Kulturpolitik 27.03.2019 Die Freiheit der Kunst ist ein Gradmesser gesellschaftlicher Freiheit.

Gemeinsame Erklärung der Kulturminister der Länder zur kulturellen und künstlerischen Freiheit

 

Die neu gegründete Kulturministerkonferenz ist am 13. März 2019 in Berlin zu ihrer ersten Sitzung zusammengekommen. Zu Beginn der Beratungen haben die Kulturminister der Länder als Grundlage ihrer künftigen Zusammenarbeit ein deutliches Bekenntnis zur kulturellen und künstlerischen Freiheit beschlossen. Der Zusammenschluss der für Kultur zuständigen Landesministerinnen und -minister und Senatorinnen und Senatoren ist im vergangenen Jahr gegründet worden, um kulturpolitischen Belangen der Länder auch auf Bundesebene mehr Sichtbarkeit zu geben, die Kulturpolitik und Förderprogramme von Bund und Ländern enger abzustimmen und die gesellschaftliche Bedeutung der Kultur zu stärken.

Hier der Text der Erklärung im Wortlaut:

Die Freiheit der Kunst ist ein Gradmesser gesellschaftlicher und demokratischer Freiheit. Die Länder bekennen sich dazu, diese Freiheiten zu schützen und zu einem Maßstab ihrer Kulturpolitik zu machen. Sie erachten es als die Aufgabe ihrer förder-, struktur- und ordnungspolitischen Initiativen, Räume zur Ausübung dieser Freiheiten zu sichern und – wo möglich – zu erweitern.

Es ist das Recht künstlerischer Arbeit, gesellschaftspolitische Fragen zu reflektieren und Position zu beziehen. Daher begrüßt die Kulturministerkonferenz Initiativen von Künstlerinnen, Künstlern, Verbänden und Kultureinrichtungen, die die Bewahrung kultureller Freiheit und Vielfalt zum Gegenstand haben. Sie sichert ihnen darüber hinaus die Freiheit zu, sich zu solchen Initiativen aktiv zu bekennen und sie zum Gegenstand der eigenen Arbeit zu machen, welche die freiheitlich-demokratische Grundordnung engagiert verteidigen.

Nach übereinstimmender Auffassung der Kulturministerkonferenz besteht kein Verstoß gegen das Neutralitätsgebot staatlich finanzierter Einrichtungen, wenn die Verteidigung verfassungsrechtlicher Grundfreiheiten Gegenstand der Aktivitäten ist. Kultureinrichtungen ist die Möglichkeit zu sichern, sich zu gesellschaftlichen oder politischen Problemlagen zu äußern und auch kritisch Stellung zu beziehen. Dies ist durch Artikel 5 des Grundgesetzes gedeckt.

Die Kulturministerkonferenz bekennt sich dazu, die kulturelle Vielfalt einer freien und offenen und demokratischen Gesellschaft zum zentralen Maßstab ihrer Entscheidungen zu machen. Dazu bietet die Freiheit der Kunst und der Meinungsäußerung grundlegende Voraussetzungen, die natürlich nicht nur für Künstlerinnen und Künstler, sondern auch für Kultureinrichtungen gelten müssen.

Kulturpolitik 01.03.2019 Sachsen Spitzenplatz bei der Kulturförderung

Neunter Kulturfinanzbericht Kunst und Kultur der Statistischen Ämter des Bundes und der Länder

 

Im Freistaat Sachsen wird innerhalb Deutschlands pro Einwohner das meiste Geld zur Förderung von Kunst und Kultur ausgegeben. Zu diesem Ergebnis kommt der jüngst veröffentlichte neunte Kulturfinanzbericht der Statistischen Ämter des Bundes und der Länder: Im Jahr 2015 wurden pro Einwohner in Sachsen 211,62 Euro für Kunst und Kultur investiert. Für dieses und nächstes Jahr sind je rund 245 Millionen Euro für die Förderung der Kultur vorgesehen (im Jahr 2018 waren es ca. 217 Millionen Euro).

Kern der erneut steigenden Mittel für die Förderung von Kunst und Kultur ist der Aufwuchs des Sächsischen Kulturraumgesetzes um 10 Millionen Euro pro Jahr bis 2022 (insgesamt 104,7 Millionen Euro pro Jahr). Die meisten Mittel pro Einwohner – 73,90 Euro – setzt Sachsen für die Förderung von Theater und Musik ein. 39,04 Euro je Einwohner gehen an Museen, Sammlungen und Ausstellungen. Nicht nur gemessen an den Ausgaben pro Einwohner, sondern auch bei der Betrachtung der Kulturausgaben am Gesamthaushalt (4,06 Prozent) oder gemessen am Bruttoinlandsprodukt (0,76 Prozent) behauptet der Freistaat Sachsen seine Spitzenposition bei den Kulturausgaben.

Quelle: Medienservice Sachsen

Kulturpolitik 18.12.2018 Kultur für alle und überall

Staatsregierung verabschiedet landesweites Konzept Kulturelle Kinder- und Jugendbildung

 

Kulturelle Bildung ist Teil eines umfassenden Bildungsverständnisses. Alle Kinder und Jugendliche sollen die Möglichkeit ihres Erwerbs bekommen. Das Kabinett hat daher in seiner Sitzung am 23.10.2018 das »Landesweite Konzept Kulturelle Kinder- und Jugendbildung für den Freistaat Sachsen« zur Kenntnis genommen und seine Umsetzung beauftragt.

Mit dem Konzept hat die Sächsische Staatsregierung einen gemeinsamen Rahmen zur Förderung und Entwicklung der Kulturellen Bildung in Sachsen erarbeitet. Die Verabschiedung des landesweiten Konzepts entspricht einem im Koalitionsvertrag zwischen CDU und SPD formulierten Vorhaben der Regierungskoalition. Das Konzept wurde unter Führung des Kunstministeriums innerhalb einer interministeriellen Arbeitsgruppe gemeinsam mit den Staatsministerien für Kultus, Soziales und Gleichstellung erarbeitet. Die Kulturräume, Kultureinrichtungen, zuständigen Dachverbände und weitere Partner der Kulturellen Bildung wurden in diesem Prozess umfangreich beteiligt. Alle treffen sich demnächst an einem Runden Tisch Kulturelle Bildung, um die konkrete Umsetzung des Konzeptes zu besprechen.

Ziel des landesweiten Konzepts ist es, kulturelle Bildungsangebote auch außerhalb der urbanen Zentren zu stärken, die schulische Kulturelle Bildung deutlicher zu akzen¬tuieren und die kulturelle und interkulturelle Kompetenz zu fördern. Für die Förderung von Maßnahmen der Kulturellen Kinder- und Jugendbildung stehen aktuell jährlich über sieben Millionen Euro bereit. Die setzen sich zusammen aus der Musikschulförderung (6 Mill. €) und der Förderung von Projekten der Kulturellen Bildung (über eine Million Euro). Darin enthalten sollen im kommenden Doppelhaushalt erneut 300.000 € zur Förderung von Mobilitätsprojekten sein. Die Arbeit der Netzwerkstellen in den Kulturräumen – Mittler zwischen Kultur- und Bildungseinrichtungen soll mit 210.000 € gefördert werden. Dies bedarf noch der Zustimmung des Sächsischen Landtags.

Das Konzept folgt fünf Leitzielen, welche den Rahmen für die weitere Stärkung der Kulturellen Bildung in Sachsen setzen:

  • Herstellung von Teilhabegerechtigkeit,
  • Entwicklung bedarfsgerechter Angebote,
  • Existenz stabiler Kooperationen und Partnerschaften zwischen Kultur-, Jugend- und Schuleinrichtungen,
  • Qualitätssicherung der Angebote
  • qualifizierte Aus- und Weiterbildung von Fachkräften.

Diese als Zielperspektiven formulierten Arbeitsschwerpunkte werden mit 40 Einzelmaßnahmen untersetzt.

Kulturpolitik 16.11.2018 Mehr Geld für Kultur

Sachsen plant ab dem Jahr 2019 eine Aufstockung des Kulturetats des Landes

 

Die Koalitionsfraktionen von CDU und SPD haben heute die Pläne für den Kulturetat des Freistaates für den Doppelhaushalt 2019/2020 vorgestellt. Nach Aussagen der beiden kulturpolitischen Sprecherinnen von CDU und SPD, Aline Fiedler und Hanka Kliese wird dieser um 28,5 Mio. Euro, d.h. um 13 Prozent, auf dann 244 Mio. Euro ab dem Jahr 2019 steigen.

»Kern des neuen Kulturhaushalts ist die Kulturraumförderung. Nachdem die Mittel mit den vergangenen beiden Doppelhaushalten bereits auf 94,7 Mio. Euro angehoben wurden, werden sie nun auf 104,7 Mio. Euro erhöht. Mit zusätzlichen sieben Mio. Euro pro Jahr können wir so die Theater und Orchester beim Einstieg in eine tarifgerechte Entlohnung der Künstlerinnen und Künstler in den nächsten vier Jahren unterstützen. Zudem werden die Kulturraummittel um drei Mio. Euro pro Jahr aufgestockt und die Kulturräume erhalten weiter jährlich drei Mio. Euro für kleinere Investitionen, zum Beispiel für neue Licht- und Tontechnik oder auch neues Inventar,« so Aline Fiedler. Mit gezielten Maßnahmen werden bestehende Kulturangebote vor Ort unterstützt, aber auch Neues ermöglicht. Ein Schwerpunkt ist die Kulturelle Bildung und hier zentral die Erreichbarkeit von Kultureinrichtungen im ländlichen Raum. Mit zusätzlich 265.000 Euro pro Jahr stehen dann insgesamt 1,5 Mio. Euro jährlich zur Verfügung. Damit werden Mobilitätsangebote für Kinder und Jugendliche beim Besuch von Kultureinrichtung unterstützt, als auch die Mobilität der Künstler und Kultureinrichtungen in die Regionen hinein. Weiterhin erhalten die Musikschulen in Sachsen in den kommenden beiden Jahren jeweils 6,7 Mio. Euro, ein Plus von 700.000 Euro pro Jahr. Mit dem neuen Trägerverein für das Schostakowitsch Festival und des Festival Sandstein und Musik, der Sächsischen Mozartgesellschaft, den Dresdner Sinfonikern und der Leipziger Schaubühne Lindenfels werden vier Einrichtungen neu in die institutionelle Förderung aufgenommen. Die kulturpolitische Sprecherin der SPD-Fraktion, Hanka Kliese, sagt dazu: »Mit jedem Euro, den wir in Kultur investieren, stärken wir das Fundament für den sozialen Zusammenhalt. Für uns heißt Kulturförderung nicht nur, bestehende Strukturen zu sichern, sondern auch Raum für Neues zu eröffnen. So haben wir uns in der Koalition u.a. darauf verständigt, die Mittel für die Freie Kunst und Kulturförderung um ca. 2,4 Mio. Euro jährlich aufzustocken.« Dies kommt auch dem Instrumentenfonds des Sächsischen Musikrates zugute, der auf 600.000 Euro anwächst und nunmehr auch damit die Musikschulen in Sachsen in diese Förderung einbeziehen kann.

Kulturpolitik 17.10.2018 Zu wenige öffentliche Musikbibliotheken in Deutschland

Deutsches Musikinformationszentrum präsentiert neues Online-Angebot

 

1,5 Millionen Schüler allein an kommunalen Musikschulen, 100.000 Teilnehmer an Musikangeboten der Volkshochschulen – aber nur 72 öffentliche Musikbibliotheken. Eine flächendeckende Versorgung mit Medien für die praktische Musikausübung, für das aktive Hören von Musik und für das Lernen über Musik ist in Deutschland vielerorts nicht gewährleistet. Dabei sind öffentliche Musikbibliotheken unverzichtbarer Bestandteil der musikalischen Bildung. Anlässlich der Vorstellung eines neuen Online-Angebots des Deutschen Musikinformationszentrums (MIZ) »Fokus: Öffentliche Musikbibliotheken« äußert sich der Generalsekretär des Deutschen Musikrats, Prof. Christian Höppner, zu diesem Missverhältnis. »Musikbibliotheken sind Sehnsuchtsorte non-virtueller Erfahrungen. Gerade im Digitalen Zeitalter bedarf es des gut abgestimmten Miteinanders analoger und digitaler Angebote. Die Attraktivität des ›kulturellen Erlebnisortes Musikbibliothek‹ wird wesentllich von der personalen Fachkompetenz und der sächlichen Ausstattung bestimmt. Die finanziellen Rahmenbedingungen für die öffentlichen Musikbibliotheken sind in der viertstärksten Industrienation der Welt vielerorts desaströs. Deshalb sind die Länderparlamente wie Trägereinrichtungen aufgefordert, die bestehenden Einrichtungen adäquat auszustatten und die weißen Flecken durch Neueinrichtungen zu tilgen.« so Höppner.

Das MIZ beleuchtet aber auch, mit welchen kreativen Ideen die Einrichtungen auf die bestehenden kultur- und bildungspolitischen Hürden reagieren und wie sie den Herausforderungen durch den digitalen Wandel begegnen. Öffentliche Musikbibliotheken sind heute viel mehr als Orte, die Noten, Musikbücher und CDs verleihen. Sie stellen ein wachsendes Angebot an Datenbanken, E-Books, Digitalisaten und Streaming-Diensten mit hoher Klangqualität zur Verfügung. Vor allem in den großen Städten setzen sie auf die Aufenthalts- und Erlebnisqualität ihrer Häuser. Fernab virtueller Erfahrungen laden sie mit attraktiven Musikarbeitsplätzen, Musizierräumen mit Instrumenten, Konzerten und Workshops zur aktiven Beschäftigung mit Musik ein. Doch die Finanzierung der Einrichtungen hält mit der Entwicklung nicht immer Schritt: Nach Recherchen des MIZ werden bestehende Bestände vielerorts reduziert oder gar aufgelöst, Bibliotheksstellen nicht oder fachfremd besetzt.

Entstanden ist der »Fokus: Öffentliche Musikbibliotheken« in Kooperation mit der Deutschen Ländergruppe der International Association of Music Libraries, Archives and Documentation Centres. Über eine interaktive Karte können Informationen zu den einzelnen öffentlichen Musikbibliotheken abgerufen werden. Diese umfassen den physischen und digitalen Bestand der Bibliotheken einschließlich ihrer Schwerpunkte und Sondersammlungen. Abgerundet wird der neue Fokus mit weiterführenden Informationen sowie Bilderstrecken, die einen Einblick in die Angebote und Ausstattungen öffentlicher Musikbibliotheken geben.

Kulturpolitik 24.08.2018 Im Osten nichts Neues …?

Gesellschaftspolitische Dimensionen Kultureller Bildung in Ost- und Westdeutschland – Fachbegegnung am 24. September 2018 in Leipzig

Kultur öffnet Welten ist das bundesweit größte Netzwerk für Diversität und Kulturelle Teilhabe, initiiert von Bund, Ländern, Kommunen, künstlerischen Dachverbänden, der Zivilgesellschaft inklusive Migrant/innenselbstorganisationen. Wir wollen gemeinsam sichtbar machen, wie sich Kulturschaffende und -institutionen für Kulturelle Teilhabe und Vielfalt engagieren. Kultur öffnet Welten wird als Teil des Kompetenzverbundes Kulturelle Integration und Wissenstransfer KIWit von der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien gefördert.

 

Ziel der Fachbegegnung ist ein Augenmerk auf die jeweiligen politischen und kulturellen Entwicklungslinien in den ost- und westdeutschen Bundesländern zu legen und ihre Bedeutung für die Praxis Kultureller Bildung zu diskutieren. Gibt es Unterschiede in Konzepten, Ansätzen, Methoden oder Formaten Kultureller Bildung? Und wenn ja, welche? Expert/innen und Teilnehmer/innen aus Ost und West suchen im Dialog miteinander nach einem reflektierten Zugriff auf die gesellschaftspolitische Dimension Kultureller Bildung. Die Fachbegegnungen richten sich an Expert/innen und Akteure aus Kunst und Kultur, Soziokultur, Bildung, Zivilgesellschaft inklusive Migrant/innenselbstorganisationen, Kulturadministration und Kulturpolitik.

Montag, 24. September 2018, 10-17 Uhr, Oper Leipzig, Konzertfoyer

Veranstalter: Kultur öffnet Welten, c/o netzwerk junge ohren e.V.

Anmeldung per Anmeldeformular oder per E-Mail.  Die Teilnahme an der Fachbegegnung ist für Sie kostenfrei.

Programm (pdf)

 

 

 

Kulturpolitik 13.06.2018 40 Millionen Euro zur Stärkung der Kultur

Der Freistaat Sachsen greift den Trägern der kommunalen Theater und Orchester in den nächsten vier Jahren finanziell unter die Arme

 

Das Regierungskabinett beschloss heute eine Vorlage des Kunstministeriums, die für eine bessere Bezahlung der Beschäftigten an den kommunalen Theatern und Orchestern sorgen wird und gleichzeitig mehr Mittel für alle Kultursparten zur Verfügung stellt. Die Kulturräume können in den nächsten vier Jahren insgesamt jeweils zehn Millionen Euro zusätzlich erhalten. Von diesen insgesamt 40 Millionen Euro sind jährlich sieben Millionen für eine bessere Mittelausstattung für den laufenden Betrieb der Theater und Orchester vorgesehen. Zudem werden die allgemeinen Kulturraumzuweisungen um jährlich drei Millionen Euro erhöht. Diese drei Millionen sollen offenbar die Summe ausgleichen, die die Kulturräume aktuell für die Landesbühne des Freistaates zahlen müssen. Der Sächsische Landtag muss diesem Vorhaben als oberster Haushaltsgesetzgeber noch zustimmen.

Kunstministerin Dr. Eva-Maria Stange erklärt: »Trotz der zuletzt gestiegenen Landeszuschüsse über die Kulturräume und zahlreicher Strukturveränderungen an den Theatern und Orchestern waren die kommunalen Träger auf den Abschluss von Haustarifverträgen angewiesen. Dadurch verschlechterten sich aber nicht nur die Vergütung der Beschäftigten, sondern auch das künstlerische Angebot der Einrichtungen. Diese Entwicklung wollen wir gemeinsam mit den kommunalen Trägern umkehren. Schauspieler, Musiker, Techniker und andere Angestellte an den Theatern und Orchestern leisten eine hervorragende Arbeit und erhalten die kulturelle Vielfalt auch jenseits der Großstädte. Dafür müssen sie gerecht bezahlt werden. Das erreichen wir mit dieser erheblichen Mittelerhöhung. Das Land unterstützt damit die Kommunen als Träger. Diese werden sich ihrerseits mit einem Eigenanteil an der finanziellen Besserstellung ihrer Theater und Orchester beteiligen.« Die Ministerin ergänzt: »Ich danke allen Beteiligten, mit denen wir diese gute Vereinbarung verhandelt haben. Sie sorgt dafür, dass wir in den Kulturräumen nicht nur kulturelle Angebote vorhalten, sondern dass diese Angebote auch qualitativ sehr hochwertig sind. Das geht nur mit einer ordentlichen Bezahlung der Beschäftigten.«

Mit dem Doppelhaushalt 2019/2020 erhöht sich der Ansatz für die jährlichen Landeszuweisungen an die Kulturräume von jetzt 94,7 auf dann 97,7 Millionen Euro. Die zusätzlichen jährlich sieben Millionen Euro für die Personalkosten der Theater und Orchester und die Stärkung ihres Kulturangebots werden als Strukturmittel an die kommunalen Träger gezahlt. Davon profitieren werden fünf Theater und vier Orchester, sofern sie Anträge stellen. In den ländlichen Räumen Sachsens tragen die Kommunen den Großteil der kulturellen Infrastruktur. Sie werden auch einen Eigenanteil zur besseren Bezahlung der Beschäftigten ihrer Theater und Orchester leisten.


Kulturpolitik 01.03.2018 Neue Zahlen zur Sächsischen Kultur- und Kreativwirtschaft

Die sächsische Kultur- und Kreativwirtschaft in Sachsen wächst, wie aus dem am 27. Februar vorgestellten »Zwischenbericht zum 2. Kulturwirtschaftsbericht« zu entnehmen ist.

 

Die sächsische Kultur- und Kreativwirtschaft wächst und ist sowohl bedeutender Arbeitgeber als auch starke Wirtschaftsbranche im Freistaat. Am 27. Februar 2018 wurde in Dresden der »Zwischenbericht zum 2. Kulturwirtschaftsbericht« vorgestellt.

Die Kultur – und Kreativwirtschaft besteht aus zwölf Teilmärkten, inklusive dem für Sachsen spezifischen Kunsthandwerk und erwirtschaftete im Jahr 2015 einen Umsatz von 3,35 Mrd. Euro. Die erzielte Bruttowertschöpfung lag bei 1,7 Mrd. Euro. Jedes 16. Unternehmen in Sachsen gehört zur Kultur- und Kreativwirtschaft. Knapp 71.000 Menschen sind in der Kultur- und Kreativwirtschaft beschäftigt, immerhin 3,4 % aller Erwerbstätigen Sachsens. Mit über 39.000 sozialversichungspflichtigen Beschäftigten (2016) liegt die Branche vor der Automobilindustrie und auf Augenhöhe mit dem Maschinenbau. Designwirtschaft, Pressemarkt, Software-/Games-Industrie und der Werbemarkt sind die wirtschaftlichen Triebfedern der sächsischen Kultur- und Kreativwirtschaft. Im Vergleich der ostdeutschen Flächenländer liegen die sächsischen AkteurInnen an der Spitze und erwirtschaften einen Umsatz von 3,1 Mrd. Euro.

Vor allem der Anteil von Frauen in der Kultur- und Kreativwirtschaft war auch 2016 überdurchschnittlich hoch und lag mit 46,6% bei sozialversicherungspflichtgen Beschäftigten über dem Bundesdurchschnitt. Der Großteil der Frauen ist innerhalb der sächsischen Kultur- und Kreativwirtschaft mit 74,8 Prozent im Buchmarkt beschäftigt, wohingegen der Anteil von Frauen in der Software-/Games-Industrie mit 30,8 Prozent am niedrigsten ausfällt.

Die Zahlen machen deutlich, dass die Kultur- und Kreativwirtschaft eine zentrale Rolle im Wirtschafts- und Innovationssystem in Sachsen spielt und auch für die Regionalentwicklung immer wichtiger wird.

Kulturpolitik 11.09.2017 »Musik und Integration«

Einladung zum Projektportal des Deutschen Musikinformationszentrums

 

 

Das Musikinformationszentrum des Deutschen Musikrats (MIZ) stellt ab sofort eine Projektdatenbank bereit, in der umfassende Informationen über die Bandbreite an Initiativen, Projekten und Veranstaltungen rund um das Thema »Musik und Integration« bundesweit zusammengetragen und präsentiert werden.

Wir möchten Sie heute einladen, auch Ihre Projekte und Veranstaltungen im Rahmen des neuen Angebots vorzustellen. Die Projektdatenbank ist der erste Meilenstein eines neuen Informations- und Austauschportals, an dessen Aufbau das MIZ derzeit mit Unterstützung der Bundesbeauftragten für Kultur und Medien arbeitet. Neben der Information über aktuell laufende Projekte soll das Portal künftig insbesondere den Erfahrungsaustausch zwischen Akteuren und Veranstaltern musikbezogener Integrationsprojekte intensivieren und damit die Vielfalt und Qualität der angebotenen Maßnahmen nachhaltig stärken. Die neue Datenbank basiert auf dem Vorgängerprojekt des MIZ »Musik macht Heimat«. Da das neue Portal vielfältige Möglichkeiten zur Vernetzung und zum Austausch mit andern Projektträgern bereitstellen wird, möchten wir Sie bitten, sich für das neue Angebot des MIZ als Veranstalter zu registrieren und uns Ihre aktuellen Aktivitäten im Bereich der musikalischen Integrationsarbeit zu übermitteln. Sie erreichen das Portal unter: https://integration.miz.org (die Registrierungsfunktion finden Sie unten auf der Seite).

Ihre Vorteile im Überblick:
• Ihr Projekt wird auf der zentralen Plattform für den Musikbereich sichtbar – es wird so als Teil des großen Engagements der Musikszene wahrnehmbar.
• Potenzielle Förderer können sich hier über Ihre Arbeit informieren.
• Ihr Austausch und die Zusammenarbeit mit anderen Projektträgern werden gestärkt.
• Sie erhalten Inspiration für neue Themen und Techniken für Ihre praktische Arbeit.

Bis zum Frühjahr 2018 wird das Portal sukzessive um ein zentrales Forum zum Austausch sowie eine Vielzahl thematisch-begleitender Informationen ergänzt, darunter praxisnahe Fachbeiträge sowie Arbeitshilfen und Informationen aus der Praxis. Wir würden uns freuen, wenn Sie sich an dem Aufbau der neuen zentralen Plattform für den Musikbereich beteiligen würden. Bitte zögern Sie nicht, uns mit Fragen oder Anregungen direkt zu kontaktieren.

Stephan Schulmeistrat

Kulturpolitik 06.09.2017 Sächsischer Bibliothekspreis 2017 geht an Musikbibliothek in Leipzig

Die Bibliothek der Hochschule für Musik und Theater »Felix Mendelssohn Bartholdy« (HMT) Leipzig hat im August den mit 10.000 Euro dotierten Sächsischen Bibliothekspreis 2017 gewonnen.

 

In den vergangenen Jahren wurde die Auszeichnung anhand eines Schwerpunktthemas vergeben. 2017 war das Kriterium der Preisvergabe die vielseitige Arbeit der Bibliotheken selbst. Kunst- und Wissenschaftsministerin Dr. Eva-Maria Stange sagte: »Über die Wahl der Jury freue ich mich außerordentlich. Die diesjährige Preisträgerin, die Bibliothek der HMT Leipzig, ist mit ihren Mitarbeiterinnen beispielhaft in ihrer Kompetenz, ihrer leidenschaftlichen Kundenorientierung, ihrem Teamgeist und Einsatz. Ganz oben aber steht ihre in die Zukunft gerichtete Offenheit: Dazu zählen das engagierte Voranschreiten auf dem Gebiet der digitalen Services bei gleichzeitiger Sensibilität für die Bedürfnisse einer Bibliothek für Künstler, die Kooperationen mit anderen Bibliotheken, Lehrtätigkeit und internationales Engagement. Es ist kein Zufall, dass die Bibliothek der HMT im Jahr 2018 Ausrichter des Kongresses der International Association of Music Libraries, Archives and Documentation Centres (IAML) sein wird, dem einwöchigen, größten internationalen musikbibliothekarischen Kongress mit rund 400 Gästen aus etwa 30 Ländern.«

Christian Schramm, Vorsitzender des Landesverbands Sachsen im Deutschen Bibliotheksverband e.V. gratulierte ebenfalls zu der Auszeichnung: »Die Bibliothek der Hochschule für Musik und Theater »Felix Mendelssohn Bartholdy« (HMT) Leipzig verfügt über eine für wissenschaftliche Bibliotheken eher schmale Personalausstattung. Dank des hohen Engagements und der Fachkompetenz ihres Teams gelingt es der Bibliothek jedoch, international in der ersten Liga mitzuspielen. Das von ihr entwickelte Discovery-Katalogsystem sowie der im nächsten Jahr von ihr auszurichtende Jahreskongress der IAML sind dafür ein Beweis.« Die Jury begründete ihre Entscheidung damit, dass die HMT-Bibliothek mit angeschlossenem Archiv und Instrumentenausleihe seit vielen Jahren ein regional und überregional stark beachtetes Serviceangebot für Studium, Lehre und künstlerische Praxis anbietet. Dazu steht sie in engem Kontakt mit Lehrenden und Studierenden. Durch die konsequente Integration digitaler Technologien und enge Kooperationsbeziehungen mit der Universitätsbibliothek Leipzig, der Sächsischen Landesbibliothek – Staats- und Universitätsbibliothek Dresden und anderen leistungsstarken Partnern sei es der Bibliothek gelungen, eines der weltweit ersten Discovery-Katalogsysteme mit dezidiert musikbibliothekarischer Ausrichtung anzubieten und mit digitalen Publikationswerkzeugen Sichtbarkeit und Reichweite für HMT-Quellen und -Forschungsergebnisse spürbar zu steigern. Hervorgehoben wurde zudem die professionelle Öffentlichkeitsarbeit der HMT-Bibliothek, dank derer sie mehrfach zusätzliche private Mittel für besondere Erwerbungen akquirierte.

Die Sächsische Staatsministerin für Wissenschaft und Kunst, Dr. Eva-Maria Stange, wird den »Sächsischen Bibliothekspreis 2017« am 24. Oktober 2017, dem »Tag der Bibliotheken«, um 17.00 Uhr in der HMT Leipzig, Grassistr. 8 (Foyer 2. Etage) verleihen. Die Preisverleihung ist öffentlich.

http://www.hmt-leipzig.de/de/hmt/bibliothek

 

 

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