07.01.2019

Erfolgreichstes Bachfest der Festivalgeschichte

Jahresbilanz 2018 des Leipziger Bacharchivs – Erweiterung der Sammlung, Publikationen, Ausstellungen, Bachpreisträger und Sonderprojekte

Eine positive Jahresbilanz 2018 zieht das Bach-Archiv Leipzig. Zahlreiche Publikationen spiegeln die aktuellen Forschungsergebnisse des Hauses wider und die Sammlung der Stiftung wurde um wichtige Quellen zur Bach-Familie erweitert. Im Juni feierte Leipzig das erfolgreichste Bachfest der Festival-geschichte: Über 79.000 Besucher aus 45 Ländern hörten unter anderem die Konzerte des »Leipziger Kantaten-Rings« in den historischen Leipziger Bach-Kirchen. Einen Monat später reisten zum Internationalen Bach-Wettbewerb Leipzig erneut Interpreten aus 34 Ländern in die Messestadt, um den begehrten Titel »Bachpreisträger« zu erringen. Das Bach-Museum Leipzig präsentierte zwei erfolgreiche Kabinettausstellungen zu Bachs Privatschülern und zur mitteldeutschen Musiklandschaft des Barock.

Auch im Jahr 2018 standen sowohl die zahlreichen Forschungs- und Editions-projekte zur Bach-Familie als auch die Erweiterung der Sammlung im Zentrum der Arbeit des Bach-Archivs Leipzig. Im Carus-Verlag erschien ein Thematisch-systematisches Verzeichnis der musikalischen Werke von Johann Ernst Bach sowie, in Kooperation mit der Evangelischen Verlagsanstalt Leipzig, der zweite Band der Dokumente zur Geschichte des Thomaskantorats. Erworben wurde unter anderem ein handschriftliches Spendenbuch der Thomasschule zu Leipzig aus den Jahren 1633 bis 1641 sowie zwei Abschriften von Kompositionen aus dem engen Umfeld der Bach-Familie.

Prof. Peter Wollny, Direktor des Bach-Archivs Leipzig: »Ich freue mich, dass das Bach-Archiv in allen seinen Bereichen exzellent aufgestellt ist und auch im vergangenen Jahr seinen Ruf als führendes Forschungszentrum zu Leben und Werk Johann Sebastian Bachs und seiner Familie behaupten konnte. Mit der Besetzung der vakanten Stellen gehen wir gestärkt und zuversichtlich ins neue Jahr.«

Gleich zwei wichtige Positionen des Hauses wurden 2018 durch den Stiftungsrat neu besetzt: Zur Geschäftsführerin des Bach-Archivs wurde Franziska Grimm ernannt. Die Kulturmanagerin wechselte aus Dresden nach Leipzig und trat die Position zum 1. August 2018 an. Zum Intendanten des Bachfestes Leipzig wurde der Musikwissenschaftler Dr. Michael Maul berufen, nachdem dieser seit 2016 die künstlerische Planung der Leipziger Bachfeste als Dramaturg maßgeblich verantwortet hatte. Der habilitierte Musikwissenschaftler Michael Maul gehört zu den führenden Bach-Forschern weltweit. Seit 2002 wirkt er am Bach-Archiv Leipzig.

Anlässlich des 333. Geburtstages von Johann Sebastian Bach wurde im März die multimediale Online-Plattform jsbach.de freigeschaltet. Die Seite versteht sich als digitaler Reiseführer, der den Einstieg in Bachs Welt auf verschiedenen Wissensebenen ermöglicht. Mittels historischer Quellen und audiovisueller Medien informiert jsbach.de kurzweilig und crossmedial auf der Basis der aktuellen Bach-Forschung. Die Seite entstand in Kooperation mit der J.S. Bach-Stiftung St. Gallen sowie Deutschlandfunk Kultur und wird kontinuierlich von der Forschungsabteilung des Bach-Archivs Leipzig weiterentwickelt.  Im Oktober erschien mit Bach 333 bei Deutsche Grammophon und Decca das umfangreichste CD-Box-Set, das je einem einzelnen Komponisten gewidmet wurde. Die 222 CDs und eine DVD-Dokumentation umfassende Gesamtausgabe entstand in Zusammenarbeit mit 32 Labels und einem Team von Wissenschaftlern des Bach-Archivs Leipzig. Forschungsergebnisse, die auf der aktuellen Arbeit der Wissenschaftler an der der revidierten Ausgabe des Bach-Werke-Verzeichnisses basieren, fanden hier erstmals Berücksichtigung.

Unter seinem neuen Intendanten Dr. Michael Maul feierte Leipzig das bisher erfolgreichste Bachfest seit Beginn der Festivalgeschichte im Jahr 1999. In 161 Veranstaltungen des zehntägigen Musikfestes wurden erstmals über 79.000 Besucher gezählt. Der ausverkaufte Zyklus »Leipziger Kantaten-Ring« am Eröffnungswochenende wurde von der weltweiten Bach-Gemeinde begeistert aufgenommen und von Musikliebhabern aus 45 Nationen mit Standing Ovations gefeiert. Es wurden 54 % mehr Tickets als im Vorjahr abgesetzt, Konzerte mit reinem Bach-Programm erreichten insgesamt eine Auslastung von 90 %. Der XXI. Internationale Johann-Sebastian-Bach-Wettbewerb Leipzig 2018 fand vom 11. bis 21. Juli statt. 105 hochbegabte Musikerinnen und Musiker aus 34 Ländern wetteiferten in den Fächern Klavier, Cembalo und Violine/Barockvioline um den begehrten Titel »Bachpreisträger«. In jedem Fach wurden drei Bach-Preise vergeben, die ersten Preise errangen Rachel Naomi Kudo (USA, 1. Preis Klavier), Avinoam Shalev (Israel, 1. Preis Cembalo) sowie Maria Włoszczowska, Violine (Polen, 1. Preis Violine).

Bach-Museum Leipzig
Foto: Jens Volz

 

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