Ehemaliger Kruzianer erhält das Rudolf-Mauersberger-Stipendium 2014
Am kommenden Samstag wird im Rahmen einer Vesper des Dresdner Kreuzchores in der Kreuzkirche Dresden zum 23. Mal das Rudolf-Mauersberger-Stipendium verliehen. Laureat ist Sören Richter, der von 1993 bis 2003 selbst Kruzianer war, zunächst unter Gothart Stier und Matthias Jung, ab 1997 dann unter Kreuzkantor Roderich Kreile.
»Sören Richter zeigte schon in seiner aktiven Zeit als Kruzianer eine außergewöhnliche Begabung. Als er in den Männerchor kam, war ein Gesangsstudium bereits vorgezeichnet, Richter hat sich hier mit viel Talent und großem Fleiß emporgekämpft«, sagt der Kreuzkantor über die Wahl des Stipendiaten. »Mit schnellen Schritten begann Sören Richter eine bemerkenswerte Karriere und kann inzwischen gut von seinem Beruf leben. Das beweist auf sehr eindrucksvolle Weise, dass aus dem Dresdner Kreuzchor viele gute Talente hervorgehen, die in ihrer Musikerlaufbahn erfolgreich sind.«
Traditionsgemäß ist der designierte Stipendiat selbst musikalisch an der Vesper beteiligt, die am 17. Mai 2014 um 17 Uhr in der Kreuzkirche Dresden beginnt. Hauptwerk ist die Kantate »Wenn der Geist der Wahrheit kommen wird« von Gottfried August Homilius, dessen 300. Geburtstag in diesem Jahr gefeiert wird.
Der 1984 in Chemnitz geborene Tenor Sören Richter begann seine sängerische Laufbahn als Achtjähriger im Knabenchor Freiberg, bevor er in den Dresdner Kreuzchor wechselte. Erste Erfahrungen auf der Bühne konnte er bereits mit elf Jahren in Mozarts »Zauberflöte« und als Master Cheney in Matthias Pintschers zeitgenössischer Oper »Thomas Chatterton« sammeln. Neben seinem Gesangsstudium in Frankfurt bei Prof. Thomas Heyer, absolvierte Sören Richter zahlreiche Meisterkurse. Er war Stipendiat der Yehudi-Menuhin- und der Richard-Wagner-Stiftung. Bereits während des Studiums stand Sören Richter an zahllosen Musiktheatern auf der Bühne, sei es in Frankfurt, Mannheim, Köln oder Nancy. Neben dem Musiktheater widmet er sich leidenschaftlich dem Konzertgesang, wobei sein Repertoire vom Frühbarock bis zur Gegenwart reicht. Mit besonderer Vorliebe pflegt der 29-jährige Tenor jedoch das Vokalwerk Johann Sebastian Bachs, in dessen Kantaten, Oratorien und Passionen er regelmäßig als Solist zu hören ist.
Das Rudolf-Mauersberger-Stipendium, benannt nach dem von 1930 bis 1971 tätigen Kreuzkantor, wird seit 1991 an aktive oder ehemalige Kruzianer verliehen. Es ist mit 5.000 Euro dotiert und soll die musikalische Ausbildung der Stipendiaten unterstützen. Ins Leben gerufen wurde die besondere Förderung von dem ehemaligen Kruzianer und emeritierten Medizinprofessor Dieter Klaus. Viele der bisherigen Stipendiaten haben inzwischen eine erfolgreiche Karriere als Dirigent, Sänger oder Organist gestartet. Seit drei Jahren wird das Stipendium durch die »Förderstiftung Dresdner Kreuzchor« verliehen. Laudator ist der Vorstandsvorsitzende der Stiftung, Prof. Dr. Walter-Reinhold Uhlig.
