07.09.2018

»Für Clara« – die 17. Schumann-Festwoche in Leipzig

Festival stimmt vom 8. bis 16. September auf den 200. Geburtstag von Clara Schumann ein

Christoph Prégardien, Ragna Schirmer und Bodecker & Neander stimmen vom 8. bis 16. September 2018 zur 17. Schumann-Festwoche in Leipzig auf den 200. Geburtstag von Clara Schumann ein. Dieser wird 2019 in der Geburts- und Wirkungsstadt der Künstlerin mit dem Festjahr »CLARA19«. gefeiert. Zur Schumann-Festwoche in diesem Jahr zeigt sich das Schumann-Haus zudem mit einem neuen Erscheinungsbild. Es ist ein Vorbote auf die Neugestaltung des Museums in der Inselstraße 18 zum Jubiläumsjahr 2019. Programmatisch verbindet das einwöchige Festival 2018 Claras eigene Werke mit Kompositionen ihres Mannes, die sie während ihrer einzigartigen Konzertkarriere berühmt gemacht hat, und Kammermusik ihrer Zeitgenossen. Das junge, international ausgezeichnete Rolston String Quartet aus Kanada eröffnet am 8. September die 17. Schumann-Festwoche im Leipziger Schumann-Haus. Am 16. September interpretiert der Tenor Christoph Prégardien zusammen mit dem Pianisten Daniel Heide Robert Schumanns Dichterliebe sowie Franz Schuberts Neun Lieder nach dem »Poetischen Tagebuch« des Dichters Ernst Schulze, die erst in den vergangenen Jahren ihre berechtigte Würdigung erhielten. Ein weiterer Höhepunkt ist das Konzert mit Ragna Schirmer am 15. September. Die Pianistin wird ein Originalkonzertprogramm von Clara Schumann aus dem Jahr 1872 spielen (u.a. mit Beethovens Sonate op. 53 »Waldstein« und Schumanns Kinderszenen op. 15). Einen elektrisierenden Abend, der alle Sinne anspricht, garantiert das Duo Bodecker & Neander am 14. September im Polnischen Institut (Markt 10). Mit ihrem »visual theater« zählen sie zu Deutschlands führenden Pantominenkünstlern. Die Geschichten in ihrem Stück »Opus 4« sind wie eine Partitur, die mit der unnachahmlichen poetischen Bildsprache und viel Magie auf die Bühne gebracht wird. Obwohl keine einzige Note erklingt, meint das Publikum ein ganzes Orchester gehört und gesehen zu haben. Erzählt wird von einem von Schluckauf geplagten Tenor, der seinen Auftritt dennoch mit Stil und Bravour meistert, einem Dirigenten, der auf vielsagende Art und Weise uneins mit den Musikern ist und von einer Musikunterrichtsstunde, die sich zum Albtraum entwickelt. Neugierige Zuhörer können sich am 11. September bei experimentellen Klangversuchen mit dem dem Ensemble Atonor Clara nähern. Lieder von Clara Schumann und Fanny Hensel wählten Bariton Tobias Berndt und Pianist Alexander Fleischer für ihren Abend am 12. September aus. Unter dem Titel: »Grün ist der Jasminstrauch« lesen am 13. September Astrid Höschel-Bellmann und Horst Damm aus dem Briefwechsel des Künstlerehepaares. Umrahmt wird die Veranstaltung von Stephan König am Klavier.

Im Leipziger Schumann-Haus verbrachten Clara und Robert Schumann die glücklichen ersten vier Ehejahre. Am 13. September 1840 bezogen die frisch Vermählten ihr erstes gemeinsames Domizil in einem aufstrebenden neuen Stadtteil, das sich zum Zentrum des Buchgewerbes entwickelte. Zahlreiche Verlage und Buchdruckereien siedelten sich hier an, darunter Breitkopf & Härtel und C. F. Peters sowie F. A. Brockhaus und Reclam. In der Inselstraße 18 begrüßte das Künstlerpaar regelmäßig berühmte Persönlichkeiten wie Felix Mendelssohn Bartholdy, Franz Liszt und Hector Berlioz. Hier komponierte Robert Schumann einige seiner bedeutenden Werke, beispielsweise den Liebesfrühling op. 37 zusammen mit Clara, die Frühlingssinfonie op. 38, die Dichterliebe op. 48 sowie sein Klavierquintett op. 44, das seine Frau im Gewandhaus uraufführte. Ab September 2019 wird sich das Schumann-Haus mit einem neuen Museumskonzept präsentieren, das in Zusammenarbeit mit Kuratorin und Clara Schumann-Expertin Dr. Beatrix Borchard entstand.

Ragna Schirmer
Foto: Maike Helbig

 

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