Preise & Stipendien 31.08.2016 Walter Plakette an Dr. Irmgard Krauthoff und Gerhard Schöne

Der Sächsische Musikrat e.V. vergibt am 10. September 2016 zum achten Mal die Johann Walter Plakette.

 

Der lebendige Reichtum sächsischer Musikkultur, die für viele Menschen zum inneren Besitz gehört, ist wesentlich der Hingabe musikbegeisterter Menschen an die Kunstausübung zu danken. In der Überzeugung, dass allein die aktive Musikpflege die Zukunft unserer Musikkultur gewährleistet, hat der Sächsische Musikrat die Johann Walter Plakette gestiftet, um mit ihrer Verleihung aller zwei Jahre auf beispielhafte Leistungen im Musikleben unseres Landes aufmerksam zu machen. Die Vergabe erfolgt an zwei Persönlichkeiten, die sich um die Pflege der Musiktradition und des Musiklebens in Sachsen, die Förderung des musikalischen Nachwuchses oder die Entwicklung des zeitgenössischen Musikschaffens in Sachsen besondere Verdienste erworben haben. Benannt ist die Plakette nach Johann Walter (*1496 in Kahla, †1570 in Torgau). Der enge Freund Martin Luthers und dessen musikalischer Berater wirkte 1525 maßgeblich bei der Gestaltung der »Deutschen Messe« mit. Von 1526 bis 1548 leitete Johann Walter die Torgauer Stadtkantorei. Diese wurde zum Ur- und Vorbild des lutherischen Kantoreiwesens. 1548 in das Amt des Hofkapellmeisters nach Dresden berufen, gründete und leitete Johann Walter die Kurfürstliche Hofkantorei. Als lutherischer »Ur-Kantor« schuf er die Grundlage für die evangelische Kirchenmusik. Der Lehrer, Kantor, Dichter und Komponist Johann Walter hat einen historischen Beitrag für die Wende zur Neuzeit in Deutschland und Europa geleistet.

Mit Dr. Irmgard Krauthoff und Gerhard Schöne werden im Jahr 2016 zwei Persönlichkeiten die Ehrung erhalten, die auf sehr unterschiedliche Weise das Singen vorbildlich mit befördert haben.

Gerhard Schöne wird für sein künstlerisches Lebenswerk als Liedermacher, seine Popularisierung von Kinderliedern sowie sein in christlicher Überzeugung gegründetes gesellschaftliches Engagement die Johann Walter Plakette des Sächsischen Musikrates verliehen. Mit Gerhard Schöne verfügt das deutsche Musikleben über eine hoch angesehene Persönlichkeit, die sich um die Pflege des Singens im Kindesalter verdient gemacht hat und stets aktiv die kritische Auseinandersetzung mit gesellschaftspolitischen Entwicklungen gesucht hat.

Dr. Irmgard Krauthoff wird für ihre nachhaltigen Verdienste um die Ausbildung von Musikpädagogen und als Mitherausgeberin einer Vielzahl von Schulbüchern, Lehrplänen und Fachzeitschriften für den Musikunterricht in der Grundschule die Johann Walter Plakette des Sächsischen Musikrates verliehen. Dr. Irmgard Krauthoff hat sich lebenslang als Impulsgeberin für die Pflege des vokalen Musizierens im Kindergarten und in der Grundschule einen Namen gemacht.

Die Vizepräsidentin des Sächsischen Musikrates e.V., Aline Fiedler, MdL wird die Auszeichnungen in einer öffentlichen Veranstaltung am Samstag, 10. September 2016 um 11 Uhr in der Torgauer Schlosskapelle verleihen. Der mdr Kinderchor wird diese Veranstaltung musikalisch begleiten – einige Titel auch gemeinsamen mit dem Liedermacher Gerhard Schöne.

Landesmusikakademie 30.08.2016 Yume 夢 Träume

Eröffnung der 11. Ausstellung »Malende Musiker – Musizierende Maler« in der Landesmusikakademie Sachsen auf Schloss Colditz

 

Am kommenden Sonntag, dem 4. September wird der in Japan geborene und in Dresden lebende Maler, Grafiker und Musiker Yasushi Iwai mit seiner Ausstellung »Yume 夢 Träume« ein neues Genre in die Landesmusikakademie bringen: den Tanz. Seine dem gegenständlichen Stil zuzuordnenden Arbeiten sind Portraits und Körperstudien von Tänzerinnen und Tänzern. Im Rahmen der Vernissage (17 Uhr) wird der Künstler auch selbst am Cembalo musizierend zu erleben sein. Als studierter Kirchenmusiker ist er gleichermaßen malender Musiker, wie er als freischaffender Maler auch malender Musiker ist.

Kunst-, Tanz- und Musikinteressierte sind herzlich eingeladen – der Eintritt ist frei.

Es ist die nunmehr 11. Folge der Reihe »Malende Musiker – Musizierende Maler«. Die klare, sachliche Architektur des umgebauten Marstallgebäudes des Colditzer Schlosses – der Sitz der Landesmusikakademie Sachsen – lädt nicht nur zum Musizieren, sondern auch zur Präsentation von Bildender Kunst ein. Mit der Ausstellungsreihe »Malende Musiker – Musizierende Maler« wird eine Brücke zwischen Musik und Malerei geschlagen – beide Künste können einander wunderbar bereichern und gegenseitig fortführen. Die im Jahr 2011 in der Landesmusikakademie Sachsen Schloss Colditz ins Leben gerufene Ausstellungsreihe »Malende Musiker – Musizierende Maler« nimmt diese Doppelbegabungen in den Blick.

Kulturpolitik 29.08.2016 Interkultur statt Sachsentümelei

Die Interessengemeinschaft (IG) Landeskulturverbände Sachsen zum Antrag der AfD-Fraktion im Sächsischen Landtag für den 31.08.2016 »Von Sachsen – für Sachsen – in Sachsen – Konzept für ein sachsenweites Konzertprojekt im ländlichen Raum«

 

Die Landtagsfraktion der AfD hat für die 39. Plenarsitzung des Sächsischen Landtages den Antrag »Von-Sachsen – für Sachsen –in Sachsen - Konzept für ein sachsenweites Konzertprojekt im ländlichen Raum« eingebracht, indem sie sich für eine Konzertreihe sächsischer Musiker ausspricht.

Die IG Landeskulturverbände begrüßt es, dass sich die Landtagsfraktion der AfD mit der Kulturpolitik in den ländlichen Räumen Sachsens auseinandersetzt. Einigkeit besteht in der Annahme, dass der Ausbau einer kulturellen Infrastruktur zur Steigerung der Attraktivität des ländlichen Raums beiträgt. Aus Sicht der IG Landeskulturverbände ist dieses Ziel allerdings nicht mit einer staatlichen Konzertreihe einzulösen. Vielmehr plädieren die Vertreter der Sparten dafür, sich tatsächlich für eine Stärkung der Infrastruktur in den ländlichen Räumen auszusprechen, um so eine nachhaltige und in den Regionen verankerte Kulturförderung zu ermöglichen. Dazu gehören eine gesicherte Ausstattung bereits existierender, leistungsfähiger Institutionen genauso wie die Erprobung neuer Ansätze in der Kulturvermittlung oder von Kulturformaten sowie ein Eintreten für eine verbesserte Erreichbarkeit der Kultureinrichtungen durch einen Ausbau der öffentlichen Verkehrsmittel. Die IG Landeskulturverbände sieht den ländlichen Raum im Vergleich zu den großen Städten Sachsens zudem eher benachteiligt im Ansatz interkultureller sowie internationaler Formate als im konzertanten Musikbereich.

Fraglich in besagtem Antrag der AFD-Fraktion bleibt weiterhin die Forderung, Konzerte vorwiegend mit »sächsischen Musikern« und »Mitgliedern der sächsischen Orchester« durchzuführen. Welchen qualitativen Zugewinn die sächsische Herkunft der betreffenden Musiker verspricht, bleibt dabei genauso fraglich, wie die Definition desselben. Soll ein »sächsischer Musiker« hier geboren sein oder genügt eine Anstellung bei einem sächsischen Orchester? Gerade im Kulturbereich findet seit Jahrhunderten durch weltweiten Austausch eine ständige Befruchtung und Weiterentwicklung der Künste statt. Auch sächsische Künstler haben in Vergangenheit und Gegenwart intensiv von Ihren kulturellen Botschaftern im Ausland profitiert. Die IG Landeskulturverbände wird den Antrag der AFD - Fraktion fachlich nicht unterstützen. »Statt subtil geäußerter Sachsentümelei sollten wir für ein weltoffenes und tolerantes Sachsen eintreten und auch in der Kulturförderung die richtigen Signale setzen.« so der Sprecher der IG Landeskulturverbände Torsten Tannenberg.

IG Landeskulturverbände
• Filmverband Sachsen e. V., Landesverband Amateurtheater Sachsen e. V., Landesverband Bildende Kunst Sachsen e.V.,
• Landesverband der Freien Theater in Sachsen e.V., Landesverband der Kultur- und Kreativwirtschaft Sachsen e.V.,
• Landesverband Sachsen im Deutschen Bibliotheksverband e. V., Landesverband Soziokultur Sachsen e. V.,
• Sächsischer Kinder- und Jugend¬filmdienst e. V., Sächsischer Literaturrat e. V.,
• Sächsischer Museumsbund e.V., Sächsischer Musikrat e. V.
• Kreatives Sachsen. Landesverband der Kultur- und Kreativwirtschaft e.V.

Kulturpolitik 29.08.2016 CETA & TTIP – ein kulturpolitischer Sündenfall!

Kulturrat fordert die Bundesregierung auf, keinen Kuhhandel auf unsere Kosten zu veranstalten

 

Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel sagte am Wochenende, TTIP, das Freihandelsabkommen mit den USA, sei »de facto gescheitert«. Das lässt Hoffnung schöpfen, dass TTIP vielleicht doch nicht gegen den Willen großer Teile der Bevölkerung durchgeboxt wird. Gabriel beklagte aber, dass CETA, das Freihandelsabkommen mit Kanada, oft mit dem TTIP-Abkommen verwechselt werde und deshalb auch abgelehnt würde. Diese Aussage ist falsch, CETA wird nicht deshalb abgelehnt, weil es mit TTIP verwechselt wird, sondern weil es ein schlechtes Abkommen ist, das nicht nur dem Kulturbereich, sollte es ratifiziert werden, massiven Schaden zufügen würde.

In einem wesentlichen Punkt unterscheiden sich TTIP und CETA von bisherigen internationalen Handelsabkommen. Wurde bislang festgelegt, in welchen Bereichen eine Liberalisierung vorgesehen ist, also eine Positivliste erstellt, wird nun nach dem Negativlistenprinzip gearbeitet. Das heißt, dass zunächst alle Bereiche von der Liberalisierung erfasst werden, es sei denn, sie sind auf einer Negativliste verzeichnet, also ausgenommen. Die EU-Kommission betont stets, dass der Wechsel von Positiv- zu Negativlisten rein technischer Natur ist und keinen Einfluss auf das Schutzniveau hat. Der Kulturbereich ist ein Beispiel dafür, dass dies nicht stimmt. Bei Positivlistenverhandlungen müssen die Kulturbereiche, die mitverhandelt werden, dezidiert genannt werden. Bei Negativlistenverhandlungen, also CETA und auch TTIP, sind alle Kulturbereiche automatisch Verhandlungsgegenstand, außer sie werden rechtssicher ausgenommen, was schon deshalb sehr schwer ist, weil der dynamische Kulturbereich sich einfachen Definitionen regelmäßig entzieht. Aber ohne eine klare Abgrenzung der Ausnahmebereiche ist eine rechtssichere Herausnahme aus den Verträgen nicht möglich. CETA ist deshalb ein kulturpolitischer Sündenfall - mit letztlich unkalkulierbaren Auswirkungen für den Kulturbereich in der Zukunft. So unterwirft die EU die Kultur grundsätzlich dem CETA-Abkommen und nimmt nur die audiovisuellen Dienstleistungen mit Blick auf den Marktzugang und die Inländerbehandlung aus. Vom Investitionskapitel sind audiovisuelle Dienstleistungen nicht ausgenommen. Demgegenüber nimmt Kanada die gesamte Kulturwirtschaft von den Regelungen zum Marktzugang und zur Inländerbehandlung aus. Weiter besteht nach wie vor eine Klarstellungslücke, ob die Bundesländer weiterhin eine umfassende Regulierungshoheit für den Rundfunk, öffentlich-rechtlich und privat, haben. Ebenso wird die Filmwirtschaft von der EU nicht umfänglich geschützt. Darüber hinaus wird im Investitionskapitel nicht ausreichend ausgeführt, dass kulturpolitische Regeln von Ländern und Gemeinden keine Beschränkung des Marktzugangsrechts darstellen. Selbst der marktliberale ehemalige kanadische Premier Stephen Harper hat in den CETA-Vertrag mehr Schutzräume für die kanadische Kulturwirtschaft hinein verhandelt, als die EU-Kommission für die europäische Kulturwirtschaft. Die EU-Kommission hat die europäische Kulturwirtschaft bei den Verhandlungen einfach im Stich gelassen.

Der Geschäftsführer des Deutschen Kulturrates, Olaf Zimmermann, sagte: »Wir fordern die Bundesregierung auf, keinen Kuhhandel auf unsere Kosten zu veranstalten und TTIP erst einmal für eine Zeit in der Versenkung verschwinden zu lassen, um schnell CETA ratifizieren zu können. CETA ist wie TTIP ein kulturpolitischer Sündenfall. Beide Abkommen gefährden Demokratie und Rechtsstaat, schleifen nationale wie internationale Standards zum Schutz von Mensch, Umwelt, Arbeit und Kultur. Sie bringen uns noch weiter weg von einer gerechten Weltwirtschaftsordnung, als wir sowieso schon sind. Wir werden deshalb am 17. September in Berlin, Frankfurt/Main, Hamburg, Köln, Leipzig, München und Stuttgart mit den Freunden aus den Umwelt-, Entwicklungs- und Sozialverbänden, den Gewerkschaften, kirchlichen Organisationen und den vielen anderen Unterstützern gemeinsam auf die Straße gehen, um dieses schlechte CETA und TTIP zu verhindern.«

Allgemeines 19.08.2016 Weltliches und Geistliches

Das Bachfest Dresden erschafft ab dem 23. September einen bunten Kosmos

 

Dresden – blühende Kulturmetropole an der Elbe – wird nicht automatisch mit dem Schaffen von Johann Sebastian Bach assoziiert. Die Stadt Leipzig, als langjähriger Wirkungsort des Thomaskantors und Ausrichter des alljährlichen Bachfestes, steht viel stärker im Fokus der internationalen Bachliebhaber. Doch auch Dresden kann auf historisch belegte Aktivitäten und Konzerte des Meisters verweisen, bemühte er sich doch hier lange um den formalen Titel eines Königlichen Hofkompositeurs und übereignete dem sächsischen Hof verschiedene Kompositionen.

Gleich das Auftakt-Konzert am Vorabend des Bachfestes in der Semperoper nimmt darauf Bezug. Die Staatskapelle Dresden vereint im Sonderkonzert anlässlich ihres Gründungstages eine Orchestersuite von Bach mit Werken späterer Hofkapellmeister wie Johann Gottlieb Naumann und Sofia Gubaidulina. Mit Dresden wird auch die h-Moll-Messe verbunden, die der Kreuzchor anlässlich seines 800jährigen Jubiläums zum Bachfest in der Kreuzkirche aufführt. Bach spielte auch an der Silbermannorgel der einstigen Frauenkirche. Das Haus widmet dem Komponisten inzwischen jährliche Bachtage und bringt diese 2016 in das Programm des Bachfestes ein. Neben einem Orgelkonzert, Orgelandachten und Geistlichen Sonntagsmusiken sind in der Frauenkirche fünf hochkarätige Konzerte zu erleben! Das offizielle Eröffnungskonzert gestalten am 24.9. die Dresdner Barocksolisten unter Leitung von Helmut Branny und zum Ausklang interpretieren die Ensembles der Frauenkirche unter Leitung von Frauenkirchenkantor Matthias Grünert Bachs »Festmusiken für das kurfürstliche sächsische Haus«. Lebendig aber erhielt sein Oeuvre vor allem die alltägliche Musikpraxis in den Gemeinden. Einblicke darin kann man - über das Stadtgebiet verteilt – zum Bachfest in verschiedenen Kirchen gewinnen. So finden in der Diakonissenkirche und der Versöhnungskirche klassische Kantatengottesdienste statt, in der Auferstehungskirche gibt es ein ganztägiges Gemeindefest mit Bachmusik, in der Kreuzkirche wird zu Vesper und Orgelkonzerten mit Kreuzorganist Holger Gehring geladen und in der Dreikönigskirche können sich Sangesfreudige begleitet von Mitgliedern der Sinfonietta Dresden für Proben und Aufführung einer »Bachkantate zum Mitsingen« treffen. Namhafte Interpreten der Stadt aber nehmen sich auch eher selten erklingender Bachkompositionen an. So bringt Cappella Sagittariana Dresden in der akustisch reizvollen Annenkirche »Drei Lutherische Messen« zu Gehör und die Dresdner Philharmonie steuert unter Leitung des Spezialisten für Alte Musik Konrad Junghänel »Bachs Lutherische Messe F-Dur und ihre Ursprungskantaten« bei.

Bach gilt nachfolgenden Generationen und bis heute auch immer als Maßstab für neue kompositorische Bezüge und Ideen. Und so finden sich auch viele romantische und zeitgenössische Kompositionen sowie Uraufführungen im umfangreichen Programm. Die traditionsreiche Singakademie Dresden bringt zum Beispiel in der Kreuzkirche in großer Besetzung mit Soli, Chor und Orchester unter dem Titel »Lobgesänge« Kompositionen von Bartholdy und Strawinsky sowie eine Uraufführung ihres Leiters Ekkehard Klemm zu Gehör. Auch die Hochschule für Kirchenmusik kontrastiert bei ihrem Konzert in der Versöhnungskirche Bach und Reger mit zwei Uraufführungen. Die Hochschule für Musik »Carl Maria von Weber« konzipierte für das Bachfest in ihrem neuen Konzertsaal gleich eine kleine Veranstaltungsreihe: »Bäume, Misteln und Töne« stellt mit dem Sinfonieorchester der Hochschule Bach, Webern und die Dresdner Komponisten und Hochschulprofessoren Manos Tsangaris und Jörg
Herchet in einen Zusammenhang und bei »Bach Plus I / II« musizieren die Studenten neben Bach zeitgenössische deutsche und internationale Kompositionen. Die Dresdner Musikhochschule widmet der Wirkungsgeschichte und Ausstrahlung Bachs auf Komponisten bis zur Gegenwart übrigens mit »Klang und Glaube« auch ein zweitägiges Internationales Symposium.

Und was wäre ein hiesiges Bachfest ohne Dresdens kreative Chöre und überregional geschätzte Vokalensembles? Das junge Ensemble AuditivVokal bewegt sich in seiner Inszenierung »BachdurchKREUZt« der Choreographin Katja Erfurth im prächtigen Foyer des Stadtmuseums mit musikalischen Motiven von Bach und Uraufführungen von Kompositionsstudenten auf das Schaffen von Bach zu wie weg, Vocal Concert gestaltet im Albertinum in Korrespondenz mit den hier ausgestellten Kunstwerken das Wandelkonzert »Perspektive: Bach« und Ensemble vocal modern lässt im Rahmen der Konzertreihe »SprachSpiele« von KlangNetz Dresden »Tönende Sprache und sprechende Töne« wirken. Zum Ende des Festivals lädt das Sächsische Vocal ensemble unter der Leitung von Matthias Jung zu einer Sonntagsmatinee und kombiniert in »Vater und Erben« Bach mit Motetten der Söhne-Generation und Kompositionen aus der Sammlung des Thomaskantors Hiller aus dem ausgehenden 18. und beginnenden 19. Jahrhundert.

Bach abseits bekannter Pfade

Das Bachfest Dresden möchte aber auch dazu einladen, Bach abseits bekannter Pfade zu erleben. So wildert die Serkowitzer Volksoper im Kabarett Breschke & Schuch mit ihrem musikalischen Possenspiel »Präludium und Unfug« nach »Kaffeekantate und Bauernkantate« erstmals auf dem Feld der Alten Musik. Im Societaetstheater sind die in Dresden entstandenen Choreographien »Fünf Präludien aus dem Wohltemperierten Klavier« der Ausdruckstänzerin Marianne Vogelsang zu erleben und die Tonne, der traditionsreiche Jazzclub der Stadt, steuert zum Thema Bach drei unterschiedliche Programme im Grenzbereich zwischen Klassik und Jazz bei. Im Programm finden sich auch Veranstaltungen für Kinder, genreübergreifende Experimente der Freien Szene und mit der BACH-Börse kann man sich Musiker sogar nach Hause oder in die Firma einladen!

Zum Abschluss der unvollständigen Programmübersicht noch ein besonderer Tipp. Wer sich intensiv mit Bachs berühmten Goldberg-Variationen beschäftigen möchte, hat zum Bachfest bei drei sehr unterschiedlichen Konzerten dafür Gelegenheit: Im Jazzclub stellt der preisgekrönte US-Pianist Dan Tepfer »Goldberg-Variations« vor, auf dem Akkordeon interpretiert das russische Duo Kratschkowsky in der Bethlehemkirche die Variationen als romantische Bearbeitung für zwei Klaviere von Josef Rheinberger und Jan Katzschke spielt im Kulturrathaus die Goldberg-Variationen ganz puristisch auf dem Cembalo.

Durch das engagierte Zusammenwirken vieler eigenständiger Veranstalter bleibt als Fazit zu vermerken: Das Bachfest Dresden 2016 ist über Monate programmatisch gewachsen und bietet nun mit seinen Ensembles, Orten und Interpreten Einzigartiges wie Verbindendes. Ein musikalisches Fest für den Kenner, wie für das breite Publikum, offen für alle Dresdner und für Gäste aus nah und fern! Tickets gibt es über die Veranstalter, an den Vorverkaufsstellen, über saxticket.de, reservix.de und an den Abendkassen. Viele Veranstaltungen sind ohne Eintritt oder gegen Spende zu erleben.

Isolde Matkey
Bachfest Dresden

Heidi Maria Taubert (Foto) singt im Rahmen der Vesper zum Michaelisfest in der Kreuzkirche Dresden am 24. September 2016 um 17 Uhr.

Personalia 12.08.2016 Ernst Rudolf Nötzel

3. April 1954 – 7. August 2016

 

Sehr geehrte Mitglieder und Freunde der Sächsischen Mozart-Gesellschaft e.V.,

unser langjähriger Kollege und Mitstreiter Ernst Rudolf Nötzel ist tot. War, nach Bekanntwerden der Krankheit, anfänglich Hoffen, später immer noch Wünschen, sind die letzten Wochen ein Warten gewesen ob der Unabänderbarkeit.

Rudolf Nötzel hat viele Jahre die Geschäftsstelle unseres Vereines geleitet. Rudolf Nötzel hat die Sächsische Mozart-Gesellschaft e. V. inspiriert und geprägt und war bis zuletzt diesem Projekt verbunden. Er war die Sächsische Mozart-Gesellschaft. Er fehlt uns schon geraume Zeit. 

Jetzt ist es endgültig.
Wir nehmen Abschied und danken für die Ideen, den großen Einsatz und den Witz.

In Trauer

Die MitarbeiterInnen
Der Vorstand

Allgemeines 09.08.2016 »Schöne Künste«

Jazz und Tanz – Jazz und Poesie – Jazz und Malerei: Die Leipziger Jazztage stehen in ihrer 40. Ausgabe vom 29. September bis 8. Oktober 2016 im Zeichen der »Schönen Künste«

 

Der Jazzclub Leipzig präsentiert in der Jubiläumsausgabe der Leipziger Jazztage zahlreiche Eigenproduktionen und Auftragsarbeiten mit internationalen Stars, die verschiedene Künste miteinander verbinden. Mit dabei: Antonio Sanchez & TänzerInnen des Leipziger Balletts Choreographie: Mario Schröder), The Bad Plus, Nik Bärtsch’s Mobile & Lisa Ramstein (Tanz), Kurt Rosenwinkel, Meshell Ndegeocello, Julia Hülsmann Quartett feat. Theo Bleckmann »Von Shakespeare bis Kurt Weill«, Ketil Bjørnstad »Edvard Munch«, Rolf & Joachim Kühn »Home again« feat. Tomasz Stańko & Asja Valcic, Michael Wollny & hr-Bigband, Tord Gustavsen feat. Simin Tander & Jarle Vespestad, Baby Sommer, Daniel Erdmann & Samuel Rohrer feat. Jean Michel Hannecart (Malerei) u.a.

Weit über 100 Künstler und Künstlerinnen treten an den 10 Festivaltagen in über 25 Konzerten auf – jazztagetypisch an unterschiedlichsten Spielorten von Oper und Schauspielhaus über die Reformierte Kirche bis zu Szeneclubs der Stadt wie Moritzbastei und naTo. Erstmals seit 1987 kehrt das Festival zudem an seinen früheren Hauptspielort zurück, die historische Kongreßhalle am Zoo. Dort formieren die in Leipzig geborenen und mit dem Festival stets eng verbundenen Rolf und Joachim Kühn eine Supergroup aus ihren aktuellen Bands UNIT und Trio Truth & Beauty sowie den Gästen Tomasz Stańko und Asja Valcic. Zudem stellt Free-Jazz-Ikone Baby Sommer dort sein neues Projekt »Vor der Mauer – Nach der Mauer« vor, wie das Kühn-Projekt eine Mischung aus „alten Hasen“ (Sommer und Friedhelm Schönfeld) und „jungen Hüpfern“ (Julia Kadel und Walburga Walde). Antonio Sanchez, frisch gebackener Grammy-Preisträger und Komponist des »Birdman«-Soundtracks, wird mit Mario Schröder, dem Direktor des Leipziger Balletts, ein exklusiv für die 40. Leipziger Jazztage erarbeitetes Stück für Solo-Schlagzeug und Tanz vorstellen. Darüber hinaus spielt Sanchez mit seiner Band Migration. Der Schweizer Pianist Nik Bärtsch thematisiert seine Faszination für japanische Kultur und Kampfkunst mit seiner Band Mobile und eigens choreographiertem Tanz von Lisa Ramstein. Julia Hülsmann und ihr Quartett mit Theo Bleckmann hingegen präsentieren erstmals »The Root« mit vertonter Lyrik aus vier Jahrhunderten von Shakespeare bis Kurt Weill. Beat Freisen präsentiert mit seinem Spelunkenorchester erstmals das Singspiel »Letting in the Jungle« nach Rudyard Kiplings »Das Dschungelbuch«. Ingeborg-Bachmann-Preisträgerin Nora Gomringer und der Leipziger Schlagzeuger Philipp Scholz stellen das Jazz-Poetry-Projekt »Wort Drum & Dran« vor. Ketil Bjørnstad spielt ein Solokonzert, in dem er seine Alben »Images« und »Cantata on Texts by Edvard Munch« verbindet. Daniel Erdmann, Frank Möbus, Vincent Courtois und Samuel Rohrer stellen mit Live-Malerei von Jean Michael Hannecart ihre »Ten Pictures about real Utopia« vor/aus.

Über den thematischen Schwerpunkt hinaus stehen international gefeierte Pianisten im Zentrum des diesjährigen Programms: aus den USA kommt das wohl wichtigste Klaviertrio der vergangenen 20 Jahre: The Bad Plus, aus Norwegen Tord Gustavsen (mit der bezaubernden Sängerin Simin Tander, die er 2014 zu den Leipziger Jazztagen kennenlernte). Der aus Leipzig kaum noch wegzudenkende Michael Wollny lädt mit Tamar Halperin und der hr-Bigband in die hochgelobte »Wunderkammer XXL«. Der Schweizer Stefan Rusconi präsentiert mit Tobias Preisig sein Minimal-Projekt »Levitation« – an Kirchenorgel und Violine! Die US-Amerikanerin Meshell Ndegeocello stellt ihren Mix aus Soul, Spoken Word, R&B, Jazz, HipHop und Rock vor. Ebenfalls aus den USA nach Leipzig kommen Gitarrist Kurt Rosenwinkel mit einem Soloprogramm sowie Zach Danziger & Owen Biddle mit ihrem Bass-Drum-Video-Projekt »Edit Bunker«. Auch der traditionelle »Jazz für Kinder« im großen Opernsaal wird im Jubiläumsjahr etwas ganz Besonderes: Gerhard Schöne tritt dort mit dem Leipziger Jazztrio LU:V und dem GewandhausKinderchor auf.

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Allgemeines 17.06.2016 Living Legends

»Living Legends« machen Dresden im November zur großen Jazz-Bühne

 

Der 16. Festivaljahrgang der Jazztage Dresden ist ganz dem Thema LIVING LEGENDS gewidmet und gibt die Bühnen der Stadt frei für die Stars und Legenden des Jazz. Dabei vertreten einerseits Al Jarreau, Stanley Clarke, Klaus Doldinger, Chris Barber und Al di Meola, die trotz ihrer bereits langen und unglaublich erfolgreichen Karrieren nach wie vor auf den Bühnen dieser Welt Maßstäbe für nachfolgende Musikergenerationen setzen.

Andererseits bieten die Jazztage ein ebensolches Podium für außergewöhnliche Programme verschiedenster Künstler aus den unterschiedlichsten Genres und Stilen und deren jeweils einzigartige und hochkreative Auseinandersetzung mit großen Musikern der Vergangenheit. Diese reichen von den klassischen Meistern Mozart und Beethoven über Duke Ellington und George Gershwin bis hin zu Michael Jackson, Udo Jürgens und Prince. Zu den 68 Veranstaltungen im Festivalzeitraum vom 4. bis zum 13. November 2016 werden über 250 Künstler aus 30 Nationen an zehn Spielstätten erwartet. 2016 wird die »alte« auch wieder die neue Hauptspielstätte sein. Das Erlwein-Capitol im OSTRAPARK ist Festivalzentrum und wird erneut zum coolen und wohl größten Jazzclub Deutschlands umgebaut, um in 15 Konzerten den Festivalstars von Estas Tonnè am 4. November über Al Jarreau, Stanley Clarke, Tom Gaebel, Lizz Wright, Mnozil Brass, Jasmin Tabatabai bis zu Patax am 13. November und vielen weiteren den entsprechenden Rahmen zu bieten. Die bereits langjährige Zusammenarbeit mit dem Jazzclub Tonne wird deutlich ausgebaut – so gibt es allein elf Konzerte im alten Gewölbe unter dem Kurländer Palais, darunter Rick Margitza, Jazz Bigband Graz, Pascal von Wroblewsky, Markus Schinkel, Jacob Karlzon und Sebastian Studnitzki. Von Free Jazz bis »Tributes to« Udo Jürgens, Deep Purple und Beethoven spiegeln die Konzerte im Jazzclub Tonne die programmatische Vielfalt der Jazztage wider. »Die Jazztage werden in diesem Jahr lebende Legenden nach Dresden bringen und lassen zeitlose Legenden in Jazz-Tributs musikalisch weiterleben«, verrät Kilian Forster, Intendant der Jazztage Dresden.

Das Societaetstheater ist mit sieben Konzerten seit Jahren eine der Hauptspielstätten und wird neben dem Barcelona Gipsy Balkan Orchestra und Micha Maass auch den außergewöhnlichen Rahmentrommler Mohamad Reza Mortazavi präsentieren. Das Gebäudeensemble »Deutsche Werkstätten Hellerau« wird erstmals mit vier Konzerten ein ganzes Wochenende (12. und 13. November) Jazz beherbergen: Klaus Doldinger`s Passport, Terem Quartet, die Mozart Group und das Kinderkonzert mit Tumba Ito. Ein »Wiedersehen mit alten Freunden« gibt es am 13. November, wenn die Jazztage nach einigen Jahren Pause mit zwei Konzerten im Flughafen Dresden zu Gast sind: The Big Chris Barber Band mit dem erfolgreichsten Jazzmusiker aller Zeiten und das Familienkonzert mit der YoJazz Big Band aus Hamburg an der Seite des unvergleichlichen Gunther Emmerlich.

Weiterhin werden die Jazztage auch über die Dresdner Stadtgrenzen hinaus aktiv und verwandeln dabei das Theater Meißen, das in diesem Jahr die 3. Blues Night der Jazztage zu Gast hat, die Landesbühnen Sachsen in Radebeul mit den Classical Crossover Spezialisten UWAGA! sowie die Alte Kirche Klotzsche mit Loyko zu Jazztage-Bühnen. Das QF (Quartier an der Frauenkirche) gibt zum Festivalstart am 4. November erneut die gesamte Passage frei für die große Eröffnung der Jazztage. Auf mehreren Bühnen und mit einem ambitionierten Programm verschiedenster Künstler, kleinen Konzerten in der gesamten Passage und einer Modenschau zu Live-Jazz wird das Publikum auf das die Festivaltage eingestimmt. Das kommunikative Zentrum und allabendlicher Treff von Künstlern, Publikum, Partnern und weiteren Gästen bei hervorragender Musik – sowie häufig außergewöhnlichen, spontanen Treffen der Künstler der verschiedenen Abendkonzerte auf der Session-Bühne finden auch in diesem Jahr täglich vom 4. bis 13. November im Gewandhaus Dresden statt. Ebenso wie das Format für Genießer: Swing & Dine mit erstklassigem 3-Gänge-Menü zu entsprechend hochwertiger Musik (4. bis 6. und 11. bis 13. November). Die Radio Körner Jazztage-Lounge findet erneut im Erlwein Capitol statt und lädt bereits vor den Konzerten zum entspannten Ankommen und Einstimmen bei guter Musik ein.

Jazztage Dresden
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Kulturpolitik 14.06.2016 Europäische Musikbörse

Ob italienischer Gesangswettbewerb, estnisches Jazzfestival, spanischer Dirigentenworkshop oder Schweizer Akkordeonkurs – die Europäische Musikbörse gibt Einblicke in die bunte Vielfalt europäischer Musikkultur.

 

 

Musik ist eine bedeutende soziale Kraft. Sie muss als unverzichtbarer und integrativer Bestandteil unserer Gesellschaft und unserer Kultur nicht nur gefördert, sondern auch für jeden Einzelnen erreichbar gemacht werden. Zur Förderung des Dialogs zwischen den verschiedenen Regionen Europas hat der Deutsche Musikrats im Jahr 2009 die »Europäische Musikbörse« initiiert – eine interaktive Informations- und Austauschplattform für Musikschaffende in den Regionen Europas. Unter www.music-connects.eu informiert die Website ihre Besucher und Nutzer über aktuelle musikalische Aktivitäten und bietet Möglichkeiten des Austauschs über nationale Grenzen hinweg. Musikschaffende in allen Ländern Europas können auf den Seiten der Europäischen Musikbörse ihr eigenes Profil hinterlegen, Veranstaltungen veröffentlichen und Kooperationsangebote und -gesuche einstellen. Dabei spielt es weder eine Rolle, ob sie Rock-, Pop- oder Jazzmusiker sind, im Orchester oder im Ensemble spielen, im Chor singen oder sich als Solokünstler vorstellen möchten. Jeder ist herzlich willkommen! Wir möchten Sie herzlich dazu einladen, als Multiplikator dabei mitzuwirken, die Europäische Musikbörse mit digitalen Inhalten zu füllen und sich dadurch interaktiv und kreativ am Ausbau des Netzwerkes zu beteiligen. Wir freuen uns, wenn Sie auf die Existenz dieser Plattform aufmerksam machen und zum Gebrauch der Europäischen Musikbörse animieren. Sollten Sie weitere Informationen zur Europäischen Musikbörse wünschen, können Sie uns gerne kontaktieren.

Wettbewerbe 10.06.2016 Rekordbeteiligung beim Schumann-Wettbewerb

214 junge Künstler aus 30 Ländern zu Gast in Zwickau

 

Der 17. Internationale Robert-Schumann-Wettbewerb für Klavier und Gesang verzeichnet einen Teilnehmerrekord. Einschließlich der Liedbegleiter reisten 214 junge Künstler aus 30 Ländern in Zwickau an. Der Wettbewerb begann heute um 16 Uhr mit der Begrüßung der Teilnehmer und Juroren im Robert-Schumann-Haus. Dabei wurde »H« als »Startbuchstabe« gezogen, woraus sich die Auftrittsreihenfolge ergibt. Das Eröffnungskonzert um 19.30 Uhr im Rathaus gestaltet das Schumann Quartett. Am morgigen Freitag beginnt dann die 1. Auswahlrunde. Für den diesjährigen Schumann-Wettbewerb in der Geburtsstadt des Komponisten hatten sich insgesamt 141 Sänger und 117 Pianisten angemeldet. An den Start gehen nun 74 Pianistinnen und Pianisten (48 Frauen und 26 Männer) sowie 48 Sängerinnen und 42 Sänger. Hinzukommen die 50 Liedbegleiter. Jüngste Teilnehmerin im Fach Klavier und des Wettbewerbs insgesamt ist Lvjie Zhang aus China, die am 8. August 1998 geboren wurde. In der Gesangskategorie ist die am 9. Oktober 1995 geborene Anna Luigi die jüngste Mitwirkende. »Älteste« Teilnehmerin des Wettbewerbs ist die russische Sängerin Victoria Zyablitskaya (geb. am 26. Januar 1984), bei den Klavierspielern ist dies die Pianistin Bo Kun Jung aus Korea, die am 1. März 1986 das Licht der Welt erblickte. Für den 16. Internationalen Robert-Schumann-Wettbewerb im Jahr 2012 lagen ursprünglich Anmeldungen von 205 Künstlern aus 37 Ländern vor, davon 69 im Fach Klavier und 136 im Fach Gesang. Teilgenommen hatten damals 43 Pianisten sowie 91 Sängerinnen und Sänger aus insgesamt 29 Ländern. Bei den Veranstaltungen 2008 und 2004 waren 108 bzw. 128 Teilnehmer nach Zwickau gekommen. Die Teilnehmer treten von morgen an in den musikalischen Wettstreit. Bewertet werden die jungen Künstler von einer international besetzten Jury. Die 1. Auswahlrunde Klavier findet vom Freitag, 10. Juni bis Montag, 13. Juni ab 10.30 Uhr im Robert Schumann Konservatorium statt. An den gleichen Tagen, jeweils ab 13 Uhr ist im Konzert- und Ballhaus »Neue Welt« die Auswahlrunde im Fach Gesang. Der Eintritt ist frei.

Ausgelobt sind im Fach Klavier, im Gesang/ Sängerinnen und im Gesang/ Sänger jeweils 10.000 Euro für den ersten Preis sowie 7.500 Euro und 5.000 Euro für den zweiten bzw. dritten Preis. Verliehen werden außerdem in jeder der drei Kategorien eine Gold-, Silber- und Bronzemedaille. Mit 3.000 Euro dotiert ist der Sonderpreis für den besten Liedbegleiter. Alle Gewinner präsentieren sich gemeinsam mit dem Philharmonischen Orchester des Theaters Plauen-Zwickau im großen Preisträgerkonzert am 19. Juni, um 19.30 Uhr, im Konzert- und Ballhaus »Neue Welt«.

Der Internationale Robert-Schumann-Wettbewerb für Klavier und Gesang findet seit 1956, zunächst in Berlin, und seit 1963 in Zwickau statt. Neben dem Bach-Wettbewerb und dem ARD-Musikwettbewerb ist er damit der älteste internationale Interpretationswettbewerb in Deutschland und hat schon vielen Künstlern den Weg zu einer erfolgreichen Karriere geebnet. Unter ihnen finden sich namhafte Sänger und Sängerinnen wie Siegfried Lorenz, Mitsuko Shirai, Edith Wiens oder Mary Ann Hart und Pianisten wie Peter Rösel, Pavel Egorov, Balázs Szokolay oder Yves Henry. Veranstaltet wird der Internationale Robert-Schumann-Wettbewerb für Klavier und Gesang von der Stadt Zwickau in Verbindung mit der Robert-Schumann-Gesellschaft Zwickau e.V.

Robert-Schumann-Gesellschaft Zwickau e.V. | Schumannwettbewerb auf facebook

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