09.06.2020

Rund 68 Millionen für die Kultur!

Ein starkes Zeichen für das Kulturland Sachsen

Die Interessengemeinschaft (IG) der elf sächsischen Landeskulturverbände begrüßt die auf der heutigen Klausurtagung beschlossene finanzielle Unterstützung von rund 68 Mio. Euro für Kultur und Tourismus. Den größten Part davon erhalten freie Kulturträger in Sachsen mit insgesamt 30 Mio. Euro. Dazu zählen z.B. soziokulturelle Zentren, Künstlerhäuser, freie Spielstätten, Galerien, Kunstschulen, Literaturvereine oder Festivals. Die IG bewertet dies als starkes Zeichen für die freie Kulturlandschaft im Freistaat Sachsen und einer damit verbundenen Anerkennung der in den letzten 30 Jahren geleisteten Arbeit. Es ist eine ostdeutsche Erfolgsgeschichte, dass nach der friedlichen Revolution in Sachsen ein sehr vielfältiges Netz von bürgerlich getragenen Strukturen entstehen konnte und bis heute wirkt. Die überwiegend in Vereinen organsierten Kultureinrichtungen sind dabei nicht nur Orte des Kulturerlebens. Sie sind vor allem wichtige Plattformen für den Austausch und die Begegnung der Bürgerinnen und Bürger und damit immer auch Orte der Demokratie. Die Regierungskoalition aus CDU, Bündnis 90/die Grünen und der SPD hat damit auch im Sinne des vor Corona beschlossenen Koalitionsvertrags gehandelt und die Bereiche besonders in den Blick genommen, die für eine starke Bürgergesellschaft stehen. »Wir danken den Koalitionären für den gesellschaftlichen Weitblick, der in der Krise zu Tage getreten ist. Wir wissen natürlich um das Ringen, allen gesellschaftlichen Bereichen gerecht werden zu müssen. Umso stärker ist das Zeichen für die Kultur und deren Wirken für die Gesellschaft. Es markiert damit das Ende der ›Kultur-als-Sahnehäubchen-Debatte‹ und ist Ausdruck einer verantwortungsvollen und zeitgemäßen Kulturpolitik, die sich mittels Kultur auch den gesellschaftlichen Herausforderungen stellt und der Kultur eine hohe gesellschaftliche Relevanz zuschreibt,« sagt Anne Pallas, Co-Sprecherin der IG Landeskulturverbände.

Auch das sehr erfolgreiche Stipendienprogramm »Denkzeit«, angesiedelt bei der Kulturstiftung Sachsen, wird um weitere 7 Mio. Euro aufgestockt. Dieses Programm ist für viele Bundesländer inzwischen zum Vorbild für eigene Stipendienprogamme geworden. Es ist vor allem eine Erfolgsgeschichte, weil es von Beginn an die Unterstützung für freie Kulturschaffende mit einer künstlerischen Leistung verbunden hat. Die ersten hier ausgereichten 2 Mio. Euro waren bereits in kürzester Zeit aufgebraucht. »Es ist deshalb richtig, dass »Denkzeit« fortgeführt wird und mehr Mittel zur Verfügung stehen, weil das Programm der Lebenswirklichkeit der Kunstschaffenden viel näherkommt als reine Zuschussprogramme. Künstler wollen Kunst machen und keine Almosen empfangen. Ebenso begrüßen wir, dass weitere 2 Mio. Euro in dem Programm für die Veranstaltungsbranche reserviert sind, damit diese mit neuen Formaten und Konzepten den eingeschränkten Kulturbetrieb meistern kann. Die Gesamtheit der Kultur – egal ob privatwirtschaftlich oder öffentlich gefördert – macht den Reichtum und die Vielfalt unserer Kultur aus. Es ist deshalb richtig auch die privatwirtschaftliche Veranstaltungsbranche mit diesem Innovationsprogramm zu unterstützen.« So Helge-Björn Meyer, ebenfalls Sprecher der IG.

Weitere rund 4,5 Mio. Euro kommen dem Filmschaffen zugute, davon je 1,5 Mio. Euro für Kinobetreiber, sächsische Filmprojekte und lokale Medien. Damit soll der Filmstandort Sachsen erhalten und gestärkt werden. Neben den freien Trägern erhalten ebenfalls die landeseigenen Kulturbetriebe Finanzhilfen von rund 20 Mio. Euro. Weitere 5 Mio. Euro unterstützen den Tourismus im Freistaat.

Die Kultur- und Tourismusministerin Barbara Klepsch betonte noch einmal, dass es darum gehe die für Sachsen charakteristische kulturelle Vielfalt zu erhalten. Dafür setzen die veranschlagten Millionen Maßstäbe. Die IG Landeskulturverbände Sachsen hatte sich sehr dafür eingesetzt, die freien Kulturträger in den Bick zu nehmen. Der Dank geht deshalb an die Staatsregierung für den konstruktiven Dialog und dessen zukunftsweisendes Ergebnis.

Quelle: Pressemitteilung der IG Landeskulturverbände Sachsen

 

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