen ist es in Deutschland leider oft nicht leicht, Auftrittsmöglichkeiten zu erlangen oder gar ihren Leistungsstand mit anderen Bands zu vergleichen. Dabei ist der Status »Amateur« überhaupt nicht gleichzusetzen mit »unprofessionell«, denn was von diesen Bands teilweise geboten wird, kann sich auf jeder Bühne sehen bzw. hören lassen. In diesem Jahr sind mit 10 teilnehmenden Big Bands und Combos erneut wieder über 170 Instrumentalisten live zu erleben. Alle teilnehmenden Bands spielen auch zum »Big-Band-Spektakel« am 25. Juni 2016 im Schützenhauses Hohenstein-Ernstthal ab 19 Uhr bis Mitternacht. Die Bestplatzierten des Festivals präsentieren dann noch einmal am 26. Juni 2016, 17 Uhr im Konzert der Preisträger. Karten zu den Veranstaltungen gibt es im Vorverkauf zu ermäßigten Preisen, auch als Kombiticket beim SAXONIADE e.V., Schulstr.7, 09337 Hohenstein-Ernstthal oder bei der Stadtinformation Hohenstein-Ernstthal.

Allgemeines 11.05.2016 Luft nach oben

Deutscher Evangelischer Posaunentag in Dresden

 

Unter dem Motto »Luft nach oben« findet vom 3. bis 5. Juni 2016 in Dresden der Zweite Deutsche Evangelische Posaunentag statt. 22.429 Teilnehmer – Bläserinnen und Bläser sowie mitreisende Posaunenchor-Enthusiasten – machen die drei Tage zum mit Abstand größten Posaunenchortreffen der Welt. Veranstalter ist der Evangelische Posaunendienst in Deutschland e.V., der Dachverband der 27 kirchlichen Posaunenwerke aus allen Regionen Deutschlands.

Als evangelisches Großereignis leitet der Posaunentag in Dresden zugleich die globalen Feierlichkeiten zu 500 Jahre Reformation ein. Margot Käßmann, EKD-Botschafterin für das Reformationsjubiläum 2017, hat die Schirmherrschaft über den Posaunentag übernommen.

Der Posaunentag ist eine Großveranstaltung für alle – insbesondere betrifft dies die Eröffnungsfeier (zeitgleich auf Altmarkt und Neumarkt) am 3. Juni, die abendliche Serenade am 4. Juni am Königsufer und der gegenüberliegenden Brühlschen Terrasse und den großen Abschlussgottesdienst im Stadion am 5. Juni, zum dem man kostenlose Eintrittskarten bestellen kann.

www.dept2016.de

Kinder & Jugend 10.05.2016 Dresdner Preisträger bei Orchesterwerkstatt Halberstadt

Unter den Preisträgern der 27. Orchesterwerkstatt Halberstadt sind zwei junge Komponisten aus Dresden, die beide der Komponistenklasse Dresden entstammen.

 

Für ihr Orchesterstück »Wie klingt wohl der Schnee« wurde die zwölfjährige Helene Scharfe ausgezeichnet. Sie teilt sich den mit 500 Euro dotierten Preis der Deutschen Orchester-Stiftung mit Finn Wiersig (geb. 1999) aus Magdeburg. Der 18-jährige Jan Arvid Prée, seit 2015 Dirigierstudent an der Hochschule für Musik Dresden, konnte die Jury mit seiner Komposition »moosgebettet, windumatmet« nach einem Text von Christian Morgenstern überzeugen und erhielt dafür den Preis des Kuratoriums Stadtkultur Halberstadt e.V., d.h. den Kompositionsauftrag für ein Orchesterstück, das im ersten Sinfoniekonzert des Nordharzer Städtebundtheaters in der kommenden Spielzeit uraufgeführt werden soll. Auch den Impuls-Preis, der eine Aufführung beim Impuls-Festival vorsieht, konnte sich Jan Arvid Prée mit seinem Orchesterstück sichern. Um eine Teilnahme an der 27. Orchesterwerkstatt Halberstadt hatten sich 11 junge Komponisten aus ganz Deutschland beworben. Von ihnen wurden sechs im Alter von 11 bis 19 Jahren ausgewählt und am ersten Maiwochenende nach Halberstadt eingeladen. An drei Werkstatttagen hatten sie die Gelegenheit, mit einem Profi-Orchester unter Leitung von Johannes Rieger zu arbeiten. Zur Jury gehörten Annette Schlünz, Martin Christoph Redel, Johannes Rieger und Hans Rotman.

Komponistenklasse Dresden

Wettbewerbe 09.05.2016 Über zwei Millionen Musiker. Eine Leidenschaft.

Die Spitze traf sich beim Deutschen Orchesterwettbewerb und sächsische Formationen entscheiden im zweiten Wettbewerbsteil vier von sechs Kategorien für sich

 

Der Deutsche Orchesterwettbewerb fand vom 30. April bis 8. Mai in Ulm statt. Auch im 30. Jahr seines Bestehens präsentiert sich der DOW wieder mit dem Who is Who der besten Amateurorchester. 4.500 Musizierende aus 115 Formationen qualifizierten sich in 15 Kategorien zum alles entscheidenden Finale. Der zweite Teil des Orchesterwettbewerbs stand dabei im Zeichen der sächsischen Teilnehmerinnen und Teilnehmer. 18 Orchester und Ensembles präsentierten sich in den sechs Kategorien mit hervorragenden Darbietungen im Wertungsspiel. Hier die jeweils Bestplazierten in ihrer Kategorie dieses Teils sowie die weiteren Teilnehmer aus Sachsen:

Kategorie Sinfonieorchester
Sinfonieorchester des KIT / Baden-Württemberg (24,6 Punkte)

Kategorie Jugendsinfonieorchester
Jugendsinfonieorchester der Musikschule Leipzig / Sachsen (25,0)

Kategorie Blechbläserensembles / Brass Bands
Sächsisches Blechbläser Consort / Sachsen (24,3)

Kategorie Zupforchester
Ensemble Roggenstein / Bayern (24,6)
Bundinstrumentenorchester des HSK Dresden / Sachsen (22,6)

Kategorie Big Bands
Unibigband Leipzig / Sachsen (24,4)

Kategorie Offene Besetzungen
Jugendmusiziergruppe »Michael Praetorius« / Sachsen (24,0)
Schlagzeugensemble Markkleeberg / Sachen (21,8)

Die weiteren Ergebnisse der beiden sächsischen Ensembles aus dem ersten Wettbewerbsteil, der bereits am 3. Mai endete:

Kategorie Blasorchester
Bläserphilharmonie Thum (21,0)

Kategorie Jugendgitarrenensemble
Gitarrenorchester »Iuventa musica« Hoyerswerda (21,4)

Der Sächsische Musikrat gratuliert den Musikerinnen und Musikern aller Ensembles sehr herzlich zu ihren Leistungen! Vielen Dank für Ihr Engagement und allen Organisatoren und Förderern, darunter der Kulturstiftung des Freistaates Sachsen, ein ebenso herzlicher Dank!

Deutscher Orchesterwettbewerb

Wettbewerbe 07.05.2016 Horn und Tuba stehen im Mittelpunkt ...

... des 51. Internationalen Instrumentalwettbewerbes Markneukirchen.

 

Vom 19. bis 28. Mai 2016 lädt die Musikstadt erneut junge Musiker aus aller Welt ein, über vier Wettbewerbsrunden ihr herausragendes Können zu zeigen und sich der Bewertung durch namhafte Juroren aus dem In- und Ausland zu stellen.

Neben den vier Wettbewerbsrunden in beiden Fächern, die allen Interessierten offen stehen, können die Besucher abwechslungsreiche Rahmenveranstaltungen erleben. Eröffnet wird der Wettbewerb mit einem Konzert des Sinfonieorchesters Markneukirchen am Freitag, den 20. Mai 2016. Solistin des Abends wird die 27-jährige Klarinettistin Bettina Aust sein. Sie begeisterte als 1. Preisträgerin des Internationalen Instrumentalwettbewerbes Markneukirchen 2014 und kehrt nun mit dem Klarinettenkonzert von Wolfgang Amadeus Mozart an den Ort ihres Erfolges zurück. Auf dem Programm des Abends stehen außerdem die Ouvertüre zur »Zauberflöte« von Wolfgang Amadeus Mozart sowie Dvořáks 8. Sinfonie. Das Blasorchester Markneukirchen, ebenfalls ein Laienorchester mit zahlreichen Musikinstrumentenbauern in seinen Reihen, gibt am 24. Mai 2016 ein Konzert unter dem Motto »Vive la France« mit Ausschnitten aus »Les Miserables«, dem »Gendarmen von San Tropez« und einer Auswahl der schönsten Chansons in Originalsprache. Gesangssolistin ist Lilly Menzel aus Markneukirchen. Glanzvoller Höhepunkt und Abschluss des Wettbewerbes wird auch 2016 wieder das Preisträgerkonzert mit den Bestplatzierten des Wettbewerbes in den Fächern Horn und Tuba am Samstag, dem 28. Mai 2016, 19.00 Uhr in der Musikhalle Markneukirchen sein. Die beiden Bestplatzierten werden mit dem Hornkonzert von Jiří Pauer bzw. dem Tubakonzert von Alexander Arutiunian zu erleben sein. Beide Werke stehen auch in den Finalrunden am 26. Mai (Tuba) und am 27. Mai (Horn) auf dem Programm. Die Begleitung wird vom Philharmonischen Orchester Plauen-Zwickau unter der Leitung von GMD Lutz de Veer übernommen. Die weiteren Preisträger stellen im Preisträgerkonzert ihr Können noch einmal mit den herausragendsten Interpretationen aus ihrem Wettbewerbsprogramm unter Beweis. Während der Wettbewerbstage wird es in den Instrumentenbau-Werkstätten, bei Ausstellungen und einem Fachgespräch auch wieder verschiedenste Möglichkeiten geben, sich dem Thema Instrumentenbau zu nähern. Dabei wird die rund 350-jährige Handwerkstradition, die erst im Dezember 2014 in die Liste des immateriellen Kulturerbes in Deutschland aufgenommen wurde, für jedermann greifbar.

Der zweifache Markneukirchener Preisträger im Fach Tuba, Roland Szentpali aus Ungarn wird am Montag, den 23. Mai, 18.00 Uhr in der Musikhalle Markneukirchen einen Vortrag zur Entwicklung vom Serpent zur modernen Tuba halten und dabei auch gleich passende Musikbespiele vortragen. Den Saxophonen im deutschsprachigen Raum widmet sich eine Sonderausstellung des Musikinstrumenten-Museums Markneukirchen, die zur Museumsnacht am Samstag, den 21. Mai 2016, 19.00 Uhr eröffnet wird.

www.markneukirchen.de

Personalia 06.05.2016 Herbert Blomstedt wird Ehrendirigent der Sächsischen Staatskapelle Dresden

Damit würdigt sie die singulären Verdienste Blomstedts um das Orchester. Herbert Blomstedt ist nach Sir Colin Davis erst der zweite Dirigent, dem dieser Ehrentitel zu Teil wird.

 

Die erste Zusammenarbeit zwischen Herbert Blomstedt und der Sächsischen Staatskapelle Dresden fiel in das Jahr 1969. Blomstedt hatte sich nach eigenem Bekunden schon als Jugendlicher in den Klang der Staatskapelle verliebt, als er erste Aufnahmen des Orchesters mit Hilfe eines kleinen Rundfunkempfängers in seiner schwedischen Heimat zu Gehör bekam. Die Zusammenarbeit gestaltete sich von Anfang an überaus glücklich, schon sechs Jahre nach seinem Debüt erkor die Staatskapelle Herbert Blomstedt – gegen den Willen der Parteioberen – zu ihrem Chefdirigenten. Diese Position hielt er bis zum Jahr 1985, kehrte aber auch danach immer wieder ans Kapellpult zurück. Bis heute hat er mehr als 300 Konzerte der Staatskapelle dirigiert, gut 150 Schallplatten und CDs hat das Orchester gemeinsam mit ihm eingespielt. Auch die erste Amerika-Tournee der Staatskapelle fand unter seiner Leitung statt.  In seiner Laudatio charakterisiert Bernward Gruner, Orchestervorstand und seit 1979 als Cellist Mitglied der Staatskapelle, Herbert Blomstedt wie folgt: »In großer Gründlichkeit, mit überschäumender Liebe zur Musik und stets sehr achtungsvoll im Umgang mit den Musikern und dem Publikum gingen Sie zu Werke. Sie setzten künstlerisch und menschlich Maßstäbe, die unter keinen Umständen unterschritten werden konnten.« In einer ersten Reaktion äußerte sich Herbert Blomstedt über die Ernennung: »Die Begegnung mit der Staatskapelle Dresden war vielleicht der größte Glücksfall in meinem Leben. Ich habe damals lange gezögert, bis ich die Chefposition in Dresden – in der ehemaligen DDR – angenommen habe. Aber in der Zusammenarbeit mit den Kapellmusikern bin ich zu einem anderen Musiker geworden. Man kann sogar sagen, dass ich die Grundlagen meines heutigen Musizierens in Dresden gelernt habe. In Gesprächen komme ich deshalb heute immer wieder auf diese wichtige und schöne Zeit mit der Kapelle zurück. Die jetzige Ernennung zum Ehrendirigenten berührt mich sehr. Ich empfinde sie auch als eine Bestätigung dafür, dass meine damalige Entscheidung die richtige gewesen ist.«

Die offizielle Ernennung zum Ehrendirigenten im Rahmen des 10. Symphoniekonzerts der Staatskapelle Dresden am 5. Mai 2016 in der Semperoper statt. In diesem Konzert wird Herbert Blomstedt die siebte Symphonie von Ludwig van Beethoven sowie das Klavierkonzert von Max Reger dirigieren, mit dessen Aufführung die Staatskapelle zugleich an den 100. Todestag von Max Reger erinnert. Solist ist Peter Serkin, der Sohn des legendären Pianisten Rudolf Serkin, der sich unter anderem gemeinsam mit dem ehemaligen Dresdner GMD Fritz Busch nachhaltig für Regers Oeuvre eingesetzt hat.

Kulturpolitik 29.04.2016 AGHET im Festspielhaus trotz Empörung aus der Türkei

Intendant Dieter Jaenicke zur Diskussion um das Konzertprojekt »aghet – ağıt« der Dresdner Sinfoniker

 

»HELLERAU – Europäisches Zentrum der Künste Dresden« hat in den vergangenen Jahren die Trilogie über die Kulturen Anatoliens und der Kaukasus-Region von Marc Sinan, Markus Rindt und den Dresdner Sinfonikern koproduziert und im Festspielhaus vorgestellt.

Das Konzertprojekt aghet – ağıt, das am kommenden Samstag in HELLERAU aufgeführt wird, ist nach Hasretim und Dede Korkut der letzte und folgerichtige Teil dieser Trilogie. Das Stück setzt sich mit dem Genozid am armenischen Volk am Beginn des vergangenen Jahrhunderts auseinander. Wir erleben derzeit, was passiert, wenn man jemandem wie Erdoğan, der provozierend offensichtlich jeglichen Respekt vor fundamentalen Freiheiten der Menschenrechte ablehnt, den kleinen Finger reicht. Dabei ist das, was die Bundesregierung Erdogan angeboten hat, mit dem Bild des kleinen Fingers sehr untertrieben beschrieben. Mich persönlich überrascht die Reaktion der türkischen Regierung zu aghet – ağıt überhaupt nicht. Sie ist konsequent: erst die Presse, dann die Satire, jetzt Kunst und Musik. Die Anmaßung ist komplett und bedarf klarer Worte der Bundesregierung und der EU. Wir werden uns davon keineswegs einschüchtern lassen, Genozid weiter Genozid nennen und historisch belegte Verbrechen gegen die Menschlichkeit als solche bezeichnen, seien sie von Deutschen, von Türken oder von wem auch immer zu verantworten. Wir stehen selbstverständlich an der Seite von Marc Sinan, Markus Rindt und den Dresdner Sinfonikern, mit denen wir weiterhin kooperieren und koproduzieren werden. Es ist Aufgabe der Bundesregierung sicher zu stellen, dass für die involvierten Künstler in dem Projekt keine persönliche Bedrohung entstehen kann.

Dieter Jaenicke

Wettbewerbe 25.04.2016 Von fremden Ländern und Menschen

Die Gewinner des bundesweiten Jugend-Kompositionswettbewerbs stehen fest!

 

Die Gewinner des bundesweiten Jugend-Kompositionswettbewerbs »Von fremden Ländern und Menschen – Neue musikalische Szenen für Klavier« stehen fest! Eingegangen waren 33 Klavierstücke von acht- bis 20-jährigen Teilnehmern aus zehn Bundesländern.

Sowohl qualitativ als auch quantitativ am stärksten vertreten waren die Altersgruppen zwischen neun und 14 Jahren. Die Jury des vom Sächsischen Vocalensemble e.V. gemeinsam mit der Komponistenklasse Dresden ausgerufenen Wettbewerbs wählte aus den in anonymisierter Form eingereichten Partituren die überzeugendsten Kompositionen aus und kürte zwölf Preisträgerstücke: »Farewell« von Maria Duenas (aus Dresden, geb. 2002), »Pisici« von Carl Fantana (aus Dresden, geb. 2005), »Der Wüterich« von Karl Frenzel (aus Rietz-Neuendorf, geb. 1996), »Vom Tanzbär der sein‘ Schuh verlor« von Maleah Gilbert (aus Dresden, geb. 2006), »Hase und Igel« von Mara Heyne (aus Dresden, geb. 2004), »4 kleine Kaninchen: Montags« von Hannah Katterfeld (aus Dresden, geb. 2005), »Auf der Suche” von Matilda Kruse (aus Berlin, geb. 2004), »Waldgeheimnis« von Béla Noll (aus Geroldshausen, geb. 2007), »Le Lapin” von Frida Ponizil (aus Dresden, geb. 2006), »Safari” von Helene Scharfe (aus Dresden, geb. 2003), »Stimmungen” von Fritz Werner (aus Schwerin, geb. 2004) und »Winterpanorama« von Vinzent Zschuppe (aus Weinböhla, geb. 2001). Alle Preisträger sind zu Generalprobe und Preisträgerkonzert am 8. Juni im Carl-Maria-von-Weber-Museum Dresden eingeladen und erhalten einen Tonmitschnitt. Die Pianistin Kerstin Loeper wird die preisgekrönten Stücke zum Auftakt der diesjährigen Robert-Schumann-Ehrung im Rahmen der Vernissage zur Ausstellung »Robert und Clara Schumann im internationalen Kinder- und Jugendbuch« uraufführen.

Die 7. Robert-Schumann-Ehrung des Sächsischen Vocalensembles e.V. findet vom 8. bis 12. Juni 2016 statt und steht unter dem Motto »Robert Schumann - Weltliches und Geistliches«.

Robert-Schumann-Fest

Preise & Stipendien 21.04.2016 Mozartpreis 2016

Peter Rösel erhält den diesjährigen Mozartpreis

 

Der Dresdner Pianist Prof. Peter Rösel erhält den Mozartpreis 2016 der Sächsischen Mozart-Gesellschaft e.V. Damit würdigt die Sächsische Mozart-Gesellschaft e.V. das herausragende Schaffen des Pianisten, das sich durch eine kontinuierliche, kompetente und intensive Pflege der Klavierwerke von Wolfgang Amadé Mozart auszeichnet.

Franz Streuber, Vorstand der Sächsischen Mozart-Gesellschaft e.V.: »Mehrfach war Peter Rösel mit Solorecitals und kammermusikalischen Programmen Gast der Sächsischen Mozart-Gesellschaft e.V. Peter Rösel prägte und prägt Interpretationen als Vorbild und Inspiration für Generationen von Pianisten und Schülern. Wir würdigen Peter Rösels besondere menschliche Wärme, Kollegialität und seine Verbundenheit in seinen sächsischen Wurzeln und zugleich seine ihm eigene Weltoffenheit und jugendlich bewahrte Ausstrahlungskraft.« Die Verleihung des Mozartpreises 2016 findet im Rahmen des Eröffnungskonzerts des Sächsischen Mozartfestes am 13. Mai 2016 in der Kreuzkirche Chemnitz statt, die Laudatio wird der Dirigent Prof. Ekkehard Klemm halten. Peter Rösel konzertiert beim Sächsischen Mozartfest 2016 am 27. Mai bei der Langen Klaviernacht. »Die Zusammenführung seines Recitals innerhalb der Langen Klaviernacht gemeinsam mit jungen Nachwuchspianisten aus Chemnitz und aus Tschechien kann nicht beispielhafter für sein nachhaltiges und vermittelndes Wirken sein, unser Festivalmotto Genius und Generationen in besonderer Weise erfüllend«, so Franz Streuber.

Peter Rösel, 1945 in Dresden als Sohn eines Dirigenten und einer Sängerin geboren, erhielt mit sechs Jahren seinen ersten Klavierunterricht. Am Moskauer Tschaikowski-Konservatorium absolvierte er ein fünfjähriges Studium bei Dmitri Baschkirow und Lew Oborin. In dieser Zeit wurde er nicht nur als erster Deutscher Preisträger des Tschaikowski-Wettbewerbes Moskau und des Klavierwettbewerbes Montreal, sondern begann auch eine internationale Karriere, die ihn bis heute in die Musikzentren aller Kontinente führt. Von Peter Rösel liegen zahlreiche Einspielungen auf CD vor, so u.a. die Klavierkonzerte von Weber, Schumann, Beethoven und Rachmaninow. Aufnahmen vom Soloklavierwerk von Johannes Brahms bis hin zur Kammermusik in verschiedensten Kombinationen vervollständigen das weitgezogene künstlerische Spektrum des Pianisten, der zu den renommiertesten Vertretern seiner Generation zählt. Rösel erhielt zahlreiche Auszeichnungen, so u. a. den Kunstpreis der Landeshauptstadt Dresden 2009. Er ist Professor an der Hochschule für Musik Carl Maria von Weber Dresden und Ordentliches Mitglied der Sächsischen Akademie der Künste.

Der Mozartpreis der Sächsischen Mozart-Gesellschaft e.V. wird jährlich verliehen für herausragende interpretatorische Leistungen bei der musikalischen und / oder szenischen Wiedergabe von Werken Wolfgang Amadé Mozarts, innovative Lösungsansätze bei der Interpretation seiner Werke, herausragende wissenschaftliche und / oder publizistische Arbeiten betreffs der Erforschung seines Lebens und Werkes, herausragenden Einsatz bei der Verbreitung und Erklärung seines Werkes, oder ein musikalisches Lebenswerk, das in enger Beziehung zur Musik Mozarts steht. Zu den bisherigen Mozartpreisträgern zählen u.a. Peter Schreier, Christine Schornsheim und Midori Seiler.

Sächsische Mozart-Gesellschaft e.V.

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