13.12.2018

»Wurzeln«

Internationale Messiaen-Tage 2019

Vom 11. bis 15. Januar 2019 laden die dritten Internationalen Messiaen-Tagen Görlitz Zgorzelec ein. Das junge Festival beschäftigt sich auf künstlerischer Ebene mit einem besonderen Moment der Geschichte dieser Region und widmet sich 2019 dem Themenkreis »Wurzeln«. Durch zeitgenössische Konzerte, historisch- informierte Akzente in Form von Vorträgen und Führungen, sowie einer Ausstellungseröffnung soll den Menschen der Region, wie auch interessierten Gästen von außerhalb eine weite Palette an assoziativen Aspekten nähergebracht werden. Das Festival kehrt stets zu seinen musikalischen Wurzeln zurück und setzt das »Quartett auf das Ende der Zeit« als zentralen Anker. Die Leitfragen des Festivals für das kommende Jahr sind: Wer sind wir? Wo kommen wir her? Wo gehen wir hin? Jeder Festivalbesucher hat individuell die Möglichkeit sich mit diesen Fragen, seiner Herkunft und seiner Geschichte über die Musik und Kunst auseinander zu setzen.

Die Sinfonietta Dresden eröffnet das Festival mit dem Sinfoniekonzert in der Annenkapelle Görlitz. Ein Orchester, das dem Görlitzer Publikum aufgrund seines abwechslungsreichen zeitgenössischen Repertoires bekannt ist und für den Freitag ein Konzert voller Naturbeobachtungen vorbereitet hat. Am Samstagvormittag finden historische Führungen statt und am Abend können Sie im Theater Görlitz beim Kammerkonzert »Fremde bin ich eingezogen« und im Atelier Kremser beim Nachtschwärmerkonzert »Ragtime polonais« den Tag auf eine besondere Art und Weise ausklingen lassen. Der Sonntag beginnt mit einer deutsch- polnischen Heiligen Messe in der Bonifatiuskirche Zgorzelec, anschließend folgen Lied und Lesung zu Mikis Theodorakis, eine Kurzführung auf dem Gelände des ehemahligen Stalag VIII A und am späten Nachmittag können Sie sich vom Liederabend in der Annenkapelle inspirieren lassen. Der Festivalmontag steht ganz unter dem Motto der Begegnung: Armin Mueller- Stahl eröffnet eine besondere Ausstellung in der Galerie Brüderstraße Görlitz und am Abend haben Sie die Möglichkeit an einer Podiumsdiskussion zum Thema Grenzidentitäten im Schlesischen Museum Görlitz teilzunehmen. Am letzten Tag erwartet Sie unter anderem der Höhepunkt unseres Festivals: das Kammerkonzert »Quatuor pour la fin du temps, Stalag VIII A« mit einer Erstaufführung.

Programm und Karten

Das detaillierte Programm für das gesamte Festival, wie auch für jedes einzelne Konzert finden Sie auf der Internetseite www.messiaen-tage.eu. Eintrittkarten bei Eventim

Asambura Ensemble
Foto: Ghazaleh Ghazanfarij

Über das Festival

Dass Musik nicht trennt, sondern verbindet und über Schmerz und Elend hinweghelfen kann, bewies der französische Komponist Olivier Messiaen, als er während seiner Gefangenschaft im Stalag VIII A sein »Quatuor pour la fin du temps« komponierte und gemeinsam mit drei Mitgefangenen am 15. Januar 1941 in der Theaterbaracke zur Uraufführung brachte.

Der Meetingpoint Music Messiaen e.V. erinnert bereits seit 2008 jedes Jahr am 15. Januar am historischen Ort an dieses besondere Ereignis. 2017 erwuchs daraus ein mehrtägiges Festival, welches vom europäischen Friedensgedanken inspiriert, Menschen auf beiden Seiten der Neiße, sowie aus ganz Europa und der Welt an diesem einzigartigen Ort der (Musik-)Geschichte zusammenbringen will. Internationale Künstler treffen dabei auf Forschende zur jüngeren Geschichte der Region und das Publikum wird eingeladen Zeitgenössische Musik und Kunst im historischen Ambiente der Grenzstadt, Führungen, Vorträge und Diskurse zu erleben und sich so dem Spannungsfeld Kunst - Krieg zu nähern.

 

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