Preise & Stipendien 09.03.2017 Ehrung für Václav Luks

Der Mozartpreis 2017 geht an den tschechischen Cembalisten, Hornisten, Dirigenten, Musikwissenschaftler und Pädagogen Václav Luks

 

Der tschechische Cembalist, Hornist, Dirigent, Musikwissenschaftler und Pädagoge Václav Luks erhält den Mozartpreis 2017 der Sächsischen Mozart-Gesellschaft e.V.

Mit Václav Luks wird ein herausragender Musiker gewürdigt, der in den letzten Jahren das klassische und vorklassische Repertoire samt vieler Entdeckungen und Erstaufführungen vor allem böhmischer Musik (u. a. von Zelenka, Reichenauer, Benda und Mysliveček) in historischer Aufführungspraxis kompetent und frisch erarbeitet und ausgeführt hat – zunächst als Hornist in verschiedenen Kammermusikformationen, seit 2005 als Dirigent, Gründer und Leiter seiner beiden Ensembles »Collegium 1704« und »Collegium Vocale 1704«. Mit beiden Ensembles hat sich Luks einen weltweiten Ruf erarbeitet, er steht aber ebenso für die kulturellen Verbindungen in der Region ein, so auch in Böhmen und Sachsen seit 2008 mit der erfolgreichen Konzertreihe »Musikbrücke Prag – Dresden«. Franz Streuber, Vorstand der Sächsischen Mozart-Gesellschaft e.V.: »Václav Luks leistet mit seinen Aufführungen einen enormen Beitrag zum Verstehen und zur Verständigung der Kultur und Kulturen in Mitteleuropa. Er befindet sich stets auf der Suche nach einem sinnlichen und zugleich historisch informierten, kompetent und doch lebendig von allen Mitwirkenden seiner Ensembles ausgeführten Klang der Musik, der nicht im Gestern verweilt, sondern im Heute das Publikum erreicht und allerorten begeistert.« In diesem Jahr wird der Mozartpreis von Diagnosticum Labormedizin gestiftet.

Der Mozartpreis wird im Rahmen des Eröffnungskonzertes des Sächsischen Mozartfests »Mozart und Böhmen« am 12. Mai 2017, 19 Uhr in der Kreuzkirche Chemnitz verliehen.

Preise & Stipendien 03.01.2017 Robert-Schumann-Preis 2017

Ehrung für den Schweizer Oboisten, Komponisten und Dirigenten Heinz Holliger

 

Am 20. Januar 2017 findet im Robert-Schumann-Haus Zwickau die Verleihung des Robert-Schumann-Preises der Stadt Zwickau 2017 an den Schweizer Oboisten, Komponisten und Dirigenten Heinz Holliger statt.

Die Laudatio wird der Basler Musikwissenschaftler Dr. Michael Kunkel halten. Die musikalische Umrahmung der Veranstaltung übernehmen die Züricher Cellistin Anita Leuzinger und der österreichische Pianist Anton Kernjak. Und auch der Preisträger Heinz Holliger wird sich auf seinem Instrument, der Oboe, hören lassen. Es erklingt Musik von Robert Schumann, die Oboen-Romanzen op. 94 und die Kanonischen Studien op. 56 in der Trio-Bearbeitung von Theodor Kirchner, sowie von Heinz Holliger die Romancendres für Cello und Klavier aus dem Jahr 2003, die durch Robert Schumanns verschollene Cello-Romanzen von 1853 inspiriert wurden. Die Veranstaltung ist öffentlich, der Eintritt ist frei.

Heinz Holliger erhält – als erster Bläser – den Robert-Schumann-Preis der Stadt Zwickau 2017 in Würdigung seiner jahrzehntelangen Auseinandersetzung mit dem Schumannschen Werk, die das Schaffen des 77-jährigen Schweizers sowohl als Oboisten und Dirigenten als auch als Komponisten auszeichnen. Prägend für die Schumann-Begeisterung des am 21. Mai 1939 im Kanton Bern geborenen Künstlers war ein Konzert, in dem er im Alter von 15 Jahren Hansheinz Schneeberger mit Schumanns 2. Violinsonate hörte. Bereits 1979 entstand Heinz Holligers erste Schumann-Einspielung, in der er mit Alfred Brendel die Oboen-Romanzen op. 94 und weitere Schumannsche Duowerke einspielte. Er nahm wiederholt auf Werke Schumanns Bezug oder ließ sich durch sie beeinflussen, so z. B. 2003 mit seinen »Romancendres«, die auf Schumanns verlorene Cello-Romanzen des Jahres 1853 Bezug nehmen. Clara Schumann hatte deren Manuskript auf Anraten von Johannes Brahms nach Schumanns Tod verbrannt. Von 2013 bis 2016 brachte Holliger als Dirigent eine Gesamteinspielung der Orchesterwerke Robert Schumanns auf fünf CDs heraus. Für sein Schaffen wurde er mehrfach ausgezeichnet. So erhielt er 1991 beispielsweise den Ernst von Siemens Musikpreis, 2004 den Preis der deutschen Schallplattenkritik oder 2015 den Schweizer Grand Prix Musik.

Holliger betonte selbst, dass in jedem seiner Werke Schumann präsent wäre. Auf die Frage der ZEIT im Schumann-Jahr 2010, was der 200. Geburtstag des Komponisten für ihn bedeute, antwortete er: »Ich habe zu meinem Freund, dem Pianisten András Schiff, gesagt: Es ist nicht an uns, jetzt besonders viel Schumann zu spielen. Wir haben ständig Schumann-Jubiläum.«

Der Robert-Schumann-Preis der Stadt Zwickau wird seit 1964 von der Stadt verliehen. Ausgezeichnet werden damit hochrangige Dirigenten, Wissenschaftler, Instrumentalisten, Sänger, Klangkörper oder Institutionen des deutschen und internationalen Musiklebens, denen ein besonderer Verdienst um die Verbreitung der musikalischen Werke Schumanns und der Erforschung seines Lebens und Schaffens zukommt. Bis 2002 wurde die Auszeichnung jährlich vergeben, seit 2003 erfolgt die Vergabe alle zwei Jahre. Die Auszeichnungsvorschläge unterbreitet die Robert-Schumann-Gesellschaft Zwickau e. V. Der Preis ist mit einer Gesamtsumme von 10.000 Euro dotiert, die bei mehreren Preisträgern geteilt werden kann. Weiterhin gehören eine Bronzemedaille und eine Urkunde zur Auszeichnung. War der Preis in vergangenen Jahren an Dirigenten wie Daniel Barenboim oder John Elliot Gardiner, Pianisten wie Jörg Demus oder András Schiff, Sänger wie Mitsuko Shirai oder Olaf Bär, Geiger wie Ulf Wallin oder Cellisten wie Steven Isserlis gegangen, so gab es noch nie einen Oboisten oder anderen Bläser, dem der Preis zugefallen wäre. Nicht verwunderlich, denn Schumann hat nur ein originales Kammermusikwerk für Oboe komponiert, die drei Romanzen op. 94.

Mathias Merz

Preise & Stipendien 01.12.2016 Sonderpreis für Jana Baumeister beim Bundeswettbewerb Gesang

Die Johann-Sebastian-Bach-Stiftung in Leipzig hat diesen Preis für Konzertengagements gestiftet.

 

Mit dem Finalkonzert am 28. November 2016 in der Berliner Staatsoper im Schillertheater ist der Bundeswettbewerb Gesang Berlin zu Ende gegangen. Der von der Johann-Sebastian-Bach-Stiftung (Leipzig) gestiftete Sonderpreis für Konzertengagements in der Höhe 5.000 € wurde an die Sopranistin Jana Baumeister vergeben, die zugleich den 1. Preis des Hauptwettbewerbs gewann. Mit diesem Sonderpreis ehrt die seit 2011 bestehende Johann-Sebastian-Bach-Stiftung eine Teilnehmerin des Bundeswettbewerbs Gesang Berlin 2016, die sich im Konzertfach bei der Interpretation Bachscher Werke als besonders förderungswürdig herausgestellt hat.

Eine Besonderheit des Preises ist, dass er nicht an die Solistin ausgezahlt wird, sondern als unterstützende Finanzierung direkt an den Veranstalter geht, der sie zu einem Konzert mit Bachscher Vokalmusik (vorzugsweise Kantaten – nicht Passionen/Oratorien) verpflichtet. Konzertveranstalter können ab sofort mit der Johann-Sebastian-Bach-Stiftung in Kontakt treten, Aufführungsmöglichkeiten und Finanzierungswünsche kundtun. Vorstand und Kuratorium der Stiftung entscheiden dann über Höhe und Empfänger. Die Preisgelder von jeweils € 5.000 können in kleinere Beträge gestückelt werden, um möglichst viele Aufführungsverpflichtungen zu ermöglichen. Die Stiftung hofft, mit dem Preis und der sehr besonderen Preisgeldvergabe dazu beitragen zu können, jungen, hoffnungsvollen Sängerinnen und Sängern, die sich bei der Interpretation des Bachschen Kantatenwerk besonders ausgezeichnet haben, mehrere Konzertverpflichtungen zu ermöglichen und so einerseits das Kantatenschaffen Bachs weiter bekannt zu machen und andererseits junge Künstlerinnen und Künstler zu fördern.

Jana Baumeister, 1988 in Herrenberg geboren und in Würzburg aufgewachsen, begann ihre musikalische Ausbildung während der Schulzeit. Sie studierte dann von 2007 bis 2012 an der Hochschule für Musik in Nürnberg und anschließend an der Frankfurter Musikhochschule. Die junge Sopranistin sang bei den Bregenzer Festspielen und dem Rheingau Musik Festival und gastierte unter anderem an den Opernhäusern in Wiesbaden, Frankfurt und Trier. Seit 2014 ist sie festes Ensemblemitglied des Staatstheaters Darmstadt. Sie war Preisträgerin beim Nürnberger Mozart-Wettbewerb und wurde mit mehreren Stipendien gefördert.

Preise & Stipendien 25.11.2016 Jahrespreis der deutschen Schallplattenkritik für Schütz’ »Johannespassion«

Der Dresdner Kammerchor und Hans-Christoph Rademann werden wird mit dem begehrten Preis ausgezeichnet.

 

Der Dresdner Kammerchor und Hans-Christoph Rademann erhalten den Jahrespreis der deutschen Schallplattenkritik 2016. Der Chor und sein künstlerischer Leiter bekommen die Auszeichnung für die Einspielung der »Johannespassion« von Heinrich Schütz, die 2016 bei Carus als Koproduktion mit dem MDR erschienen ist.

Susanne Benda für die Jury: »Auf dem Weg zu einer Gesamteinspielung des Vokalwerks von Heinrich Schütz mit dem Dresdner Kammerchor, die er 2017 abschließen will, ist Hans-Christoph Rademann inzwischen bei CD Nummer 14 angekommen. Auch seine Einspielung der schlichten A-Cappella-Johannespassion, die hier von zwei Erstaufnahmen ergänzt wird, lebt von einem feinen musikalischen Geben und Nehmen zwischen den exzellenten Solisten und einem Chor, dessen gut homogenisiertes, vom Sprachgestus getragenes Singen als stilbildend gelten kann. Aus fein ausgestalteten Details heraus entsteht eine Klangwelt, die auch ohne aufgesetzten pathetisch-nachromantischen Zierrat eine starke Wirkung hat. Die Auszeichnung der Johannespassion mit dem Jahrespreis 2016 der Deutschen Schallplattenkritik würdigt zugleich Rademanns Schütz-Gesamteinspielung mit seinem Dresdner Kammerchor: eine Edition, die Maßstäbe setzt.«

Der Dresdner Kammerchor und sein Chefdirigent Hans-Christoph Rademann verwirklichen seit 2011 gemeinsam mit dem Carus-Verlag Stuttgart, gefördert von der Kulturstiftung Dresden der Dresdner Bank, die erste Heinrich-Schütz-Gesamteinspielung. Die Ehrung mit dem Jahrespreis der deutschen Schallplattenkritik 2016 zeigt den großen Erfolg dieses Projektes, das die Weltgeltung dieses Dresdner Kulturgutes herausarbeitet und Heinrich Schütz, dem Dresdner Hofkapellmeister und ersten deutschen Komponisten von europäischem Rang, zu internationaler Wahrnehmung verhilft. Insgesamt 11 Jahrespreise wurden vom »Preis der deutschen Schallplattenkritik« für 2016 vergeben. Aus verschiedenen Musikrichtungen wurden die besten Produktionen des zurückliegenden Jahres geehrt, die aus der Longlist der Gesamtjury von einem Jahresausschuss-Gremium aus 11 Juroren ausgewählt wurden.

CD Heinrich Schütz »Johannespassion«
Carus (2016)
Jan Kobow, Tenor (Evangelist)
Harry van der Kamp, Bass (Jesus)
Ulrike Hofbauer, Marie Luise Werneburg, Sopran
Friedemann Condé, Tenor
Lee Santana, Theorbe
Frauke Hess, Violone
Ludger Rémy, Orgel
Dresdner Kammerchor
Leitung: Hans-Christoph Rademann

Preise & Stipendien 05.09.2016 »The Saxonz« erhalten den Arras-Preis 2016

Elisabeth und Stefan Arras haben den mit 5.000 Euro dotierten Arras-Preis am 2. September im Festspielhaus Hellerau übergeben.

 

2013 fanden sich 40 Breakdancer oder B-Boys, wie sich selber nennen, erstmals zusammen. Schon nach kurzer Zeit gehörten sie zur Spitze der deutschen Breakdance Szene: Durch den Sieg beim Battle of the Year 2014, der inoffiziellen Deutschen Meisterschaft. Auch Internationale Erfolge schlossen sich an – Dank Aufsehen erregender Choreographien. Ein Ende des letzten Jahres gedrehter Videoclip sorgte zudem weltweit vor allem unter Hiphoppern und Filmleuten für Furore. Seine Botschaft: Das Leben nicht auf später verschieben. »Das Leben ist ein Tanz, vom Herzschlag im Mutterleib an«, sagt eine Stimme aus dem Off. »Das ist definitiv unsere Devise«. Ihre Kraft und Präsenz ist beeindruckend »Wir leben im Moment, jeden Tag.« sagt Lehmi, der Tänzer. Die Gruppe beeindruckt mit kraftvollen Bewegungsabläufen, Trick – & Freeze-Kombinationen, durch perfekte Gruppendynamik und viele humorvolle Elemente: Schnelle Beats und die Körper zweier Tänzer setzen den Rhythmus in akrobatische Bewegungen um. Drehsprünge kommen aus dem Handstand, Wirbel um die Körperachse und dann friert die Bewegung für wenige Sekunden ein. Die Breakdancer nennen es »Air Freeze«. Wie sie die beiden Tänzer auf dem Parkett im Dresdner Stadtteilzentrum »Emmers« Felix Roßberg und Philip Lehmann vorführen. Sie sind Gründungsmitglieder der Breakdance-Crew. Am Anfang »durften alle mitmachen, keiner wurde ausgeschlossen, das war uns wichtig«, sagt der Tänzer Killian. Aber nur die ambitioniertesten Tänzer wollten sich professionalisieren ihre Lebensplanung ganz auf das Tanzen ausrichten.

The Saxonz kooperieren inzwischen in drei Projekten mit dem Festspielhaus Hellerau,arbeiten dabei in diesem Jahr unter anderem mit der Elbland Philharmonie zusammen und sollen am 3. Oktober diesen Jahres in der Semperoper beim offiziellen Festakt des Bundespräsidenten in einer gemeinsamen Choreographie mit dem Semperoper-Ballett auftreten. So sind sie einem ihrer Ziele bereits näher gekommen: Breakdance soll endlich in der deutschen Hochkultur ankommen, auch wenn der Kulturbegriff hierzulande sehr eng ist. »Als Tänzer muss man sich das erkämpfen. Damit hatten wir vor Jahren auch zu tun. Man wird als Breakdancer halt so ein bisschen belächelt, als der von der Straße«, sagt Lehmi. »Aber du gehst auch nicht in die Semperoper und sagst ›Hach gucke mal, der springt da so ein bisschen rum. Das sieht ja lustig aus.‹ … Wir möchten zeigen, was bei uns dahinter steckt und wie viel Training das ist.«

Der Kunstpreis der Hanna Johannes Arras Stiftung wird auf den Gebieten der Musik, Literatur, der Bildenden, Gestaltenden oder Angewandten Künste verliehen und dient der Förderung von Künstlern und Projekten der Kunst im Raum Dresden. Er versteht sich als Stipendium und möchte Künstler in Ihrer kreativen Arbeit unterstützen. Ausgezeichnet wurden mit dem Preis in den vergangenen Jahren u. a. die Schriftsteller Marcel Beyer und Peter Richter, der Verlag Voland & Quist, der Dirigent Lennart Dohms die Fotografin Karen Weinert und die Tänzerin und Choreographin Cindy Hammer. Gewidmet ist die Stiftung Hanna und Johannes Arras. Mit der Verleihung des Preises möchte die Familie ihre bis heute wirkende Verbundenheit mit der Stadt Dresden zum Ausdruck bringen.

Hanna Johannes Arras Stiftung

Preise & Stipendien 31.08.2016 Walter Plakette an Dr. Irmgard Krauthoff und Gerhard Schöne

Der Sächsische Musikrat e.V. vergibt am 10. September 2016 zum achten Mal die Johann Walter Plakette.

 

Der lebendige Reichtum sächsischer Musikkultur, die für viele Menschen zum inneren Besitz gehört, ist wesentlich der Hingabe musikbegeisterter Menschen an die Kunstausübung zu danken. In der Überzeugung, dass allein die aktive Musikpflege die Zukunft unserer Musikkultur gewährleistet, hat der Sächsische Musikrat die Johann Walter Plakette gestiftet, um mit ihrer Verleihung aller zwei Jahre auf beispielhafte Leistungen im Musikleben unseres Landes aufmerksam zu machen. Die Vergabe erfolgt an zwei Persönlichkeiten, die sich um die Pflege der Musiktradition und des Musiklebens in Sachsen, die Förderung des musikalischen Nachwuchses oder die Entwicklung des zeitgenössischen Musikschaffens in Sachsen besondere Verdienste erworben haben. Benannt ist die Plakette nach Johann Walter (*1496 in Kahla, †1570 in Torgau). Der enge Freund Martin Luthers und dessen musikalischer Berater wirkte 1525 maßgeblich bei der Gestaltung der »Deutschen Messe« mit. Von 1526 bis 1548 leitete Johann Walter die Torgauer Stadtkantorei. Diese wurde zum Ur- und Vorbild des lutherischen Kantoreiwesens. 1548 in das Amt des Hofkapellmeisters nach Dresden berufen, gründete und leitete Johann Walter die Kurfürstliche Hofkantorei. Als lutherischer »Ur-Kantor« schuf er die Grundlage für die evangelische Kirchenmusik. Der Lehrer, Kantor, Dichter und Komponist Johann Walter hat einen historischen Beitrag für die Wende zur Neuzeit in Deutschland und Europa geleistet.

Mit Dr. Irmgard Krauthoff und Gerhard Schöne werden im Jahr 2016 zwei Persönlichkeiten die Ehrung erhalten, die auf sehr unterschiedliche Weise das Singen vorbildlich mit befördert haben.

Gerhard Schöne wird für sein künstlerisches Lebenswerk als Liedermacher, seine Popularisierung von Kinderliedern sowie sein in christlicher Überzeugung gegründetes gesellschaftliches Engagement die Johann Walter Plakette des Sächsischen Musikrates verliehen. Mit Gerhard Schöne verfügt das deutsche Musikleben über eine hoch angesehene Persönlichkeit, die sich um die Pflege des Singens im Kindesalter verdient gemacht hat und stets aktiv die kritische Auseinandersetzung mit gesellschaftspolitischen Entwicklungen gesucht hat.

Dr. Irmgard Krauthoff wird für ihre nachhaltigen Verdienste um die Ausbildung von Musikpädagogen und als Mitherausgeberin einer Vielzahl von Schulbüchern, Lehrplänen und Fachzeitschriften für den Musikunterricht in der Grundschule die Johann Walter Plakette des Sächsischen Musikrates verliehen. Dr. Irmgard Krauthoff hat sich lebenslang als Impulsgeberin für die Pflege des vokalen Musizierens im Kindergarten und in der Grundschule einen Namen gemacht.

Die Vizepräsidentin des Sächsischen Musikrates e.V., Aline Fiedler, MdL wird die Auszeichnungen in einer öffentlichen Veranstaltung am Samstag, 10. September 2016 um 11 Uhr in der Torgauer Schlosskapelle verleihen. Der mdr Kinderchor wird diese Veranstaltung musikalisch begleiten – einige Titel auch gemeinsamen mit dem Liedermacher Gerhard Schöne.

Preise & Stipendien 21.04.2016 Mozartpreis 2016

Peter Rösel erhält den diesjährigen Mozartpreis

 

Der Dresdner Pianist Prof. Peter Rösel erhält den Mozartpreis 2016 der Sächsischen Mozart-Gesellschaft e.V. Damit würdigt die Sächsische Mozart-Gesellschaft e.V. das herausragende Schaffen des Pianisten, das sich durch eine kontinuierliche, kompetente und intensive Pflege der Klavierwerke von Wolfgang Amadé Mozart auszeichnet.

Franz Streuber, Vorstand der Sächsischen Mozart-Gesellschaft e.V.: »Mehrfach war Peter Rösel mit Solorecitals und kammermusikalischen Programmen Gast der Sächsischen Mozart-Gesellschaft e.V. Peter Rösel prägte und prägt Interpretationen als Vorbild und Inspiration für Generationen von Pianisten und Schülern. Wir würdigen Peter Rösels besondere menschliche Wärme, Kollegialität und seine Verbundenheit in seinen sächsischen Wurzeln und zugleich seine ihm eigene Weltoffenheit und jugendlich bewahrte Ausstrahlungskraft.« Die Verleihung des Mozartpreises 2016 findet im Rahmen des Eröffnungskonzerts des Sächsischen Mozartfestes am 13. Mai 2016 in der Kreuzkirche Chemnitz statt, die Laudatio wird der Dirigent Prof. Ekkehard Klemm halten. Peter Rösel konzertiert beim Sächsischen Mozartfest 2016 am 27. Mai bei der Langen Klaviernacht. »Die Zusammenführung seines Recitals innerhalb der Langen Klaviernacht gemeinsam mit jungen Nachwuchspianisten aus Chemnitz und aus Tschechien kann nicht beispielhafter für sein nachhaltiges und vermittelndes Wirken sein, unser Festivalmotto Genius und Generationen in besonderer Weise erfüllend«, so Franz Streuber.

Peter Rösel, 1945 in Dresden als Sohn eines Dirigenten und einer Sängerin geboren, erhielt mit sechs Jahren seinen ersten Klavierunterricht. Am Moskauer Tschaikowski-Konservatorium absolvierte er ein fünfjähriges Studium bei Dmitri Baschkirow und Lew Oborin. In dieser Zeit wurde er nicht nur als erster Deutscher Preisträger des Tschaikowski-Wettbewerbes Moskau und des Klavierwettbewerbes Montreal, sondern begann auch eine internationale Karriere, die ihn bis heute in die Musikzentren aller Kontinente führt. Von Peter Rösel liegen zahlreiche Einspielungen auf CD vor, so u.a. die Klavierkonzerte von Weber, Schumann, Beethoven und Rachmaninow. Aufnahmen vom Soloklavierwerk von Johannes Brahms bis hin zur Kammermusik in verschiedensten Kombinationen vervollständigen das weitgezogene künstlerische Spektrum des Pianisten, der zu den renommiertesten Vertretern seiner Generation zählt. Rösel erhielt zahlreiche Auszeichnungen, so u. a. den Kunstpreis der Landeshauptstadt Dresden 2009. Er ist Professor an der Hochschule für Musik Carl Maria von Weber Dresden und Ordentliches Mitglied der Sächsischen Akademie der Künste.

Der Mozartpreis der Sächsischen Mozart-Gesellschaft e.V. wird jährlich verliehen für herausragende interpretatorische Leistungen bei der musikalischen und / oder szenischen Wiedergabe von Werken Wolfgang Amadé Mozarts, innovative Lösungsansätze bei der Interpretation seiner Werke, herausragende wissenschaftliche und / oder publizistische Arbeiten betreffs der Erforschung seines Lebens und Werkes, herausragenden Einsatz bei der Verbreitung und Erklärung seines Werkes, oder ein musikalisches Lebenswerk, das in enger Beziehung zur Musik Mozarts steht. Zu den bisherigen Mozartpreisträgern zählen u.a. Peter Schreier, Christine Schornsheim und Midori Seiler.

Sächsische Mozart-Gesellschaft e.V.

Preise & Stipendien 01.04.2016 Peter Kooij erhält die Bach-Medaille 2016

Die Bach-Medaille der Stadt Leipzig 2016 wird an den Bassisten und herausragenden Bach-Interpreten Peter Kooij verliehen.

 

 

Die Bach-Medaille der Stadt Leipzig 2016 wird an den Bassisten Peter Kooij verliehen. Der herausragende Bach-Interpret hat bei weit mehr als 100 CD-Aufnahmen der Musik Johann Sebastian Bachs mitgewirkt, darunter sind zahlreiche Referenzaufnahmen der Passionen.

Laut Jury habe »kaum ein Sänger sein Wirken so eng mit dem Namen Johann Sebastian Bach verknüpft wie der niederländische Bassist«. Die aus Meißner Porzellan gefertigte Bach-Medaille wird seit 2003 jährlich während des Bachfestes Leipzig verliehen. Die Bach-Medaille der Stadt Leipzig 2016 geht an den niederländischen Bassisten Peter Kooij. Seit den 1980er Jahren hat der herausragende Bach-Interpret mit seiner warmen, ausdrucksstarken und nuancenreichen Stimme bei weit mehr als 100 CD-Aufnahmen der Musik des Thomaskantors mitgewirkt. Peter Kooij war an zahlreichen preisgekrönten Referenzaufnahmen der Passionen J. S. Bachs beteiligt, die unter Leitung führender Dirigenten der historisch informierten Aufführungspraxis wie Philipp Herreweghe, Gustav Leonhardt, Ton Koopman, Frans Brüggen und Masaaki Suzuki entstanden. Die Jury begründet Ihre Entscheidung: »Kaum ein Sänger hat sein Wirken so eng mit dem Namen Johann Sebastian Bach verknüpft wie der niederländische Bassist Peter Kooij. Seit über 30 Jahren ist er vielen Bach-Freunden weltweit der personifizierte Jesus in Bachs Passionen und überhaupt der Bassist des Thomaskantors«. Die Auszeichnung wird am 17. Juni 2016 im Rahmen des Bachfestes Leipzig im Festsaal des Alten Rathauses in Leipzig durch den Oberbürgermeister der Stadt Leipzig, Burkhard Jung, und den Direktor des Bach-Archivs, Peter Wollny, an Peter Kooij überreicht. Das Bachfest Leipzig findet in dieser Saison vom 10. bis 19. Juni statt und steht unter dem Motto »Geheimnisse der Harmonie«.

Bachfest Leipzig

Preise & Stipendien 31.01.2016 PopCamp 2016 Nominierung

Der Sächsische Musikrat wird 2016 wieder eine Band aus Sachsen für die Spitzenförderung des Deutschen Musikrates – das »PopCamp« – nominieren.

 

Interessierte Acts bewerben sich bitte unter: tannenberg (at) saechsischer-musikrat.de. Wir werden ein Voting unter Experten veranstalten und dann ein Projekt für das PopCamp vorschlagen.

»Das PopCamp ist kein Wettbewerb« – dieses wichtige Merkmal betont Projektleiter Michael Teilkemeier vom Deutschen Musikrat (Interview hier lesen). Unter dem Leitsatz »Vielfalt statt Mainstream« werden Künstlerinnen und Künstler gesucht, die dabei sind, den Schritt in die Professionalität zu vollziehen und diesen unbedingt und zielstrebig verfolgen.Bekannte Dozenten aus allen Bereichen des Musikgeschäftes begleiten die ausgewählten Bands auf ihrem Weg in die Professionalität. Sie bieten den Bands in den Coaching-Phasen, bei Studioarbeiten und Liveauftritten mannigfaltige Tipps und Hilfestellungen. Nur Experten aus der Musikbranche, den Medien und verschiedenen Organisationen dürfen als Nominatoren Vorschläge machen. Nachdem alle Nominierungs-Berechtigten ihren Künstler vorgeschlagen haben, werden durch einen Juryentscheid (16. April 2016) zunächst acht Bands ausgewählt, die dann zum »PopCamp Live-Audit« eingeladen werden:

3. & 4. Juni 2016: PopCamp »Live-Audit«, CD-Kaserne CelleHier erhalten diese acht Bands die Möglichkeit sich live zu präsentieren und sich der Jury persönlich vorzustellen. Aus diesen acht werden dann die fünf teilnehmenden Bands bestimmt.

Weitere relevante PopCamp-Termine: 4.09.–10.09.16 – PopCamp Arbeitsphase 1 in Trossingen (Bundesakademie)
20.11.–26.11.16 – PopCamp Arbeitsphase 2 in Sondershausen (Landesmusikakademie Thüringen)

Konditionen
Bewerbungsende beim Sächsischen Musikrat: 28.02.2016
Termine unbedingt freihalten! Die durch uns vorgeschlagene Band muss am Live-Audit sowie an der ersten und zweiten Arbeitsphase teilnehmen können. Wichtiger Hinweis für den Fall der Teilnahme am Live-Audit im Mai: Bands, die als eine der fünf PopCamp-Teilnehmer 2016 ausgewählt werden, verpflichten sich zu einem Eigenbeitrag in Höhe von 500 € je Band. Weitere Kosten fallen nicht an: Reisekosten werden erstattet, Unterkunft, Verpflegung etc. wird gestellt.

Preise & Stipendien 11.01.2016 Auszeichnung für Maria Perlt

Förderforum der Staatsoperette Dresden vergibt den Förderpreis für junge Künstler

 

Am 10. Januar 2016 wurde Maria Perlt, Solistin an der Staatsoperette Dresden, mit dem Förderpreis für junge Künstler ausgezeichnet. Diese vom Förderforum der Staatsoperette initiierte Ehrung wurde zum dritten Mal vergeben. Den mit 1.000 € dotierten Preis überreichte zur Vorstellung der Vorsitzende des Fördervereins Prof. Dr. Werner Patzelt gemeinsam mit Intendant Wolfgang Schaller. Doch bevor Maria Perlt, zu ihrer großen Überraschung, den Preis erhielt, brillierte die junge Sopranistin zur Matinee mit »Glitter and Be Gay« – der Koloraturarie der Cunegonde aus Bernsteins »Candide« auf der Bühne.

Maria Perlt wurde in Berlin geboren, war mehrfache Preisträgerin des Bundeswettbewerbes Jugend musiziert und absolvierte ihr Gesangsstudium von 2007 bis 2012 an der Dresdner Musikhochschule. Sie bestritt zahlreiche Konzerte, unter anderem mit dem Sächsischen Vocalensembles, dem Dresdner Kreuzchor und der Singakademie Dresden. Gastspiele führten sie an Serkowitzer Volksoper, die Kammeroper München und die Dresdner Musikfestspiele. Von 2013 bis 2015 war Maria Perlt am Stadttheater Pforzheim engagiert. Seit März 2015 gehört Maria Perlt zum Solisten-Ensemble der Staatsoperette Dresden. Hier überzeugte das Ausnahmetalent stimmlich und darstellerisch mit ihren Interpretationen der Königin der Nacht in »Die Zauberflöte«, der Adele in »Die Fledermaus« oder auch in jüngster Vergangenheit in der Rolle der Schwanenprinzessin in »Das Märchen vom Zaren Saltan«.

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