Starke Theater- und Musiktheater-Projekte, ein neu geschaffener Kunstpreis, attraktive Konzerte und mehr prägen das Lausitz Festival 2026
Intendanz und Geschäftsführung des Lausitz Festivals stellten am 23. März in Berlin Highlights des diesjährigen Lausitz Festivals vor, das vom 25. August bis 13. September 2026 in vielen Spielstätten in der Lausitz zu erleben ist. Den Schwerpunkt des Festivalprogramms 2026 bilden Theater und Musiktheater, des Weiteren sind Konzerte mit hochrangigen Interpreten wie Tenebrae Choir, Kammerorchester Basel und Pierre-Laurent Aimard angekündigt. Das Langzeit-Projekt Lausitzlieder, bei dem Texte von Laienautor/-innen aus der Region zu Popsongs weiterentwickelt wurden, bringen die renommierte Singer/Songwriterin Alin Coen und eine Band um den Komponisten und Bassisten Haggai Cohen-Milo mit einem Konzert in Cottbus/Chóśebuz zum Abschluss.
Eröffnet wird die siebte Ausgabe des Lausitz Festivals mit der festlichen Verleihung des neu geschaffenen Credo-Preises. Die Verleihung findet im Rahmen einer in mehrfacher Hinsicht besonderen Aufführung von Ausschnitten aus der h-Moll-Messe von Johann Sebastian Bach in Görlitz statt. Den Anfang bilden jene Mess-Teile »Kyrie« und »Gloria«, mit denen Bach sich 1733 um die Stelle als Königlich Polnischer und Churfürstlich Sächsischer Hof-Compositeur in Dresden bewarb (in der Musikgeschichte deshalb Missa brevis oder »Dresdner Messe« genannt). Das »Agnus dei« sowie das »Dona nobis pacem«, die zum Schluss erklingen werden, stammen aus der später von Bach vollendeten h-Moll Messe. Dazwischen soll zu jeder Preisverleihung ein neues »Credo« in Auftrag gegeben werden, wobei der Komponistin bzw. dem Komponisten freigestellt wird, ob dafür der liturgische Credo-Text aus der Messe vertont wird oder ein anderer. Aus dem Messe-»Credo« wird so ein zeitgenössisches »ich bekenne mich«. Im ersten Preis-Jahr schenkt der französische Komponist Sylvain Cambreling, seit Anbeginn ein Wegbegleiter des Festivals, dem Lausitz Festival ein neues »Credo«.
Vier Bühnenproduktionen – zwei in Cottbus/Chóśebuz (Brandenburg), je eine in Weißwasser und Großröhrsdorf (Sachsen) – bringen große Namen der Theaterwelt in die Region. So spielen in einer Neuinszenierung von Shakespeares Drama »Hamlet« im Hangar 1 in Cottbus/Chóśebuz Corinna Harfouch und Götz Schubert, in der Titelrolle des Dänenprinzen Hamlet wird Linn Reusse zu erleben sein. Unter der Regie von Marcel Kohler kommt für diese Produktion dasselbe Team zusammen, das in den beiden vorangegangenen Festivalausgaben in Weißwasser mit Shakespeares »Othello/Die Fremden« für Begeisterung sorgte.
Im lichtdurchfluteten Kirchensaal der Brüdergemeine Herrnhut spielt der Pianist Pierre-Laurent Aimard ein Programm mit ineinander verschränkten Werken von György Kurtág und Johann Sebastian Bach. Kurtág, der weltberühmte ungarische Komponist, wurde kürzlich 100 Jahre alt. Aimard zählt zu den Interpreten, die ihm seit Jahrzehnten besonders nahestehen und sein Werk mit höchster Autorität zu spielen vermögen.
Corinna Harfouch ist in dieser Festivalsaison nicht nur auf der Bühne beim »Hamlet« zu erleben, sie gestaltet auch eine Lesung aus dem Buch »Das weiße Leintuch« des litauischen Autors Antanas Škėma (1910-1961) im Kulturforum Görlitzer Synagoge. »Das weiße Leintuch«, ein aufregender New-York-Roman aus der Mitte des vergangenen Jahrhunderts, wurde erst kürzlich erstmals ins Deutsche übersetzt. Corinna Harfouch gestaltet den Abend gemeinsam mit der Pianistin Hideyo Harada, die ausgewählte Stücke von Bach über Chopin und Schumann bis Čiurlionis, Bartók und Strawinsky spielt.
