Personalia 10.07.2015 Stefan Klingele

Neuer Musikdirektor für die Musikalische Komödie

 

Kurz vor Ende der Spielzeit 2014/15 konnte der neue Musikdirektor für die Musikalische Komödie verpflichtet werden. Gemeinsam mit dem Betriebsdirektor Torsten Rose und dem Chefregisseur Cusch Jung wird er ab der kommenden Spielzeit 2015/16 das einzigartige Operetten- und Musicalhaus zunächst bis 2020 leiten.

Prof. Ulf Schirmer (Intendant und Generalmusikdirektor): »Wir sind froh und dankbar, einen solch profunden Musiker mit diesem beruflichen Hintergrund gewonnen zu haben.« Durch die Produktion »Romeo und Julia« im Januar 2014, bei der er die Musikalische Leitung inne hatte, ist er dem Orchester und dem Ensemble bereits bestens bekannt. Zu Beginn der Saison wird er mit der Eröffnungspremiere »Wiener Blut« (Premiere 17. Oktober 2015) zum ersten Mal als Musikalischer Leiter in seiner neuen Funktion in Erscheinung treten. Für das Klangfarben-Konzert »Die Himmelfahrt Jesu Christi«, ein Oratorium von Albert Lortzing, wird er am Pult des Orchesters der Musikalischen Komödie stehen. Zusätzlich werden ihm Produktionen aus dem Repertoire wie z.B. »My Fair Lady«, »Im Weißen Rössl«, die Wiederaufnahmen von »Der Opernball«, »Der Wildschütz«, »Aschenputtel« und »Das Land des Lächelns« anvertraut.  Stefan Klingele gastiert an zahlreichen Bühnen u.a. an der Semperoper Dresden, der Königlichen Oper Stockholm, dem Nationaltheater Weimar, der Deutschen Oper am Rhein Düsseldorf, der Staatsoper Hannover und an der Wiener Volksoper. Seine jüngsten Konzerte waren mit der Norddeutschen Philharmonie Rostock, dem Uppsala Kammerorchester, der Jönköping Sinfonietta, dem Orchester des Teatro Massimo in Palermo, der Hofkapelle Stockholm und dem Staatsorchester Halle. Stefan Klingele  erhielt an der Hochschule für Musik Würzburg Hauptfachdiplome in Dirigieren und Violoncello und konnte bereits als Student drei Jahre lang die Neuburger Kammeroper leiten. Seine erste Stelle als Korrepetitor mit Dirigierverpflichtung trat er 1993 für drei Jahre am Nationaltheater Mannheim an. Nach drei weiteren Jahren als Dirigent im Staatstheater am Gärtnerplatz München war Klingele schließlich von 1999 bis 2007 am Bremer Theater engagiert. In der Spielzeit 2006/07, in der er als Interims-Chefdirigent die Oper Bremen leitete, wurde diese von der Zeitschrift »Die Opernwelt« zum »Opernhaus des Jahres« gewählt. 1999 wurde Klingele der Bayerische Förderpreis verliehen, 2006 der Kurt-Hübner-Preis Bremen. Seine Produktion »Intolleranza 1960« (Luigi Nono) in der Staatsoper Hannover erhielt den Musiktheaterregiepreis »Der Faust« des Bühnenvereins für die beste nationale Premiere in der Spielzeit 2010/2011.

Oper Leipzig

Personalia 24.06.2015 Prof. Christfried Brödel als Vorsitzender der Neuen Bachgesellschaft bestätigt

Das Direktorium der Neuen Bachgesellschaft hat auf seiner Sitzung während des Bachfestes in Leipzig den derzeit amtierenden Vorsitzenden, KMD Prof. Dr. Dr. h.c. Christfried Brödel mit großer Mehrheit zum Vorstandsvorsitzenden gewählt.

 

Zwei Kandidaten hatten sich dieser Neuwahl, die durch den Tod des langjährigen Vorsitzenden Prof. Dr. Martin Petzoldt im März 2015 nötig wurde, gestellt. Prof. Brödel dankte nach seiner Wahl insbesondere dem stellvertretenden Vorsitzenden Kreuzkantor Roderich Kreile, der während der Krankheit Prof. Petzoldts die Neue Bachgesellschaft geleitet hat. In den Vorstand gewählt wurde zudem PD Dr. habil. Michael Maul, der bisher im Direktorium der Gesellschaft mitarbeitete. Der Leipziger Bachforscher leitet seit 2014 im Bach-Archiv Leipzig das Forschungsreferat I. Der Vorstand der Neuen Bachgesellschaft steht vor großen Herausforderungen. »Neben der Fortführung der bisherigen Aktivitäten wie der Durchführung von Bachfesten, der Trägerschaft des Bachhauses Eisenach, der Finanzierung des Bach-Jahrbuchs und der Unterstützung der Bachakademie-Arbeit in Osteuropa gilt es, die Kommunikation zwischen den Mitgliedern zu verbessern, sich besonders der Heranführung Jugendlicher an das Werk Bachs zu widmen, stärker in der Öffentlichkeit wirksam zu werden und konkrete Projekte zu verwirklichen, durch die Liebhaber Bachscher Musik und professionelle Interpreten gleichermaßen angesprochen werden. Es gilt, die Gesellschaft unter Wahrung ihrer bisherigen Werte zu modernisieren und für den Weg durch die kommenden Jahre tüchtig zu machen«, beschreibt Prof. Brödel die künftigen Aufgaben. Christfried Brödel, geb. 1947, gehört seit 1969 der Neuen Bachgesellschaft an. Er ist Kirchenmusiker und leitete von 1988 bis 2013 als Rektor und Professor für Chorleitung die Hochschule für Kirchenmusik Dresden (bis 1992: Kirchenmusikschule Dresden). Schwerpunkte seines musikalischen Schaffens bilden die Aufführung und Erschließung von Werken Johann Sebastian Bachs sowie von zeitgenössischer Kirchenmusik. Seit 1990 ist er Mitglied des Direktoriums der Neuen Bachgesellschaft. In ihrem Auftrag leitete er bisher 12 Bachakademien in Osteuropa. Nach seiner Emeritierung 2013 ist er weiterhin als Dirigent, Autor und Leiter von Chorleitungskursen tätig. Die 1900 gegründete Neue Bachgesellschaft mit Sitz in Leipzig hat es sich zum Ziel gesetzt, die Musik Johann Sebastian Bachs zu pflegen und zu verbreiten sowie Leben, Werk und Nachwirken Bachs wissenschaftlich zu erschließen. Schwerpunkte der Arbeit sind die jährliche Veranstaltung von Bachfesten an wechselnden Orten, die Herausgabe des jährlich erscheinenden Bach-Jahrbuches sowie die Förderung des musikalischen Nachwuchses.

Johann-Sebastian-Bach-Stiftung
Neue Bachgesellschaft e.V.


Personalia 08.06.2015 Neuer Kapellmeister der Oper Leipzig

Ab der kommenden Spielzeit wird Christoph Gedschold neuer Kapellmeister der Oper Leipzig.

 

Bereits zu Beginn der Saison wird er als Musikalischer Leiter der Produktion »Die Nachtschwalbe« (Premiere 10. Oktober 2015) im Spiegelzelt auf dem Augustusplatz zum ersten Mal in Erscheinung treten. Für die beiden Hauspremieren des Leipziger Balletts »Die Märchen der Gebrüder Grimm« (Premiere 4. Dezember 2015) und »Lobgesang« (Premiere 6. Februar 2016) wird er als Musikalischer Leiter am Pult des Gewandhausorchesters stehen. Zusätzlich werden ihm Produktionen aus dem Repertoire wie z.B. »La Bohème«, »La Traviata«, »West Side Story« und »Die Zauberflöte« anvertraut. Christoph Gedschold wurde in Magdeburg geboren, studierte Klavier und Dirigieren in Leipzig und bei Prof. Christof Prick in Hamburg. Als 1. Kapellmeister am Staatstheater Karlsruhe leitete er die Premieren von B. Martinu »Die griechische Passion«, C. W. Weber »Euryanthe«, A. Ponchielli »La Gioconda«, die Ballett-Premiere »Siegfried«, die deutsche Erstaufführung von M. Weinbergs Oper »Die Passsagierin«, sowie »Le Rossignol«/»L´enfant et les sortiléges«. Er dirigierte u. a. das Museumsorchester Frankfurt, Nationalorchester Mannheim, Bayerische Staatsphilharmonie Nürnberg, Basler Sinfonieorchester sowie das New Japan Philharmonic in Tokio. Christoph Gedschold gab im Mai 2015 sein sehr erfolgreiches Nordamerika-Debüt beim Orchestre Symphonique de Montréal mit Schostakowitsch 11. Symphonie, im März 2016 debütiert er an der Hamburgischen Staatsoper mit »Katia Kabanowa«.

Oper Leipzig | Blog

 

Am 25. April 2015 fand im Festspielhaus Hellerau die Jahresversammlung des Sächsischen Musikrates statt. Der Musikrat vereint als zahlenmäßig größter sächsischer Kulturverband 31 Landesfachverbände und 15 Institutionen. Er vertritt damit ca. 150.000 Musikausübende in Sachsen. Als Präsident wurde Prof. Dr. Christoph Krummacher in seinem Amt mit hoher Zustimmung der Anwesenden bestätigt. Krummacher dankte in einer ersten Stellungnahme den Mitgliedern für ihre Unterstützung im vergangenen Jahr und den vielen ehrenamtlichen Helfern, die in ganz Sachsen auch die Projekte vor allem im Bereich der musikalischen Nachwuchsförderung mit ermöglicht haben.

Als wichtigste Aufgaben für die nächste vierjährige Amtsperiode formulierte Krummacher die Themen: Musikalische Bildung mit dem Schwerpunkt Ausbildung Erzieher für Kindertagesstätten sowie ein dafür notwendiges Netzwerk Fortbildung, die inhaltliche Ausgestaltung des Kulturraumgesetzes im Ergebnis der derzeitig laufenden Evaluierung sowie die zwingende Vernetzung von Kultur- und Bildungsangeboten im Freistaat.

Als weitere Mitglieder des Präsidiums wurden im Amt bestätigt: Carsten Dufner (Hauptabteilungsleiter Klangkörper im mdr), Aline Fiedler MdL, Ulf Firke (Schulmusiker), Markus Leidenberger (Landeskirchenmusikdirektor), Helge Lorenz (Bundesverband Deutscher Liebhaberorchester). Neu in das Präsidium wurde Dr. Klaus-Dieter Anders als Vertreter der Sächsischen Musikschulen gewählt.

Sächsischer Musikrat e.V.

Personalia 19.05.2015 Neue Rektorin an der Hochschule für Musik Dresden

Der Erweiterte Senat der Hochschule für Musik wählte am 18. Mai 2015 die bisherige Prorektorin für Lehre und Studium Judith Schinker zur neuen Rektorin.

 

Judith Schinker folgt damit Prof. Ekkehard Klemm im Amt. Judith Schinker studierte Rechtswissenschaften an der Freien Universität Berlin und Kulturmanagement an der Hochschule für Musik Hanns Eisler. Sie arbeitete bei der Orchesterakademie der Berliner Philharmoniker (Assistentin der Geschäftsführung), den Brandenburgischen Sommerkonzerten (Projektmanagement), war für die Gesamtkoordination des trinationalen Jugendkulturfestivals Freiburg/Basel/Mulhouse, für das Veranstaltungsmanagement der Freunde der Hamburger Kunsthalle sowie für die Presse- und Öffentlichkeitsarbeit beim Kultur Forum Dresden verantwortlich. Es folgte die Koordination des Hochschulsinfonieorchesters und der Kammermusik an der Hochschule für Musik Carl Maria von Weber Dresden. Seit Mai 2012 ist Judith Schinker Prorektorin für Lehre und Studium Hochschule für Musik Dresden.

Personalia 15.05.2015 Neuer Rektor in Leipzig

Prof. Martin Kürschner ist neuer Rektor der Hochschule für Musik und Theater »Felix Mendelssohn Bartholdy« Leipzig.

 

Als neuer Rektor der Hochschule für Musik und Theater »Felix Mendelssohn Bartholdy« Leipzig (HMT) wurde am 12. Mai 2015 vom Erweiterten Senat Prof. Martin Kürschner gewählt. Er konnte sich im dritten Wahlgang gegen Dr. Julia Cloot (Frankfurt) und Monika Schneidereit (Düsseldorf) durchsetzen. Seine Amtszeit beginnt nach der Bestellung durch das Staatsministerium für Wissenschaft und Kunst zum Beginn des Wintersemesters 2015/16.

Prof. Martin Kürschner wird Nachfolger von Prof. Robert Ehrlich, der seit 2006 Rektor der Hochschule ist und nach zwei Amtszeiten nicht noch einmal kandidieren konnte. Martin Kürschner studierte Schulmusik, Komposition, Mathematik, Physik und Musikwissenschaft in Frankfurt am Main und war dort bis 1995 Lehrbeauftragter für Neue Kompositionstechniken, Akustik und Elektronik. Danach lehrte er in Darmstadt und Mainz. Seine Kompositionen erfuhren mehrfach Auszeichnungen, zahlreiche Aufführungen und CD-Produktionen im In- und Ausland. 2001 nahm er einen Ruf an die HMT Leipzig an und unterrichtet in den Fächern Tonsatz, Instrumentation und Analyse. Nachdem er als Dekan und Bologna-Beauftragter der Hochschule tätig war, amtiert er seit 2010 als Prorektor für Lehre und Studium.

Personalia 11.05.2015 Trauer um Albrecht Goetze

Gründer des MEETINGPOINT MUSIC MESSIAEN gestorben

 

Der MEETINGPOINT MUSIC MESSIAEN e.V. und der Sächsische Musikrat e.V. traueren um Dr. Albrecht Goetze. Nach Angaben der Familie starb er am 25. April in Berlin nach langer, schwerer Krankheit. Albrecht Goetze, am 3. Juni 1942 in Leipzig geboren, kam nach Stationen als Theaterregisseur und Künstler in Hamburg, London und München im Herbst 2002 nach Görlitz und arbeitete zunächst als Konzertpädagoge am Gerhart-Hauptmann-Theater. In dieser Zeit arbeitete er intensiv mit Kindern und Jugendlichen aus der gesamten Euroregion zusammen, die er in den Jahren 2004 und 2005 in ein großes grenzüberschreitendes Festival einbezog: »Europa ist Musik«.
Albrecht Goetze war zutiefst davon überzeugt, dass die Kunst im Allgemeinen, die Musik aber im Besonderen ein Lebensmittel für jeden Menschen ist – kein Sahneklecks oder nur eine nette Zugabe. Diese Überzeugung vertiefte sich in der Beschäftigung mit der Musik von Olivier Messiaen (1908–1992), die für ihn Anlass war, im Alter von beinahe 60 Jahren nach Görlitz zu kommen. Während des Zweiten Weltkrieges, in den Jahren 1940/41, war Messiaen  im Görlitzer Kriegsgefangenlager Stalag VIII A inhaftiert, als einer von letztlich rund 120.000 Soldaten, die in Stadt und Region als Zwangsarbeiter eingesetzt wurden. Messiaen vollendete hier eines der herausragenden kammermusikalischen Werke des Zwanzigsten Jahrhunderts, das »Quatuor pour le fin du temps« (Quartett für/auf das Ende der Zeit). Am 15. Januar 1941 führte es Messiaen in der Theaterbaracke gemeinsam mit drei Mitgefangenen des Lagers erstmals auf. In dieser Musik sah Albrecht Goetze einen Beleg dafür, dass der Mensch auch schwierigste Lebenssituationen meistern kann, wenn er sich ganz auf seine innersten Kräfte und Fähigkeiten konzentriert.

Albrecht Goetze entwickelte im Jahr 2005 ein Konzept für einen Erinnerungs- und Zukunftsort, einen Ort der Bildung und der Kultur, ein europäisches Begegnungszentrum auf dem Gelände des früheren Kriegsgefangenenlagers. Er gab dieser Vision den Titel MEETINGPOINT MUSIC MESSIAEN. Im Jahr 2007 gründete er den gleichnamigen Verein und leitete ihn fünf Jahre lang als Präsident. In dieser Zeit fand er Partner auf der polnischen und der deutschen Seite, mit denen er gemeinsam eines der größten EU-Projekte im sächsisch-polnischen Grenzraumes ins Leben rief. Von 2009 bis 2013 entstand das Europäische Bildungs- und Kulturzentrum MEETINGPOINT MUSIC MESSIAEN, getragen unter anderem von der Zgorzelecer Stiftung für Unternehmensförderung als Lead-Partner und dem MEETINGPOINT-Verein als Projektpartner. Die Eröffnung dieses Zentrums am 15. Januar 2015 hat Albrecht Goetze nicht mehr persönlich miterlebt. Bereits zwei Jahre zuvor, im Dezember 2012, hatte sich der geistige Vater und unermüdliche Motor aus gesundheitlichen Gründen komplett aus dem Projekt und aus der Region zurückgezogen.
Für seinen hohen persönlichen Einsatz den Meetingpoint Messiaen als Kristallisationspunkt für Kultur, Geschichte und Versöhnung in seiner Heimatstadt Görlitz zuschaffen erhielt Dr. Albrecht Goetze  am 15. September 2012 die Johann Walter Plakette des Sächischen Musikrates. Grenzüberschreitend hat er damit das zeitgenössische Musikleben in seiner Vielfalt bereichert und durch neue Sichten das Verhältnis zwischen Deutschen und Polen bereichert. 

MEETINGPOINT MUSIC MESSIAEN e.V.
Sächsischer Musikrat e.V.

 

Prof. Dr. Dr. h.c. Christfried Brödel wurde vom Vorstand der Neuen Bachgesellschaft zum neuen Vorsitzenden der Gesellschaft gewählt. Diese Position wurde durch den Tod des langjährigen Vorsitzenden Martin Petzoldt, im März 2015, vakant. Endgültig wird über die Besetzung der Position des Vorsitzenden in der nächsten Sitzung des Direktoriums der Neuen Bachgesellschaft im Juni 2015 entschieden.

Christfried Brödel, geb. 1947, gehört seit 1969 der Neuen Bachgesellschaft an. Er ist Kirchenmusiker und leitete von 1988 bis 2013 als Rektor und Professor für Chorleitung die Hochschule für Kirchenmusik Dresden. Schwerpunkte seines musikalischen Schaffens bilden die Aufführung und Erschließung von Werken Johann Sebastian Bachs sowie von zeitgenössischer Kirchenmusik. Seit 1990 ist er Mitglied des Direktoriums der Neuen Bachgesellschaft. In ihrem Auftrag leitete er bisher 12 Bachakademien in Osteuropa. Nach seiner Emeritierung 2013 ist er weiterhin als Dirigent, Autor und Leiter von Chorleitungskursen tätig.

Die Neue Bachgesellschaft, mit Sitz in Leipzig, hat es sich zum Ziel gesetzt, die Musik Johann Sebastian Bachs zu pflegen und zu verbreiten sowie Leben, Werk und Nachwirken Bachs wissenschaftlich zu erschließen. Schwerpunkte der Arbeit sind die jährliche Veranstaltung von Bachfesten an wechselnden Orten, die Herausgabe des jährlich erscheinenden Bach-Jahrbuches sowie die Förderung des musikalischen Nachwuchses.

 

Am 1. Februar wurde der Komponist Günter Neubert mit dem »Helmut-Bräutigam-Preis« der Stadt Crimmitschau geehrt. Die Ehrung nahm Oberbürgermeister Holm Günther in der St. Laurentiuskirche in Crimmitschau vor. Die Laudatio hielt Prof. Dr. Johannes Forner, Professor für Musikwissenschaft an der Hochschule für Musik und Theater in Leipzig.

Der 1936 in Crimmitschau geborene Günter Neubert studierte von 1959–1965 und 1968 bis 1971 Komposition bei Rudolf Wagner-Régeny und Paul Dessau an der Akademie der Künste der DDR in Berlin. 1975 bis 1989 nahm er Lehraufträge an den Hochschulen für Musik in Dresden und Leipzig wahr. Seit 1992 ist der Vorstandsmitglied des Deutschen Komponistenverbandes (DKV) sowie Leiter des Büros für zeitgenössische Musik Leipzig. Er wurde in den Gründungsausschuss der Sächsischen Akademie der Künste berufen und ist Mitglied des Sächsischen Musikrates. Günter Neubert komponiert für alle Gattungen. Besonders hervorzuheben sind die Opern »Weihnachtsgans Auguste« (1974) und »Persephone oder Der Ausgleich der Welten« (1989/1996), die »Sinfonia infernale« (1985), sowie die Oratorien »Laudate Ninive« (1982/83) und »Wo der Herr nicht das Haus baut« (2006).

Der Preis wird alle drei Jahre verliehen und soll an den Crimmitschauer Komponisten Helmut Bräutigam erinnern. Bräutigam studierte von 1934–1937 u.a. Komposition bei Hermann Grabner und Johann Nepomuk David. In seinem kurzen Leben schuf Bräutigam Kanons, Orgel- und Kammermusiken und Lieder. Thomaskantor Georg Christoph Biller führte mit dem Thomanerchor mehrmals seine Weihnachts-Motetten in der Thomaskirche auf. Helmut Brätigam, der im Zweiten Weltkrieg 1942 im Alter von 27 Jahren in Rußland fiel, wäre im vergangenen Jahr 100 Jahre alt geworden.

Personalia 18.11.2014 Dresdner Mädchenchor feiert 25-jähriges Chorleiterjubiläum

Deutscher Chorverband und JugendKunstschule Dresden würdigen Schaffen von Claudia Sebastian-Bertsch

 

Bereits seit 1989 leitet Claudia Sebastian-Bertsch den 1965 gegründeten Dresdner Mädchenchor. Als engagierte Chorleiterin (und selbst Mutter zweier Kinder) hat sie sich ganz  der chorischen Arbeit mit Kindern und Jugendlichen verschrieben. Neben der traditionellen chorischen Arbeit widmet sie sich der szenischen Arbeit mit Chorsängerinnen zwischen fünf und 40 Jahren. Eigens für junge Sängerinnen und Sänger kreierte Singspiele erklingen in den Chören sowie den Kinderchorbühnen zweier Grundschulen (im Rahmen GTA). In Zusammenarbeit mit dem Sächsischen Musikrat gestaltete Claudia Sebastian-Bertsch zwei Ferienakademien in der Landesmusikakademie Schloss Colditz. Ihre Erfahrungen vermittelt sie im Rahmen musikpädagogischer Fortbildungen.

»Als Leiterin der JugendKunstschule Dresden« sagt Heike Heinze »schätze ich Claudia Sebastian-Bertsch sehr in ihrem Engagement für das Singen mit Kindern und Jugendlichen - als Fachfrau und als Mensch. Fachliches Know-how, Sensibilität für das Medium Stimme und ganz viel Liebe und Achtung gegenüber den Kindern sind Dinge, die sie mit Elan, Hartnäckigkeit und ohne viele Worte einfach einbringt. Begeisternd sind die gemeinsamen Stunden, in denen wir darüber nachdenken, was es zu tun gibt, wie wir etwas umsetzen wollen, wen wir mit ins Boot holen. Sie vermittelt und erklärt Spezifisches und nimmt aber auch gleichermaßen Anregungen in ihre Überlegungen mit auf. So ist schon aus manchem kreativen Samenkorn - auch wenn wir beide vielleicht anfänglich zweifelnd waren - etwas gelungen. Für die Vielfalt an der JugendKunstschule Dresden ist sie einfach unverzichtbar.«

Die Stimmen des Dresdner Mädchenchores erklingen u.a. im Zwinger und am Theaterplatz zu den Dresdner Musikfestspielen, in Schulkonzerten (teilweise gemeinsam mit dem Fachbereich Tanz), im Rathaus, zum Elbhangfest, im Landtag, in der Dresdner Frauenkirche und im Leipziger Gewandhaus ... Prägend sind gemeinsame Konzerterlebnisse mit Dresdner Partnern (Heinrich-Schütz-Konservatorium, Dresdner Knabenchor, Landesgymnasium für Musik), mit europäischen und nordamerikanischen Gastchören, dem südkoreanischen Jugendsinfonieorchester, ... Zahlreiche Wohltätigkeits- und Benefizkonzerte schmücken den Konzertkalender (z.B. Klassik am Nachmittag, Sonnenstrahl). Über die sächsischen Landesgrenzen hinaus gab es Konzerttourneen und Choraustausch nach Baden-Baden, Calw, Coventry, Den Haag, Düsseldorf, Grevenmacher, Hamburg, München, Tegernsee und Luxemburg. Vom Europäischen Chorfestival in Saarbrücken kehrten die Mädchen als Preisträger zurück. Hervorzuheben ist die erfolgreiche Teilnahme am Internationalen Kinderchorfestival in Halle/Saale (Deutschland) 1995/ 2007, am Europees Muziekfestival voor de jeugd Neerpelt (Belgien) 1996 / 2002 – 1. Preis »cum laude« am 2. Sächsischen Chorwettbewerb in Zwickau (Deutschland) 1997 – Sonderpreis für die beste Interpretation eines zeitgenössischen Werkes sowie am 7. Internationalen Chorwettbewerb in Budapest (Ungarn) 1999 – »goldenes Diplom« – Bronzemedaille zur Internationalen Chorolympiade, Bremen 2004. Zahlreiche Fernseh-, Rundfunk- und CD-Produktionen (»Ich bin hinausgegangen« 1993 / «Kinderchöre singen zur Weihnachtszeit« 1996 / »Harfenklänge, Himmelstöne« 2002/ »Töne, mein Gesang« 2010) machten den Chor im In- und Ausland bekannt. 2008 wurde der Chor für den Robert-Edler-Preis nominiert.

Dem Chor gehören 60 Mädchen im Alter zwischen 6 und 20 Jahren an. Sie treffen sich zweimal in der Woche im Kulturrathaus bzw. im Schloss Albrechtsberg zu Chorproben im Konzert- oder Kammerchor und erhalten Stimmbildungsunterricht. Einmal jährlich verbringen die Sängerinnen eine gemeinsame Chorfreizeit.

Das Repertoire des Chores ist äußerst vielfältig. Werke alter Meister mit Originalbegleitung der Klassik und Romantik gehören zum Standard. Aber auch moderne Komponisten (zeitgenössische Dresdner Komponisten; 2006 wurde erstmalig mit Unterstützung der Kulturstiftung des Freistaates Sachsen ein Kompositionsauftrag an Sylke Zimpel - Liederzyklus »Und oben schwimmt die Sonne davon« - erteilt), Swing und Modern Music sowie fremdsprachige Literatur (Singen in 12 Sprachen) sind sehr beliebt. Mit dem Singspiel Dresdner BaROCKgeflüster® beschritt der Chor 2008 erneut neues Terrain in der chorischen Arbeit. Im Februar 2010 erlebte die genreübergreifende, von der Kulturstiftung des Freistaates Sachsen geförderte Inszenierung, die multikulturelle Eigenproduktion der JugendKunstschule Dresden »Eine Geschichte vom kleinen Muck« unter Mitwirkung des Mädchenchores in der Staatsoperette ihre Premiere. 2012 wurde die Kantate für Mädchenchor, Klavier, Violoncello, Saxophon und Schlagwerk »Lyrischer Bissen« (Auftragswerk der JugendKunstschule Dresden) uraufgeführt. Seit 2013 lädt die JugendKunstschule Dresden mit Unterstützung des Sächsischen Chorverbandes jährlich zum »Sängerwettstreit« ein. Der Dresdner Mädchenchor begrüßt hier Dresdner Schulchöre zu Workshops und vor allem zum gemeinsamen, öffentlichen Singen im Park von Schloss Albrechtsberg. 2015 wird das 50-jährige Mädchenchorjubiläum mit Konzerten durch das Jahr gefeiert werden.

Die JugendKunstschule Dresden ist Mitglied im Landes- und Bundesverband der Jugendkunstschulen und kulturpädagogischen Einrichtungen sowie im Sächsischen Chorverband. Der Mädchenchor wird von einem Förderverein unterstützt.

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