Allgemeines |

Sächsischer Musikbund mit 30 Uraufführungen

Musikwerke lebender Komponisten in vorzüglichen Interpretationen vielen Menschen nahe zu bringen ist das entscheidende Ziel des 1998 gegründeten Sächsischen Musikbundes e.V.

Der in Leipzig ansässige Verein organisiert jährlich sieben bis acht selbst konzipierte Konzertprojekte, die zumeist in Dresden, Leipzig und Chemnitz vorgestellt werden, aber in enger Kooperation mit sorbischen Komponisten und anderen Veranstaltern von Weimar und Halle/Saale bis Bautzen und Rostock zu hören sind. Allein in den Jahren 2012/13 konnten so 36 Kammermusikkonzerte mit Werken von 66 Komponisten stattfinden, darunter 30 Uraufführungen.

Eine anfangs vom Leipziger Komponisten Günter Neubert initiierte Reihe trug den Namen „Das außergewöhnliche Konzert“, um darauf hinzuweisen, dass hier neue Musik in bewusst nicht konventionellen Besetzungen erklingt. Anstelle des Einsatzes von repertoirebezogenem Klaviertrio, Streichquartett und Bläserquintett fanden so Abende statt, in denen bisher alte Instrumente oder auch Tuba und sogar Mundharmonika frappierende Klangwirkungen an den Tag brachten. An diese Idee knüpfen bis in die Gegenwart reichende Programme an, die maßgeblich von den beiden Vorsitzenden Andreas Ebert (2000 bis 2010) und Christian FP Kram (seit 2010) bestimmt sind.

Besondere Höhepunkte schaffen immer wieder das von Christfried Brödel geleitete Dresdner Ensemble vocal modern mit seinen 16 Vokalsolisten sowie die experimentierfreudigen, flexiblen studentischen Gruppierungen aus den beiden Musikhochschulen von Leipzig und Dresden.

Auffällig attraktiv gestalten sich darüber hinaus gerade jene Veranstaltungen, die einen ganz konkreten Bezug zu den Rezipienten herstellen, etwa moderierte Porträtkonzerte mit bekannten Komponisten der jeweiligen Region, „Heimspiele“ von beliebten Interpreten beispielsweise während eines Liederabends im Freiberger Opernhaus, gemeinsame Events mit Interessenten der bildenden Kunst sowie direkte Interpretationsvergleiche ermöglichende Aufführungen etwa von Akkordeon-Stücken in der Musikschule von Chemnitz.

Außerdem organisiert der Sächsische Musikrat e.V. gemeinsam mit dem Sächsischen Musikbund im Abstand von zwei Jahren ein großartiges Konzert mit preisgekrönten Teilnehmern am Wettbewerb „Jugend musiziert“. Dort sind aufgeschlossene, leistungsstarke junge Interpreten zu erleben, die vorher in direktem Kontakt mit den Komponisten standen und nicht nur deren Stücke spielen, sondern gemeinsam mit den Tonsetzern auch über diese Zusammenarbeit berichten. Eine weitere Motivation für die neue Musik schaffen der SMB, der von Prof. Matthias Drude geleitete Landesverband Sachsen des DKV sowie die Bürgerstiftung Leipzig durch den ebenfalls im Abstand von zwei Jahren zu vergebenden, mit 2.500 Euro dotierten Förderpreis für junge Komponisten und Musikwissenschaftler, der 2013 an die beiden Kompositionsstudenten Manuel Durão (Leipzig) und Richard Röbel (Dresden) ging.
Christoph Sramek

Bild: Ensemble vocal modern unter der Leitung von Christfried Brödel am 8. Juni 2013 im Museum der bildenden Künste Leipzig, Foto: Anja Winkler-Reinhold

Werbung