Eine Popförderung für Sachsen muss her, sonst gerät die heimische Popularmusik ins Hintertreffen
Der langjährige Geschäftsführer des Kulturzentrums scheune in der Dresdner Neutadt und aktuelle Vorstand hat es erneut geschafft. Er wurde wieder zum 2. Vorsitzenden und damit in den geschäftsführenden Vorstand der Live Musik Kommission (kurz: LiveKomm) gewählt. Die Live Musik Kommission ist der Bundesverband der Musikspielstätten in Deutschland und vertritt rund 360 Musikclubs und Festivals. Der Verband ist der größte seiner Art in Europa und führte am Wochenende während des Reeperbahnfestivals in Hamburg die Jahreshauptversammlung durch.
Hecht gehörte zu den Initatoren des Zusammenschlusses, der 2012 gegründet wurde. Die Aufgaben der LiveMusikKommission liegen in der Lobbyarbeit auf Bundesebene. Es soll Einfluss auf die Rahmenbedingungen von Konzertveranstaltern ausgeübt werden. Abgaben wie für die GEMA oder die Künstlersozialkasse spielen ebenso eine Rolle wie Richtlinien über Lautstärke und Mehrwertsteuergesetze. Darüberhinaus will die Live Musik Kommission der Popularmusik und im Speziellen der Clubkultur den ihr gebührenden Stellenwert in der Gesellschaft ermöglichen. »Ohne die vielen kleineren Clubs werden keine internationalen Stars geboren. Jede Karriere beginnt in Deutschland auf einer unserer Bühnen«, so Hecht, Er möchte sich in seiner 2-jährigen Amtszeit auch um den popularkulturellen »Aufbau Ost« bemühen. »Sachsen z. B. ist ein wunderbares Kulturland. Die Musik wird sehr hoch geschätzt. Es ist aber bisher nur die Klassik und das kulturelle Erbe, welche Anerkennung finden. Die Popularmusik jedoch ist hier im bundesweiten Vergleich unterrepräsentiert.« Das gilt vor allem auf der Ebene von handgemachter Rock-, Pop-, und Elektromusik. Wie die Förderung dieser Musik anders geht, zeigen die Beispiele in Bayern und Baden-Württemberg. Dort wurden Institutionen geschaffen, die Musikwirtschaft schon im Kleinen unterstützen. Hecht möchte so eine Struktur auch für Sachsen. »Ob es dann Popbüro Sachsen heißt, oder ob es eine regelmäßig Musikmesse mit Konferenz ist, muss noch diskutiert werden. Tatsache ist aber, dass wir ohne verbesserte Rahmenbedingungen über kurz oder lang ins Hintertreffen geraten und die jungen Menschen gleich in die benachbarten Metropolen ausweichen müssen«. Sachsen ist jedenfalls durch den kämpferischen Vierziger auf Bundesebene gut repräsentiert. Mindestens hier steigt also die Wahrnehmung der Clubkultur zwischen Leipzig, Dresden und Chemnitz schon einmal. Das wird auch anderswo gesehen: aus Sachsen haben letzte Woche 6 Musikclubs den Spielstättenprogrammpreis der Bundesregierung gewonnen.
