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Jugend musiziert feiert 50. Geburtstag

Am 26. Mai hatte Bundespräsident Gauck »Jugend musiziert« ein wunderbares Geburtstagsfest im Schloss Bellevue bereitet.

Am 26. Mai hatte Bundespräsident Gauck »Jugend musiziert« ein wunderbares Geburtstagsfest im Schloss Bellevue bereitet. Diejenigen, die dabei waren, können den Nachmittag nochmals Revue passieren lassen, unter www.jugend-musiziert.org/jubilaeum2013.html finden sich einige Bilder, und hier auch der Hinweis auf den Sendetermin des Empfangs. Denn DeutschlandRadio macht daraus eine knapp einstündige Sendung. So dass auch diejenigen, die nicht dabei sein konnten, an diesem besonderen Ereignis teilhaben können.

Deutschlandradio berichtet Stimmen und Aufnahmen vom Wandelkonzert „50 Jahre Jugend musiziert“  am Mittwoch, 12. Juni, in der Sendung Musikforum, 22:05 Uhr bis 22:50 Uhr. www.dradio.de

Bundespräsident Joachim Gauck dazu in seiner Rede:
Fünfzig Jahre »Jugend musiziert« – ein halbes Jahrhundert Wettbewerbskultur: Lässt sich das umrechnen in Notenblätter, Übungsstunden, Konzertminuten oder Glücksmomente? Es müssen viele Tausende gewesen sein! Vor Ihnen steht zwar kein Musiker, aber ein Mensch, der kostbare Augenblicke der Musik erleben durfte und diesem Kulturgut in all seiner Vielfalt eine Zukunft wünscht – mit immer neuen Generationen auf der Bühne und im Publikum.
Kein Zweifel: »Jugend musiziert« war und ist ein kultureller Glücksfall für unser Land. Am Anfang stand das klare Projektziel, Nachwuchs für deutsche Orchester und Chöre zu sichern. Heute erleben wir den Wettbewerb als bundesweite Begegnung und zugleich als Startpunkt für musikalische Laufbahnen, die häufig sogar bis in die berühmtesten Konzerthallen der Welt führen. »Jugend musiziert« ist damit in doppelter Hinsicht zum Erfolgsmodell geworden – für unsere Breiten- wie für unsere Hochkultur. Ich bin ein großer Anhänger des Gedankens, diese beiden Konzepte nicht gegeneinander auszuspielen, sondern als zwei Seiten einer Medaille zu verstehen. »Jugend musiziert« – von seinen Regionalausscheiden bis hin zu den hochkarätigen Konzerten der Bundespreisträger – liefert anschauliche Beispiele dafür. Wer Kunst in der Breite fördert, der findet auch immer wieder Spitzentalente.
Ich sage es gern noch einmal als Bestärkung für alle hier im Saal, die jenseits von »Jugend musiziert« bisweilen mit schwierigen Rahmenbedingungen hadern: Musikalische Bildung in Deutschland braucht beides – Breite und Spitze.
Und musikalische Bildung hat eine höhere Wertschätzung verdient, als sie derzeit in unserer Gesellschaft erkennbar wird. Was das Erlernen eines Instruments für die emotionale Entwicklung eines Kindes bedeutet, wissen Sie alle hier im Saal – und das weit besser, als ich es je beschreiben könnte. Gerade Sie haben erlebt: In den Jugendjahren, wenn Herz und Verstand zwischen Weltschmerz und Revolution pendeln, kann Musik neue Wege eröffnen – sei es durch die Entdeckung der eigenen Fähigkeiten oder durch das Zugehörigkeitsgefühl in einer Gruppe. Im gemeinsamen Musizieren eröffnen sich Menschen ja nicht nur die Welt der Musik, der Kultur. Sie lernen, indem sie aufeinander hören, miteinander arbeiten, sich selbst alles abverlangen, eine Haltung, ja eine Lebensform der Verbundenheit miteinander, der Bezogenheit aufeinander, ohne die wir weder im privaten Leben noch im Gemeinwesen existieren könnten.

Foto: Laurence Chaperon, Berlin

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