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In seiner Musik ist alles gesagt

Die vierten Internationalen Schostakowitsch Tage im beschaulichen Kurort Gohrisch haben begonnen. Bis Sonntag Abend locken zahlreiche Veranstaltungen.

Nach dem großen Erfolg der ersten Festivaljahrgänge wird der Kurort Gohrisch erneut für drei Tage im Blickfeld der internationalen Schostakowitsch-Pflege stehen. Dmitri Schostakowitsch weilte 1960 und 1972 jeweils für kurze Zeit in Gohrisch und komponierte im dortigen Haus des Ministerrates der DDR (heute: Parkhotel Albrechtshof) 1960 sein achtes Streichquartett op. 110. Das Werk zählt zu den bedeutendsten Kammermusikwerken des 20. Jahrhunderts und spiegelt geradezu exemplarisch Schostakowitschs existenzielles Leiden unter dem Sowjetregime wider.

Das diesjährige Festival stellt die außergewöhnliche Künstlerfreundschaft zwischen Dmitri Schostakowitsch und Benjamin Britten in den Mittelpunkt, dessen Geburtstag sich in diesem Jahr zum 100. Mal jährt. So erklangen im Eröffnungskonzert am Freitag Abend vor ausverkauftem Zelt Brittens opus 2, die »Phantasy«, ein 1932 komponiertes einsätziges Quartett für Oboe, Violine, Viola und Violoncello, und die lyrischen »Sechs Metamorphosen nach Ovid«, die die Solo-Oboistin der Staatskapelle, Céline Moinet, bewegend und innig ausdeutete. 

Weitere namhafte Gäste werden in diesem Jahr u.a. die Cellistin und Rostropowitsch-Schülerin Natalia Gutman, die Sopranistin Evelina Dobračeva, der Pianist Igor Levit und der Dirigent Michail Jurowski sein. In einem Wandelkonzert mit dem Vocal Concert Dresden und Mitgliedern des Dresdner Kreuzchors wird ein neues Werk von Krzysztof Meyer uraufgeführt werden. Auch eine Filmpremiere hält das diesjährige Festival bereit: Nach der Vorstellung seines Filmes »Testimony« (der Verfilmung der Memoiren Schostakowitschs mit Ben Kingsley in der Titelrolle) bei den Schostakowitsch-Tagen 2011 kehrt der britische Regisseur Tony Palmer nach Gohrisch zurück, um hier seinen neuen Film »Nocturne« über Benjamin Britten zur Deutschen Erstaufführung zu bringen.

Für die Einwohner des kleinen Kurortes Gohrisch bedeuten die Schostakowitsch-Tage eine logistische Ausnahmesituation - die bisher noch jedes Jahr sympathisch und entspannt gemeistert wurde.
Das Sarrasani-Zelt, in dem die Veranstaltungen stattfinden, schürt die Sehnsucht nach einem trockenen, temperierten und akustisch ausgewogenen Konzerthaus... Aber man kann wohl nicht alles haben. Oder?
Im vierten Jahr sind die Programme rund um den Themenschwerpunkt »Britten« gestrickt.
Kunstministerin Prof. von Schorlemer eröffnete die 4. Schostakowitsch-Tage.

<link http: www.schostakowitsch-tage.de>www.schostakowitsch-tage.de

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