07.08.2019

Kein leichtes Spiel

Deutsches Musikinformationszentrum beleuchtet die Situation freier Ensembles in Deutschland

Sie sind Motor für Kreativität und Innovation im Musikleben: die freien Ensembles. Als Zusammenschlüsse selbstständiger Musikerinnen und Musiker tragen sie jedoch vielfach ein hohes wirtschaftliches Risiko. In seinem neuen Online-Fokus Freie Ensembles zeigt das Deutsche Musikinformationszentrum (MIZ), eine Einrichtung des Deutschen Musikrats, die Chancen und Herausforderungen der freien Musikszene auf und beleuchtet insbesondere deren Bedeutung für die Alte und zeitgenössische Musik.
Freie Ensembles genießen eine hohe künstlerische Freiheit. Sie entwickeln ungewöhnliche Konzertformate, entdecken lang vergessene Werke wieder, erteilen Kompositionsaufträge und geben ihr Wissen in Educationprojekten weiter. Vor allem in der Alten und der zeitgenössischen Musik gehören sie zu den zentralen Impulsgebern und Interpreten. Rund 400 Spezialensembles verzeichnet das MIZ allein in diesen beiden Bereichen, wobei die Übergänge von zeitgenössischer Musik zu Jazz und elektronischer Musik oftmals fließend sind. Hinzu kommt eine Vielzahl von Ensembles mit einem klassisch-romantischen Schwerpunkt. Zusammen sorgen sie für eine hohe Repertoirevielfalt mit internationaler Strahlkraft.
Die künstlerische Freiheit und Vielfalt der freien Musikszene hat jedoch ihre Schattenseiten. Als Zusammenschlüsse von Freiberuflern verfügen viele Ensembles über kein regelmäßiges gesichertes Einkommen, sondern finanzieren sich aus Honoraren, Projektfördermitteln und Spenden. "Die Förderlandschaft in Deutschland stellt viele Ensembles vor große Herausforderungen, weil meist nur Projekte und kaum Strukturen finanziert werden", erklärt Stephan Schulmeistrat, Leiter des MIZ. "Es gibt nur wenige Ensembles, die eine dauerhafte Strukturförderung erhalten. Insofern ist die finanzielle Lage vieler Ensembles prekär."
Der neue Online-Fokus "Freie Ensembles" des Deutschen Musikinformationszentrums (MIZ) gibt einen Überblick über die freie Musikszene und zeigt ihre künstlerischen Schwerpunkte und spezifischen Problematiken auf. In einem Übersichtsbeitrag gehen Richard Lorber, Redakteur beim WDR und Leiter der Tage Alter Musik in Herne, sowie der Komponist Tobias Eduard Schick programmatischen und finanziellen Aspekten der freiberuflichen musikalischen Arbeit nach und beleuchten insbesondere die Szenen für Alte und zeitgenössische Musik. Außerdem spricht Lena Krause, Geschäftsführerin des neuen Interessenverbands der freien Szene FREO e.V. (Verein Freie Ensembles und Orchester in Deutschland), im Interview über die Arbeitsbedingungen und Zukunftsperspektiven freier Ensembles.
Ergänzt wird der Fokus "Freie Ensembles" durch Strukturdaten, die das MIZ zu den professionellen Ensembles für Alte und zeitgenössische Musik in Deutschland erhebt. Die Spezialensembles werden mit ihrem jeweiligen Repertoireschwerpunkt, ihrer Mitgliederzahl sowie mit Angaben zu ihrer Besetzung dargestellt. Außerdem sind dem Fokus Literaturhinweise, Statistiken und Dokumente zum Thema beigefügt.
Zu erreichen ist der neue Online-Fokus über https://themen.miz.org/fokus-freie-ensembles

 

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