23.05.2017

Instrumentenbauerinnung feiert und spendet für Flüchtlingsprojekt

Musik hat schon immer über Grenzen hinweg angeregt und begeistert. Ob Lieder und Tänze im Volk, die europäische Musikgeschichte vieler Jahrhunderte oder der aktuelle Musikmarkt allen Genres, immer fand und findet ein Austausch zwischen den Kulturen statt. Und natürlich findet dieser weltoffene Austausch im Instrumentenbau seinen Niederschlag. So ist auch Dresdens Musikgeschichte ganz selbstverständlich über viele Jahrhunderte hinweg durch den Musikinstrumentenbau mitgetragen und mitentwickelt worden. Das bekannteste Beispiel hierfür ist wohl der Orgelbau von Gottfried Silbermann, die Regel war und ist eher der stille Dienst im Hintergrund. Eine Innung der Musikinstrumentenbauer gab es in Dresden zu Beginn des 20. Jahrhunderts. Sie verschwand jedoch wieder mit dem Ende des Dritten Reiches. Nach der friedlichen Revolution von 1989 haben nun die Instrumentenbaumeister im Raum Dresden neu eine Innung gegründet. Zuvor waren sie in der DDR in einer »Berufsgruppe im Bezirk Dresden« zusammengefasst. Sie wollten gemeinsam und in eigener Regie für ihre Angelegenheiten arbeiten und werben. Diese Gründung vom 22.09.1990 liegt nun über 26 Jahre zurück und so möchte die Innung ihr Gründungsjubiläum, etwas verspätet, in gebührender Weise feiern. Hierzu haben die Meister beschlossen, dem flüchtlingsorientierten Dresdner Musikprojekt »paradiesisch musizieren« eine großzügige Spende zukommen zu lassen. Die Übergabe wird auf der Innungsfeier am 12.05.2017 sein. »Paradiesisch Musizieren« ist 2015 auf dem Höhepunkt der Flüchtlingsbewegung entstanden. Paul Hoorn (ehem. »Das blaue Einhorn«) ist mit seinem Akkordeon in die schnell errichteten Flüchtlingslager gegangen, um Türen und Herzen zu öffnen und so einen Austausch zu ermöglichen. Daraus ist eine Bewegung des gemeinsamen Musizierens von Einheimischen und neuen Nachbarn entstanden, die an der Evangelischen Hochschule Dresden verankert ist. Der Hochschulchor sowie Instrumentalisten als Schüler und Lehrer von beiden Seiten entwickeln nun gemeinsam eine weitere Farbe in der Dresdner Musikpalette. Eine Spendensumme sowie mehrere Instrumente aus der Innung sollen dieses im Wesentlichen ehrenamtlich getragene Projekt fördern. Und nicht nur die Instrumentenmacher, sondern ganz Dresden kann sich über die musikalische Antwort von »paradiesisch musizieren« freuen.

Norbert Walsch

 

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