Wettbewerbe 10.07.2020 Ensemble gesucht

80 Jahre »Quartett auf das Ende der Zeit« – Internationale Messiaen-Tage Görlitz-Zgorzelec schreiben Wettbewerb aus

 

Myung Whun Chung, Peter Hill, Roger Muraro, Bettina Aust – vier von 52 Namen, die auf besondere Weise mit einem Ort und einem musikalischen Ereignis verbunden sind. Es sind die Namen exzellenter Solisten und Solistinnen, die das »Quartett auf das Ende der Zeit« von Olivier Messiaen am Ort der Uraufführung gespielt haben – auf dem Gelände des ehemaligen deutschen Kriegsgefangenenlagers Stalag VIII A am Stadtrand von Görlitz-Zgorzelec.

Seit 2008 wird dort jährlich an die Uraufführung vom 15. Januar 1941 erinnert, als Olivier Messiaen mit drei Mitgefangenen sein Werk in der Theaterbaracke des Lagers erstmals einem Publikum vorstellte. Noch heute erinnern sich die damaligen Musiker und Musikerinnen der Sächsischen Staatskapelle Dresden an den 15. Januar 2008. An ein Zelt im Schnee, an kalte Finger, an den Wind, der am Zelt rüttelte, an fast 400 Menschen aus Polen, Deutschland und Tschechien, die fasziniert waren von diesem ungewöhnlichen Gedenkkonzert.

Der Görlitzer Verein Meetingpoint Music Messiaen e.V. und die Zgorzelecer Stiftung Erinnerung, Bildung, Kultur erinnern seither Jahr für Jahr nicht nur an Messiaen und seine Uraufführung, sondern vor allem an 120.000 Kriegsgefangene und Zwangsarbeiter, die in den Kriegsjahren 1939–1945 im Stalag VIII A gelitten haben; etwa 10.000 Männer starben hier und liegen anonym in einem Massengrab unweit des Aufführungsortes.

Prominente Solistinnen und Solisten und namhafte Ensembles haben seither diese acht Sätze für Violine, Klarinette, Violoncello und Klavier ebenso an diesem Ort gespielt wie junge und noch wenig bekannte Virtuosinnen und Virtuosen. Und obwohl das Januar-Konzert seit 2015 nicht mehr in einem Zelt aufgeführt wird, sondern im neu entstandenen Europäischen Zentrum Erinnerung, Bildung, Kultur »Meetingpoint Music Messiaen«, bleibt es ein ungewöhnlich intensives Erlebnis – für MusikerInnen wie Auditorium gleichermaßen.

Seit 2017 ist das »Quatuor pour la fin du temps« eingebettet in einen Reigen von Konzerten, Vorträgen und Führungen. Die »Internationalen Messiaen-Tage Görlitz-Zgorzelec« entwickeln sich zu einem anregenden und hochkarätigen Jahresauftakt für Kulturinteressierte und Freunde zeitgenössischer Musik.

Im Januar 2021 jährt sich die Uraufführung zum 80. Mal. Für diesen besonderen Anlass lobt der Meetingpoint Music Messiaen einen Wettbewerb aus: Gesucht wird das Ensemble, das am 15. Januar 2021 Olivier Messiaens Quartett interpretieren wird. Musikerinnen und Musiker aus mindestens zwei Ländern sollten es sein, idealerweise aus Polen, Frankreich und Deutschland. Sie dürfen zum Zeitpunkt der Bewerbung nicht älter als 35 Jahre sein – Bewerbunsschluss ist am 31. Juli 2020.

Zur vollständigen Ausschreibung

Instrument des Jahres 02.07.2020 Wir ziehen alle Register ...

Die Orgel, Instrument des Jahres 2021 – Gemeinsamer Aufruf der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Sachsens und des Sächsischen Musikrates

 

Die Orgel – Instrument des Jahres 2021

Deutschland hat eine einzigartige Orgellandschaft. Der Orgelbau und die Orgelmusik in Deutschland wurden im Jahr 2017 in die UNESCO-Liste des Immateriellen Kulturerbes aufgenommen. Die Orgelbauwerkstätten und die Orgeln in Häusern, Schulen, Konzertsälen und Kirchen im Freistaat Sachsen gehören dazu. Der Klangreichtum der Instrumente ist gekennzeichnet durch jahrhundertealte Tradition sowie kunsthandwerkliche Innovationen. Er wird erlebbar in kleinen und großen Orgeln bis hin zu Weltberühmtheiten. Viele Instrumente befinden sich in Denkmalgebäuden und stehen selbst unter Denkmalschutz. Sie wollen aber nicht verstauben, sondern gespielt werden, lebendige Klangräume sein und Räume mit Klang erfüllen, Menschen berühren.

Wir wollen das Jahr 2021 gemeinsam mit Ihnen nutzen, um mit dem Thema Orgel die Menschen zu berühren und zu informieren. Orgelbau, Konzerte, Gespräche, Workshops, Führungen, Präsentationen, Filme, Vorträge, Kinder- und Nachwuchsveranstaltungen, Gemeindefeste, Schulkonzerte, Matineen nach dem Gottesdienst … und vielleicht fällt Ihnen noch etwas ganz Anderes dazu ein.

Kulturpolitik 25.06.2020 Mehr als 60 Millionen Euro für Kultur und Tourismus

Auszahlung startet – der Haushalts- und Finanzausschuss des Landtages bestätigt Hilfspaket

 

Der Haushalts- und Finanzausschuss des Sächsischen Landtages hat am 24. Juni 2020 das vom Kabinett kürzlich beschlossene Hilfspaket für Kultur und Tourismus in Höhe von mehr als 60 Millionen Euro bestätigt. Mit diesen Mitteln will der Freistaat die besonders von der Corona-Pandemie betroffenen Einrichtungen und Akteure in Kultur und Tourismus unterstützen. Kultur- und Tourismusministerin Barbara Klepsch: »Ich danke dem Sächsischen Landtag als Haushaltsgesetzgeber dafür, dass er diese wichtigen Mittel für die Bereiche Kultur und Tourismus bestätigt hat. Das zeigt, welch hohen Stellenwert Kultur und Tourismus in Sachsen haben. Kultur ist keine schöne Zugabe in Zeiten voller Kassen, sondern lebensnotwendig und identitätsstiftend. Zudem ist jede Förderung der Kultur gleichzeitig eine Investition in den Tourismus.«

Das Paket beinhaltet mehrere Einzelmaßnahmen für Kultur und Tourismus. Den größten Baustein bildet ein umfassendes Paket für freie Träger aus dem Bereich Kunst und Kultur, die bislang zu wenig oder gar nicht auf Hilfsprogramme zugreifen konnten. Allein 30 Millionen Euro sind unter anderem für freie Theater, Festivals und kulturelle Vereine vorgesehen. Der Zuschuss beträgt bis zu 10.000 Euro, bei Nachweis eines höheren Liquiditätsbedarfes können bis zu 50.000 Euro ausgereicht werden. Anträge für diese Förderung können ab dem 29. Juni 2020 bei der Sächsischen Aufbaubank (SAB) gestellt werden. Informationen dazu gibt es unter www.sab.sachsen.de

Die Kulturstiftung des Freistaates Sachsen erhält 7 Millionen Euro. Davon fließen 5 Millionen in das Stipendien-Programm »Denkzeit«. Das Programm unterstützt freischaffende Künstlerinnen und Künstler mit einem Stipendium in Höhe von 2.000 Euro und war Ende April an den Start gegangen. Bis Ende Mai wurden knapp 1.900 Anträge eingereicht, von denen bisher knapp 1.000 bewilligt werden konnten. Durch die Aufstockung können nun weitere Bewerbungen für die Förderung berücksichtigt werden. Ab Mitte Juli wird das Antragsverfahren zudem für neue Bewerbungen geöffnet.

Weitere 750.000 Euro fließen in den Kleinprojektefonds der Kulturstiftung. Der Fonds fördert kleinere Kunst- und Kulturprojekte mit Fördersummen von 500 bis 5.000 Euro. Er richtet sich vorrangig an Initiativen in den ländlichen Regionen Sachsens und soll in der gegenwärtigen Situation vor allem dabei unterstützen, das kulturelle Leben vor Ort wieder anzukurbeln. Anträge können voraussichtlich ab Anfang Juli bei der Kulturstiftung eingereicht werden. Darüber hinaus sollen zusätzliche Mittel in die bestehenden Förderstrukturen der Kulturstiftung fließen, um kurzfristig Projekte zu unterstützen, die von den Auswirkungen der Corona-Pandemie besonders betroffen sind.

Für das neue Programm »Denkzeit Event«, mit dem die Veranstaltungsbranche in den Blick genommen wird, erfolgt die Befassung im Haushalts- und Finanzausschuss des Sächsischen Landtages in der kommenden Woche. Zu den weiteren Einzelheiten werden wir entsprechend informieren.

Wenngleich inzwischen wieder Touristen nach Sachsen kommen, verzeichnet die Branche enorme Verluste. Der Freistaat steuert dagegen und unterstützt den Tourismus mit zusätzlich fünf Millionen Euro. So werden zum Beispiel 2,9 Millionen Euro an die acht Tourismusregionen ausgereicht, um Projekte und Ideen für die Zeit nach Corona voranzubringen.

Kulturpolitik 09.06.2020 Rund 68 Millionen für die Kultur!

Ein starkes Zeichen für das Kulturland Sachsen

 

Die Interessengemeinschaft (IG) der elf sächsischen Landeskulturverbände begrüßt die auf der heutigen Klausurtagung beschlossene finanzielle Unterstützung von rund 68 Mio. Euro für Kultur und Tourismus. Den größten Part davon erhalten freie Kulturträger in Sachsen mit insgesamt 30 Mio. Euro. Dazu zählen z.B. soziokulturelle Zentren, Künstlerhäuser, freie Spielstätten, Galerien, Kunstschulen, Literaturvereine oder Festivals. Die IG bewertet dies als starkes Zeichen für die freie Kulturlandschaft im Freistaat Sachsen und einer damit verbundenen Anerkennung der in den letzten 30 Jahren geleisteten Arbeit. Es ist eine ostdeutsche Erfolgsgeschichte, dass nach der friedlichen Revolution in Sachsen ein sehr vielfältiges Netz von bürgerlich getragenen Strukturen entstehen konnte und bis heute wirkt. Die überwiegend in Vereinen organsierten Kultureinrichtungen sind dabei nicht nur Orte des Kulturerlebens. Sie sind vor allem wichtige Plattformen für den Austausch und die Begegnung der Bürgerinnen und Bürger und damit immer auch Orte der Demokratie. Die Regierungskoalition aus CDU, Bündnis 90/die Grünen und der SPD hat damit auch im Sinne des vor Corona beschlossenen Koalitionsvertrags gehandelt und die Bereiche besonders in den Blick genommen, die für eine starke Bürgergesellschaft stehen. »Wir danken den Koalitionären für den gesellschaftlichen Weitblick, der in der Krise zu Tage getreten ist. Wir wissen natürlich um das Ringen, allen gesellschaftlichen Bereichen gerecht werden zu müssen. Umso stärker ist das Zeichen für die Kultur und deren Wirken für die Gesellschaft. Es markiert damit das Ende der ›Kultur-als-Sahnehäubchen-Debatte‹ und ist Ausdruck einer verantwortungsvollen und zeitgemäßen Kulturpolitik, die sich mittels Kultur auch den gesellschaftlichen Herausforderungen stellt und der Kultur eine hohe gesellschaftliche Relevanz zuschreibt,« sagt Anne Pallas, Co-Sprecherin der IG Landeskulturverbände.

Auch das sehr erfolgreiche Stipendienprogramm »Denkzeit«, angesiedelt bei der Kulturstiftung Sachsen, wird um weitere 7 Mio. Euro aufgestockt. Dieses Programm ist für viele Bundesländer inzwischen zum Vorbild für eigene Stipendienprogamme geworden. Es ist vor allem eine Erfolgsgeschichte, weil es von Beginn an die Unterstützung für freie Kulturschaffende mit einer künstlerischen Leistung verbunden hat. Die ersten hier ausgereichten 2 Mio. Euro waren bereits in kürzester Zeit aufgebraucht. »Es ist deshalb richtig, dass »Denkzeit« fortgeführt wird und mehr Mittel zur Verfügung stehen, weil das Programm der Lebenswirklichkeit der Kunstschaffenden viel näherkommt als reine Zuschussprogramme. Künstler wollen Kunst machen und keine Almosen empfangen. Ebenso begrüßen wir, dass weitere 2 Mio. Euro in dem Programm für die Veranstaltungsbranche reserviert sind, damit diese mit neuen Formaten und Konzepten den eingeschränkten Kulturbetrieb meistern kann. Die Gesamtheit der Kultur – egal ob privatwirtschaftlich oder öffentlich gefördert – macht den Reichtum und die Vielfalt unserer Kultur aus. Es ist deshalb richtig auch die privatwirtschaftliche Veranstaltungsbranche mit diesem Innovationsprogramm zu unterstützen.« So Helge-Björn Meyer, ebenfalls Sprecher der IG.

Weitere rund 4,5 Mio. Euro kommen dem Filmschaffen zugute, davon je 1,5 Mio. Euro für Kinobetreiber, sächsische Filmprojekte und lokale Medien. Damit soll der Filmstandort Sachsen erhalten und gestärkt werden. Neben den freien Trägern erhalten ebenfalls die landeseigenen Kulturbetriebe Finanzhilfen von rund 20 Mio. Euro. Weitere 5 Mio. Euro unterstützen den Tourismus im Freistaat.

Die Kultur- und Tourismusministerin Barbara Klepsch betonte noch einmal, dass es darum gehe die für Sachsen charakteristische kulturelle Vielfalt zu erhalten. Dafür setzen die veranschlagten Millionen Maßstäbe. Die IG Landeskulturverbände Sachsen hatte sich sehr dafür eingesetzt, die freien Kulturträger in den Bick zu nehmen. Der Dank geht deshalb an die Staatsregierung für den konstruktiven Dialog und dessen zukunftsweisendes Ergebnis.

Quelle: Pressemitteilung der IG Landeskulturverbände Sachsen

Personalia 03.06.2020 »Ich will Musiker und Komponisten für die moderne Musik und die Nutzung von neuen Technologien und Medien begeistern«

Ein einzigartiger Experimentierraum startet an der Hochschule für Musik Dresden mit Stefan Prins, neuer Professor für Komposition

 

Ein wichtiger Teil des Kompositionsstudiums ist die elektronische Musik. Im Tonstudio werden Töne und Klänge erzeugt, die eine große Bandbreite an Kompositionen zulassen. Mit dem neuen Experimentierraum – dem sogenannten Hybrid Music Lab – geht die Dresdner Hochschule noch einen Schritt weiter. »Wir wollen der Entwicklung gerecht werden, dass in der Kunst die Grenzen aller Disziplinen – von Performances, Kompositionen, Installationen, Musiktheater bis hin zu Tänzen – verschwimmen«, so Prins. Im Hybrid Music Lab können die Studierenden aller musikalischen Fachbereiche ihre Komfortzonen verlassen, mit modernster Technik experimentieren und sich gemeinsam in ein musikalisches Abenteuer begeben. »Unsere Technik ermöglicht es, in Echtzeit Videos zu manipulieren und mit Instrumenten oder elektronischen Klängen interagieren zu lassen«, so Prins.

Im neuen ›Sound & Fury Improvisation Ensemble‹ machen Komponisten/-innen, Musiker/-innen aller Fachbereiche mit Hilfe von Improvisationstechniken gemeinsam Musik. »Wir werden elektronische Musik mit selbstgemachten elektronischen und akustischen Instrumenten sowie der Stimme kombinieren und zukünftig auch andere Disziplinen wie Video, Tanz und Theater einbeziehen«, so Prins. Ein Improvisationskonzert wird es am Ende eines jeden Semesters geben.

Prins, Jahrgang 1979, hatte sich nach seinem Abschluss als Ingenieur für ein Studium in Klavier und Komposition am Königlichen Konservatorium Antwerpen entschieden. Parallel dazu studierte der Belgier »Technology in Music« in Brüssel und »Sonology« in Den Haag. 2017 promovierte er in Komposition an Harvard University bei Chaya Czernowin. Prins hat bereits zahlreiche internationale Preise gewonnen, darunter den «Berliner Kunstpreis für Musik” (2016), Kranichsteiner Kompositionspreis (Darmstadt, 2010) und den «International Impuls Composition Award” (Graz, 2009). Er ist Co-Leiter des Belgischen Ensemble für neue Musik »Nadar Ensemble« und ist auch aktiv in die Szene der improvisierten Musik.

Corona-Krise 20.05.2020 Alarmstufe ROT

Der sächsischen Clubkultur droht eine Pleitewelle – Wenn jetzt nicht gehandelt wird, dann werden wir in Zukunft kaum mehr Orte haben, an denen das Ende des Ausnahmezustands gefeiert werden kann.

Die Interessensvertretungen der Clubs- und Spielstätten in Leipzig, Dresden und Chemnitz veröffentlichten dieses gemeinsame Positionspapier zur Lage derselben in der mittlerweile achten Woche der Corona-Krise.

 

Die Corona-Pandemie geht inzwischen weit über die Belastungsgrenzen hinaus, die die Dauerkrise der Kultur gesteckt und innerhalb derer man sich mit Müh und Not eingerichtet hat. Clubs und Livemusikspielstätten gehörten zu den ersten Einrichtungen, die im Zuge des Infektionsschutzes geschlossen wurden - aus gesellschaftlicher Verantwortung schlossen sie vielfach noch vor behördlicher Anordnung. Und sie werden höchstwahrscheinlich als letztes wieder in Betrieb gehen dürfen. Zu erwartende Lockerungen, die auch den Kulturbetrieb schrittweise wieder ermöglichen sollen, werden für die Clubkultur aller Wahrscheinlichkeit nach nicht bzw. nur partiell für gewisse Außenbereiche gelten können. So lange durch Schnelltests und Impfungen die Gästeschaft nicht ausreichend geschützt wird, können Clubbing und Konzerte dynamischer Musikgenres im herkömmlichen Sinne nicht mit ausreichender Sicherheitsvorkehrung durchgeführt werden. Wir stellen uns hier also auf eine lange Zeit der Betriebsschließungen ein. Zudem wären Veranstaltungen mit einer notwendigerweise deutlich geringeren Publikums-Auslastung bei gleichzeitig höherem Personalbedarf (für die Umsetzung der Hygienevorschriften) nicht wirtschaftlich umzusetzen.

Waren die Aussichten der Clubs und Livemusikspielstätten angesichts des sogenannten Clubsterbens auch schon vor Corona nicht besonders rosig, so könnte das mit der Pandemie einhergehende Veranstaltungsverbot nun eine regelrechte Pleitewelle von Spielstätten bedeuten. Die ohnehin prekären Arbeits- und Existenzbedingungen der Clubkultur liegen einem Wechselspiel zwischen Verdrängung (Gentrifizierung), benachteiligender Rechtsgrundlage für Clubs und der mangelnden Anerkennung als eigenständige Kultur zu Grunde. Da eine Vielzahl der Clubs zudem in ihrer Kosten-/Erlösstruktur im Grenzkostenbereich rangieren, können diese im akuten Krisenfall auf kaum Rücklagen zurückgreifen. Je länger die Schließungen andauern, desto näher rückt die Zahlungsunfähigkeit – respektive Verschuldung.

Spenden? Darlehen? Zuschüsse!

Da die wenigsten Musik-Locations institutionell gefördert werden, waren sich die Betreibenden mit dem Shutdown der Clubs schnell ihrer wirtschaftlichen Eigenverantwortung bewusst und es wurden zahlreiche Spendenkampagnen in ganz Sachsen initiiert: für einzelne Kulturbetriebe ebenso wie für Zusammenschlüsse und Verbände. Die Spendenbereitschaft ist überwältigend. Dennoch wird inzwischen sehr deutlich, dass das Bestehen der Clubs ohne weitere Zuwendungen nicht sicherzustellen sein wird. Leider sehen die angebotenen Hilfspakete auf kommunaler Ebene ausschließlich Darlehen vor. Wie bereits erwähnt ist die Kulturproduktion in Livemusikspielstätten jedoch keine gewinnorientierte Unternehmung, daher können nur selten Rücklagen gebildet bzw. Kredite zurückgezahlt werden. Angesichts der ungewissen Zukunft, von der wir alle nicht wissen können, was Teil-Isolation, Social Distancing und rezessive Tendenzen an Einfluss auf das Ausgehverhalten haben werden, stellt die Aufnahme von Schulden eine unzumutbare Belastung für diese Kulturbetriebe dar. Nur weitere Zuschüsse können die Clubs über die Zeit der Betriebsschließungen und darüber hinaus retten. Was die wichtigen, aber nicht ausreichenden Hilfszahlungen des Bundes anbelangt, müssen wir vor allem gravierende Lücken in Bezug auf Clubbetriebe mit mehr als 10 Arbeitnehmer*innen bescheinigen. Eine Ergänzung staatlicher Hilfen auch für diese Unternehmensgröße sehen wir als unumgänglich an.

Die Liquiditätsengpässe der Clubs verschärfen auch die ohnehin oft problematischen Beziehungen zu Eigentümer*innen und Vermieter*innen und manch eine*r sieht nun die Chance gekommen, die unliebsamen, weil wenig lukrativen Mieter*innen loszuwerden. So werden trotz des erhöhten gesetzlichen Mieterschutzes in Krisenzeiten zurzeit vermehrt Drohungen ausgesprochen, Verträge zu kündigen oder nicht zu verlängern. Und ohne längerfristige Mietverträge können wiederum auch die offerierten Darlehen nicht beantragt werden.

Club – Kultur – Arbeit

Weitreichende Konsequenzen haben die Schließungen natürlich auch für die vielen hundert Kulturarbeiter*innen in sächsischen Clubbetrieben. Es muss befürchtet werden, dass sich die oftmals geringfügig Beschäftigten aufgrund anhaltender Verdienstausfälle einen anderweitigen Lohnerwerb suchen und bei einer Wiederinbetriebnahme nicht mehr zur Verfügung stehen werden. Neues Personal müsste dann akquiriert und eingearbeitet werden, was eine erhebliche Schwierigkeit besonders in den bisweilen szenewirtschaftlich organisierten Kulturbetrieben darstellen dürfte. Anders als die geringfügig Beschäftigten erfahren die ebenfalls zahlreich in der Clubkultur aktiven Solo-Selbständigen dankenswerterweise finanzielle Unterstützung. Allerdings wird diese nicht nachhaltig sein, wenn deren Auftraggeber*innen im clubkulturellen Kontext keine oder unzulängliche Finanzhilfen erfahren und deswegen nach der Corona-Krise schlicht nicht mehr existieren. Dies gilt insbesondere für die zahllosen Künstler*innen. Und auch für die übrigen Beschäftigten sind Clubs zumeist mehr als nur ein bloßer Zuverdienst. Nicht selten spielen sie eine Schlüsselrolle als Inkubatoren für diverse Arbeitsbiografien in der Nachtökonomie und darüber hinaus; in den Bereichen Kultur- und Eventmanagement, Veranstaltungstechnik, Marketing, Grafikdesign, etc. und nicht zuletzt für Musikproduktion und DJing. Insbesondere den viel umworbenen »Jungen Kreativen« bietet die sächsische Clubkultur nicht nur ein breites Angebot zur Freizeitgestaltung, sondern auch zur Vernetzung und Betätigung.

Standort-Faktor »Freiraum«

Ein Verlust dieser zumeist kleinen und mittleren Clubs und Livemusikspielstätten mit ihrem äußerst ausdifferenzierten Angebot würde der sächsische Kulturlandschaft erheblich und nachhaltig schaden. Diese soziokulturellen Orte und die Szenen, die sich um sie herum bilden, spielen eine immense identitäts- und gemeinschaftsstiftende Rolle für eine Vielzahl längst nicht nur jugendlicher Menschen. Viele dieser Clubs stellen auch unentbehrliche geschützte Räumen für in unserer Gesellschaft marginalisierte Menschen dar. Sie bieten die Möglichkeit, sich und die Musik leiblich zu erfahren und dem Alltag zeitweise in einen Zwischenraum zu entfliehen, in dem Herkunft, Geschlecht und Lebensweise keine übergeordnete Rolle spielen.

Nicht zu vernachlässigen ist jedoch auch die kultur- und kreativwirtschaftliche Dimension dieser Freiräume. Das betrifft weniger die Umsätze der Clubbetriebe selbst, zumal hier vor allem die Umgebungsökonomie zu Buche schlägt, also Gewerbe im Kontext der Clubkultur wie etwa Marketing, Veranstaltungstechnik, Getränkehandel, Zulieferer, Nah- und Fernverkehr, Gastronomie, Hotellerie, etc.

Entscheidend ist jedoch vielmehr der weiche Standort-Faktor »Clubkultur«, insofern nämlich Musik-Locations zur kulturellen Aufwertung ihrer Umgebung beitragen, das Nachtleben ergänzen und die Lebensqualität und das Image urbaner Gebiete verbessern. Zwar profilieren sich Städte wie Leipzig und Dresden lange schon als Musikstädte. Doch dazu gehört neben den prestigeträchtigen Opern und anderen renommierten Konzerthäusern auch die quirlige freie Clubkultur, die die urbanen Nächte mit einem modernen und mannigfaltigen kulturellen Angebot belebt. Diese lebendigen Clubkulturen – wie wir sie in den sächsischen Großstädten vorfinden – stellen einen noch immer vernachlässigten Wettbewerbsvorteil in der Standortkonkurrenz regionaler, nationaler und internationaler Metropolen dar, der großen Einfluss auf die Stadtentwicklung und den Tourismus hat.

Rettungspaket – Now Or Never

Wir fordern Sie auf, sich im Landtag dafür einzusetzen, dass ein sächsisches Club-Rettungspaket nach dem Vorbild von etwa Köln, Hamburg und Berlin auf den Weg gebracht wird. Der Erhalt der Club- und Livemusikspielstätten bedarf Zuschüsse statt Darlehen und erfordert, dass diese Hilfe unbürokratisch und schnell an die Betreffenden gelangt. Wenn nötig, sehen wir es als geboten an, zu diesem Zwecke bestimmte Etats und Fördertöpfe umzuwidmen, die für Leuchtturmprojekte vorgesehen waren. In dieser historischen Situation sollte der Deichschutz oberste Priorität haben, damit wir eine lebendige Kulturlandschaft vorfinden, sobald das Leben unbeschränkt weitergehen kann.

Der aktuellen Umfrage der LIVEKOMM (Bundesverband für Musikspielstätten) mit Zahlen von April 2020 zufolge, reichen die beantragten und zugesagten Mittel für knapp ein Drittel der Clubbetreibenden bis Mitte Mai 2020 und für 46,6% der befragten Livemusikspielstätten reichen die bisher getätigten staatlichen Hilfen bis Mitte Juni 2020. Obwohl schon alle notwendigen Maßnahmen getroffen wurden (70% der Clubbetreibenden haben Kurzarbeitergeld beantragt, 48% lassen ihr Personal in Homeoffice arbeiten und knapp 30% mussten sogar Arbeitnehmer*innen entlassen), erwarten 75,6% der Clubbetreibenden, 60,3% de Konzertveranstalter*innen und 55,9% der Festivalorganisator*innen in den kommenden drei Monaten die Insolvenz. Die zahlreichen solidarischen und kreativen Selbsthilfe-Kampagnen samt innovativen Angeboten der Online-Kulturvermittlung können allenfalls eine gewisse Verlängerung dieser Galgenfrist darstellen. Von der LIVEKOMM wurde ein bundesweiter Schaden von knapp 44 Mio. € allein für die Clubkultur und kleinere Festivals ermittelt.

Wenn jetzt nicht gehandelt wird, dann werden wir in Zukunft kaum mehr Orte haben, an denen das Ende des Ausnahmezustands gefeiert werden kann. Bitte helfen Sie uns und tragen Sie dazu bei, dass die sächsische Clubkultur dieser Pandemie nicht zum Opfer fällt!

Personalia 15.05.2020 »Gut, dass du da bist«

Matthias Drude zum 60. Geburtstag

»Gut, dass du da bist« ist der Titel einer Komposition von Matthias Drude (Drei Lieder für Sopran, gemischten Chor und Streichorchester nach Texten von Kurt Knorr, 2006)

 

Der Dresdner Komponist und Hochschulprofessor Matthias Drude begeht am 18. Mai seinen 60. Geburtstag. Geboren im niedersächsischen Dannenberg und aufgewachsen in Hannover studierte er zunächst Schulmusik und Geschichte, danach Musiktheorie/Komposition bei Diether de la Motte (Hannover) und Ulrich Leyendecker (Hamburg). 

Nach Lehraufträgen an den Musikhochschulen Hannover und Lübeck wurde er 1993 auf die Dozentenstelle für Musiktheorie an die Hochschule für Kirchenmusik Dresden berufen, an der er als Fachgruppenleiter Musiktheorie, Gehörbildung, Partiturspiel, Generalbass, Formenlehre/Analyse und Instrumentenkunde unterrichtet. 2001 wurde er zum Professor ernannt. Seit 2001 ist er außerdem 1. Vorsitzender des Landesverbands Sachsen im Deutschen Komponistenverband.

Als Komponist ist er in zahlreichen vokalen und instrumentalen Gattungen mit Ausnahme des Musiktheaters zu Hause. Dem Dresdner Publikum ist er vor allem durch seine geistlichen Oratorien und Kantaten bekannt geworden. Mehrere Uraufführungen haben dabei der Chor der Hochschule für Kirchenmusik und Sinfonietta Dresden unter Leitung von Christfried Brödel (Weihnachtsoratorium, Passionsoratorium »Für deine Ehre habe ich gekämpft, gelitten«) und Stephan Lennig (Poetische Kommentare zu den Kantaten des Bachschen Weihnachtsoratoriums) übernommen. 

Traditionslinien der Musik des 19. und 20. Jahrhunderts haben in seinem Werk vielfältige Spuren hinterlassen. Sie treten aber hinter einer eigenständigen kompositorischen Handschrift zurück, die in gleicher Weise von handwerklichem Können wie von einem starken Ausdruckswillen geprägt ist.

Preise & Stipendien 14.05.2020 Erster Preis geht an die Dresdner Musikhochschule

Vier Masterstudenten/-innen erhalten den ersten Preis beim Hochschulwettbewerb Musikpädagogik der Rektorenkonferenz der deutschen Musikhochschulen

 

 

Der erste Preis des mit insgesamt 7.000 Euro dotierten Hochschulwettbewerbs Musikpädagogik geht an Judith Beckedorf, Ladislav Pazdera, Georg Wiede und Ida-Lene Bragenitz. Jede Musikhochschule Deutschlands durfte maximal zwei Projekte entsenden, aus Dresden kam ein Beitrag aus der Fachrichtung Instrumental- und Gesangspädagogik (IGP): »Neue Impulse für die IGP: Ein Leitfaden zur Unterrichtsreflexion, ausgehend von Kodier-Techniken der ›Grounded Theory‹-Methode«.

Leitfäden für die Unterrichtsbeobachtung sind ein wichtiges und gebräuchliches Werkzeug für die Analyse von Instrumental- und Gesangunterricht, so die Studenten/-innen , meist seien diese jedoch stark vorstrukturierend. In ihrem Projekt skizzieren sie einen Weg, Unterricht auch ohne solche vorgefertigten Raster zu beobachten und in Bezug auf direkt aus der Praxis abgeleitete Fragen systematisch auszuwerten. Basis für die Analyse waren zwei Videoaufnahmen von Gitarren-Unterrichtsstunden von Judith Beckedorf und Ladislav Pazdera mit jeweils einer Schülerin im Grundschulalter. Je nach Unterrichtssituation werden verschiedene vorherrschende Themen ermittelt, die anschließend näher analysiert werden. So spielte bei der Auswertung des Unterrichts von Ladislav Pazdera sprachliche Interaktion mit der Schülerin eine große Rolle, im Unterricht von Judith Beckedorf war es eher der Umgang mit Lob, der näher betrachtet wurde.

Julian Schunter, der die Gruppe im Rahmen des Masterstudiums Musikpädagogik an der Musikhochschule Dresden betreut, über ihre Leistung: »Die vier Studierenden entwickelten im Zuge der Wettbewerbsbewerbung einen bemerkenswerten Ehrgeiz und Teamgeist und sind dadurch zu einem tollen Ergebnis gekommen. Ich hoffe, dass ihr entwickelter methodischer Leitfaden in Ausbildung und Berufspraxis diskutiert, erprobt und weiterentwickelt wird.«

Coronabedingt konnte die Finalrunde des Wettbewerbs nicht wie geplant am 3. Mai 2020 in Essen stattfinden. Stattdessen wurden die Finalist:innen-Teams zu einer Online-Runde eingeladen. Bezugnehmend auf die Finalbeiträge per Video, standen die Studierende der zehnköpfigen Jury in einer Videokonferenz Frage und Antwort. Die vier Finalisten/-innen-Teams teilen sich ein Preisgeld von insgesamt 7.000 Euro, das vom Bundesverband Musikunterricht und vom Verband deutscher Musikschulen ermöglicht wird. Die offizielle Preisübergabe erfolgt im Mai 2021.

www.hfmdd.de

Corona-Krise 11.05.2020 Private Kulturveranstalter fordern Hilfsangebote zum Überleben der Szene

Demonstration am 13. Mai um 11 Uhr auf dem Filmnächte-Gelände am Elbufer in Dresden

Kontakt: Kilian Forster, Intendant Jazztage Dresden & freischaffender Musiker




 

Der Freistaat Sachsen hat mit den Musikschulen und Hochschulen eine hervorragende Ausbildung für kreative Künstler geschaffen. Was nützt jedoch die beste Ausbildung, wenn jetzt die Auftrittsmöglichkeiten verboten werden und danach die freien Veranstalter reihenweise in der Insolvenz oder im Konkurs landen. Wir bitten daher um sofortige Weichenstellung für allgemeine, oftmals auch maßgeschneiderte Hilfsangebote in den Dimensionen, die die freie Veranstaltungsbranche und die Künstler zum Überleben benötigen.

Die Forderungen sind am Beispiel der Jazztage Dresden, die ohne direkte Hilfe von mindestens 20% des Vorjahres-Nettoumsatzes nicht mehr überlebensfähig sind, ein Anfang zum kreativen Ideenaustausch mit dem Ziel, eine tatsächliche Substanzsicherung der freien Veranstalter, der Veranstaltungswirtschaft und der freien Künstler zu realisieren. Manche Forderungen ergänzen sich oder greifen ineinander. Überförderungen sind natürlich auszuschließen.

Die Jazztage Dresden mit jährlich rund 40.000 Besuchern stehen vor dem sicheren Schicksal, nach aktuellem Insolvenzrecht ab September 2020 einfach von der Bildfläche zu verschwinden. Um dies bei den Jazztagen und bei vielen anderen zu verhindern, starten die Jazztage Dresden diese Initiative. Die Forderungen werden die Branche, auch in wöchentlichen Demonstrationen, unter dem Motto »Stumme Künstler« zusammenbringen und weitere Fälle von unvermeidlichen Insolvenzen zum Vorschein bringen, wenn nicht umgehend geholfen wird. Die erste Demonstration wird unter voller Einhaltung der Hygienevorschriften am Mittwoch, den 13. Mai um 11 Uhr auf dem Filmnächte-Gelände am Elbufer mit den überlebensgroßen Konzertfotografien der Künstler stattfinden.

Der Freistaat Sachsen hat mit seinen immensen kulturellen Schätzen aus Jahrhunderten hier die Möglichkeit, als lebendiges und kulturell leuchtendes Beispiel gestärkt aus der Krise hervorzugehen. Für unsere Gesellschaft und mit einer florierenden freien Kulturszene, die weitreichende positive Auswirkungen auf unser soziales Miteinander kreiert, den Tourismus nachhaltig befördert und damit mittelfristig auch wirtschaftlich wieder erfolgreich ist.

Forderungen:

  • Aufnahme von gemeinnützigen Veranstaltern in den Bereich der Empfangsberechtigten des SAB Sofortkredites »Sachsen hilft sofort« über 50.000 bzw. 100.000 Euro.
  • Einführung eines Grundeinkommens für freie Künstler in Sachsen analog Bayern für den Zeitraum, in dem keinerlei Konzerte stattfinden durften (Mitte März bis ...). Danach Erweiterung des Grundeinkommens auf die Monate, in denen der Konzertbetrieb eingeschränktem stattfinden kann analog den geltenden Einschränkungen.
  • Anerkennung der persönlichen Lebenshaltungskosten für Soloselbstständige und Personengesellschaften in Höhe von 1.180 Euro je Monat/Person im Corona Soforthilfeprogramm des Bundes analog Baden-Württemberg. Ausweitung auf die noch folgenden Monate ohne Auftrittsmöglichkeiten. Unternehmerlohn muss möglich sein!
  • Staatlich gezahlte Ausfallhonorare der freien Künstler in Höhe des Kurzarbeitergeldes für vertraglich gesicherte und wegen Corona stornierte Auftritte.
  • Umgehend Richtlinien die nachvollziehbar machen, nach welchen Kriterien Veranstaltungen wieder erlaubt sind. Inklusive der Vorgaben, wann und wie die Abstandsregeln aufgehoben werden. Dies ermöglicht eine erhebliche Schadensminimierung von Seiten der Veranstalter.
  • Sofortige Schaffung rechtlicher Möglichkeiten für Veranstalter, Verträge, die vor der Corona-Krise geschlossen wurden, wegen höherer Gewalt zu stornieren oder nachzubessern.
  • Erlass der KSK Zahlungen für Veranstalter in 2020
  • Umsatzsteuersenkungen um 12 % (analog Gastronomie) für alle Veranstalter, unabhängig vom derzeitigen Umsatzsteuerstatus. Weitere Senkung um 0,33% für jeden weiteren Tag, an dem ab dem 1. Juni Veranstaltungen verboten bleiben oder wegen der Hygieneregeln wirtschaftlich nicht zu betreiben sind.
  • Sofortige kostenlose Insolvenzberatung zur schadensminimierenden Überlebensstrategieplanung.
  • Die Kulturpolitik und die Kulturförderung muß alle Sparten und insbesondere auch die freien Künstler berücksichtigen. Gerade in der freien Szene ist die grundlegende Finanzierung viel zu niedrig. Dies ist eine der Ursachen dafür, dass durch geringe Honorare keine Rücklagen gebildet werden konnten und somit viele, auch hochrangige freien Künstler und Veranstalter gezwungen wären, langfristig in die Grundsicherung zu gehen oder, wenn möglich, die Branche zu wechseln. Im Moment geht ohne Berücksichtigung der oben genannten Forderungen bei Vielen pro Monat Auftrittsverbot mindestens ein Jahr Altersrückstellungen zugrunde, sofern dies überhaupt möglich war.

Corona-Krise 06.05.2020 Finanzhilfen für die musische Bildung

Sachsens Kulturministerium unterstützt freiberufliche Musikpädagogen und Musikschulen ab heute mit einem neuen Sofortprogramm in Höhe von rund 6 Millionen Euro

 

Mit dem Programm sollen die Einnahmeverluste der Musikschulen aus Unterrichtsgebühren aufgrund der Corona-Pandemie ausgeglichen werden. Zudem werden 60% der Honorarausfälle von freien oder privaten Anbietern von außerschulischem Musikunterricht ersetzt. »Ich freue mich sehr, dass wir die Musikschulen jetzt in dieser schwierigen Zeit unterstützen können. Denn wir wissen, dass derzeit ein Drittel des Unterrichts an den Musikschulen ausfallen muss. Diese fehlenden Einnahmen wollen wir ausgleichen und so die Musikschulen bestmöglich unterstützen«, betont Kulturministerin Barbara Klepsch. Ausfallen müssen in den Musikschulen derzeit Ensemblearbeit, Gruppenunterricht und der gesamte Bereich der musikalischen Früherziehung. Entsprechend sinken die Einnahmen durch Unterrichtsgebühren um ein Drittel der geplanten Summen.

Der Sächsische Musikrat begrüßt die Finanzhilfen des Freistaates Sachsen für nicht-kommunale Musikschulen sowie für freie und private Anbieter von Musikunterricht. »Das Programm ist eine Wertschätzung gegenüber den vielen Musikpädagoginnen und Musikpädagogen in Sachsen.
Wir haben uns gemeinsam mit dem Sächsischen Staatsministerium für Wissenschaft, Kultur und Tourismus und Abgeordneten des Sächsischen Landtages in den letzten Wochen erfolgreich für solch ein Programm eingesetzt und sind jetzt froh starten zu können«
, sagte Torsten Tannenberg, Geschäftsführer des Sächsischen Musikrates.

Die Anträge für Hilfen aus dem Sofortprogramm können beim Sächsischen Musikrat gestellt werden. Die Beantragung ist ab sofort online möglich:

Finanzhilfen für freie und private Anbieter von Musikunterricht
Finanzhilfen für nicht-kommunale Musikschulen

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