Messiaen-Tage 2026 in Görlitz
Die Messiaen-Tage in Görlitz und Zgorzelec erinnern an das ehemalige Kriegsgefangenenlager Stalag VIII A und an das Schicksal der Gefangenen, die in Görlitz und Umgebung als Zwangsarbeiter eingesetzt wurden. Zwischen 1939 und 1945 waren dort über 120.000 Soldaten inhaftiert, rund 12.000 starben. Der französische Komponist Olivier Messiaen komponierte hier sein »Quartett auf das Ende der Zeit«, das 1941 im Lager uraufgeführt wurde.
Das Festival wird vom Verein Meetingpoint Memory Messiaen e.V. organisiert, der die Geschichte des ehemaligen Kriegsgefangenenlagers Stalag VIII A erforscht, vermittelt und im öffentlichen Bewusstsein verankert. Ein Schwerpunkt liegt auf der grenzüberschreitenden Erinnerungsarbeit zwischen Deutschland und Polen sowie auf außerschulischer Jugend- und Erwachsenenbildung.
Die Messiaen-Tage 2026 hatten ihren Auftakt bereits am 15.01.2026 mit der Aufführung des Quartetts auf das Ende der Zeit am Jahrestag seiner Uraufführung und werden vom 1. bis 3. Mai 2026 in Görlitz und Zgorzelec fortgesetzt. Sie verbinden Konzerte, Ausstellungen und historisch-politische Bildungsformate.
Zum Auftakt am 1. Mai wird in der Görlitzer Innenstadt eine Pop-up-Ausstellung zur Geschichte des Festivals und zum historischen Kontext eröffnet. Die Eröffnung wird von einem Auftritt der EuropaChorAkademie begleitet. Am Abend folgt ein Konzert im ehemaligen Stalag VIII A, bei dem das Ensemble Écoute gemeinsam mit jungen Instrumentalist/-innen aus Deutschland, Polen und Frankreich Werke aus einer internationalen Zusammenarbeit präsentiert.
Der 2. Mai steht im Zeichen historischer Einordnung und künstlerischen Austauschs. Auf dem Gelände der Gedenkstätte Stalag VIII A führen Dr. Johannes Bent und Dr. Katarzyna Bartos durch den Ort und erläutern Messiaens Haftzeit sowie den Entstehungskontext seines Quartetts. Anschließend diskutieren Prof. Grażyna Pstrokońska-Nawratil, Dr. hab. Adam Porębski und Dr. Bartos in Zgorzelec Fragen zeitgenössischer Musik und Messiaens Einfluss. Am Abend folgt ein Kammerkonzert der EuropaChorAkademie und des Ensemble Écoute.
Am 3. Mai rückt die regionale Geschichte in den Fokus. Eine Fahrradtour mit Alexandra Grochowski führt zu Orten der NS-Zwangsarbeit. Danach gibt Dr. Johannes Bent im Schlesischen Museum Einblicke in aktuelle Forschungen zum Stalag VIII A und stellt ein Citizen-Science-Projekt vor. Den Abschluss bildet das Konzert »Displaced Persons« der Sinfonietta Dresden im Kulturforum Görlitzer Synagoge.
Tickets für alle Veranstaltungen sowie das Festivalticket sind über die Website www.messiaen-tage.eu, sowie in der Görlitzer Tourismusinformation (Obermarkt 32) und im Büro des Veranstalters (Demianiplatz 40) erhältlich. Dort steht auch das Programmheft zum Festival bereit, das zusätzliche Einblicke in die Hintergründe und das Programm der Messiaen-Tage bietet.
