Corona-Krise 15.04.2020 Zweite Verlosung der Spendengelder aus dem Hilfsfonds

»MUSIKRAT hilft sofort!« konnte bereits 50 Betroffenen mit ingesamt 15.000 Euro helfen

Spendenkonto
Kontoinhaber: Sächsischer Musikrat e.V.
IBAN: DE56850503003120134561
Verwendungsweck: »Spende musikrathilftsofort«

Die Verwaltung und Zuteilung der Spendengelder erfolgt durch den Sächsischen Musikrat. Alle Spender/-innen werden namentlich auf der Website des Sächsischen Musikrats genannt oder können auf Wunsch anonym bleiben.

Bewerben können sich Musiker/-innen und Musikpädagog/-innen mit Hauptwohnsitz in Sachsen, die nicht oder bis höchstens 50% ihrer beruflichen Tätigkeit sozialversicherungspflichtig beschäftigt sind.

Weitere Informationen

 

Heute Vormittag fand die zweite Verlosung aus dem Hilfsfonds statt, den der Sächsische Musikrat unter dem Titel »Musikrat hilft sofort!« ins Leben gerufen hat, um in Not geratene freiberufliche Musiker/-innen und Musikpädagogen/-innen schnell und unbürokratisch finanziell zu unterstützen. Ziel der Aktion ist es, möglichst vielen Betroffenen einmalig 300 Euro aus dem Fonds zukommen lassen. Diese können sich dafür online bewerben. Die Verteilung erfolgt dann über eine wöchentliche Verlosung an jedem Mittwoch.

Dank der fast 100 ersten Spender/-innen standen bisher insgesamt 15.000 Euro zur Verfügung, die bereits an 50 Betroffene vergeben werden konnten – 30 in der ersten Verlosung und weitere 20 heute. Das sind mehr als die Hälfte der bislang eingegangenen Bewerbungen. Diejenigen, die heute nicht gezogen werden, verbleiben im »Topf« – gemeinsam mit den bis 21. April, 12 Uhr, eingehenden neuen Bewerbungen für die dritte Auslosung am kommenden Mittwoch, dem 22. April. Damit auch diese wieder erfolgreich durchgeführt werden kann, ist weiterhin jede Spende herzlich willkommen.

Nach der ersten Verlosung am vergangenen Mittwoch erreichten den Sächsischen Musikrat zahlreiche Rückmeldungen von glücklichen Gewinner/-innen – herausgegriffen sei diese: »mit großer Freude habe ich heute Ihre Mail bekommen […] Vielen Dank für Ihre Hilfe und bleiben Sie gesund«.

Alle Verlosungen werden audiovisuell aufgezeichnet und auf der Website des Sächsischen Musikrats bzw. auf Youtube veröffentlicht.

Corona-Krise 15.04.2020 Digitales für den musikalischen Nachwuchs

Musikschule in besonderen Zeiten – auf dem Weg zu alternativen Unterrichtsformaten

Neue Ideen und Formate für den Musikfernunterricht hat Uli Frefat, BMU-Vorstand Thüringen als Padlet aufgebaut. Da kann kommentiert und ergänzt werden.

 

Derzeit ist in der öffentlichen Wahrnehmung der Fokus vorrangig auf professionelle Musikern/-innen gerichtet, deren Konzerte und damit Honorare über Wochen und Monate ausfallen. Betroffen sind jedoch nicht nur sie. Auch für den Nachwuchs an den Musikschulen ist nun Vieles anders. Alle Beteiligten stehen gleichermaßen vor den Herausforderungen, die der Wegfall des gewohnten wöchentlichen Unterrichts mit sich bringt. Die allermeisten Musikschulen versuchen, auch in dieser Situation weiterhin ihrem pädagogischen Auftrag gerecht zu werden. Es gilt einerseits, die Schüler/-innen im Arbeitsprozess zu halten und damit zu fördern und andererseits, durch Fortsetzung des Unterrichts – nun in alternativen Formen – Kontinuität zu erzeugen, um somit der Gefahr von Abmeldungen zu begegnen.

Doch der Schritt vom Präsenzunterricht zum digitalen (Fern-)Unterricht ist weder selbstverständlich noch einfach. Einzelne Lehrer/-innen sind mit den technischen Möglichkeiten nicht vertraut und auch der Netzausbau auf dem Land ist alles andere als flächendeckend oder vorhandene Verbindungen sind nicht stabil. Und ganz sicher verfügt nicht jede Familie über genügend technische Geräte, um ihren Kindern die Teilnahme am digitalen Unterricht – gar parallel zum Homeoffice der Eltern – zu ermöglichen.

Wie können Musikschüler/-innen und Lehrkräfte dennoch in Kontakt bleiben, um den Fortschritt beim Üben weiterhin zu begleiten – um Inhalte, Perspektiven, Struktur und neue Ziele zu vermitteln? Dazu bedienen sich zahlreiche Musikschulen digitaler Hilfsmittel für den direkten Hör- und Sichtkontakt wie Skype oder Zoom. Aber auch der Versand von Audiodateien und Soundfiles zwischen Musikschüler/-innen und Lehrkräften zum Beurteilen, Auswerten und Hinweisgeben, ist eine Möglichkeit. Manche nutzen die Zeit, um mehr Musiktheorie, in Form von Arbeitsblättern, zu vermitteln. Aber auch das gute alte Festnetztelefon hilft bei der Kommunikation. Die Palette ist groß und die Möglichkeiten individuell. Viele lernen bereits, engmaschiger und strukturierter zu arbeiten. Auch wenn sich Präsenzunterricht damit nicht ersetzen lässt, ist Einiges von dem mehr, als ein »besser als nichts«. Wie sieht nun der Weg zur digitalen Musikschule in konkreten Zahlen aus?

Zu diesem Thema führte Christina Schimmer, Mitarbeiterin in der Geschäftsstelle des Sächsischen Musikrats, ein Gespräch mit dem Leiter der Kreismusikschule Dreiländereck Sven Rössel. Seine Schule verfügt über neun Standorte ganz im Osten Sachsens von Niesky bis Seifhennersdorf und ist bemüht, ihre Schüler/-innen möglichst überall zu erreichen.

Christina Schimmer: An Ihrer Musikschule lernen rund 3.200 Schülerinnen und Schüler. Wie viele davon werden digital unterrichtet?
Sven Rössel: Konnten zu Beginn nur etwa 25% der Schülerinnen und Schüler digital unterrichtet werden, sind es jetzt [Anm. d. Red.: Stand 14.04.2020] mindestens 68% – das sind ca. 2.100 Schüler pro Woche. Damit haben wir mein persönliches Ziel, 50% des Unterrichts weiterführen zu können, weit übertroffen.

Wie ist denn die Stimmung bei den Lehrkräften?
Ich kann sogar fast von einem Innovationsschub sprechen – Alle versuchen möglich zu machen, was möglich ist. Auch Kollegen, die sich sonst eher als technikfern beschreiben, nutzen die digitalen Unterrichtsmethoden. Und die Eltern sind froh, dass es weitergeht.

Wie setzen Sie das technisch um?
An unserer Kreismusikschule gibt es neun Standorte. Wir haben zusammen mit dem Datenschutzbeauftragten über die Technik entschieden und Lizenzen für »Zoom« erworben. Ich habe einige Arbeitsplätze mit Webcams ausgestattet für Kolleg/-innen, die zu Hause keine entsprechenden technischen Möglichkeiten haben. Man muss auch bedenken, dass in den Musikschulen und bei den Eltern der Netzausbau nicht flächendeckend gegeben ist.

Hat sich schon eine Unterrichtsroutine eingestellt?
Man kann schon sagen, dass sich die Abläufe jetzt nach vier Wochen eingespielt haben. Die Schülerinnen und Schüler, gerade auch die Jüngeren, sind sehr motiviert und konzentriert. Aus meiner eigenen Erfahrung kann ich feststellen: Wenn das Unterrichtszeitfenster beginnt, ist jetzt der Kontrabass schon ausgepackt und spielbereit. Es kann sofort losgehen. Man arbeitet sehr effektiv.
So können wir die Krise auch als Chance sehen und uns für die Zeit danach eine Offenheit und Solidarität bewahren.

Vielen Dank für das Gespräch und weiterhin alles Gute!

Corona-Krise 09.04.2020 +49 (0)341 99 35 98 66

Corona-HOTLINE des Berufsverbandes Musik DTKV Sachsen in Kooperation mit dem Sächsischen Musikrat

 

Am Telefon sprecht ihr mit Musikern, die selbst beruflich von der Situation betroffen sind und sich für euch organisieren. Wir möchten euch helfen den geeigneten Weg und die geeigneten Mittel zu finden, damit ihr gut durch die Krise kommt. Uns ist bewusst, dass unsere Berufe im besonderen Maße von der derzeitigen Situation betroffen sind. Helft mit, dass Sachsen auch nach der Krise das starke Kulturland bleibt, dass es bisher war.

+49 (0)341 99 35 98 66

Die Hotline ist mit einer Begrüßungsansage sowie auch einem Antwortbeantworter für Rückrufbitten ausgestattet. Die Rückrufe erfolgen auch außerhalb der folgend genannten persönlichen Bereitschaftszeiten durch das Hotline-Team.

Die Hotline ist zu folgenden Zeiten (außer an Feiertagen) besetzt:
Montag: 9–12 Uhr
Dienstag: 9–12 Uhr
Mittwoch: 9–12 Uhr | 15–18 Uhr  
Donnerstag: 9–12 Uhr | 15–18 Uhr | 21–22 Uhr
Freitag: 9–12 Uhr | 15–18 Uhr

Corona-Krise 08.04.2020 #zusammenSINGENwirSTÄRKER

Deutsche Chorjugend plant »größten virtuellen Chor Deutschlands«

 

Während der Corona-Krise müssen Millionen Menschen auf das gemeinsame Singen im Chor verzichten. Konzerte und Festivals wurden abgesagt, auch das Deutsche Chorfest: Mehr als 500 Chöre aus ganz Deutschland hätten am ersten Maiwochenende über 700 Konzerte in Leipzig gesungen. Eingeladen dazu hatte der Deutsche Chorverband (DCV), der aus der Deutschen Chorjugend und 20 Mitgliedsverbänden mit über einer Million chorsingender Menschen besteht.

Doch Krisen machen erfinderisch und so plant die Deutsche Chorjugend nun gemeinsam mit dem Deutschen und dem Sächsischen Chorverband den größten virtuellen Chor Deutschlands und lädt alle Singbegeisterten dazu ein, von zu Hause aus mitzusingen!

Christian Wulff, Präsident des Deutschen Chorverbandes und Bundespräsident a.D., unterstützt die Aktion und betont ihre gesellschaftliche Dimension: »Singen stärkt den Zusammenhalt, insbesondere in Zeiten von social distancing!«

Auch Horst Wehner, Präsident des Sächsischen Chorverbandes lädt zum Mitmachen ein: »Wenn wir schon leider, leider nicht die rund 15.000 angemeldeten Sängerinnen und Sänger bei uns in Leipzig willkommen heißen können, so freuen wir uns doch darüber, dass wir durch diese Aktion online zusammen feiern können und hoffen, dass viele Menschen mitsingen werden!«

Szene-Star Oliver Gies aus der Vocal-Band »Maybebop« hat dafür einen Song komponiert, dessen Chorstimmen zu Hause mit Video-Tutorials und Playbacks geübt werden können. Diese werden ab dem 4. April über www.zusammen-singen-wir-staerker.de und die YouTube-, Facebook-, Instagram- und Twitter-Kanäle der Deutschen Chorjugend verbreitet. Im Anschluss können sich Singbegeisterte zu Hause aufnehmen und ihre Videos bis zum 20. April der Deutschen Chorjugend über WhatsApp, Mail oder die Webseite schicken. Alle Einsendungen werden dann professionell als Multiscreen-Video zusammengeschnitten und am ersten Maiwochenende veröffentlicht. Das Ziel: Auch wenn das Chorfest ausfallen muss, singt an diesem Wochenende der größte virtuelle Chor Deutschlands zusammen!

Der virtuelle Chor soll zeigen: Singen tut gut und macht Mut! Chöre stehen für Zusammenhalt und Gemeinschaft in Vielfalt ‒ auch und insbesondere in schwierigen Zeiten! Chöre als Orte der Begegnung und der Harmonie können mehr Liebe in die Welt bringen ‒ gerade auch in die digitale Welt! Getreu dem Chorjugend-Motto: #zusammenSINGENwirSTÄRKER!

Corona-Krise 07.04.2020 Sachsen bringt zusätzlich rund zehn Millionen Euro für die Kultur auf den Weg

Barbara Klepsch: In der Corona-Krise Kulturschaffenden schnell helfen und Eigeninitiative fördern

 

Die Sächsische Staatsregierung hat in ihrer heutigen Kabinettssitzung kurzfristige Förder- und Unterstützungsmöglichkeiten zur Überwindung der Folgen der Corona-Krise auf den Weg gebracht. Für den Kulturbereich sollen zusätzlich rund zehn Millionen Euro zur Verfügung gestellt werden, um die Akteure vor Ort zu unterstützen.

»Viele Künstler und Kulturschaffende trifft die Corona-Krise hart. Die intensiven Gespräche mit Akteuren aus dem Kulturbereich in den vergangen Wochen zeigten deutlich, wo schnelle Hilfe nötig ist. Deshalb wollen wir rund zehn Millionen Euro einsetzen. Letztendlich ist jeder Euro dafür da, um die Kulturschaffenden zu unterstützen«, sagte Kulturministerin Barbara Klepsch heute in Dresden.

Die Kulturstiftung des Freistaates Sachsen wird ein neues, unbürokratisches Stipendienprogramm auflegen. Es heißt »Denkzeit« und richtet sich an Künstler und Kulturschaffende, damit sie die Zwangspause kreativ nutzen und Ideen für die Zeit danach entwickeln können. »Mit diesem Angebot greifen wir eine Idee der Kulturschaffenden auf, um in der Not zu unterstützen und gleichzeitig die Eigeninitiative für die Zeit nach der Krise zu nutzen.«

Zudem wollen wir über die Kampagne »So geht sächsisch.« weiteren Künstlerinnen und Künstlern eine Plattform bieten und so die kulturelle Vielfalt im Internet ermöglichen. »Auch online erbrachte Leistungen haben einen Wert. Neben Künstlerhonoraren sollen hier auch Ausgaben für Technik unterstützt werden«, so die Ministerin.

Um die wichtigen Strukturen der musisch-kulturellen Bildung in der Fläche des Freistaates zu erhalten, bedarf es in einem ersten Schritt insbesondere für die freien Träger eine finanzielle Unterstützung. »Ich sehe die schwierige Situation, in der sich freie Honorarkräfte befinden. Hier wollen wir helfen«, so Klepsch. Parallel dazu arbeitet die Staatsregierung an einem Schutzschirm für Kommunen.

»Auch den Kulturräumen wollen wir die Zahlung von Ausfallhonoraren ermöglichen. Fördermittel des Freistaates an die Kulturräume müssen nicht zurückgezahlt werden, wenn auf Grund der Corona-Krise Einrichtungen schließen und Veranstaltungen abgesagt werden mussten«, so die Ministerin abschließend.

Die für die Maßnahmen erforderlichen Mittel bedürfen noch der Entscheidung des Sächsischen Landtages.

Der Autor
Seit fast 20 Jahren spielt Markus Müller als freischaffender Barockoboist mit den renommiertesten Ensembles für Alte Musik in allen großen Konzertsälen weltweit (Sydney Opera House, Wiener Musikverein, Berliner Philharmonie, Concertgebouw Amsterdam, Gewandhaus u.v.a.m.)

 

Sehr geehrte Frau Grütters,

mit großer Bestürzung las ich heute Ihre Äußerungen auf den Seiten des Deutschlandfunks:

»Es werde zwar Verluste geben, sagte die CDU-Politikerin der Neuen Osnabrücker Zeitung. Einen Kahlschlag sehe sie aber nicht. Kultur gehöre zum Wesenskern der Gesellschaft und werde sehr schnell wieder eine starke Nachfrage erleben. Zugleich verwies Grütters darauf, dass Künstler von den Hilfsprogrammen der Bundesregierung profitieren und etwa Zuschüsse beantragen könnten.«

Ihre Aussage zeugt von völliger Unkenntnis der Arbeitswirklichkeit eines großen Teils der Kulturszene – der dieser Tage auch von Seiten der Politik immer wieder vielbeschworenen sog. Soloselbständigen.

Wir sind eine wichtige Säule der Kreativ- und Kulturbranche, wir sind klein, aber fein! Ohne uns höchstqualifizierte Spezialisten würde ein großer Teil sowohl der Kunst- als auch der Musikszene in sich zusammenfallen. Da wir aber eben diese Soloselbständigen sind, fliegen wir meistens unter dem Radar der großen Verbände und sind es gewohnt, dass unsere Bedürfnisse von der Politik ignoriert werden und wir uns um unsere Angelegenheiten selbst kümmern.

Die derzeit aufgestellten Hilfspakete gehen völlig an unserer Lebens- und Arbeitswirklichkeit vorbei. Sie nutzen uns nichts, da wir keine Betriebsstätten oder etwa Leasingwagen und somit keine hohen Betriebskosten haben. Was glaubt man in Ministerien, wovon Soloselbständige leben sollen, wenn die sog. Rettungs-Pakete lediglich durchzureichende Betriebskosten beinhalten? Diese kommen wieder nur den großen Playern zugute – Vermietern und etwa der Autoindustrie im Beispiel der Leasingwagen.

Stattdessen werden uns Kredite aufgenötigt, die unsere durch das faktische Berufsverbot auf null Euro Umsatz herunter gefahrenen Probleme in die Zukunft verlagern und dort verschärfen.

Als letzte Rettung wird versucht, uns das euphemistisch mit »Corona-Grundsicherung« betitelte Gängelinstrument – landläufig besser unter dem Titel »Hartz IV« bekannt – als den großen Wurf zu verkaufen. Die damit im öffentlichen Bewusstsein verankerte kalte Bürokratie assoziiert bei uns zuallererst die Sanktionsinstrumente, die zuletzt vom Bundesverfassungsgericht am 5. November 2019 als verfassungswidrig erklärt wurden. Die Politik hat hier jedes Vertrauen verwirkt, die Vielzahl der Freien werden aus wohl verständlichen Gründen andere Arbeitsmöglichkeiten suchen, denn sich schutzlos als Bittsteller dieser Bürokratie auszuliefern.

Die Kulturpolitik verschließt seit Jahren die Augen vor den strukturellen Problemen, denen wir als Freischaffende in der Kulturbranche ausgesetzt sind. Obwohl unvorstellbar hohe Summen auch unserer Steuern in die Kultur fließen, kommen schon in normalen Zeiten nur schmalste Gagen davon bei uns an. Rücklagen, selbst für kleinere Auftragsflauten als die jetzige existenJelle Krise, kann somit kaum ein Soloselbständiger bilden.

Es wird dennoch von uns erwartet, Meisterliches zum Hungerlohn zu erbringen. Ein Blick in die Statistiken der KSK macht das Problem seit Jahren für alle die Politiker sichtbar, die guten Willens wären, sich dieser Missstände anzunehmen. Außer Sonntagsreden und Absichtserklärungen tut sich jedoch nichts zur Verringerung dieses Prekariates. Mit dessen – unserer – Leistung sich Politik und die gut abgesicherten Verantwortlichen der Kulturbranche so gerne schmücken!

Ihre Aussagen zu unserer Situation klingen uns wie Hohn in den Ohren (Pressemitteilung 89, Mittwoch, 11. März 2020, Presse- und InformaJonsamt der Bundesregierung):

»Künstler und Kultureinrichtungen können sich darauf verlassen, gerade mit Blick auf die Lebenssituationen und Produktionsbedingungen der Kultur-, Kreativ- und Medienbranche: Ich lasse sie nicht im Stich! Wir haben ihre Sorgen im Blick und werden uns dafür einsetzen, dass die speziellen Belange des Kulturbetriebs und der Kreativen miteinbezogen werden, wenn es um Unterstützungsmaßnahmen und Liquiditätshilfen geht.«

»Wir müssen auf unverschuldete Härten und Notlagen reagieren und sie ausgleichen. Das muss uns nicht nur die Wirtschaft, sondern auch unsere durch die Absagen schwer gebeutelte Kulturlandschaft wert sein«

Die gegenwärtige Krise hält außergewöhnliche Härten für uns alle bereit. Wir erwarten aber, Sie bei Ihrem Wort nehmen zu dürfen! Setzen Sie sich für uns, die Soloselbständigen in der Kulturbranche ein!

Hören Sie auf uns, die eigentlichen Experten für unsere Arbeitswirklichkeit! Wir können Ihnen die Antworten auf offene Fragen geben – aber sprechen Sie mit uns.

Die Szene ist dabei, unaufhaltsam zu ertrinken! Es wird ein leiser und von der Öffentlichkeit zuerst unbemerkter Tod sein, aber seien Sie gewiss: wenn es keine substantiellen Verbesserungen der Rettungsschirme in Zusammenarbeit mit uns gibt, wird die Szene sterben!

Wir sind es gewohnt, uns selbst um unsere Probleme zu kümmern. Wir sind gut ausgebildet, kreativ und erfindungsreich. Sollte die Politik nichts für uns tun, jetzt wo wir Solidarität erbringen und ihrer so dringend bedürfen, werden wir uns andere Berufe suchen müssen.

Dann wird nach der Krise niemand mehr da sein, der Konzerte spielt, Filme schneidet, Kunstwerke erschafft, Veranstaltungen beleuchtet, im Theater und in Filmen spielt. Kämpfen Sie für unsere Interessen, machen Sie Ihren Job, damit wir den unseren nach der Krise tun können!

Andernfalls sprechen Sie bitte nie wieder in unserem Namen!

Mit freundlichen Grüßen,

Markus Müller
Oboist, Vorstand Alte Musik Sachsen e.V., Sprecher der Musiksparte Leipzig+Kultur

Corona-Krise 02.04.2020 MUSIKRAT hilft sofort!

Ein Spendenaufruf des Sächsischen Musikrates

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Hinweis zur steuerlichen Abzugsfähigkeit
Spenden können bis zu 20% des Gesamtbetrags der Einkünfte einkommensteuerlich abgezogen werden. Soweit die Spenden in einem Jahr diesen Höchstbetrag übersteigen oder sich steuerlich nicht auswirken, kann ein Abzug in den folgenden Jahren erfolgen. Bei Spenden bis 200 EUR reicht der Einzahlungsbeleg als Spendenquittung. Bei Beträgen darüber senden wir Ihnen eine Spendenquittung zu, wenn Sie Ihre Adresse bei der Überweisung mit angegeben oder per E-Mail mitgeteilt haben.

 

Die Corona-Pandemie hat vielen freiberufliche Musiker/-innen und Musikpädagog/-innen die Lebensgrundlage entzogen. Einnahmen durch Unterricht und Konzerte fallen auf nicht absehbare Zeit aus. Staatliche Unterstützungen, oft in Form von Darlehen, müssen zurückgezahlt werden.

Der Sächsische Musikrat als Dachverband von über 150.000 Musikausübenden in Sachsen stellt sich seiner kulturpolitischen Verantwortung und startet dazu einen Spendenaufruf. Unter dem Titel: »MUSIKRAT hilft sofort!« rufen wir durch unser Netzwerk zu Spenden auf, die schnell und unbürokratisch ausgezahlt werden. Wir wollen private Spenderinnen und Spender oder Firmen ansprechen, die bereit sind, freiberufliche Musiker/-innen und Musikpädagog/-innen
zu unterstützen. Auch wenn gerade alle von der Krise erschüttert werden, sind Kulturschaffende besonders betroffen. Viele trennt nur unsere gesellschaftliche Solidarität vor dem sozialen Aus.

Wir wollen möglichst vielen Betroffenen einmalig und unbürokratisch 300 Euro zukommen lassen. Der Sächsische Musikrat e.V. verwaltet den Fonds selbst. Die Bewerber erhalten wir über unsere Website MUSIKRAT hilft sofort und teilen die Gelder mittels einer Verlosung zu, die wir einmal in der Woche in der Geschäftsstelle durchführen. Alle Spenderinnen und Spender werden namentlich auf unserer Homepage genannt oder können auf Wunsch anonym bleiben.

Corona-Krise 02.04.2020 20.000 Euro für freischaffende Musiker

Die Sächsische Staatskapelle Dresden stellt aus der »Orchesterkasse« und privaten Spenden von Kapellmitgliedern mindestens 20.000 Euro für hilfsbedürftige freischaffende Musiker zur Verfügung

 

Die Sächsische Staatskapelle Dresden und ihr Chefdirigent Christian Thielemann werden zunächst mindestens 20.000 Euro für hilfsbedürftige freischaffende Musiker zur Verfügung stellen, die aufgrund des Vorstellungsausfalls in der Semperoper bis 20. April 2020 finanzielle Einbußen erfahren haben. Mit dem Betrag, der sich aus der »Orchesterkasse« sowie privaten Spenden von Kapellmitgliedern generiert, sollen freischaffende Orchesteraushilfen der Staatskapelle Dresden und Mitglieder der Giuseppe-Sinopoli-Akademie direkt unterstützt werden. Darüber hinaus rufen die Musikerinnen und Musiker zu Spenden für die Musiker-Nothilfe, eine bundesweite Spendenkampagne der Deutschen Orchester-Stiftung, auf.

Der Orchestervorstand: »Die Existenz vieler unserer freischaffenden Kolleginnen und Kollegen, die tagtäglich neben und mit uns auftreten, ist durch die derzeitige Krise und die zahlreichen abgesagten Konzerte- und Opernvorstellungen akut bedroht. Auch unsere eigenen Akademisten erhalten zurzeit lediglich einen Sockelbetrag, den sie jedoch nicht wie gewöhnlich durch Dienste in der Semperoper aufstocken können. Diesen Musikerinnen und Musikern, die bis 20. April bei uns mitgewirkt hätten, möchten wir mit unserer Spende unkompliziert unter die Arme greifen und den finanziellen Ausfall verringern. Darüber hinaus danken wir allen, die für die Musiker-Nothilfe der Deutschen Orchester-Stiftung spenden.«

Adrian Jones, Orchesterdirektor: »Ich freue mich sehr über diese Eigeninitiative der Musikerinnen und Musiker der Staatskapelle Dresden. Besonders in diesen schwierigen Zeiten werden unsere Gesellschaft und das kulturelle Leben durch Solidarität und Engagement zusammengehalten. Neben den Hilfsmaßnahmen der Bundesregierung hilft die Spende der Staatskapelle den mit dem Orchester verbundenen Freischaffenden und Orchesterakademisten unmittelbar und steht symbolhaft für die Verbundenheit der Kapellmitglieder mit ihren Aushilfsmusikerinnen und -musikern.«

Spendenaufruf der Deutschen Orchester-Stiftung

Corona-Krise 24.03.2020 Corona-Pandemie: Service des Sächsischen Musikrates

Ein neues Informationsportal rund um die aktuelle Corona-Krise ist jetzt auf der Website des Sächsischen Musikrat zu finden

 

Die momentane Situation während der Corona-Pandemie stelle viele Kunst- und Kulturschaffende vor zahlreiche Probleme und Fragen. Um diese zu beantworten haben wir für Sie eine vorläufige Sammlung von aktuellen Informationen, Hilfestellungen und Wissenswertes für Kulturschaffende zusammengetragen, die wir tagesaktuell auf einer eigens dafür eingerichteten Corona-Seite ergänzen.

Auch wir sehen und wissen nicht alles. Fehlt Ihnen vielleicht eine bestimmte Information? Zögern Sie nicht, Ihre diesbezüglichen Hinweise und Nachfragen an uns heranzutragen. Wir nehmen diese gerne per E-Mail entgegen. Wir und alle mit uns verbundenen Musikbegeisterten in Sachsen danken Ihnen dafür!

Bitten achten Sie auf sich und andere und halten Sie sich an die leider notwendigen Beschränkungen. Bleiben Sie gesund und besonnen. Gemeinsam werden wir sicher recht bald zu einem normalen Musikleben in Sachsen zurückkehren können.

Corona-Krise 24.03.2020 Freiberufliche Musiker und Musikpädagogen in Corona-Zeiten

Offener Brief des TKV Sachsen an den Ministerpräsidenten Michael Kretschmer, die Staatsministerin Barbara Klepsch und weiter Verantwortungsträger des öffentlichen Kulturlebens in Sachsen

 

Sehr geehrter Herr Ministerpräsident Michael Kretschmer,
Sehr geehrte Frau Staatsministerin Barbara Klepsch,
Sehr geehrte Damen und Herrn Landtagsabgeordnete, Oberbürgermeister, Bürgermeister und Verantwortungsträger in Staat, Kommunen und Institutionen des öffentlichen Kulturlebens in Sachsen,

wir wenden uns mit konkreten Vorschlägen für ein ergänzendes, wirksames Hilfsszenario für die mehreren tausend in Sachsen vom aktuellen Zusammenbruch des kulturellen Lebens für noch unbestimmte Zeit betroffenen Freiberufler und Solo-Selbstständige in den Musikberufen an Sie. Deren Situation trifft auch auf viele andere Freiberufler und Solo-Selbstständige zu. Wir wissen, dass Sie angestrengt an Hilfsprogrammen erarbeiten, dazu wollen wir Vorschläge einbringen.

Das umfangreiche Kreditprogramm der SAB wird für viele Betroffene eine Brücke zur befristeten Stabilisierung in ihrer Berufssituation sein. Die Unterzeichner möchten sich nachdrücklich bei Ihnen, den beteiligten Fraktionen des Landtages und den Gremien der SAB für die zugesagte unbürokratische und schnelle Bereitstellung von Krediten und die Zusage einer möglichen Wandlung in Zuschüsse bedanken. Sachsen zeigt in der Krise Solidarität mit den Betroffenen, ein unendlich wichtiges Signal!  

Für einen großen Teil kann dies jedoch nicht DIE bzw. nicht die alleinige Lösung sein. Die daneben vorgesehene Ausweitung des Zugangs zur Grundsicherung für Solo-Selbstständige bzw. Freiberufler federt gewiss soziale Notlagen ab, versetzt die hochqualifizierten, leistungsbereiten freiberuflichen Angehörigen der Musikberufe allerdings in die Situation sozialer Bittsteller, obwohl noch andere Lösungen möglich sind, zu denen wir hier beitragen möchten.

Diese Freiberufler tragen als Musiker, Musikpädagogen, Komponisten und in vielfältigen weiteren Berufsformen seit 30 Jahren große Teile des Musiklebens in Sachsen. Neben und in den im Außenbild sichtbaren öffentlichen Kulturbetrieben sind die freien Musiker als Solo-Selbstständige mit ihren stets befristeten Verträgen, den Lehraufträgen, der Vielfalt ihrer Angebote im Musikleben, den Honorarleistungen in den öffentlichen und privaten Musikschulen und ihren freien Angeboten musikalischer Bildung rein zahlenmäßig das personelle Fundament im Musikland Sachsen. Ohne sie ist die außerschulische Bildungslandschaft und das reiche Kulturleben in Sachsen nicht denkbar.

Wir möchten die folgenden Vorschlägen zur Überbrückung der beruflichen Notsituation dieser Berufsgruppe einbringen, für deren Interessen wir als Unterzeichner hier eintreten. Wir würden uns freuen, wenn diese positiv aufgenommen, auf Realisierbarkeit geprüft und den zuständigen Gremien und Stellen übermittelt würden und hoffen auf eine kurzfristige Kontaktaufnahme durch diese. Weil die Zahl der gleichartig Betroffenen in der Musiksparte besonders hoch ist, haben wir unsere Anregungen für deren Situation dargestellt, wohl wissend, dass sie evtl. auf andere vergleichbare Verhältnisse übertragen werden können.

Mit den besten Wünschen für Ihre Gesundheit und Kraft für ihre verantwortungsvolle Arbeit in dieser Krisensituation, zu deren Bewältigung wir mit den folgenden Zuarbeiten etwas beitragen möchten,

und mit musikalischen Grüßen,

Stephanie Dathe (1. Vorsitzende)
Christian Scheibler (Geschäftsführer)
Berufsverband für Musik - DTKV Sachsen e.V.

Anlage 1: Erläuterungen zu den Vorschlägen im Detail
Anlage 2: Daten und Dimensionierung der befürchteten Ausfälle

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