Personalia 03.06.2020 »Ich will Musiker und Komponisten für die moderne Musik und die Nutzung von neuen Technologien und Medien begeistern«

Ein einzigartiger Experimentierraum startet an der Hochschule für Musik Dresden mit Stefan Prins, neuer Professor für Komposition

 

Ein wichtiger Teil des Kompositionsstudiums ist die elektronische Musik. Im Tonstudio werden Töne und Klänge erzeugt, die eine große Bandbreite an Kompositionen zulassen. Mit dem neuen Experimentierraum – dem sogenannten Hybrid Music Lab – geht die Dresdner Hochschule noch einen Schritt weiter. »Wir wollen der Entwicklung gerecht werden, dass in der Kunst die Grenzen aller Disziplinen – von Performances, Kompositionen, Installationen, Musiktheater bis hin zu Tänzen – verschwimmen«, so Prins. Im Hybrid Music Lab können die Studierenden aller musikalischen Fachbereiche ihre Komfortzonen verlassen, mit modernster Technik experimentieren und sich gemeinsam in ein musikalisches Abenteuer begeben. »Unsere Technik ermöglicht es, in Echtzeit Videos zu manipulieren und mit Instrumenten oder elektronischen Klängen interagieren zu lassen«, so Prins.

Im neuen ›Sound & Fury Improvisation Ensemble‹ machen Komponisten/-innen, Musiker/-innen aller Fachbereiche mit Hilfe von Improvisationstechniken gemeinsam Musik. »Wir werden elektronische Musik mit selbstgemachten elektronischen und akustischen Instrumenten sowie der Stimme kombinieren und zukünftig auch andere Disziplinen wie Video, Tanz und Theater einbeziehen«, so Prins. Ein Improvisationskonzert wird es am Ende eines jeden Semesters geben.

Prins, Jahrgang 1979, hatte sich nach seinem Abschluss als Ingenieur für ein Studium in Klavier und Komposition am Königlichen Konservatorium Antwerpen entschieden. Parallel dazu studierte der Belgier »Technology in Music« in Brüssel und »Sonology« in Den Haag. 2017 promovierte er in Komposition an Harvard University bei Chaya Czernowin. Prins hat bereits zahlreiche internationale Preise gewonnen, darunter den «Berliner Kunstpreis für Musik” (2016), Kranichsteiner Kompositionspreis (Darmstadt, 2010) und den «International Impuls Composition Award” (Graz, 2009). Er ist Co-Leiter des Belgischen Ensemble für neue Musik »Nadar Ensemble« und ist auch aktiv in die Szene der improvisierten Musik.

Personalia 15.05.2020 »Gut, dass du da bist«

Matthias Drude zum 60. Geburtstag

»Gut, dass du da bist« ist der Titel einer Komposition von Matthias Drude (Drei Lieder für Sopran, gemischten Chor und Streichorchester nach Texten von Kurt Knorr, 2006)

 

Der Dresdner Komponist und Hochschulprofessor Matthias Drude begeht am 18. Mai seinen 60. Geburtstag. Geboren im niedersächsischen Dannenberg und aufgewachsen in Hannover studierte er zunächst Schulmusik und Geschichte, danach Musiktheorie/Komposition bei Diether de la Motte (Hannover) und Ulrich Leyendecker (Hamburg). 

Nach Lehraufträgen an den Musikhochschulen Hannover und Lübeck wurde er 1993 auf die Dozentenstelle für Musiktheorie an die Hochschule für Kirchenmusik Dresden berufen, an der er als Fachgruppenleiter Musiktheorie, Gehörbildung, Partiturspiel, Generalbass, Formenlehre/Analyse und Instrumentenkunde unterrichtet. 2001 wurde er zum Professor ernannt. Seit 2001 ist er außerdem 1. Vorsitzender des Landesverbands Sachsen im Deutschen Komponistenverband.

Als Komponist ist er in zahlreichen vokalen und instrumentalen Gattungen mit Ausnahme des Musiktheaters zu Hause. Dem Dresdner Publikum ist er vor allem durch seine geistlichen Oratorien und Kantaten bekannt geworden. Mehrere Uraufführungen haben dabei der Chor der Hochschule für Kirchenmusik und Sinfonietta Dresden unter Leitung von Christfried Brödel (Weihnachtsoratorium, Passionsoratorium »Für deine Ehre habe ich gekämpft, gelitten«) und Stephan Lennig (Poetische Kommentare zu den Kantaten des Bachschen Weihnachtsoratoriums) übernommen. 

Traditionslinien der Musik des 19. und 20. Jahrhunderts haben in seinem Werk vielfältige Spuren hinterlassen. Sie treten aber hinter einer eigenständigen kompositorischen Handschrift zurück, die in gleicher Weise von handwerklichem Können wie von einem starken Ausdruckswillen geprägt ist.

Personalia 30.04.2020 »Wir werden unsere Chöre bestmöglich unterstützen«

Daniel Kernchen hat die Geschäftsführung des Sächsischen Chorverbandes übernommen

 

Der Kulturmanager und Musikwissenschaftler Daniel Kernchen hat im April die Geschäftsführung des Sächsischen Chorverbandes e.V. übernommen Er löste den bisherigen Geschäftsführer des Laienchorverbandes Thomas Lohse in dieser Funktion ab.

»Wir danken Thomas Lose für die langjährige Leitung der Geschäftsstelle unseres Verbandes und für sein Engagement für die sächsischen Laienchöre. Mit Daniel Kernchen hat das Präsidium des Sächsischen Chorverbandes einen Kulturmanager gewinnen können, von dem wir uns bei der weiteren Profilierung unseres Laienchorverbandes und des Chorwesens in Sachsens wichtige Impulse erwarten«, wünscht Horst Wehner, Präsident des Sächsischen Chorverbandes e.V., dem neuen Verbands-Geschäftsführer viel Erfolg. Durch die aktuellen Einschränkungen des gesellschaftlichen Lebens stehen die Chorvereine des Sächsischen Chorverbandes vor bislang nicht gekannten Herausforderungen.

»Eigentlich hätten wir ab dem heutigen Donnerstag in Leipzig das Deutsche Chorfest mit tausenden Chorsänger*innen aus Deutschland und vielen Nachbarländern gefeiert. Über 450 Chöre wollten sich in Leipzig begegnen, für den Chorgesang werben und die Sachsen erfreuen. Stattdessen mussten unsere Chöre in den letzten Wochen ihre Probentätigkeit einstellen, an Auftritte und Konzerte ist aktuell nicht zu denken. Wir haben als Verband unsere Woche der offenen Chöre absagen müssen, in der wir nach dem Chorfest an Chorgesang interessierte Sachsen zu uns in die Chöre einladen wollten«, fasst Horst Wehner die aktuelle Situation in der sächsischen Chorlandschaft zusammen. Zahlreiche Chöre des Sächsischen Chorgesangs halten ihren Spaß am Chorgesang inzwischen virtuell frisch, ob in unserem, mit der Deutschen Chorjugend e.V. initiierten Projekt #zusammenSINGENwirSTÄRKER oder in eigenen Chorinitiativen. »Das ersetzt zwar keine Proben, dieser virtuelle Chorgesang verbindet jedoch«, so der Präsident des Sächsischen Chorverbandes e.V. Er möchte den Chören Mut machen: »In den Familien lässt es sich hervorragend musizieren und singen. In Zeiten des Zuhausebleibens ist es eine gute Gelegenheit, das gemeinsame Singen wieder aufleben zu lassen.« Den Chören, in denen viele Sänger*innen zu den sogenannten Risikogruppen gehören, empfiehlt er, miteinander in Kontakt zu bleiben, jede Möglichkeit zu nutzen, sich miteinander auszutauschen. »Wir werden wieder gemeinsam singen«, verspricht Horst Wehner.

Der neue Chorverbands-Geschäftsführer ist in diesen Tagen insbesondere Ansprechpartner für die Chöre des Verbandes. Der 40-jährige Daniel Kernchen studierte nach einer kaufmännischen Ausbildung Musikwissenschaft, Kulturmanagement und Rechtswissenschaft an der Hochschule für Musik »Franz Liszt« Weimar sowie an der Friedrich-Schiller-Universität Jena. Im Anschluss an sein Studium war er Orchestermanager bei den Thüringer Symphonikern Saalfeld-Rudolstadt, wechselte 2011 als Orchesterdirektor zum Brandenburgischen Staatsorchester Frankfurt und war für die Spielzeiten 2015/2016 sowie 2016/2017 Intendant der Jenaer Philharmonie. Danach war er freischaffend als Kulturmanager tätig. »Auch für mich ist es neu, diese berufliche Aufgabe in einer so außergewöhnlichen Situation zu übernehmen und mich in diese einzuarbeiten. Wir werden unsere Chöre bestmöglich unterstützen und versuchen, die Folgen der Corona-Krise für unsere Mitgliedschöre so gering wie möglich zu halten«, erklärt Daniel Kernchen. Dazu befindet sich der Verband im regen Austausch mit den zuständigen Stellen im Freistaat Sachsen und im Deutschen Chorverband e.V.

Personalia 23.03.2020 Hohe Ehrung für Dresdner Klavierprofessor

Prof. Arkadi Zenzipér erhielt das Verdienstkreuz am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland

 

Zum ersten Mal wurde einem Professor der Dresdner Hochschule für Musik die höchste Ehrung der Bundesrepublik Deutschland zu Teil. Auf Vorschlag des Niedersächsischen Ministerpräsidenten Stephan-Peter Weil erhielt Prof. Arkadi Zenzipér das Verdienstkreuz am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland verliehen. Die Auszeichnung würdigt die herausragende nationale und internationale künstlerische Arbeit von Prof. Zenzipér als Pianist, Pädagoge und Festivalleiter.
»Es ist mir eine große Ehre, diese hohe Auszeichnung des Landes für meinen Beitrag zum kulturellen Leben in Deutschland entgegen zu nehmen.« so Arkadi Zenzipér.

Arkadi Zenzipér wurde 1958 in St. Petersburg geboren und absolvierte sein Klavierstudium am St. Petersburger Konservatorium bei G. Sokolow und N. Perlmann. Der Fall der Mauer und der innerdeutschen Grenze war für Arkadi Zenzipér auch ein persönlicher Glücksfall: Als Solist wurde er nunmehr zu Konzerten im In- und Ausland eingeladen. Er konzertierte mit der Staatskapelle Dresden, dem Berliner Rundfunksinfonieorchester, der Tschechischen Philharmonie und der Staatskapelle St. Petersburg. Er spielte beim Schleswig-Holstein-Musikfestival, beim Münchner Klaviersommer, im Concertgebouw Amsterdam und gewann den XI. Internationalen Kammermusikwettbewerb in Florenz.

Seit 1986 hat Arkadi Zenzipér eine Professur für Klavier an der Hochschule für Musik Carl Maria von Weber Dresden inne.

 

Am 3. März hat der Vorstand der Kulturstiftung des Freistaates Sachsen Dr. Christoph Dittrich zum neuen Präsidenten gewählt. Christoph Dittrich ist Generalintendant der Städtischen Theater Chemnitz und Vorstandsmitglied des Landesverbandes Sachsen des Deutschen Bühnenvereins. Sein Vorgänger Ulf Großmann, der das Amt des Präsidenten seit 2011 innehatte, war am 7. Januar 2020 nach schwerer Krankheit verstorben.

Die Sächsische Staatsministerin für Kultur und Tourismus Barbara Klepsch, zugleich geschäftsführende Kuratorin der Kulturstiftung, gratuliert Herrn Dr. Dittrich zu seinem neuen Amt: »Christoph Dittrich engagiert sich seit mehr als dreißig Jahren für die Kunst und Kultur im Freistaat. Ich schätze ihn als äußerst vielseitigen Theaterfachmann, der in Sachsen exzellent vernetzt ist und sich mit Einfallsreichtum und Empathie für den Austausch zwischen Kunst und Gesellschaft einsetzt.« Auch Christoph Dittrich freut sich über seine neue Aufgabe: »Die Kultur in Sachsen ist ein Resonanzraum, in dem gesellschaftliche und soziale Entwicklungen wiederklingen. Aufgabe der Kulturstiftung Sachsen ist es, dies zu unterstützen und die erfolgreichen Programme in allen Sparten zeitgemäß weiterzuentwickeln. Begeistern und Bewährtes bewahren, Motivieren und Kreatives in Spitze und Breite zu fördern sind die Aufgaben, denen ich mich mit großer Energie widmen möchte.«

Christoph Dittrich wurde 1966 in Dresden geboren. Bereits früh begeisterte er sich für Musik und wurde durch vielfältigen Instrumental-, Gesangs- und Chorleitungsunterricht gefördert. Von 1986 bis 1991 studierte er in Dresden Tuba und Gesang, Pädagogik und Musikwissenschaften. Besonders beeinflusst wurde Christoph Dittrich durch den Kammermusikunterricht in der Meisterklasse von Prof. Ludwig Güttler, aus dem auch 1987 die Gründung des Blechbläserensembles Dresden Brass Quintett mit zahlreichen Konzerten, Festivalauftritten und CD-Einspielungen folgte.

Von 1991 bis 2002 war er als Musiker und dramaturgischer Mitarbeiter bei der Elbland Philharmonie Sachsen tätig und arbeitete zugleich an zukunftsweisenden Projekten zur kulturellen Bildung. Im Jahr 2002 wurde er dort zum Intendanten berufen und prägte das Ensemble sehr erfolgreich bis 2013 durch ein ungewöhnlich breites Repertoire und die intensive Arbeit im Bereich der Musikvermittlung und Jugendmusik. 2008 erfolgte die musikwissenschaftliche Promotion zu Komponisten der 1960er bis 1980er Jahre. Im gleichen Jahr übernahm er die Leitung der Meissner Burgfestspiele.

Dr. Christoph Dittrich ist Vorstandsmitglied des Landesverbandes Sachsen des Deutschen Bühnenvereins, den er von 2010 bis 2019 als Vorsitzender führte. Von 2017 bis 2020 war er Präsident des Sächsischen Kultursenats und in dieser Funktion ebenfalls Mitglied des Vorstandes der Kulturstiftung des Freistaates Sachsen.

Seit der Spielzeit 2013/2014 ist er Generalintendant der Städtischen Theater Chemnitz. Herausragend wahrgenommen wurde die Inszenierung von Wagners »Ring des Nibelungen« durch vier Regisseurinnen im Jahr 2018, auch ausgezeichnet durch den renommierten »Faust Preis« an Elisabeth Stöppler für die Regie der »Götterdämmerung«. Ebenso stehen die kulturelle Bildung und die Verbindung in die Stadtgesellschaft im Fokus von Dittrichs Theaterarbeit.

Die Kulturstiftung des Freistaates Sachsen wurde 1993 vom Freistaat Sachsen als rechtsfähige Stiftung öffentlichen Rechts gegründet und fördert jährlich rund 650 Projekte mit einem Fördervolumen von 5 Millionen Euro. Zentrales Ziel der Stiftungsarbeit ist die freie Entfaltung von Kunst und Kultur im Freistaat Sachsen. Der Vorstand der Kulturstiftung arbeitet ehrenamtlich und entscheidet auf Empfehlung der Fachbeiräte über den Einsatz der Stiftungsmittel.

 

Mit großer Betroffenheit haben wir die Nachricht erhalten, dass Ulf Großmann gestern Nachmittag im Kreis seiner Familie in Markersdorf verstorben ist. Sein Tod ist ein schmerzlicher Verlust für uns. Wir sind mit unseren Gedanken bei seiner Frau und seinen Kindern.

Ulf Großmann war mit großem Herzen für die Kultur in Sachsen tätig. Als Schulmusiker an der Hochschule für Musik Weimar ausgebildet war er in den letzten 30 Jahren in Sachsen maßgeblich in der Kulturpolitik tätig, zuletzt als Präsident der Kulturstiftung des Freistaates Sachsen.Als überzeugter Europäer war ihm die Partnerschaft mit unseren polnischen und tschechischen Nachbarn besonders wichtig.

Er galt als geschätzter Gesprächspartner und setzte sich mit Sachverstand und Engagement für unsere gemeinsamen Belange der Kultur ein.

Er wird uns fehlen.

Prof. Milko Kersten
Präsident des Sächsischen Musikrates

Personalia 07.01.2020 Daniel Hope wird Mitglied des Hochschulrates der Dresdner Hochschule für Musik

Darüber informiert die Hochschulleitung nach dessen Benennung durch den Senat der Hochschule.

 

Der Geiger Daniel Hope verstärkt ab 2020 den Hochschulrat der Hochschule für Musik Carl Maria von Weber Dresden. Darüber informiert die Hochschulleitung nach dessen Benennung durch den Senat der Hochschule.

»Er ist eine ideale Besetzung und ich bin glücklich, dass es gelungen ist, ihn für diese Aufgabe zu gewinnen«, so Axel Köhler, Rektor der Hochschule. »Daniel Hope ist ein weltweit agierender Ausnahmekünstler, ein Botschafter humanistischer Grundwerte und als solcher ein Vorbild für die Studierenden der Dresdner Hochschule. Von einem international so hochrangigen Künstler, der noch dazu ein wunderbarer Mensch ist und eine klare politische Haltung verkörpert, erhoffe ich mir wichtige Impulse, die unserer Hochschule sehr gut tun werden.« Daniel Hope tritt im Hochschulrat der Dresdner Hochschule für Musik die Nachfolge von Michael Sanderling an, der im vergangenen Jahr aus persönlichen Gründen ausgeschieden war. Der Hochschulrat gibt als Beratungsgremium Empfehlungen zur Profilbildung und Verbesserung der Leistungs- und Wettbewerbsfähigkeit der Hochschule. Er ist u.a. zuständig für die Genehmigung von Wirtschafts- und Entwicklungsplanung der Hochschule. Daniel Hope wurde 1973 in Südafrika geboren. Seine Ausbildung erfuhr er am Royal College of Music in London und später an der Royal Academy of Music. Er lebt heute mit seiner Familie in Berlin. Daniel Hope ist Music Director zweier Orchester: seit 2016 des Zürcher Kammerorchesters und seit 2018 des in San Francisco ansässigen New Century Chamber Orchestras. Seit 2019 ist Daniel Hope künstlerischer Direktor der Dresdner Frauenkirche. Er wurde 2015 mit dem Europäischen Kulturpreis für Musik und 2017 mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet.

Personalia 05.07.2019 Stiftung legt Saat für gutes Gedeihen von Kunst und Kultur

Dr. Manuel Frey wird neuer Direktor der Kulturstiftung des Freistaates Sachsen

 

Das Kuratorium der Kulturstiftung des Freistaates Sachsen unter dem Vorsitz des Ministerpräsidenten Michael Kretschmer hat sich in seiner Sitzung am 3. Juli 2019 einstimmig für die Berufung von Dr. Manuel Frey zum neuen Stiftungsdirektor der Kulturstiftung entschieden.

Der Berufung vorausgegangen war eine bundesweite Ausschreibung der Stelle, die auf große Resonanz stieß. Im Auftrag des Kuratoriums sichtete eine Findungskommission mit Staatssekretär Uwe Gaul (SMWK), Ulf Großmann (Präsident der Kulturstiftung), Dr. Christoph Dittrich (Präsident des Sächsischen Kultursenats), Prof. Klaus Vogel (Direktor des Deutschen Hygiene-Museums Dresden), Christian Schramm (Vizepräsident der Kulturstiftung) und Helge-Björn Meyer (Mitglied des SprecherInnenteams der IG Landeskulturverbände) die eingegangenen Bewerbungen und führte zahlreiche Gespräche mit Bewerbern. Nach eingehender Beratung empfahl die Findungskommission die Berufung von Herrn Dr. Frey zum Stiftungsdirektor der Kulturstiftung. Der Stiftungsvorstand und das Kuratorium der Kulturstiftung schlossen sich jeweils dieser Empfehlung an.

Dr. Eva-Maria Stange, Staatsministerin für Wissenschaft und Kunst, gratuliert Herrn Dr. Frey zu seiner künftigen Aufgabe: »Dr. Frey ist ein herausragender Kenner der sächsischen Kunst- und Kulturlandschaft und zugleich ein profilierter Stiftungsfachmann. Ich bin zuversichtlich, dass sich die Kulturstiftung unter seiner Führung dynamisch weiterentwickelt und zugleich das Vertrauen der Kunst- und Kulturschaffenden im Freistaat Sachsen erhält. Die Kulturstiftung ist unser wichtigstes Instrument der Projektförderung. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie die Beiratsmitglieder legen mit ihrer Arbeit und ihren Gremienentscheidungen die Saat für das gute Gedeihen von Kunst und Kultur im Freistaat.«

Ulf Großmann, Präsident der Kulturstiftung, freut sich über den Beschluss: »Mit Dr. Frey hat sich das Kuratorium für den Bewerber entschieden, dessen konzeptionelle Überlegungen zur künftigen Ausrichtung der Kulturstiftung am überzeugendsten waren. Ich bin sicher, dass er gemeinsam mit dem Mitarbeiterteam in der Stiftung die Herausforderungen der Zukunft meistern wird.«

Dr. Manuel Frey wurde 1964 in Bamberg geboren. Er wurde nach einem Studium der Geschichte und Soziologie 1996 an der Universität Bielefeld promoviert. 2008 habilitierte er sich an der Technischen Universität Dresden. Dr. Frey ist seit dem Jahr 2002 im Kulturbereich im Freistaat Sachsen tätig, seit 2005 in der Kulturstiftung als Referent und seit 2008 als stellvertretender Stiftungsdirektor. Er tritt sein künftiges Amt am 1. September 2019 an.

Die Kulturstiftung des Freistaates Sachsen wurde im Jahr 1993 vom Freistaat Sachsen als rechtsfähige Stiftung öffentlichen Rechts gegründet. Sie initiiert, realisiert und fördert Projekte in den Bereichen Bildende Kunst, Darstellende Kunst und Musik, Literatur, Film, Soziokultur und Spartenübergreifende Projekte mit dem Schwerpunkt auf zeitgenössischer Kunst und Kultur sowie Projekte der Industriekultur und des interkulturellen Dialogs. Außerdem vergibt sie Stipendien und kauft Werke Bildender Künstler für den Freistaat Sachsen an.

Diese Maßnahmen werden mitfinanziert mit Steuermitteln auf Grundlage des vom Sächsischen Landtag beschlossenen Haushaltes.

Personalia 28.06.2019 Nachruf auf Stefan Fritzen

Am 31. Mai 2019 ist Stefan Fritzen von uns gegangen.

 

 

Mit diesem freundlichen Lächeln haben ihn die meisten, die ihn gut kannten, in Erinnerung. Wir verlieren in ihm den langjährigen Künstlerischen Leiter der Bläserphilharmonie, einen kompetenten und landesweit geschätzten Juror und Dozenten, einen wertvollen Kollegen und aufmerksamen Mitmenschen.

Stefan Fritzen ist mit seiner Biografie ein Beispiel deutsch-deutscher Teilungsgeschichte. Am 29. Mai 1940 in Rötha (Sachsen) geboren, beginnt er mit 18 Jahren Posaune und Chorleitung in Ostberlin an der Musikhochschule »Hans Eisler« zu studieren. 1961 wird er in das von Kurt Sanderling geleitete Berliner Sinfonieorchester aufgenommen, 1973 wechselt er in die Staatskapelle Dresden und bleibt dort bis 1980. Ende der 70ger trifft ihn ein harter Schicksalsschlag: er erkrankt, so dass er seinen Beruf als Soloposaunist aufgeben muss. Die Anerkennung als Berufserkrankung bleibt ihm verwehrt. Mit seiner Frau empfindet er sich zunehmend als »abgeschnitten« und als »Feind des Sozialismus« stigmatisiert. Fast zwangsläufig geschieht so der Bruch – 1986 findet das Ehepaar Fritzen in Mannheim einen neuen Anfang, neuen Sinn und Ziele fürs Leben. Stefan Fritzen prägt die Mannheimer Bläserphilharmonie zu einem Spitzenensemble und wird in Mannheim 2005 für dieses Lebenswerk mit der Schillerplakette gewürdigt. Und doch zieht es den rüstigen Senioren zurück in die Heimat Sachsen. In Dresden sind die Reviere abgesteckt, seine Ankunft in der Stadt ist nicht unumstritten, man kennt seine Kompetenzen und seine Energie, man fürchtet wohl auch ein wenig seine unbequeme Geradlinigkeit und seine Kraft als Konkurrent im Werben um junge musikalische Talente. Ich persönlich hörte den Namen regelmäßig, ohne in der Person einen so interessanten Musikpädagogen und Dirigentenkollegen zu vermuten. Die Empfehlung, ihn als Dozenten zum Landesjugendorchester Sachsen einzuladen, brachte uns die persönliche Begegnung und eine sofortige kollegiale Zuneigung, weil wir die gleiche Sprache nutzten.

Voller Dankbarkeit schaue ich zurück, auf die wiederholte Zusammenarbeit beim LJO und in verschiedenen Jurys. Seine Probenarbeit zu beobachten, kam einer Weiterbildung in Methodik gleich. Seine Ansagen an die Musiker konnten nicht selten die Ausmaße von Kurzvorträgen annehmen, das Musikalische überschritt auch gern die Grenze zum Philosophischen. Wer Inhalte suchte wurde belohnt, wer einfach spielen wollte musste sich etwas in Geduld üben – profitiert haben stets alle.

Wieder gelang es ihm, nun mit der Dresdner Bläserphilharmonie ein Laienensemble zu entwickeln und zu prägen, dass in Klangkultur und vor allem im dramaturgischen Anspruch ein Alleinstellungsmerkmal in der Stadt einnimmt. Auch hier wieder führte seine Geradlinigkeit in der Planung von Konzertprogrammen, die sinfonische Blasmusik als ernst zu nehmendes Genre, fern einer banalen Unterhaltungsmusik, zu etablieren halfen, zu großen Erfolgen. Die ausverkauften Konzerte im neuen Saal des Kulturpalastes sprechen für sich.

Wünschen wir der Bläserphilharmonie, dass sie dieses Vermächtnis erfolgreich weitertragen kann. Stefan Fritzen hat bis ins hohe Alter gewirkt und hatte noch immer weiterführende, ambitionierte Pläne, die nun in seinem Sinne Wirklichkeit werden dürfen.

Wir trauern mit allen Angehörigen, mit den Musikerinnen und Musikern der Bläserphilharmonie, die ihm in letzter Zeit besonders nahestanden und behalten ihn in unseren Herzen und im Gedächtnis. Wir gedenken eines treuen, leidenschaftlich engagierten Kollegen. 

Milko Kersten
14. Juni 2019

Personalia 14.05.2019 Ton Koopman – neuer Präsident der Stiftung Bach-Archiv Leipzig

Der niederländerische Cembalist, Organist und Dirigent Ton Koopman gehört zu den weltweit führenden Bach-Interpreten

 

Ton Koopman ist neuer Präsident der Stiftung Bach-Archiv Leipzig. Der niederländische Cembalist, Organist, Dirigent und Musikwissenschaftler übernimmt damit die Rolle eines international beachteten Botschafters für die Leipziger Bach-Forschung. Koopman folgt auf John Eliot Gardiner, der die Funktion des Stiftungspräsidenten von 2014 bis 2018 ausübte.

Im Rahmen einer Sitzung des Stiftungsrates unter Leitung des Leipziger Oberbürgermeisters Burkhard Jung wurde am 13. Mai 2019 Ton Koopman zum neuen Präsidenten der Stiftung Bach-Archiv Leipzig gewählt. In dieser Funktion ergänzt der niederländische Bach-Spezialist ab sofort den dreiköpfigen Vorstand der Stiftung, dem zudem der Direktor des Hauses, Bach-Forscher Prof. Dr. Peter Wollny, und die Geschäftsführerin Franziska Grimm angehören.

Ton Koopmans profunde und wissenschaftlich gestützte Kenntnis von Leben und Wirken Bachs prädestinieren ihn für die Funktion des Stiftungspräsidenten ebenso wie seine herausragende Karriere als Musiker: Koopman ist Gründer des renommierten Amsterdam Baroque Orchestra sowie des Amsterdam Baroque Choir und gastierte als Solist und Ensembleleiter an allen bedeutenden Konzerthäusern und Festivals der Welt. Als Gastdirigent arbeitete Koopman mit bedeutenden Orchestern wie den Berliner Philharmonikern oder dem New York Philharmonic Orchestra. Koopman ist Professor emeritus der Universität Leiden, Ehrenmitglied der Royal Academy of Music in London, künstlerischer Leiter des Festivals »Itinéraire Baroque« und Präsident der International Dieterich Buxtehude Society. Für seine Verdienste wurde Ton Koopman mit zahlreichen internationalen Preisen geehrt, darunter die Bach-Medaille der Stadt Leipzig.

Das Bach-Archiv Leipzig versteht sich als musikalisches Kompetenzzentrum am Hauptwirkungsort Johann Sebastian Bachs. Sein Zweck ist, Leben, Werk und Wirkungsgeschichte des Komponisten und der weit verzweigten Musikerfamilie Bach zu erforschen, sein Erbe zu bewahren und als Bildungsgut zu vermitteln.

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