Kinder & Jugend 13.01.2020 MUSAIK erhält Sonderpreis in der Semperoper Dresden

Der Dresdner Friedenspreis 2020 geht an Muzoon Almellehan und das Dresdner Kinderorchester MUSAIK

Eine Veranstaltung des Friends of Dresden Deutschland e.V. und der Semperoper Dresden. Wir freuen uns sehr über die Auszeichnung und danken unseren Partnern und bisherigen Unterstützern: Cellex Stiftung, Quartiersmanagement Prohlis, Sächsischer Musikrat e.V., Societaetstheater Dresden, Stiftung Volkssolidarität Dresden, Landeshauptstadt Dresden, Kulturstiftung des Freistaates Sachsen sowie Vinci Stiftung

 

Ein Mittwochnachmittag in Prohlis, Kinder mit Cello- und Geigenkasten auf dem Weg zur Schule, vorbei an den Plattenbauten und durchs Einkaufszentrum am Jacob-Winter-Platz in die Gamigstraße. Pachelbels Kanon klingt aus den geöffneten Fenstern des Schulgebäudes. Ein ungewöhnliches Bild? Wer kennt sie nicht, die Vorurteile gegenüber dem Dresdner Stadtteil Prohlis: Plattenbau, Armut und Perspektivlosigkeit. Doch seit zwei Jahren zeigt sich genau dort auch ein ganz anderes Gesicht: in ihrem freiwilligen sozialen Jahr in Peru erfuhren die Dresdner Musikpädagoginnen Deborah Oehler und Luise Börner auf ganz besondere Weise, welche Kraft Musik haben kann. In Trujillo, einem der ärmsten Gebiete, halfen sie, ein Jugendorchester aufzubauen. Zurück in Dresden gründeten sie ein ähnliches Projekt in Prohlis: Musaik – Grenzenlos Musizieren e.V. Inzwischen spielen hier 80 Kinder miteinander, deutsche Kinder und Kinder aus geflüchteten Familien. Viele kommen aus Syrien. Und alle haben Spaß an Musik. Bei ihren Auftritten werden die Kinder begeistert gefeiert. Für das herausragende Engagement für Kinder und Jugendliche aus verschiedenen Gesellschaftsschichten und Kulturkreisen bekommt das Ensemble am 9. Februar 2020 den Sonderpreis zum 11. Dresden-Preis und wird in der Semperoper Dresden musizieren.

Die Hauptpreisträgerin Muzoon Almellehan kämpft für den Zugang zu Bildung und wurde 2017 zur jüngsten UNICEF-Sonderbotschafterin in der Geschichte der Organisation ernannt. Die junge Frau, die auch die »Malala von Syrien« genannt wird, gibt Millionen von Kindern, die in Kriegsgebieten und auf der Flucht keine Schule besuchen können, eine Stimme und erhält als Würdigung ihres außergewöhnlichen Engagements den diesjährigen »Dresden-Preis«. Die Laudatio auf Muzoon wird Kim Phuc Phan Thi, die Preisträgerin von 2019, halten.

Das Schicksal Dresdens als Mahnung verstehend, würdigt der Preis außergewöhnliche Leistungen herausragender Persönlichkeiten, die präventiv wirken und Eskalationen verhindern helfen. 

Die Preisverleihung findet am Sonntag, 9. Februar 2020, 16 Uhr statt. Eintrittskarten zum Preis von 5 Euro sind erhältlich beim Besucherdienst der Semperoper, Schinkelwache, Theaterplatz 2, 01067 Dresden, Telefon (0351) 49 11 705 sowie auf der Website der Semperoper Dresden.

 

Mit großer Betroffenheit haben wir die Nachricht erhalten, dass Ulf Großmann gestern Nachmittag im Kreis seiner Familie in Markersdorf verstorben ist. Sein Tod ist ein schmerzlicher Verlust für uns. Wir sind mit unseren Gedanken bei seiner Frau und seinen Kindern.

Ulf Großmann war mit großem Herzen für die Kultur in Sachsen tätig. Als Schulmusiker an der Hochschule für Musik Weimar ausgebildet war er in den letzten 30 Jahren in Sachsen maßgeblich in der Kulturpolitik tätig, zuletzt als Präsident der Kulturstiftung des Freistaates Sachsen.Als überzeugter Europäer war ihm die Partnerschaft mit unseren polnischen und tschechischen Nachbarn besonders wichtig.

Er galt als geschätzter Gesprächspartner und setzte sich mit Sachverstand und Engagement für unsere gemeinsamen Belange der Kultur ein.

Er wird uns fehlen.

Prof. Milko Kersten
Präsident des Sächsischen Musikrates

Personalia 07.01.2020 Daniel Hope wird Mitglied des Hochschulrates der Dresdner Hochschule für Musik

Darüber informiert die Hochschulleitung nach dessen Benennung durch den Senat der Hochschule.

 

Der Geiger Daniel Hope verstärkt ab 2020 den Hochschulrat der Hochschule für Musik Carl Maria von Weber Dresden. Darüber informiert die Hochschulleitung nach dessen Benennung durch den Senat der Hochschule.

»Er ist eine ideale Besetzung und ich bin glücklich, dass es gelungen ist, ihn für diese Aufgabe zu gewinnen«, so Axel Köhler, Rektor der Hochschule. »Daniel Hope ist ein weltweit agierender Ausnahmekünstler, ein Botschafter humanistischer Grundwerte und als solcher ein Vorbild für die Studierenden der Dresdner Hochschule. Von einem international so hochrangigen Künstler, der noch dazu ein wunderbarer Mensch ist und eine klare politische Haltung verkörpert, erhoffe ich mir wichtige Impulse, die unserer Hochschule sehr gut tun werden.« Daniel Hope tritt im Hochschulrat der Dresdner Hochschule für Musik die Nachfolge von Michael Sanderling an, der im vergangenen Jahr aus persönlichen Gründen ausgeschieden war. Der Hochschulrat gibt als Beratungsgremium Empfehlungen zur Profilbildung und Verbesserung der Leistungs- und Wettbewerbsfähigkeit der Hochschule. Er ist u.a. zuständig für die Genehmigung von Wirtschafts- und Entwicklungsplanung der Hochschule. Daniel Hope wurde 1973 in Südafrika geboren. Seine Ausbildung erfuhr er am Royal College of Music in London und später an der Royal Academy of Music. Er lebt heute mit seiner Familie in Berlin. Daniel Hope ist Music Director zweier Orchester: seit 2016 des Zürcher Kammerorchesters und seit 2018 des in San Francisco ansässigen New Century Chamber Orchestras. Seit 2019 ist Daniel Hope künstlerischer Direktor der Dresdner Frauenkirche. Er wurde 2015 mit dem Europäischen Kulturpreis für Musik und 2017 mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet.

Allgemeines 06.01.2020 sounding colours

Die Internationalen Messiaen-Tage Görlitz Zgorzelec zeichnen einen musikalischen Regenbogen über die Neiße und versprechen einzigartige, audiovisuelle Erlebnisse.

 

Das junge, deutsch-polnische Festival greift vom 15. bis 19. Januar 2020 die bewegende Geschichte des ehemaligen Kriegsgefangenenlagers Stalag VIII A auf und beleuchtet Messiaens farblich-musikalisches Schaffen. Die Internationalen Messiaen-Tage Görlitz Zgorzelec erinnern an eine der ungewöhnlichsten Uraufführungen des Zwanzigsten Jahrhunderts. Der französische Komponist Olivier Messiaen (1908–1992) brachte sein »Quatuor pour la fin du temps« (»Quartett auf das Ende der Zeit«) am 15. Januar 1941 mit drei Mithäftlingen des Kriegsgefangenenlagers Stalag VIII A in Görlitz zur Uraufführung. Der deutsche Verein »Meetingpoint Music Messiaen e.V.« und die polnische Stiftung »Erinnerung, Bildung, Kultur« lassen das achtsätzige Werk für Violine, Violoncello, Klarinette und Klavier seit nunmehr 12 Jahren am historischen Ort der Uraufführung im heute polnischen Teil der Doppelstadt Görlitz-Zgorzelec aufführen. Seit 2017 setzen die Internationalen Messiaen-Tage Görlitz Zgorzelec die alljährliche Aufführung des Quartetts in den Kontext eines mehrtägigen Festivals. Die Vierte Auflage rückt unter dem Leitmotiv ›sounding colours‹ Olivier Messiaens Verknüpfung zweier Sinneswelten ins Zentrum: Klang und Farbe. KünstlerInnen und Forschende möchten sich gemeinsam mit dem Publikum einer der Grundlagen seines musikalischen Ausdrucks über verschiedenartige Verknüpfungen und Konzepte nähern: in Form von Installationen, erweiterten Konzertkonzepten sowie in Gegenüberstellung zu anderen KomponistInnen und KünstlerInnen, welche sich den ›sounding colours‹ unterschiedlichst nähern. In Vorträgen und Führungen werden darüber hinaus Verknüpfungen der Künste sowie die Besonderheiten des Messiaenischen Verständnisses von Klang und Farbe beleuchtet. Somit reflektieren sowohl im Gedenkzentrum auf dem einstigen Lagergelände, als auch an verschiedenartigen Orten im Stadtgebiet von Görlitz und Zgorzelec KünstlerInnen aus verschiedenen Ländern und künstlerischen Sparten die Beziehung zwischen Sehen und Hören.

Allgemeines 06.12.2019 Gewandhaussingen sächsischer Chöre stimmt auf Deutsches Chorfest 2020 ein

Zum 25. Mal singen Chöre des Sächsischen Chorverbandes am kommenden Adventssonntag, dem 8. Dezember in den Foyers und im Großen Saal des Gewandhauses zu Leipzig Lieder zum Advent.

 

1996 luden erstmals Laienchöre aus Sachsen unter der Regie des Leipziger Chorverbandes zu einem großen Adventssingen in das Leipziger Gewandhaus. 

Die Idee war damals, Laienchören die Möglichkeit zu geben, in einem der wunderbarsten Konzertsäle der Welt zu singen. Heute gehört das »Gewandhaussingen sächsischer Chöre« zu den Gastveranstaltungsreihen im Gewandhaus, die über Jahrzehnte einen festen Platz beim Publikum und in den Konzertkalendern der sächsischen Laienchöre gefunden hat.

Das diesjährige »25. Gewandhaussingen sächsischer Chöre« ist zugleich ein erster großer chormusikalischer Auftakt zum »Deutschen Chorfest« in Leipzig 2020. Zu diesem laden der Deutsche Chorverband e.V., der Freistaat Sachsen, die Stadt Leipzig und der Sächsische Chorverband e.V. vom 30. April bis zum 3. Mai 2020 nach Sachsen. Der Präsident des Deutschen Chorverbandes e.V., Bundespräsident a.D. Christian Wulff, wird am Sonntag das Publikum im Gewandhaus daher sowohl zum »Gewandhaussingen« begrüßen als auch die Leipziger und ihre Gäste einladen, im Frühjahr in der ganzen Stadt mehr als 450 Chöre und etwa 15.000 SängerInnen aus allen Bundesländern zu erleben. In ihren Grußworten zum »25. Gewandhaussingen sächsischer Chöre« würdigen Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer und Leipzigs Oberbürgermeister Burkhard Jung das Engagement der sächsischen Laienchöre für den Erhalt sächsischer Chortradition und die Pflege moderner Chormusik. Die Chorvereine wirken in ihren Städten und Gemeinden gemeinsinnstiftend und bereichern das kulturelle Leben in den Regionen.

Ab 16.30 Uhr werden am Sonntag, dem 8. Dezember 2019, zwölf Chöre aus Sachsen in den Foyers weihnachtliche und winterliche Lieder erklingen lassen. Das Festkonzert gestalten ab 18 Uhr der Stadtchor Thalheim e.V., taktwechsel e.V. Chemnitz, femmes vocales e.V., der Jazzchor Chornfeld e.V. Leipzig und die Jugendmusiziergruppe Michael Praetorius Leipzig.

Beginn des Foyersingens: 16.30 Uhr
Beginn des Festkonzertes: 18.00 Uhr
Karten an der Abendkasse und an den bekannten Vorverkaufsstellen.

Kinder & Jugend 03.12.2019 West-Östlicher Diwan

Heute ist die neue (nunmehr neunte) CD des Landesjugendorchesters Sachsen erschienen.

West-Östlicher Diwan
Thorsten Schmid-Kapfenburg: »Ein west-östlicher Divan« - Konzertsuite für Ud, Streichorchester und Pauken
Thabet Azzawi: 28 is the new 15
Anton Bruckner: Sinfonie d-Moll »Nullte« WAB 100

Landesjugendorchester Sachsen
Mitglieder des Singapore National Youth Orchestra
Thabet Azzawi, Ud (Deir Azzor/Dresden)
Tim Niklas Rumpelt, Pauken (Fuchshain)
Leitung: Milko Kersten

CD-Bestellungen
Sächsischer Musikrat e.V.
kirchberg@saechsischer-musikrat.de
Preis: 15 € (+ Versandkosten)

 

Zukunft braucht Herkunft – Altes und Neuestes als Schwesternpaar einer dramaturgischen Leitlinie: das LJO Sachsen hat in den letzten 20 Jahren das hohe Ausbildungsniveau im Land repräsentiert und war weltweit Kulturbotschafter in Sachen Musik. Vor allem die Auswahl zeitgenössischer Werke, die interpretiert wurden, hat aufhorchen lassen durch eine stets klar ablesbare politische Motivation. So auch in dieser Aufnahme. Der Divan als Sammlung von Poesie und Prosa in der orientalischen Literatur wird von Goethe um die westliche Hemisphäre erweitert, in unserer Aufnahme als musikalische Metapher gesetzt. Kann ein derartiger musikalischer, west-östlicher Divan eine poetische Einheit werden? Die Kunst antwortet darauf seit hunderten von Jahren in vielfältiger Ausdifferenzierung mit JA: nicht den Kampf, sondern die Begegnung der Kulturen gilt es zu stärken und zu erleben. Das Vertrauen, eigene (westliche) kulturelle Leistungen als Ressource zu verstehen, die sich selbstbewusst in einem Abstand zu den Ressourcen anderer Kulturkreise (östlich) definiert und welche sich wiederum gegenseitig in ihrer Wandlung befruchten können, dieses Vertrauen muss gesellschaftlich wieder gestärkt werden. Im vorliegenden Konzert für Ud, Pauken und Streicher findet dieser Prozess bereits eine ästhetische Vorwegnahme.

Die Aufnahmen dieser CD stammen aus einem Live-Mitschnitt des MDR vom 20.10.2019 aus dem Gewandhaus Leipzig.

Allgemeines 03.12.2019 Deutsches Chorfest in Leipzig erwartet über 450 Chöre

Für vier Tage lädt der Deutsche Chorverband Chöre und Vokalensembles in all ihren Facetten zum Deutschen Chorfest 2020 nach Leipzig ein

 

Das einzigartige Festival erwartet im kommenden Jahr mehr als 450 Chöre mit rund 15.000 SängerInnen. »Zum Chorfest kommen Sängerinnen und Sänger aus ganz Deutschland zusammen. Sie tauschen sich aus und erleben gemeinsames Singen als verbindendes Element. In Leipzig werden wir vier Tage lang kulturelle Vielfalt feiern«, freut sich Christian Wulff, Präsident des Deutschen Chorverbands. Vielseitigkeit und Lebendigkeit prägen das Deutsche Chorfest, das seit 2008 alle vier Jahre vom Deutschen Chorverband veranstaltet wird. Die teilnehmenden Chöre und Ensembles treten in Leipzig in hunderten von Tageskonzerten auf, singen in Gottesdiensten und sozialen Einrichtungen und präsentieren sich in einem Chorwettbewerb. Daneben stehen hochkarätige Festkonzerte auf dem Programm. Zahlreiche Konzerte und Aktionen zum Mitsingen laden zudem ganz Leipzig ein, das Deutsche Chorfest mit der eigenen Stimme zu bereichern. Ob auf der Open-Air-Bühne auf dem Markt oder im Gewandhaus zu Leipzig: Alle sind herzlich willkommen! Ein besonderer Schwerpunkt liegt 2020 auf dem Bereich der Kinder- und Jugendchöre. In diesem Zusammenhang präsentiert sich auch die Carusos-Initiative des Deutschen Chorverbands.

Zur Einstimmung auf das Chorfest findet am 30. April ein großes Mitsingkonzert für die Kinder aller Leipziger Kindertagesstätten und Horte statt. Für alle ErzieherInnen wird am 31. Januar ein Workshop zur Einstudierung der Lieder angeboten, eine Anmeldung ist bis zum 31. Dezember 2019 möglich unter www.die-carusos.de/chorfest

Das vollständige Chorfest-Programm wird Ende Februar 2020 veröffentlicht.

Kinder & Jugend 29.11.2019 Orchestermusik trifft Geologie

Uraufführung des neuen Kindermusikstücks »Der Supervulkan«

 

Das neue Kindermusikstück der Sächsischen Bläserphilharmonie »Der Supervulkan – Eine musikalische Erdgeschichte« wurde im November zum ersten Mal dem Publikum präsentiert. Neben der Aufführung vor Fachpublikum auf der Musikmesse »musicpark« in Leipzig, konnte man das Konzert in Mügeln (Landkreis Nordsachsen) und Markkleeberg (Landkreis Leipzig) erleben.

Das Stück ist ein musikalisch-szenisches Konzertprogramm das Kinder und Jugendliche im Alter von ca. 6 bis 14 Jahren für die erdgeschichtliche Entwicklung begeistert. Nicht nur die kleinen Konzertbesucher, sondern auch Eltern, Großeltern, Tanten, Onkel und LehrerInnen staunten, als Frau Prof. Dr. Zweistein erzählte, wie die Region, in der sie leben eigentlich entstanden ist: Die Welt von Frau Prof. Dr. Zweistein – weitgereiste Expertin der Vulkanologie – wird eines Tages völlig auf den Kopf gestellt. Schuld daran ist ein kleiner Stein, der sich mit ihr auf eine spannende und verrückt-komische Reise quer durch die verschiedenen Erdzeitalter begibt. Dabei wird schnell klar, dass jeder noch so kleine Stein eine große Geschichte erzählen kann, welche mehr mit uns zu tun hat, als wir glauben …

Nach dem großen Erfolg der Auftragsproduktion »Florentine Apfelblüte« wurde der Berliner Komponist Matthias Preisinger ein weiteres Mal von der Sächsischen Bläserphilharmonie beauftragt dieses Kinderprojekt umzusetzen. Die geologischen Hintergründe zur musikalischen Geschichte lieferten die Wissenschaftlerin Dr. Annett Krüger und der Gymnasiallehrer und Schulbuchautor Dr. Wolfgang Gerber. Die zwei jungen Schauspielerinnen Jennifer Demmel und Christine Steuber aus Leipzig haben sich mit den theoretischen Inhalten dramaturgisch auseinandergesetzt und zielgruppengerecht aufbereitet.

Die Einzigartigkeit des Projektes liegt in der Verbindung von Geologie und klassischer Musik, die mit der Kooperation der Sächsischen Bläserphilharmonie und dem Geopark Porphyrland deutschlandweit einzigartig ist. Als ganzheitlicher Bildungsansatz sind zukünftig neben dem Konzerterlebnis schulbegleitende Exkursionen in den Geopark und die thematische Behandlung im fächerübergreifenden Unterricht geplant.

Die vom Kulturraum Leipziger Raum und vom Land Sachsen geförderte Sächsische Bläserphilharmonie ist das einzige Kulturorchester Deutschlands, das in ausschließlich sinfonischer Bläserbesetzung auftritt und ist damit einzigartig in der deutschen Orchesterlandschaft. 2017 wurde das Orchester in das Förderprogramm »Exzellente Orchesterlandschaft Deutschland« der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien aufgenommen, worüber auch dieses Projekt mitfinanziert wird. Ergänzend erhält der Geopark Porphyrland. Steinreich in Sachsen e.V. für das Kindermusikstück finanzielle Unterstützung auch aus Haushaltmitteln des Freistaates Sachsen durch die Förderung des Sächsischen Oberbergamtes.

Allgemeines 06.11.2019 JAZZWELTEN – JAZZOVÉ SVĚTY

Deutsch-Tschechische Jazzbegegnung mit 260 Musikern

Konzerte

Freitag, 08.11., 20 Uhr
»YOU BETTER LOOK TWICE«
Jugend-Jazzorchester Sachsen feat. Jan Schreiner
Eintritt frei!

Sonntag, 10.11., 15 Uhr
Abschlusskonzert JAZZWELTEN mit vier Big-Bands aus Sachsen, Sachsen-Anhalt, Thüringen und Tschechien
Eintritt frei!

 

JAZZWELTEN findet nunmehr zum vierten Mal in Hoyerswerda statt und hat sich mittlerweile deutschlandweit durch seine hohe Qualität einen Namen gemacht. 260 junge Jazzmusiker aus Tschechien und Deutschland treffen auf einem Team von 18 Dozenten und Organisatoren. In Hoyerswerda findet JAZZWELTEN die perfekten Rahmenbedingungen in der Lausitzhalle und der angrenzenden Musikschule vor und erhält vor Ort die freundliche Unterstützung vieler Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter dieser Institutionen.

Ein riesiges Angebot von über 110 Programmpunkten stehen auf dem Programm: Konzerte, Vorspiele, Beratungsgespräche, Ad-hoc-Big-Bands, Workshops, Bandcoachings und Musikgesundheit. Als Dozenten stehen Štěpánka Balcarová (Prag), Matthias Bätzel (Weimar), Ralf Hesse (Stuttgart), Ralf-Ulrich Mayer (Dresden), Rolf von Nordenskjöld (Berlin), Tanja Panier (Berlin), Jan Schreiner (Köln), Moritz Sembritzki (Berlin), Milan Svoboda (Prag), Anna Wolfarth (Berlin) und Thomas Zoller (Dresden) zur Verfügung. Möglich wird dies alles durch eine Kooperation der Landesmusikräte in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen.

Gefördert wird das Projekt durch die Euroregion Neisse aus Mitteln der Europäischen Union, den Kulturraum Oberlausitz-Niederschlesien und die Stadt Hoyerswerda.

Kulturpolitik 28.10.2019 Kultur, Freizeit und Events spielen über 600 Millionen Euro ein

Erste IHK-Studie zur wirtschaftlichen Bedeutung tourismusrelevanter Kultur- und Freizeiteinrichtungen sowie Veranstaltungen

 

Die Tourismus- und Freizeitwirtschaft stellt im IHK-Bezirk Dresden eine tragende Säule der Wirtschaft dar. Allerdings liegen dafür – im Gegensatz zu anderen Branchen – keine statistischen Kennzahlen vor, da es sich um eine klassische Querschnittsbranche handelt.

Um die wirtschaftliche Bedeutung von Freizeit- und Kultureinrichtungen sowie von Großveranstaltungen zu ermitteln, hat die IHK Dresden mit Unterstützung der dwif-Consulting GmbH, München erstmals eine entsprechende Untersuchung durchgeführt. Basis bildete die Befragung von 365 Einrichtungen und 135 Großveranstaltungen im Sächsischen Elbland, der Oberlausitz, der Sächsischen Schweiz und der Stadt Dresden im Zeitraum Juni bis Juli 2019. Als Kernfragen standen Besuchervolumen und Eintrittserlöse im Mittelpunkt.

Dr. Detlef Hamann, Hauptgeschäftsführer der IHK Dresden und Vizepräsident des Landestourismusverbandes Sachsen (LTV) sieht sich durch die Ergebnisse der Studie bestätigt: »Die Kultur- und Freizeiteinrichtungen unserer Region sowie die hier stattfindenden Veranstaltungen sind wesentliche Treiber für den Tourismus, und ihre ökonomischen Effekte gehen weit über die erlösten Eintritte hinaus. Direkte Profiteure sind die Hotellerie und Gastronomie, der Einzelhandel und der Dienstleistungssektor. Einschließlich der Eintrittserlöse summieren sich die Gesamtumsätze auf 618 Mio. Euro. im Jahr zzgl. Kurtaxe, Fremdenverkehrsabgabe und anderen lokalen Instrumenten.«. Darüber hinaus fungieren die Einrichtungen als »indirekter oder direkter Jobmotor für ca. 15.300 Menschen unterschiedlicher Berufsqualifikationen«, weshalb sich »Investitionen von Kommunen und Unternehmen in die Freizeitinfrastruktur und deren Vermarktung auch doppelt lohnten«, betont Hamann weiter.

Zu den wichtigsten Erkenntnissen gehören
… in der Kategorie »Besucherzahlen und Erlöse«:

• Die Kultur- und Freizeiteinrichtungen im IHK-Bezirk Dresden verzeichnen pro Jahr Eintrittserlöse in Höhe von etwa 160 Mio. Euro, Veranstaltungen erlösen weitere 23 Mio. Euro.
• Theater und Musikhäuser generieren die höchsten Pro-Kopf-Einnahmen und tragen ein Drittel aller Erlöse bei, im Bereich Veranstaltungen sind es Musikveranstaltungen und Konzerte, auf die sogar ein Anteil von zwei Drittel entfällt.
• Die Einrichtungen im IHK-Bezirk Dresden werden jährlich von etwa 20 Mio. Gästen besucht, bei Veranstaltungen sind es etwa 5,5 Mio. Besucher.
• Die meisten Besucher interessieren sich für Baudenkmäler und historische Bauwerke. Hierbei ist zu erwähnen, dass ein Fünftel dieser Einrichtungen keine Eintrittsgelder erheben.

… in der Kategorie »Zielgruppen«:
• Etwa die Hälfte aller Besucher von Kultur- und Freizeiteinrichtungen sowie von Veranstaltungen sind Tagesgäste.
• Übernachtungsgäste interessieren sich am meisten für Denkmäler und historische Bauwerke (27 %) sowie für Sportveranstaltungen (36 %).
• Freizeit- und Erlebniseinrichtungen werden hauptsächlich von Tagesgästen frequentiert (70 %). Hingegen ist nur jeder 8. Gast ein Einheimischer. Von Tagesgästen ebenfalls stark frequentiert sind Stadtfeste und Märkte (60 %).
• Einheimische sind vor allem in Sport- und Konzertlocations (80 %) sowie Theatern (60 %) anzutreffen.

Polnische und tschechische Besucher
Ein spezifisch untersuchter Sachverhalt war der Besucherzustrom aus den Nachbarländern Tschechien und Polen. Fast bei allen Einrichtungstypen beträgt der Besucheranteil aus diesen Ländern weniger als 5 %. Lediglich Erlebnisbäder / Thermen erfreuen sich eines deutlich höheren Zuspruchs tschechischer Besucher (19 %). Die Vermutung, dass vermehrt Einrichtungen im unmittelbaren Grenzraum für Gäste aus den Nachbarländern interessant sind, bestätigte sich nicht. Bei Veranstaltungen konzentriert sich die Nachfrage tschechischer und polnischer Gäste vor allem auf die Landeshauptstadt. Der Marktanteil ist in beiden Bereichen deutlich ausbaufähig.

Investitionen und Hemmnisse
Unabhängig der Größe wurde in den letzten 5 Jahren in den meisten Freizeiteinrichtungen in Instandhaltung und Modernisierung investiert, es zeigt sich jedoch, dass eine zu geringe Eigenkapitalbasis und fehlende Förderungen vor allem bei kleineren Einrichtungen ein entscheidendes Hindernis für Investitionen darstellen. Weitere Probleme ergeben sich aus fehlenden personellen Ressourcen sowie fehlender Kreditgeber. Keine große Rolle spielen hingegen nicht erteilte Genehmigungen, unausgereifte Konzepte oder Standortfaktoren. Für die Zukunft stehen vor allem Verbesserungen bei der Digitalisierung und der Barrierefreiheit, allgemeine qualitative Aufwertungen sowie Umweltschutz und Nachhaltigkeit auf der Agenda der meisten Befragten.

Fazit
Die erste, derartige Untersuchung ist als Bestandsaufnahme zu werten. Es wurde eine überaus hohe wirtschaftliche und arbeitsmarktrelevante Bedeutung der Branche herausgestellt. Um künftig etwaige Angebotslücken im Freizeit- und Kultur- bzw. Veranstaltungsbereich zu identifizieren, bedürfte es einer weiteren qualitativen Analyse der bestehenden Angebote sowie einer Ermittlung des Nachfragepotenzials und Wettbewerbsumfelds, z.B. in an Sachsen angrenzenden Regionen.

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