Personalia 12.08.2016 Ernst Rudolf Nötzel

3. April 1954 – 7. August 2016

 

Sehr geehrte Mitglieder und Freunde der Sächsischen Mozart-Gesellschaft e.V.,

unser langjähriger Kollege und Mitstreiter Ernst Rudolf Nötzel ist tot. War, nach Bekanntwerden der Krankheit, anfänglich Hoffen, später immer noch Wünschen, sind die letzten Wochen ein Warten gewesen ob der Unabänderbarkeit.

Rudolf Nötzel hat viele Jahre die Geschäftsstelle unseres Vereines geleitet. Rudolf Nötzel hat die Sächsische Mozart-Gesellschaft e. V. inspiriert und geprägt und war bis zuletzt diesem Projekt verbunden. Er war die Sächsische Mozart-Gesellschaft. Er fehlt uns schon geraume Zeit. 

Jetzt ist es endgültig.
Wir nehmen Abschied und danken für die Ideen, den großen Einsatz und den Witz.

In Trauer

Die MitarbeiterInnen
Der Vorstand

Personalia 06.05.2016 Herbert Blomstedt wird Ehrendirigent der Sächsischen Staatskapelle Dresden

Damit würdigt sie die singulären Verdienste Blomstedts um das Orchester. Herbert Blomstedt ist nach Sir Colin Davis erst der zweite Dirigent, dem dieser Ehrentitel zu Teil wird.

 

Die erste Zusammenarbeit zwischen Herbert Blomstedt und der Sächsischen Staatskapelle Dresden fiel in das Jahr 1969. Blomstedt hatte sich nach eigenem Bekunden schon als Jugendlicher in den Klang der Staatskapelle verliebt, als er erste Aufnahmen des Orchesters mit Hilfe eines kleinen Rundfunkempfängers in seiner schwedischen Heimat zu Gehör bekam. Die Zusammenarbeit gestaltete sich von Anfang an überaus glücklich, schon sechs Jahre nach seinem Debüt erkor die Staatskapelle Herbert Blomstedt – gegen den Willen der Parteioberen – zu ihrem Chefdirigenten. Diese Position hielt er bis zum Jahr 1985, kehrte aber auch danach immer wieder ans Kapellpult zurück. Bis heute hat er mehr als 300 Konzerte der Staatskapelle dirigiert, gut 150 Schallplatten und CDs hat das Orchester gemeinsam mit ihm eingespielt. Auch die erste Amerika-Tournee der Staatskapelle fand unter seiner Leitung statt.  In seiner Laudatio charakterisiert Bernward Gruner, Orchestervorstand und seit 1979 als Cellist Mitglied der Staatskapelle, Herbert Blomstedt wie folgt: »In großer Gründlichkeit, mit überschäumender Liebe zur Musik und stets sehr achtungsvoll im Umgang mit den Musikern und dem Publikum gingen Sie zu Werke. Sie setzten künstlerisch und menschlich Maßstäbe, die unter keinen Umständen unterschritten werden konnten.« In einer ersten Reaktion äußerte sich Herbert Blomstedt über die Ernennung: »Die Begegnung mit der Staatskapelle Dresden war vielleicht der größte Glücksfall in meinem Leben. Ich habe damals lange gezögert, bis ich die Chefposition in Dresden – in der ehemaligen DDR – angenommen habe. Aber in der Zusammenarbeit mit den Kapellmusikern bin ich zu einem anderen Musiker geworden. Man kann sogar sagen, dass ich die Grundlagen meines heutigen Musizierens in Dresden gelernt habe. In Gesprächen komme ich deshalb heute immer wieder auf diese wichtige und schöne Zeit mit der Kapelle zurück. Die jetzige Ernennung zum Ehrendirigenten berührt mich sehr. Ich empfinde sie auch als eine Bestätigung dafür, dass meine damalige Entscheidung die richtige gewesen ist.«

Die offizielle Ernennung zum Ehrendirigenten im Rahmen des 10. Symphoniekonzerts der Staatskapelle Dresden am 5. Mai 2016 in der Semperoper statt. In diesem Konzert wird Herbert Blomstedt die siebte Symphonie von Ludwig van Beethoven sowie das Klavierkonzert von Max Reger dirigieren, mit dessen Aufführung die Staatskapelle zugleich an den 100. Todestag von Max Reger erinnert. Solist ist Peter Serkin, der Sohn des legendären Pianisten Rudolf Serkin, der sich unter anderem gemeinsam mit dem ehemaligen Dresdner GMD Fritz Busch nachhaltig für Regers Oeuvre eingesetzt hat.

 

Es ist ein schöner kalendarischer Zufall, dass der 80. Geburtstag des Leipziger Komponisten Günter Neubert und das 25-jährige Jubiläum des von ihm gegründeten DKV-Landesverbands Sachsen in dasselbe Jahr fallen. Denn es gilt nicht nur einen bedeutenden Komponisten von Bühnenwerken, Orchesterwerken, Oratorien, Chorkompositionen und Kammermusik zu würdigen, sondern auch eine Persönlichkeit, die Entscheidendes zum Zusammenwachsen der ost- und westdeutschen Komponistenverbände in den Jahren nach der Wende beigetragen hat.

Am 11. März 1936 in Crimmitschau/Sachsen geboren studierte Günter Neubert an der Hochschule für Musik Leipzig und an der Hochschule »Hanns Eisler« in Berlin, wo er 1960 sein Staatsexamen als Tonmeister ablegte. Sein parallel absolviertes Kompositionsstudium vervollkommte er bei Rudolf Wagner-Régeny, später auch als Meisterschüler bei Paul Dessau. Von 1960 bis 1991 arbeitete er als Toningenieur beim Rundfunksender Leipzig, 1992–2000 als Tonmeister beim MDR. Außerdem war er Lehrbeauftragter an der Hochschule für Musik und Theater Leipzig und Gründungsmitglied der „Sächsischen Akademie der Künste«.

Auf den Komponisten Günter Neubert wurde ich bereits 1983 aufmerksam, als ich die Uraufführung seines Oratoriums »Laudate Ninive« in meiner damaligen Heimatstadt Hannover miterleben durfte. Ein Kompositionsauftrag aus der früheren Bundesrepublik an einen DDR-Komponisten war damals ein außergewöhnlicher Vorgang, wenn auch Hannover und Leipzig bereits durch eine Städtepartnerschaft auf kommunaler und kirchlicher Ebene verbunden waren. Mich fesselte die geistliche Dimension in Kombination mit dem politisch-gesellschaftskritischen Engagement des Werkes, dessen Aufführung in der damaligen DDR fast verboten worden wäre. Persönlich lernte ich indes Günter Neubert erst Anfang der 90er Jahre kennen.

Als damaliger 2. Vorsitzender des Landesverbands Norddeutschland im Deutschen Komponistenverband habe ich auf den Sitzungen des Erweiterten Vorstands die Gespräche mit Komponistenkollegen der ehemaligen DDR miterlebt. Zu den führenden Persönlichkeiten, die die Verbindung zum DKV suchten, zählte sehr bald Günter Neubert. So gründete er zusammen mit Prof. Wilfried Krätzschmar bereits 1991 die Sektion Sachsen im Deutschen Komponistenverband als dessen ersten ostdeutschen Landesverband und gehörte zusammen mit Prof. Lothar Voigtländer als Vertreter der neuen Länder dem DKV-Bundesvorstand an. Als Vorsitzender des LV Sachsen schuf er Strukturen, die auch heute noch die Arbeit des Landesverbands Sachsen bestimmen. Den Förderpreis für junge Komponisten und Musikwissenschaftler, der aufgrund einer Nachlassregelung bereits zu DDR-Zeiten existierte, konnte er wiederbeleben. Der mit 2.500 Euro dotierte Preis wurde auch im letzten Jahr wieder verliehen. Mit der Gründung des Sächsischen Musikbunds gab er der von ihm initiierten Konzertreihe »Das außergewöhnliche Konzert«, in der stets auch lebende sächsische Komponisten vertreten waren, den notwendigen organisatorischen Rahmen. Durch die Schaffung eines Arbeitskreises »Junge Komponisten« erhielten Kollegen unter 35 die Möglichkeit, in einen Gedankenaustausch auch zwischen den Hochschulstandorten Dresden und Leipzig zu treten und selbständig Konzerte zu organisieren.

Die sächsischen Komponisten haben Günter Neubert viel zu verdanken. Im Namen des LV Sachsen im Deutschen Komponistenverband  gratuliere ich ihm sehr gern und herzlich zu seinem 80. Geburtstag und wünsche ihm für die vor ihm liegenden Jahre Gesundheit, Schaffenskraft und Gottes Segen.

Prof. Matthias Drude

Günter Neubert im Konzert
Festkonzert für Günter Neubert am 17. April in der Lutherkirche Crimmitschau
Aufführung
eines Werkes von Günter Neubert im Rahmen des Preisträgerkonzertes des Landeswettbewerbes Jugend musiziert am 29. April in Hoyerswerda

Personalia 12.01.2016 Dr. Jürgen Ohlau ist verstorben

Die Kulturwelt des Freistaates Sachsen trauert um einen ihrer bedeutendsten Kulturbotschafter

 

Dr. Jürgen Ohlau hat von seinem langjährigen Dienstsitz in Dresden-Hellerau Unschätzbares geleistet: als Gründungsdirektor der Kulturstiftung des Freistaates Sachsen und später als Präsident des Sächsischen Kultursenats. Hier und durch sein weiteres Engagement hat er in vielfältiger Weise nachhaltig zum Erhalt und zur Weiterentwicklung der sächsischen Kulturlandschaft beigetragen. Nach Angaben der Familie starb Dr. Jürgen Ohlau bereits am 21. Dezember 2015. Dr. Ohlau war Gründungsdirektor der Kulturstiftung von 1993 bis zu seinem altersbedingten Ausscheiden im Jahr 2003. In dieser Funktion hat Dr. Ohlau die Fundamente geschaffen, auf denen die Stiftungsarbeit bis heute ruht. Zudem war er von April 2009 bis zum Juni 2013 Präsident des Sächsischen Kultursenats und zugleich Mitglied des Vorstands der Kulturstiftung. Der Präsident des Kultursenates, Christian Schramm, erinnert sich voller Dankbarkeit: »Im Sächsischen Kultursenat wie auch in der Kulturstiftung hat sich Dr. Jürgen Ohlau große Anerkennung und Verdienste um die sächsische Kultur erworben. Dr. Ohlaus Wissen und seine kontinuierliche Arbeit hat in kongenialer Weise die Wurzeln und das Wachstum der Kultur im Blick gehabt. Wir haben für vieles zu danken, für einen hohen zeitlichen Einsatz, für eine Präsenz die immer kulturelle Anliegen transportieren wollte und für seine Arbeit an und in einem großen Netzwerk. Dr. Jürgen Ohlau hat die Kultur geliebt und gelebt. Wir bleiben seinem Andenken und Anliegen verpflichtet.«
Unser Mitgefühl gilt seiner Ehefrau und seiner Familie.

Personalia 19.12.2015 Trauer um Kurt Masur

Der deutsche Dirigent Kurt Masur ist in den frühen Morgenstunden in Greenwich, USA verstorben.

 

Der 1927 in Brieg geborene Masur bekam im Alter von zehn Jahren Klavierunterricht. 1960 wurde Kurt Masur zum Ersten Kapellmeister an der Komischen Oper Berlin berufen. An dem traditionsreichen Haus avancierte er zu einem der wichtigsten Dirigenten – zunächst in der DDR, später weltweit. Masur war langjähriger Gewandhauskapellmeister in Leipzig. Im Revolutionsherbst 1989 gehörte er zu den sechs Leipziger Persönlichkeiten, die mit einem eindringlichen Appell öffentlich zur Gewaltlosigkeit aufriefen.

 

Personalia 03.12.2015 Bach-Archiv mit neuem Geschäftsführer

Der Kulturmanager Dr. Alexander Steinhilber ist vom Stiftungsrat des Bach-Archivs Leipzig zum neuen Geschäftsführer der Institution berufen worden.

 

Der Kulturmanager Dr. Alexander Steinhilber ist vom Stiftungsrat des Bach-Archivs Leipzig zum neuen Geschäftsführer der Institution berufen worden. Steinhilber folgt ab 15. Februar 2016 auf Dr. Dettloff Schwerdtfeger, der mit Beginn des Jahres 2016 als kaufmännischer Geschäftsführer zur Internationale Beethovenfeste Bonn gGmbH wechselt.

Der promovierte Musikwissenschaftler Steinhilber leitet seit 2010 das Referat für Musik der Kulturbehörde der Freien und Hansestadt Hamburg. Zudem unterrichtet Steinhilber in Hamburg an der Hochschule für Musik und Theater und wirkt als Orgelbeauftragter der Hansestadt. Neben der kaufmännischen Führung des Bach-Archivs Leipzig wird Alexander Steinhilber, wie zuvor auch Dettloff Schwerdtfeger, die geschäftsführende Intendanz des Bachfestes Leipzig übernehmen. Der Stiftungsrat des Bach-Archivs Leipzig hat den Kulturmanager und Musikwissenschaftler Dr. Alexander Steinhilber nach einem dreimonatigen Auswahlprozess zum neuen Geschäftsführer des Bach-Archivs Leipzig bestimmt. Steinhilber, der als ausgewiesener Experte auf dem Gebiet der Alten Musik gilt, folgt in dieser Funktion auf Dr. Dettloff Schwerdtfeger. Dieser scheidet zum Jahreswechsel nach zehn erfolgreichen Jahren aus dem Bach-Archiv Leipzig aus, um sich einer neuen Aufgabe bei der Internationale Beethovenfeste gGmbH in Bonn zu widmen. Prof. Dr. Peter Wollny, Direktor des Bach-Archivs Leipzig: »Dettloff Schwerdtfeger hat in den zehn Jahren seines hiesigen Wirkens das Bach-Archiv und insbesondere das Bachfest Leipzig entscheidend geprägt und vorangebracht. Wir sind ihm für seine erfolgreiche Arbeit außerordentlich dankbar. So sehr ich es bedaure einen lieben Kollegen zu verlieren, so sehr freue ich mich, dass Herr Schwerdtfeger in Bonn eine seinen Begabungen und Interessen angemessene Stelle gefunden hat.« Mit Dr. Alexander Steinhilber konnte in der Nachfolge Schwerdtfegers wiederum ein erfahrener und vielseitiger Musikmanager für die Stadt Leipzig gewonnen werden. Michael Faber, Bürgermeister für Kultur der Stadt Leipzig: »Dr. Alexander  Steinhilber hat sich bereits durch seinen Impuls zu den deutschlandweiten Feierlichkeiten aus Anlass des Festjahres C. P. E. Bach 2014 bzw. deren Projektkoordination als exzellenter Bach-Botschafter empfohlen. Insbesondere sein interdisziplinärer beruflicher Erfahrungsschatz in Management, Lehre und Musikpraxis qualifiziert Alexander Steinhilber für die Doppelfunktion Geschäftsführer des Bach-Archivs Leipzig und Geschäftsführender Intendant des Bachfestes Leipzig.«

Alexander Steinhilber studierte nach einer kirchenmusikalischen Ausbildung Musikwissenschaft und Ältere deutsche Sprache und Literatur. Von 1998 bis 2002 war er Wissenschaftlicher Leiter der Akademie für historische Aufführungspraxis e. V. in Berlin. Im Jahr 2009 wurde er im Fach Musikwissenschaft an der Freien Universität Berlin promoviert. Nach freiberuflicher Arbeit u. a. als Organist, Musikmanager und Consultant im Bereich Personalmanagement, Nachhaltigkeitskonzepte und Fundraising, übernahm Steinhilber 2010 die Leitung des Referats für Musik der Kulturbehörde der Freien und Hansestadt Hamburg. Seit November 2011 wirkte er ebenda zugleich als stellvertretender Abteilungsleiter der Abteilung für Kunst, Kreativwirtschaft, Musik und Kulturprojekte. Alexander Steinhilber wurde 2011 zum Orgelbeauftragten der Freien und Hansestadt Hamburg bestimmt, zudem unterrichtet er an der Hochschule für Musik und Theater Hamburg. Das Bach-Archiv Leipzig versteht sich als musikalisches Kompetenzzentrum am Hauptwirkungsort Johann Sebastian Bachs. Sein Zweck ist, Leben, Werk und Wirkungsgeschichte des Komponisten und der weit verzweigten Musikerfamilie Bach zu erforschen, sein Erbe zu bewahren und als Bildungsgut zu vermitteln. Die besondere Stärke des Bach-Archivs liegt in dem Perspektivenreichtum, den es im Zusammenwirken von Forschungsinstitut, Bibliothek, Bach-Museum, künstlerischem Betriebsbüro und Servicefunktionen auf eine der herausragenden Künstlerpersönlichkeiten der europäischen Kulturgeschichte richten kann. Präsident des Bach-Archivs Leipzig ist der britische Dirigent und Bach-Spezialist Sir John Eliot Gardiner.

Bach-Archiv Leipzig

Personalia 01.12.2015 Leitungswechsel beim »Festival Mitte Europa«

Der Musiker und Kulturmanager Johannes Weiss wird neuer Künstlerischer Leiter des Festivals

 

Der Musiker und Kulturmanager Johannes Weiss wird neuer Künstlerischer Leiter beim Festival Mitte Europa. Weiss folgt auf Manfred Schmidt, der im vergangenen Sommer mit der Durchführung des deutsch-tschechischen Kulturprojekts betraut worden war und sein Amt im Oktober aus persönlichen Gründen zur Verfügung gestellt hat.

Johannes Weiss ist Sänger, Dirigent und Cembalist. Neben internationalen Konzert- und Opernengagements arbeitet er regelmäßig als Tenor-Solist und unterrichtet Historische Aufführungspraxis. Zudem kuratiert er das Musikfest Eichstätt, das alljährlich im Mai zur Neuentdeckung Alter Musik nach Oberbayern einlädt.
 
Johannes Weiss schätzt das Festival Mitte Europa als etablierten Kultursommer, der seit 1992 die Identifikation mit humanistischen Werten über Landesgrenzen hinaus fördert. Den 25. Jubiläumsjahrgang im kommenden Jahr sieht er als Herausforderung und Chance, das Festival weiterzuentwickeln, neue Schwerpunkte zu setzen und erfolgreiche Strategien zu schärfen: »Große Anliegen sind mir die intensivere Kommunikation mit dem jüngeren Publikum sowie die Nachwuchsförderung.«, meint Weiss. »Dies kann sowohl mit einer stärkeren Öffnung hin zu lokalen Institutionen als auch mit grenzübergreifenden Kulturprojekten umgesetzt werden kann. Zudem gilt es, das musikalische Profil des Festivals zu schärfen. Mit Schwerpunkten Alte und Neue Musik sowie Jazz können dabei Leitlinien herausgearbeitet werden ohne an künstlerisch-musikalischer Bandbreite zu verlieren. Gesprächskonzerte oder zeitgenössische Choreographie sollen Teil des Programms werden um dem Anspruch gerecht zu werden, aktiver Teil eines sich entwickelnden Kulturlebens zu sein.« Johannes Weiss freut sich auf sein Wirken in der Mitte Europas. »Das Zentrum eines zusammenwachsenden Kontinents zu sein, ist eine ungeheure Chance. Ich will unseren Teil dazu beitragen und Musiker aus ganz Europa ins Festivalgebiet holen, denn kulturelles Schaffen und kreatives Erleben verbindet Regionen, weckt Neugier und Verständnis für das ›andere‹. Wenn das Fremde uns weniger fremd ist, haben wir diese Chance genutzt.«

Der 25. Jahrgang des Festival Mitte Europa, für welchen derzeit die Planungen laufen, wird diesmal in Hof, »in Bayern ganz oben«, starten und findet vom 18. Juni bis 7. August 2016 statt. Demnächst wird mitgeteilt, wann mit dem neuen Programm voller vielfältiger Konzerte, spannender Ausstellungen und inspirierender Workshops zu rechnen ist.

Festival Mitte Europa

Personalia 28.08.2015 Ehrung für Theo Müller

Sächsischer Blasmusikverband ehrt Unternehmer Theo Müller für langjährige Förderung der Kultur im Freistaat.

 

Wo normalerweise hektischer Betrieb herrscht, fand am 23. August 2015 , ein Moment der künstlerischen Einkehr statt: Der Sächsische Blasmusikverband e.V. / Bläserjugend Sachsen würdigte am Standort der Sachsenmilch Leppersdorf GmbH Theo Müller und seine gleichnamige Stiftung für bald zwei Jahrzehnte aktive Förderung der Arbeit des Verbands.

Gerade weil es Kunst und Kultur im Wettbewerb mit dem Sport um private Förderung oft schwer hätten, sei dieses klare Bekenntnis eines erfolgreichen Unternehmers zur Blasmusik bemerkenswert, so Thomas Firmenich, Präsident des Sächsischen Blasmusikverband e.V.. Entsprechend groß war auch die Zahl der Gäste, zu denen neben Ministerpräsident Stanislaw Tillich zahlreiche Vertreter von der Bundes-, Landes- und Lokalpolitik sowie viele Repräsentanten der sächsischen Kulturszene gehörten. Musikalisch führte die Junge Bläserphilharmonie Sachsen unter der Leitung von Thomas Scheibe durch das Programm. Martin Gumpp, Kurator der Theo Müller Stiftung, zitierte aus dem Leitbild des Sächsischen Blasmusikverbands: »Musik ist wie eine internationale Sprache, sie wird auf der ganzen Welt verstanden und verbindet damit alle Menschen. Musik ist ein Beitrag zur Völkerverständigung, zu Toleranz und Frieden.« Gerade vor dem Hintergrund der zahllosen, weltweiten Krisen und der damit einhergehenden Herausforderungen für Deutschland sei diese Brücken bauende Wirkung der Musik wichtiger denn je, so Gumpp weiter. Die zahlreichen Mitgliedsvereine des Blasmusikverbands seien tief in ihren Heimatgemeinden verwurzelt und leisteten so einen wertvollen Beitrag zur Weiterentwicklung der Gesellschaft. Insgesamt hat die Theo Müller Stiftung seit 1996 zahlreiche Projekte des Sächsischen Blasmusikverbands e.V. mit insgesamt weit über 520.000 Euro gefördert. Die Unterstützung reicht dabei unter anderem von der Anschaffung einzelner Instrumente über die Ermöglichung einer CD-Produktion, Hilfe bei der Beseitigung von Hochwasserschäden im Jahr 2003 und die Anschubfinanzierung für den Aufbau eines Jugendblasorchesters. Mit der Ausgabe von Stiftungsbriefen an junge Musikerinnen und Musiker, die eine musikalische Ausbildung im Verein erfahren, unterstützte die Stiftung die Nachwuchsarbeit auf unmittelbarer Vereinsebene entscheidend. Vor 12 Jahren ernannte der Sächsische Blasmusikverband e.V. Theo Müller zum Ehrenmitglied. In seiner Erwiderung bestätigte Theo Müller, dass er die Stiftungsgelder gut angelegt sieht und gab bekannt, dass er in den kommenden 25 Jahren die Blasmusik jährlich mit 50.000 EUR unterstützen wird. Das Kulturland Sachsen ist reich an musikalischen Traditionen im Bläserbereich. Von den Hof- und Ratsmusici bis in die heutige Zeit versteht sich die sächsische Bläser- und Blasmusikkultur als Bestandteil einer nachweislich hochentwickelten Traditionslinie. Insofern gilt es, an das großartige musikalische Erbe Sachsens mit Komponistenwie Richard Wagner, Robert Schumann und Felix Mendelssohn Bartholdy anzuknüpfen. Wichtiger Eckpfeiler ist hierbei neben der Bewahrung, Pflege und Weiterentwicklung der Amateurmusik auch die Gewinnung von Kindern und Jugendlichen für eine musikalische Ausbildung. Eine weitere wichtige Säule ist zudem die musikalische Elite-Förderung im Rahmen der Jungen Bläserphilharmonie Sachsen und der Brass Band Sachsen.

Thomas Firmenich beschäftigte sich in seiner Rede auch mit der Frage, wie es ohne die Förderung der Theo Müller Stiftung um die Blasmusik in Sachsen bestellt wäre: »Selbstverständlich wäre durch die Arbeit des Verbandes mit seinen zahlreichen aktiven und engagierten Musikerinnen und Musikern sowie die Fördermittel des Freistaats eine hochqualitative Grundversorgung mit Blasmusik gewährleistet. Sicher hätten wir den Bläsernachwuchs aus eigener Kraft nicht so effizient etablieren können. Zwischenzeitlich sind beinahe 60 Prozent unserer Musikerinnen und Musiker unter 27 Jahre alt. Und ob wir uns zwei national wie international hoch angesehene Auswahlensembles mit unterschiedlichen Ansätzen leisten könnten, ist fraglich. Um es mit den für den heutigen Veranstaltungsort passenden Worten zu sagen: An diesem künstlerischen Sahnehäubchen hat die Theo Müller Stiftung einen großen Anteil.« Theo Müller bekam vom Präsidenten der Sächsischen Blasmusikverbandes die Ehrenmedaille der Bundesvereinigung Deutscher Musikverbände in Gold für seine hervorragende Tätigkeit zur Förderung der Musik überreicht.

Sächsischer Blasmusikverband e.V.

Personalia 10.07.2015 Stefan Klingele

Neuer Musikdirektor für die Musikalische Komödie

 

Kurz vor Ende der Spielzeit 2014/15 konnte der neue Musikdirektor für die Musikalische Komödie verpflichtet werden. Gemeinsam mit dem Betriebsdirektor Torsten Rose und dem Chefregisseur Cusch Jung wird er ab der kommenden Spielzeit 2015/16 das einzigartige Operetten- und Musicalhaus zunächst bis 2020 leiten.

Prof. Ulf Schirmer (Intendant und Generalmusikdirektor): »Wir sind froh und dankbar, einen solch profunden Musiker mit diesem beruflichen Hintergrund gewonnen zu haben.« Durch die Produktion »Romeo und Julia« im Januar 2014, bei der er die Musikalische Leitung inne hatte, ist er dem Orchester und dem Ensemble bereits bestens bekannt. Zu Beginn der Saison wird er mit der Eröffnungspremiere »Wiener Blut« (Premiere 17. Oktober 2015) zum ersten Mal als Musikalischer Leiter in seiner neuen Funktion in Erscheinung treten. Für das Klangfarben-Konzert »Die Himmelfahrt Jesu Christi«, ein Oratorium von Albert Lortzing, wird er am Pult des Orchesters der Musikalischen Komödie stehen. Zusätzlich werden ihm Produktionen aus dem Repertoire wie z.B. »My Fair Lady«, »Im Weißen Rössl«, die Wiederaufnahmen von »Der Opernball«, »Der Wildschütz«, »Aschenputtel« und »Das Land des Lächelns« anvertraut.  Stefan Klingele gastiert an zahlreichen Bühnen u.a. an der Semperoper Dresden, der Königlichen Oper Stockholm, dem Nationaltheater Weimar, der Deutschen Oper am Rhein Düsseldorf, der Staatsoper Hannover und an der Wiener Volksoper. Seine jüngsten Konzerte waren mit der Norddeutschen Philharmonie Rostock, dem Uppsala Kammerorchester, der Jönköping Sinfonietta, dem Orchester des Teatro Massimo in Palermo, der Hofkapelle Stockholm und dem Staatsorchester Halle. Stefan Klingele  erhielt an der Hochschule für Musik Würzburg Hauptfachdiplome in Dirigieren und Violoncello und konnte bereits als Student drei Jahre lang die Neuburger Kammeroper leiten. Seine erste Stelle als Korrepetitor mit Dirigierverpflichtung trat er 1993 für drei Jahre am Nationaltheater Mannheim an. Nach drei weiteren Jahren als Dirigent im Staatstheater am Gärtnerplatz München war Klingele schließlich von 1999 bis 2007 am Bremer Theater engagiert. In der Spielzeit 2006/07, in der er als Interims-Chefdirigent die Oper Bremen leitete, wurde diese von der Zeitschrift »Die Opernwelt« zum »Opernhaus des Jahres« gewählt. 1999 wurde Klingele der Bayerische Förderpreis verliehen, 2006 der Kurt-Hübner-Preis Bremen. Seine Produktion »Intolleranza 1960« (Luigi Nono) in der Staatsoper Hannover erhielt den Musiktheaterregiepreis »Der Faust« des Bühnenvereins für die beste nationale Premiere in der Spielzeit 2010/2011.

Oper Leipzig

Personalia 24.06.2015 Prof. Christfried Brödel als Vorsitzender der Neuen Bachgesellschaft bestätigt

Das Direktorium der Neuen Bachgesellschaft hat auf seiner Sitzung während des Bachfestes in Leipzig den derzeit amtierenden Vorsitzenden, KMD Prof. Dr. Dr. h.c. Christfried Brödel mit großer Mehrheit zum Vorstandsvorsitzenden gewählt.

 

Zwei Kandidaten hatten sich dieser Neuwahl, die durch den Tod des langjährigen Vorsitzenden Prof. Dr. Martin Petzoldt im März 2015 nötig wurde, gestellt. Prof. Brödel dankte nach seiner Wahl insbesondere dem stellvertretenden Vorsitzenden Kreuzkantor Roderich Kreile, der während der Krankheit Prof. Petzoldts die Neue Bachgesellschaft geleitet hat. In den Vorstand gewählt wurde zudem PD Dr. habil. Michael Maul, der bisher im Direktorium der Gesellschaft mitarbeitete. Der Leipziger Bachforscher leitet seit 2014 im Bach-Archiv Leipzig das Forschungsreferat I. Der Vorstand der Neuen Bachgesellschaft steht vor großen Herausforderungen. »Neben der Fortführung der bisherigen Aktivitäten wie der Durchführung von Bachfesten, der Trägerschaft des Bachhauses Eisenach, der Finanzierung des Bach-Jahrbuchs und der Unterstützung der Bachakademie-Arbeit in Osteuropa gilt es, die Kommunikation zwischen den Mitgliedern zu verbessern, sich besonders der Heranführung Jugendlicher an das Werk Bachs zu widmen, stärker in der Öffentlichkeit wirksam zu werden und konkrete Projekte zu verwirklichen, durch die Liebhaber Bachscher Musik und professionelle Interpreten gleichermaßen angesprochen werden. Es gilt, die Gesellschaft unter Wahrung ihrer bisherigen Werte zu modernisieren und für den Weg durch die kommenden Jahre tüchtig zu machen«, beschreibt Prof. Brödel die künftigen Aufgaben. Christfried Brödel, geb. 1947, gehört seit 1969 der Neuen Bachgesellschaft an. Er ist Kirchenmusiker und leitete von 1988 bis 2013 als Rektor und Professor für Chorleitung die Hochschule für Kirchenmusik Dresden (bis 1992: Kirchenmusikschule Dresden). Schwerpunkte seines musikalischen Schaffens bilden die Aufführung und Erschließung von Werken Johann Sebastian Bachs sowie von zeitgenössischer Kirchenmusik. Seit 1990 ist er Mitglied des Direktoriums der Neuen Bachgesellschaft. In ihrem Auftrag leitete er bisher 12 Bachakademien in Osteuropa. Nach seiner Emeritierung 2013 ist er weiterhin als Dirigent, Autor und Leiter von Chorleitungskursen tätig. Die 1900 gegründete Neue Bachgesellschaft mit Sitz in Leipzig hat es sich zum Ziel gesetzt, die Musik Johann Sebastian Bachs zu pflegen und zu verbreiten sowie Leben, Werk und Nachwirken Bachs wissenschaftlich zu erschließen. Schwerpunkte der Arbeit sind die jährliche Veranstaltung von Bachfesten an wechselnden Orten, die Herausgabe des jährlich erscheinenden Bach-Jahrbuches sowie die Förderung des musikalischen Nachwuchses.

Johann-Sebastian-Bach-Stiftung
Neue Bachgesellschaft e.V.


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