27.09.2019

Das Erbe der Leipziger Thomaskantoren geht viral

Bach-Archiv und THOMANERCHOR Leipzig präsentieren Teile der Musikaliensammlung der THOMANA online auf Google Arts & Culture

Im April kamen wertvolle historische Archiv- und Notenbestände der THOMANA in die Verwahrung des Bach-Archivs Leipzig. Teile des jüngeren Bestandes mit Autographen der Thomaskantoren von Johann Sebastian Bach bis Gustav Schreck wurden seither digitalisiert und werden nun auf der digitalen Präsenz des Bach-Archivs bei Google Arts & Culture erstmals der Öffentlichkeit frei zugänglich gemacht. Das Bach-Museum Leipzig ist das erste Musikermuseum Deutschlands und das Bach-Archiv die erste Leipziger Institution, die sich auf der Google-Plattform umfassend präsentiert.

Das Archiv des THOMANERCHOR Leipzig dokumentiert einen der größten Schätze der europäischen Musikgeschichte. Der ungebrochene Zusammenhang von musikalischen, bildungs-, kultur- und sozialgeschichtlichen Quellen aus über sechs Jahrhunderten Schulgeschichte machen das Archiv von einem der ältesten Knabenchöre der Welt zu einem beispiellosen Kulturgut. Die Sammlung enthält einzigartige handschriftliche Dokumente und frühe Drucke. Im April 2019 übernahm das Bach-Archiv Leipzig weitere wertvolle historische Bestände des THOMANERCHOR Leipzig – etwa 700 Partien – in die konservatorische Obhut. Sie werden seither digitalisiert und wissenschaftlich ausgewertet. Einzelne Objekte reichen bis ins Jahr 1471 zurück, darunter Lehrmaterial, Matrikeln seit dem 17. Jahrhundert, Quittungsbücher mit den Unterschriften von Johann Sebastian Bach und anderen Kantoren und Rektoren, autographe Musikhandschriften und Erstdrucke aus der Chorbibliothek sowie historische Aufführungsmaterialien ehemaliger Thomaskantoren.

Eine repräsentative Auswahl der Sammlung THOMANA wird nun auf der Plattform Google Arts & Culture erstmals öffentlich zugänglich gemacht. Die Webanwendung ermöglicht Nutzern einen virtuellen Blick in eine Vielzahl bedeutender Museen, Ausstellungen und Sammlungen weltweit. In Deutschland sind Musikinstitutionen wie die Elbphilharmonie Hamburg, die Berliner Philharmoniker, das Rheingau Musik Festival oder das Label Deutsche Grammophon auf der Plattform vertreten. Als bisher einziges Musikermuseum Deutschlands und erste Institution Leipzigs präsentiert sich das Bach-Archiv Leipzig mit dem Bach-Museum auf Google Arts & Culture umfänglich.

Prof. Dr. Peter Wollny, Direktor des Bach-Archivs Leipzig: »Google Arts & Culture bietet Interessierten aus aller Welt einen kostenfreien, direkten Blick auf die bedeutendsten Kulturschätze der Geschichte. Ich freue mich sehr, dass die Plattform nun auch den Zugang zur Sammlung des ›THOMANERCHOR Leipzig‹ ermöglicht. Die seit zehn Jahren bestehende Online-Plattform ›Bach digital‹ bestätigt uns tagtäglich ein weltweites Interesse an den Handschriften Johann Sebastian Bachs. Der online-Zugang zur Sammlung THOMANA auf Google Arts & Culture erschließt all diesen Usern einen weiteren bedeutenden Teil der Leipziger Musikgeschichte.«

Die Seite des Bach-Archivs Leipzig bei Google Arts & Culture bietet zahlreiche weitere Informationen: Ausführlich vorgestellt wird nicht nur das Leben und Wirken des bedeutenden Thomaskantors Johann Sebastian Bach, 360-Grad-Rundgänge entführen zudem an seine Hauptwirkungsstätte, die Leipziger Thomaskirche, den Thomaskirchhof und perspektivisch das Bach-Museum Leipzig. Zahlreiche multimediale Geschichten spiegeln darüber hinaus die aktuelle Leipziger Bach-Pflege. Diese ist maßgeblich mit der Institution Bach-Archiv Leipzig verknüpft, die als musikalisches Kompetenzzentrum am Hauptwirkungsort Johann Sebastian Bachs Leben, Werk und Wirkungsgeschichte des Komponisten und der weit verzweigten Musikerfamilie Bach erforscht und vermittelt.

Dr. Manuel Bärwald, Prof. Dr. Peter Wollny und Dr. Stefan Altner präsentieren Zimelien der Sammlung THOMANA im Sommersaal des Bach-Museums Leipzig
Foto: Bach-Archiv Leipzig / Brigitte Braun

 

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