Personalia 29.10.2014 Neu im Amt: Valeri Funkner

Der Deutsche Harmonika Verband, Landesverband Sachsen hat einen neuen Landesvorsitzenden.

 

Valeri Funkner unterrichtet Akkordeon an der Musikschule Leipzig „Johann Sebastian Bach“ und ist gleichzeitig in der Funktion des Fachberaters in der Region Leipzig tätig. Als Musiker, Dozent und langjähriger Orchesterleiter arbeitete er mit den beiden bisherigen, leider erst vor kurzem verstorbenen Landesleitern Anita Heinze und Hubert Nöller bereits eng zusammen. Zu den Aufgaben des Verbandes gehören nach wie vor die musikalische Bildung der Jugend, die Förderung des gemeinsamen Musizierens, Organisation von Wettbewerben und die Weiterbildung seiner Mitglieder durch Lehrgänge und Workshops. Die erste größere Herausforderung für das neue Team zu dem Ina Zinke (stellvertretende Landesvorsitzende) und Eileen Wagner (Landesjugendleiterin) gehören, ist die Organisation und Durchführung des Landeswettbewerbes AMF (bisheriger Deutschen Akkordeon Musikpreis) am 1. Februar 2015 in Leipzig.

Als flächenmäßig größter Akkordeon-Landesverband der neuen Bundesländer möchte der Landesverband zukünftig die vielen Aktivitäten seiner Mitglieder bündeln und die Präsenz im Internet verbessern.

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Personalia 20.10.2014 Generationenwechsel beim Sächsischen Chorverband

Vor wenigen Tagen wurde von der Mitgliederversammlung des Sächsischen Chorverbandes das neue Präsidium des Sächsischen Chorverbandes gewählt.

 

Neuer Verbandspräsident ist Horst Wehner, Mitglied des Sächsischen Landtages. Horst Wehner, selbst begeisterter Sänger, bringt Erfahrung in der Verbandsarbeit unter anderem aus seinen Tätigkeiten als Landesverbandsvorsitzender des Sozialverbandes VdK Sachsen e.V. und Vorstandsmitglied des Chemnitzer Musikvereins e.V. mit. Er stellt sich nun gern dieser neuen Herausforderung für das Chorsingen in Sachsen.

Den bisherigen Präsidenten, Sigo Cramer, wählte die Versammlung zum Ehrenpräsidenten. Sigo Cramer hatte in seiner Amtszeit wesentliche Impulse für die organisatorische Neuausrichtung des Verbandes und die finanzielle Basis gegeben. Durch weitere vier neue junge Präsidiumsmitglieder wurde ein Generationswechsel im Präsidium des Verbandes vollzogen, von dem ebenfalls positive Effekte für die Zukunft ausgehen werden.

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Personalia 30.06.2014 Wilfried Krätzschmar neuer Präsident der Sächsischen Akademie der Künste

Die Sächsische Akademie der Künste hat auf ihrer Mitgliederversammlung am 28. Juni 2014 in Dresden den Komponisten Wilfried Krätzschmar zum neuen Präsidenten gewählt.

 

Wilfried Krätzschmar, seit 2011 Vizepräsident der Akademie, folgt Peter Gülke. Neuer Vizepräsident ist der Architekt Andreas Wolf. Krätzschmar, kulturpolitisch erfahren, widmet sich neben der eigenen künstlerischen Produktion mit ebensolcher Hingabe der Entwicklung von Konzepten in verschiedenen Gremien. Es sieht die vordringlichste Aufgabe seiner Präsidentschaft in einer Stärkung des Akademieanspruchs durch eine Erneuerung der Akademie nach innen und außen: »Ziel muss sein, übergreifende gesamtakademische Vorhaben zu setzen und ihnen eine strategische Priorität zu geben.« Andreas Wolf erklärte bei der Annahme seiner Wahl zum Vizepräsidenten, die Akademie »als Raum außerhalb der Macht« weiter zu schärfen. Es gehe um »Bau-Instandhaltung am Elfenbeinturm«, insbesondere aber auch um Projekte, in denen eine Auseinandersetzung mit großmaßstäblichen Fragen stattfindet. Im Zentrum steht dabei die Zusammenarbeit mit den benachbarten Bundesländern und den europäischen Nachbarländern.

Personalia 06.06.2014 Große Ehre für einen großen Leipziger

Kurt Masur hat am 4. Juni 2014 in Leipzig den Verdienstorden des Freistaates Sachsen erhalten.

 

Der sächsische Ministerpräsident Stanislaw Tillich (CDU) übergab die Auszeichnung bei einem Festakt im Mendelssohn-Haus zu Leipzig. »Mit Kurt Masur ehren wir eine Persönlichkeit, deren musikalisches und gesellschaftliches Engagement in aller Welt höchste Anerkennung gefunden hat«, sagte der Ministerpräsident. Tillich erinnerte in seiner Laudatio an die Wendezeit und speziell an den 9. Oktober 1989 in Leipzig: »Damals haben Sie Ihr großes Ansehen gemeinsam mit fünf anderen Leipzigern für einen Appell an die Menschen genutzt. Sie riefen alle Seiten dazu auf, Ruhe und Besonnenheit zu wahren. Die Montagsdemonstration sollte friedlich verlaufen.« Masur habe so zur Beruhigung der Gemüter und der Lage beigetragen und dafür gesorgt, dass die Revolution friedlich war. Verdienstvoll sei aber auch sein Engagement um das Werk von Felix Mendelssohn Bartholdy. Die von Masur 1991 mitbegründete Mendelssohn-Stiftung habe erfolgreich Spenden gesammelt und damit das Mendelssohn-Haus wieder in seinen ursprünglichen Zustand versetzt.

Der an Parkinson erkrankte Maestro, der mit seiner Frau Tomoko gekommen war, nahm die Ehrung sichtlich gerührt entgegen.

Personalia 30.05.2014 Anita Heinze

Die langjährige Leiterin des Dresdner Akkordeonorchesters ist am 26. Mai 2014 im Alter von 76 Jahren verstorben.

 

Mit großer Betroffenheit müssen wir Ihnen mitteilen, dass Anita Heinze am 26. Mai 2014 im Alter von 76 Jahren verstorben ist. Anita Heinze war mehr als 30 Jahre künstlerische Leiterin des Dresdner Akkordeonorchesters und von 1992-2010 Landesvorsitzende des Deutschen Harmonikaverbandes in Sachsen. Von 1993 bis 1997 war sie Direktorin der Kreismusikschule Meißen.

Mit einem Konzert am 29. Juni 2014, 17 Uhr in der Dreikönigskirche Dresden wird das Dresdner Akkordeonorchester Anita Heinze musikalisch ehren. Die Trauerfeier mit Urnenbeisetzung findet am 13. Juni 2014, 11 Uhr auf dem Johannisfriedhof in Dresden-Tolkewitz statt.

Das Präsidium und die Mitarbeiter des Sächsischen Musikrates gedenken Anita Heinze in großer Dankbarkeit.

Personalia 15.05.2014 Eine außergewöhnliche Begabung

Ehemaliger Kruzianer erhält das Rudolf-Mauersberger-Stipendium 2014

 

Am kommenden Samstag wird im Rahmen einer Vesper des Dresdner Kreuzchores in der Kreuzkirche Dresden zum 23. Mal das Rudolf-Mauersberger-Stipendium verliehen. Laureat ist Sören Richter, der von 1993 bis 2003 selbst Kruzianer war, zunächst unter Gothart Stier und Matthias Jung, ab 1997 dann unter Kreuzkantor Roderich Kreile.

»Sören Richter zeigte schon in seiner aktiven Zeit als Kruzianer eine außergewöhnliche Begabung. Als er in den Männerchor kam, war ein Gesangsstudium bereits vorgezeichnet, Richter hat sich hier mit viel Talent und großem Fleiß emporgekämpft«, sagt der Kreuzkantor über die Wahl des Stipendiaten. »Mit schnellen Schritten begann Sören Richter eine bemerkenswerte Karriere und kann inzwischen gut von seinem Beruf leben. Das beweist auf sehr eindrucksvolle Weise, dass aus dem Dresdner Kreuzchor viele gute Talente hervorgehen, die in ihrer Musikerlaufbahn erfolgreich sind.«

Traditionsgemäß ist der designierte Stipendiat selbst musikalisch an der Vesper beteiligt, die am 17. Mai 2014 um 17 Uhr in der Kreuzkirche Dresden beginnt. Hauptwerk ist die Kantate »Wenn der Geist der Wahrheit kommen wird« von Gottfried August Homilius, dessen 300. Geburtstag in diesem Jahr gefeiert wird.

Der 1984 in Chemnitz geborene Tenor Sören Richter begann seine sängerische Laufbahn als Achtjähriger im Knabenchor Freiberg, bevor er in den Dresdner Kreuzchor wechselte. Erste Erfahrungen auf der Bühne konnte er bereits mit elf Jahren in Mozarts »Zauberflöte« und als Master Cheney in Matthias Pintschers zeitgenössischer Oper »Thomas Chatterton« sammeln. Neben seinem Gesangsstudium in Frankfurt bei Prof. Thomas Heyer, absolvierte Sören Richter zahlreiche Meisterkurse. Er war Stipendiat der Yehudi-Menuhin- und der Richard-Wagner-Stiftung. Bereits während des Studiums stand Sören Richter an zahllosen Musiktheatern auf der Bühne, sei es in Frankfurt, Mannheim, Köln oder Nancy. Neben dem Musiktheater widmet er sich leidenschaftlich dem Konzertgesang, wobei sein Repertoire vom Frühbarock bis zur Gegenwart reicht. Mit besonderer Vorliebe pflegt der 29-jährige Tenor jedoch das Vokalwerk Johann Sebastian Bachs, in dessen Kantaten, Oratorien und Passionen er regelmäßig als Solist zu hören ist.

Das Rudolf-Mauersberger-Stipendium, benannt nach dem von 1930 bis 1971 tätigen Kreuzkantor, wird seit 1991 an aktive oder ehemalige Kruzianer verliehen. Es ist mit 5.000 Euro dotiert und soll die musikalische Ausbildung der Stipendiaten unterstützen. Ins Leben gerufen wurde die besondere Förderung von dem ehemaligen Kruzianer und emeritierten Medizinprofessor Dieter Klaus. Viele der bisherigen Stipendiaten haben inzwischen eine erfolgreiche Karriere als Dirigent, Sänger oder Organist gestartet. Seit drei Jahren wird das Stipendium durch die »Förderstiftung Dresdner Kreuzchor« verliehen. Laudator ist der Vorstandsvorsitzende der Stiftung, Prof. Dr. Walter-Reinhold Uhlig.

www.kreuzchor.de

Personalia 07.05.2014 Jan Paul Nagel

Zum 80. Geburtstag einer Künstlerpersönlichkeit, die die neuere Geschichte der Sorben beeinflusst hat

 

Am 8. Mai 2014 wäre unser ehemaliges Einzelmitglied im Sächsischen Musikrat, Jan Paul Nagel, 80 Jahre alt geworden. Viel zu früh riss ihn eine schwere Krankheit aus unserer Mitte. Sein erfülltes Leben, sein verdienstvolles Wirken für die sorbische Nationalkultur werden immer in unserer Erinnerung bleiben; viele werden sich auch stets an sein umgängliches Wesen, seine Freude an Diskussionen und Meinungsaustausch mit Interpreten und Kollegen erinnern. Jan Paul Nagel gehört zur Generation jener namhaften sorbischen Komponisten, die nach der Befreiung vom Faschismus zum beachtlichen Aufschwung der neueren Musikkultur des kleinsten slawischen Volkes maßgeblich beigetragen hat.

Schon als Kind wusste er, dass er sein Leben der Musik widmen wollte. Als 14-jähriger spielte Orgel in der Kirche in Lohsa, ging dann nach Görlitz zur Kirchenmusikschule und später zum Musikstudium nach Berlin. Sein überaus umfangreiches Schaffen umfasst Sinfonik, Vokalsinfonik, Kammermusik, Kunstlieder, Chöre, sakrale Musik und eine noch nicht aufgeführte Oper. Sein gesamtes Wirken – sowohl im Musikschöpferischen als auch im Musikpraktischen – ist von größter Vielseitigkeit geprägt, womit er sich Anerkennung weit über die Grenzen der Lausitz hinaus erworben hat.
Nagel betrieb Feldforschung über das sorbische Volkslied, begeisterte sich für diese originellen Volksweisen und bewunderte die fröhliche Mentalität der Bauern. Unerschütterlicher Popularität erfreuen sich seine Zehn sorbischen Tänze. Der italienische Dirigent Gabriele Donà meint dazu: »Sie sind das Ergebnis seines produktiven Befassens mit authentischem Volksliedgut sowie gleichzeitig schöpferische Adaption aus zeitgenössischer Empfindung heraus. Dabei schreckt Nagel nicht zurück vor der Anwendung von ungewöhnlichen Spieltechniken«. Mit Šunowska / Der SchönauerBorkowska / Der Burger, und  Łazowska / Der Lohsaer setzte er liebevolle kleine musikalische Denkmäler für diese Lausitzer Orte.

Nachdem er  1990  zum Vorsitzenden Der Domowina gewählt worden war, setzte er sich über ein Jahr lang mit all seinen schon geschwächten  Kräften für die Belange der Sorben ein. Die Gründung der Stiftung für das sorbische Volk 1991 in Lohsa, aber auch die Entstehung der Neuen Lausitzer Philharmonie waren die wichtigsten sichtbaren Ergebnisse seiner Bemühungen.

Ich habe Jan Paul Nagel Anfang der 1980-er Jahre kennengelernt. Ich studierte seine Stücke und führte seitdem alle sein Kompositionen für und mit Klavier auf. Ich wurde von der Bekanntschaft mit ihm geprägt. Der Künstlerische Austausch mit seinen Interpreten muss eine Quelle der Inspiration für ihn gewesen sein, für uns war er eine starke Motivation. Ich besuchte ihn oft in Litschen; die Aufführungen einiger seiner Kompositionen in seiner Stube, an seinem Flügel, sind mir heute noch sehr wach in Erinnerung. Mich beeindruckte zutiefst seine Begeisterung für Schlagwerkinstrumente, die Fantasie und Beharrlichkeit, mit der er sich neue Instrumente ausdachte und bauen ließ: die ENA-Trommel, Drewjaki (Klanghölzer), Banjaki (Kürbisrasseln). Ich übernahm unbewusst von ihm die Begeisterung für lebendige Rhythmen, variable Metren und alles, was mit dem Herzschlag in der Musik zu tun hat.

Als er merkte, dass seine Kräfte allmählich schwanden, bat er mich, seinen Platz im Sächsischen Musikrat als Einzelmitglied einzunehmen. Nun wäre er achtzig Jahre alt. Auch wenn er schon seit 17 Jahren nicht mehr unter uns weilt – seine Musik ist unter uns und wird dort bleiben.

Liana Bertók

Personalia 06.05.2014 Neue Bachgesellschaft mit neuen Ehrenmitgliedern

Helmuth Rilling und Peter Roy zu Ehrenmitgliedern der Neuen Bachgesellschaft ernannt

 

Vom 30. April bis zum 4. Mai 2014 fand in Weimar das 89. Bachfest der Neuen Bachgesellschaft statt. Die traditionsreiche Gesellschaft erklärte Prof. Dr. h.c. mult. Helmuth Rilling und Dr. Peter Roy zu Ehrenmitgliedern. Damit wurden die Verdienste Rillings für die Führung und Erneuerung der Gesellschaft nach 1990 sowie für sein bedeutendes Wirken in der Bachpflege gewürdigt. Helmuth Rilling, 1933 in Stuttgart geboren, ist Dirigent, Lehrer und Botschafter Bachs in der ganzen Welt. 1954 gründete Helmuth Rilling die Gächinger Kantorei, 1965 kam das Bach-Collegium Stuttgart als instrumentaler Partner dazu. 1981 gründete er die Internationale Bachakademie Stuttgart. Mit den Ensembles der Bachakademie gab Rilling international Konzerte und ist gefragter Gastdirigent bei führenden Orchestern in aller Welt. Seit 1978 war Rilling stellvertretender Vorsitzender der Neuen Bachgesellschaft, von April 1990 bis 1996 leitete er als Vorsitzender des Vorstands die Neue Bachgesellschaft. Seit 1996 arbeitet er im Direktorium der Gesellschaft.

Peter Roy war viele Jahre ehrenamtlich verantwortlich für die neu aufgebaute Internetpräsentation der Gesellschaft.

Bei der Wahl des Vorstandes wurde der Vorsitzende der Neuen Bachgesellschaft, Prof. Dr. Martin Petzoldt, in seinem Amt bestätigt. Die neue Bachgesellschaft mit Sitz in Leipzig wurde 1900 gegründet und trägt seit über 100 Jahren dazu bei, das Werk Bachs in aller Welt bekannt zu machen. Dazu finden jährliche Bachfeste in unterschiedlichen Städten statt. Seit 1904 erscheint nahezu kontinuierlich das Bach-Jahrbuch mit aktuellen Berichten aus der wissenschaftlichen Bachforschung.

www.neue-bachgesellschaft.de

Personalia 29.04.2014 minimal music

HELLERAU und das MDR Sinfonieorchester beginnen Zusammenarbeit

 

HELLERAU – Europäisches Zentrum der Künste Dresden hat mit dem MDR Sinfonieorchester eine mehrjährige Zusammenarbeit vereinbart. Das Festspielhaus Hellerau wird feste Dresdner Spielstätte des MDR Sinfonieorchesters für dessen zeitgenössisches Programm. Mindestens zweimal im Jahr wird es künftig im Festspielhaus konzertieren. Steve Reich in Concert am 1. Mai 20 Uhr markiert den Auftakt dieser Zusammenarbeit. Komponist Steve Reich, Ikone und Kultfigur der Minimal Music, wird persönlich anwesend sein. Unter der musikalischen Leitung von Kristjan Järvi erklingen The Desert Music, Duet for two Solo Violins and String Orchestra und The Four Sections. Sein wohl bekanntestes Werk Clapping Music wird Steve Reich persönlich mit Kristjan Järvi aufführen.

Das diesjährige TONLAGEN – Dresdner Festival der zeitgenössischen Musik wird am 15. Oktober mit einem Konzert des MDR Sinfonieorchesters unter Leitung von Kristjan Järvi eröffnet.

Personalia 02.02.2014 Der Dolmetscher

Am Samstag ist der Journalist und Musikkritiker Peter Zacher in Dresden gestorben. Er wurde 74 Jahre alt.

 

Die letzten dreißig Jahre war Peter Zacher ein kluger Chronist der kulturellen Zeitläufte. Freundlich, notfalls auch beharrlich stritt er als Mitglied des Bündnis 90/Die Grünen zwei Legislaturperioden lang für kulturelle Initiativen und Projekte im Dresdner Stadtrat. Der »Sächsischen Zeitung« und den »Dresdner Neuesten Nachrichten« war er jahrzehntelang ein verlässlicher Rezensent, ernstgenommen von den nicht selten deutlich, aber immer fair und vor allem fundiert kritisierten Musikern, in seinem prägnanten Urteil geschätzt auch von den Lesern.
Das heißt nicht, dass Peter Zacher keine musikalischen Vorlieben gehabt und die auch deutlich benannt hätte. Seine musikalische »Erweckung« fand in der Folk- und Singebewegung der DDR statt; er engagierte sich für verschiedene Gruppen und Ensembles unter anderem an der Technischen Universität, veröffentlichte zwei Bücher (»Din don deine. Lieder der Völker Europas« und gemeinsam mit Klaus-Georg Jockel Eulitz »Sing a Song. Lieder der Völker Nordamerikas.«). Vielleicht ist in diesen Ursprüngen auch der Grund dafür zu suchen, dass Peter Zacher die unterschiedlichsten musikalischen Genres wertschätzte und Laienprojekten dieselbe Aufmerksamkeit und journalistische Gründlichkeit zukommen ließ wie den etablierten Orchestern.
»Was ihm wichtig war: die musikalische Ehrlichkeit«, erinnert sich Zachers langjähriger Weggefährte Herbert Lappe. Durch seine Kenntnisse des Hebräischen, die Zacher während seines Studiums der Evangelischen Theologie vertiefte, begann er sich für jüdische Themen zu interessieren. Aus dem auf Zachers Anregung hin gegründeten Arbeitskreis »Begegnung mit dem Judentum«, angesiedelt an der Annenkirche, der bei seinen Veranstaltungen bis zu siebenhundert Gäste anzog, erwuchs 1991 die »Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit«.
Zuletzt zum wohl wichtigsten roten Faden in Peter Zachers beruflichem Leben, das neben Rezensionen, Plattentexten und Portraits auch Übersetzungen, Moderationen etc. umfasste. In Herbert Lappes Worten: »Ein Nobody nimmt mit dem großen Komponisten Mikis Theodorakis Kontakt auf: vielleicht sein größter Verdienst für die Musikwelt der DDR!« Sieben Uraufführungen waren es am Ende, die auf Peter Zachers Vermittlung hin zustande kamen.
Lieder von Mikis Theodorakis werden auch auf der Trauerfeier für Peter Zacher erklingen. Für ihn, den gründlichen Dolmetscher mehrerer Sprachen, vor allem aber den geduldigen Dolmetscher zwischen Musiker und Publikum.

Martin Morgenstern

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