Kinder & Jugend 27.08.2019 Jugend musiziert 2020 Holzbläser-Kammermusik-Projekt

Das Holzbläser-Kammermusik-Projekt ist Bestandteil der Meisterkurse mit Joachim Klemm und Philipp Zeller zur Vorbereitung auf »Jugend musiziert« 2020.

 

Sächsische Musikschüler, die bislang noch keinen Kammermusikpartner haben, können sich im Rahmen dieses Projekts zu Holzbläser-Kammermusikensembles zusammenfinden und sich gemeinsam mit Prof. Joachim Klemm (Klarinette) und Prof. Philipp Zeller (Fagott) auf den Regionalwettbewerb »Jugend musiziert« 2020 vorbereiten. Es können Ensembles mit gleichen Instrumenten oder gemischte Ensembles als Bläserquintett und Trio d’anches gebildet werden. Auch bereits bestehende Formationen können sich bewerben.

Ab Oktober 2019 sollen die Proben in Wochenendblöcken an Musikschulen der Region stattfinden, aus deren Nähe die beteiligten Musikschüler kommen. Die enge Zusammenarbeit mit den jeweiligen Musikschullehrern ist ein Kernelement dieses Projekts. Weitere Informationen unter www.hfmdd.de/nachwuchsfoerderung

Anfragen und Anmeldungen können durch die Musikschullehrer ab sofort an das Netzwerk Musikalische Nachwuchsförderung in Sachsen gesendet werden: Silke Fraikin (Projektkoordination) netzwerk.nachwuchsfoerderung (at) hfmdd.de

Veranstalter: Hochschule für Musik Dresden und Sächsisches Landesgymnasium für Musik

Allgemeines 27.08.2019 Zukunft braucht Herkunft: zwei offene Kulturdenkmäler - zwei Chorkonzerte

Die EUROPA CHOR AKADEMIE GÖRLITZ am 8. September in Altdöbern und Görlitz

 

Wenn jedes Jahr am zweiten Sonntag im September historische Bauten und Stätten, die sonst nicht oder nur teilweise zugänglich sind, ihre Türen öffnen, dann sind Millionen von Architektur- und Geschichtsliebhabern zu Streifzügen in die Vergangenheit eingeladen. „Geschichte zum Anfassen”, das bietet der Tag des offenen Denkmals dem Besucher dabei in wohl einmaliger Weise. Die EUROPA CHOR AKADEMIE GÖRLITZ (ECA) unterstützt die Aktion in diesem Jahr erstmalig als Partner der Deutschen Stiftung Denkmalschutz und singt in gleich zwei denkmalgeschützen Juwelen der deutschen Baugeschichte. „Denn Zukunft braucht Herkunft“, bringt Prof. Joshard Daus, Künstlerischer Leiter der ECA das Engagement auf den Punkt. Die beiden Chorkonzerte finden an herausragenden Orten für kulturelle Veranstaltungen statt - auf Schloss Altdöbern in Brandenburg und in der Stadthalle Görlitz im Freistaat Sachsen. Das Schloss geht auf eine frühdeutsche Wasserburg zurück und repräsentiert mit seiner baulichen Evolution die deutsche Geschichte in besonderer Form. Seit 1996 ist das beeindruckende Gebäude mit Anlage im Besitz der Brandenburgische Schlösser GmbH und wird in Stand gesetzt. So entwickeln sich die bedeutenden Kulturdenkmäler Schloss und Park Altdöbern wieder zu einem wesentlichen Standort im Lausitzer Seeland. Die Stadthalle ist das größte Baudenkmal der Stadt Görlitz und ein einzigartiges Jugendstil-Juwel aus dem Jahr 1910. Der Freistaat und die Bundesregierung haben für die Förderung der geplanten Komplettsanierung den größten Teil der Mittel bereitgestellt, die Europastadt Görlitz/Zgorzelec plant die Wiedereröffnung für das Jahr 2024.
Die EUROPA CHOR AKADEMIE GÖRLITZ will mit ihren beiden A-Cappella-Konzerten „Rund um den Globus - Volkslieder aus aller Welt“ mit einer musikalischen Reise den kulturellen Reichtum der grenzüberschreitenden Regionen Brandenburg und Sachsen in zwei wunderbaren Kulturdenkmälern akustisch erlebbar machen. Am eigenen Standort Görlitz liegt es der ECA am Herzen, einen Eindruck zu vermitteln, welche Strahlkraft die Stadthalle nach ihrer Fertigstellung wieder entfalten und die Europastadt zu einem Ort machen kann, der Künstler aus aller Welt anlockt und dafür sorgt, dass die Region wieder ins Scheinwerferlicht rückt. „Die Entscheidung den einzigartigen Konzertsaal zu restaurieren wird Görlitz in Europa im kulturellen Bereich eine glänzende Zukunft bescheren“, so Maestro Daus weiter. Der EUROPA CHOR freut sich, mit seinem Konzert auch eine Spenden-Aktion des Kuratoriums der Stadthallenstiftung für die Restaurierung des Frieses mit den Engelsfiguren im Großen Saal einläuten zu dürfen. Spender werden die Möglichkeit haben, über ein digitales Puzzle von Einzelteilen des Reliefs der Brüstungsfelder ihre Spende für „ihr Feld“ zu personalisieren. „Den Engeln ihre Köpfe zurückgeben, damit die Stadthalle zu Görlitz wieder ihr Gesicht hat“ – so beschreibt Volker Bandmann, MdL a.D. und Vorsitzender des Kuratoriums der Stadthallenstiftung die Bedeutung der Kampagne.

Konzerte:
Schloss Altdöbern, 12 Uhr
Stadthalle Görlitz, 17 Uhr

Kulturpolitik 22.08.2019 Ermutigung

Die Arbeit des Sächsischen Musikrates steht für Toleranz und Menschlichkeit.

 

Wir wollen allen Mitgliedern, allen Teilnehmenden von Jugendprojekten und vielfältigen Weiterbildungen die Möglichkeit geben, sich frei und den Neigungen entsprechend vertieft mit Musik zu beschäftigen.
Die Grundwerte des friedlichen Miteinanders einer demokratischen Gesellschaft sind zugleich unverzichtbare Grundlage für jede musische Bildung und auch für alle Art künstlerischer Spitzenleistungen, insbesondere der uns anvertrauten jungen Generation.
In den Ensembles des Sächsischen Musikrates, in der Landesmusikakademie ebenso wie im Wettbewerb »Jugend musiziert« heißen wir Menschen aus aller Welt willkommen und bieten die unterschiedlichen künstlerischen Angebote allen Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen unseres Landes an, unabhängig davon, woher sie kommen, welcher Religion sie angehören oder welche Form des Zusammenlebens sie wählen. Die Freiheit von Musikpädagogik und musischer Betätigung, die freie Entwicklung musikalischer und tänzerischer Talente kommt einer Investition in die Zukunft gleich und bietet die Chance, stabilisierend für eine friedliche Gesellschaft zu wirken. Ein gedeihliches Kulturschaffen kann unmöglich, wie jedes andere auch, sich den Zwängen einer Uniformierung beugen, will es nicht verarmen. Universell soll es sein, auf das Gemeinsame zielend, welches Geborgenheit gibt.
Wir ermutigen deshalb alle Mitglieder unseres Verbandes, alle Erstwähler/-innen und Schüler/-innen wie auch alle Eltern im Land, sich hörbar für eine offene und diskriminierungsfreie Gesellschaft zu engagieren und für die Grundwerte einer demokratischen und offenen Gesellschaft einzutreten.
Mit Blick auf die bevorstehenden Landtagswahlen appellieren wir an alle Wählerinnen und Wähler, die Wahlprogramme der einzelnen Parteien zum Thema Bildung und Kultur zu lesen. Es geht um unsere Zukunft, vor allem aber die der Kinder unseres Landes. Entscheiden Sie wissend.
Lassen Sie uns hörbar deutlich machen, dass eine Mehrheit im Land die bisher errungene und weiterzuentwickelnde Freiheit der Meinung, der Wissenschaft, der Kunst und der Medien als hohes Gut wertschätzt und verteidigen möchte.
Sichern wir mit unserer Wahlbeteiligung, dass Freiheit, Demokratie und Rechtsstaatlichkeit nicht in Frage gestellt werden.

Für den Sächsischen Musikrat

Prof. Milko Kersten
Präsident

Kinder & Jugend 22.08.2019 Komponisten schreiben für Jugend musiziert in Sachsen

Der Sächsische Musikrat und der Deutsche Komponistenverband LV Sachsen/Sachsen-Anhalt setzen auch in diesem Jahr das seit 2004 im Abstand von zwei Jahren bundesweit einmalige Projekt "Komponisten schreiben für Jugend musiziert" im Zeitraum 2019/2020 fort.

 

 

"Komponisten schreiben für Jugend musiziert" lebt vom Engagement des Komponisten und Hochschullehrers Prof. Matthias Drude und Torsten Tannenberg, Geschäftsführer des Sächsischen Musikrates und Projektleiter des Landeswettbewerbs Jugend musiziert in Sachsen.Das Kompositionsprojekt beinhaltet die Zusammenarbeit lebender sächsischer Komponist/-innen mit interessierten Ensembles bzw. Solist/-innen. Ziel ist es, ein für den Solisten oder das Ensemble adäquates Werk zu komponieren und im Rahmen der Teilnahme am Wettbewerb "Jugend musiziert" 2020 uraufzuführen. Die dafür notwendige finanzielle Unterstützung der Komponist/-innen übernimmt der Sächsische Musikrat. Damit entstehen für die beteiligten Musikschulen, freiberuflichen Musikpädagog/-innen und Musizierenden keine Ausgaben.In diesem Jahr werden folgende drei Kooperationen realisiert:

Agnes Ponizil (Dresden) / Quasar J001516XX für Akkordeonduo
„Welt ist Klang“. Mit diesem Zitat von Joachim Ernst Berendt erforschen wir, warum eigentlich alles in der Welt, vom Tanz der Elektronen um den Atomkern über alle Lebens Kreisläufe bis zu den Schwingungen der Galaxien, Schwingung ist. In diesem Grundgedanken entsteht das Stück Quasar J001516 2019 für Akkordeonduo in Zusammenarbeit mit der Akkordeonlehrerin Danny Leuschner und Schüler/-innen aus Dresden und Meißen. Menschen reizt es immer wieder, die Weiten des Universums, den Kosmos zu erforschen. So erforschen wir den Kosmos des Instrumentes Akkordeon zwar nicht umfassend, aber wir suchen eine eigene Spur. Stilistisch wird die Komposition der Minimal Music zuzuordnen sein. Es wird zusätzliche Möglichkeiten geben, die experimentelle Spielweise des Akkordeons auszuloten. Die Interpret/-innen sind bei aleatorischen Flächen und improvisierten Teilen zur kreativen Mitarbeit ausdrücklich eingeladen. Das Werk entsteht in enger Zusammenarbeit den mit virtuosen Möglichkeiten der jungen Interpreten und ihren Entwicklungsreserven.

Peter Helmut Lang (Leipzig)/ Komposition für Querflöten, Violine, Harfe, Klavier und  Schlagwerk
Die Komposition entsteht auf Anregung der Leipziger Musikpädagogin Elizaveta Birjukova für ein Kammermusikensemble mit Schüler/-innen der Musikschule Leipzig.

Shir-Ran Yinon (Leipzig) / Komposition für Streichquartett
Die künstlerische Zusammenarbeit mit einem Streichquartett mit Schüler/-innen aus Leipzig entstand auf Anregung von Marie Smalla, die als Instrumentalpädagogin an der Musikschule Leipzig arbeitet.

Das Projekt ist ein „Work in progress“. Das gegenseitige Kennenlernen von Komponist und Musiker/-innen spielt bereits vor Beginn der Komposition eine große Rolle. Auch der abschließende Probenprozess wird vom Komponisten begleitet und wird dadurch auch für die jungen Musiker/-innen

Kontakt: Sächsischer Musikrat, Torsten Tannenberg
Tel. 0351-8024233, tannenberg (at) saechsischer-musikrat.de

Foto: (c) Agnes Ponizil 2019

 

 

 

Kulturpolitik 13.08.2019 In schulische Ganztagsangebote kommt Musik

Kultusministerium und Musikrat unterzeichnen Rahmenvereinbarung zu Ganztagsangeboten

 

Die kulturelle Bildung an Schulen zu stärken, ist das Ziel einer Vereinbarung zwischen dem Sächsischen Musikrat und dem Kultusministerium. Kultusminister Christian Piwarz und der Präsident des Sächsischen Musikrates e. V., Prof. Milko Kersten, unterzeichneten heute eine Rahmenvereinbarung, auf deren Grundlage Ganztagsagebote im Bereich der Musik in qualitativer und quantitativer Hinsicht ausgebaut werden sollen. „Bildung und Kultur spielen eine entscheidende Rolle bei der Entwicklung unserer Gesellschaft. Umso erfreulicher ist es, dass wir in dem Sächsischen Musikrat einen kompetenten Partner für unsere Schulen gewinnen konnten. Schulen und Mitglieder des Musikrates können so ihre Zusammenarbeit langfristig planen und für Kinder und Jugendliche ein qualifiziertes musikpädagogisches Bildungsangebot bereitstellen.“

Der Sächsische Musikrat (SMR) hat sich zur Aufgabe gemacht die Musiktradition in Sachsen zu pflegen, sowie das zeitgenössische Musikschaffen zu unterstützen. Als größtem kulturellem Dachverband in Sachsen gehören dem SMR derzeitig 49 Landesverbände und Institutionen an.
Für den SMR ist klar „Der Ort mit der größten Reichweite in der musikalischen Bildung ist der Musikunterricht an den allgemein bildenden Schulen. Nur hier können und müssen alle Schülerinnen und Schüler erreicht werden, unabhängig von den sozialen Kontexten oder dem Bildungsstand und den finanziellen Ressourcen der Eltern.“

Die gemeinsam von SMR und Kultusministerium erarbeitete Rahmenvereinbarung bildet die Grundlage für den Ausbau von konkreten Kooperationsprojekten und musikpädagogischen Ganztagsangeboten mit den im SMR organisierten Mitgliedern. So soll durch qualifizierte Musikpädagogen, ausgebildete Künstler sowie Musiker die kulturelle Bildung im Rahmen von Ganztagsangeboten gestärkt werden. Die Kooperationsprojekte finden auf Basis der pädagogischen Ganztagskonzeption der jeweiligen Schule statt und stehen in Verantwortung der Schulleitung. Zur Qualitätskontrolle der Angebote sollen gemeinsam Methoden der Evaluation erprobt werden.

Im Schuljahr 2019/2020 unterbreiten fast 90 Prozent der allgemeinbildenden Schulen in Sachsen Ganztagsangebote. Sie sind als unterrichtsergänzende Angebote wichtige Bestandteile der Bildungs- und Fördermaßnahmen vor Ort. An neun von zehn Schulen mit Ganztagsangeboten gehört der musisch-künstlerische Bereich zur Angebotspalette. Ein professioneller schulischer Musikunterricht mit vielfältigen Handlungsformen wie Singen, Instrumentalspiel, Bewegen, Tanzen, Hören, Improvisieren, Diskutieren und Reflektieren ist essentieller Teil der Allgemeinbildung und damit unverzichtbar. Er kann Kinder und Jugendliche auf einen vielfältigen und lebenslangen Umgang mit Musik vorbereiten und wichtige Grundlagen für die Partizipation an musikalischen Praxen legen. Der Auf- und Ausbau von Ganztagsangeboten basiert auf diesen Tatsachen, kann als zusätzliches Angebot begriffen werden und soll Leistungsorientierung und Chancengerechtigkeit befördern. Ganztagsangebote können den bestehenden Anteil des Musikunterrichts in der Schule mit ihrer Rhythmisierung, für die der Wechsel von Kernfächern und Zusatzangeboten, von Grundlagenunterricht und Spezialisierungen typisch ist, verstärken. Sie sind aber nur sinnvoll, wenn eine Rückkopplung zum regulären Unterricht geschieht, wenn dessen Inhalte aufgegriffen und vertieft werden, umgekehrt Impulse aus den GTA auch Eingang in den Schulunterricht finden. Gemeinsame Weiterbildungen, überhaupt die Schaffung von Plattformen der Begegnung der pädagogisch Handelnden, müssen gefunden werden.

In diesem Sinne sieht der Sächsische Musikrat mit großer Dankbarkeit, dass mit der vorliegenden Rahmenvereinbarung zur Zusammenarbeit im Bereich Ganztagsangebote an allgemeinbildenden Schulen im Freistaat Sachsen nach langem Ringen ein wichtiger Schritt getan wurde.

Beide Partner tragen von nun an Verantwortung, das Qualitätsmanagement der Angebote anzugehen und die im GTA-Bereich Tätigen ausreichend zu qualifizieren und leistungsgerecht zu entlohnen. Letzteres auch, um die in der Rahmenvereinbarung geforderte Qualität und Kontinuität der Angebote zu erreichen.

Foto:Prof. Milko Kersten (li.) und Staatsminister Christian Piwarz (re.), c by Sächsisches Staatsministerium für Kultus

 

 

Kulturpolitik 12.08.2019 "Ein Lehrer der nicht singen kann, den seh‘ ich nicht als solchen an."

Der Sächsische Musikrat unterzeichnet am 13. August eine Rahmenvereinbarung zur Zusammenarbeit im Bereich Ganztagsangebote an allgemeinbildenden Schulen mit dem Sächsischen Kultusministerium

 

Zum aufgeklärten Menschen gehört neben anderen Bildungs- und Erfahrungsbereichen unabdingbar die ästhetisch-kulturelle Bildung. Mit ihr bleiben die Wurzeln der jeweils historisch gewachsenen Identität präsent, ohne die gegenwärtige Lebenssituationen und weltweite kulturelle Vielfalt nicht zu verstehen sind. Eine positive Sicht auf die Welt, eine Sicht, die Lust auf konstruktives Mitwirken hervorbringt, benötigt das lebensbegleitende Zusammenwirken unserer intellektuellen und emotionalen Potentiale.
Das Hauptgewicht von Bildung liegt in der heutigen Gesellschaft auf der beruflichen, also letztlich ökonomischen Verwertbarkeit. Bildungsinhalte, die nicht mit dieser ausdrücklichen Zielrichtung vermittelt oder in den dafür explizit vorgesehenen Kontexten erworben werden, werden immer noch viel zu oft als zweitrangig angesehen, obwohl es dem gegenüber eine aktuelle Hochkonjunktur der verbalen Wertschätzung kultureller Bildung gibt. Kulturelle Bildung ist zu einem Hoffnungsträger der Bildungsbemühungen insgesamt erklärt worden. Kreativität, und aus unserer Sicht eben nicht nur die digitale Kompetenz, ist höchst gefragte Schlüsselqualifikation zumindest in anspruchsvollen Zusammenhängen der Arbeitswelt. Auf Künstler und Kulturvermittler richtet sich vielfach die Hoffnung auch der Verantwortlichen in Allgemein-, Berufs- und Weiterbildung. Durch den Einsatz künstlerischer Mittel und Methoden erhofft man sich Transferleistungen von Kreativität, Wahrnehmungs- und Kommunikationsfähigkeit auch in Bildungsprozessen für alle Wissens- und Tätigkeitsbereiche. So wird in der politischen Argumentation kulturelle Bildung oft weniger in ihrer Grundbedeutung für die Persönlichkeitsentwicklung und die gesellschaftliche Teilhabe des kulturell gebildeten, emanzipierten Individuums gewürdigt, als vielmehr für die angenommenen arbeitsmarktkompatiblen „persönlichen Attribute“ und neuerdings auch für Integrationsleistungen in der multi- und interkulturellen Situation in Deutschland. Die Vermittlung von kultureller Bildung birgt eine Reihe von kreativen, sozialen und innovativen Potentialen. Wenn kulturelle Bildung einen wesentlichen Anteil daran haben soll, eine deutsche Nationalität zu entwickeln, die den Begriff nicht staatlich, sondern sprachlich-kulturell begreift, dann muss die Qualität dieser Ausbildung ins Blickfeld gerückt werden. Die Festlegung von Zielprojektionen sowie von Qualitätsstandards ist unabdingbar.
Der Ort mit der größten Reichweite in der musikalischen Bildung ist der Musikunterricht an den allgemein bildenden Schulen. Nur hier können und müssen alle Schülerinnen und Schüler erreicht werden, unabhängig von den sozialen Kontexten oder dem Bildungsstand und den finanziellen Ressourcen der Eltern.
Ein professioneller schulischer Musikunterricht mit vielfältigen Handlungsformen wie Singen, Instrumentalspiel, Bewegen, Tanzen, Hören, Improvisieren, Diskutieren und Reflektieren ist essentieller Teil der Allgemeinbildung und damit unverzichtbar. Er kann Kinder und Jugendliche auf einen vielfältigen und lebenslangen Umgang mit Musik vorbereiten und wichtige Grundlagen für die Partizipation an musikalischen Praxen legen.
Der Auf- und Ausbau von Ganztagsangeboten basiert auf diesen Tatsachen, kann als zusätzliches Angebot begriffen werden und soll Leistungsorientierung und Chancengerechtigkeit befördern. Ganztagsangebote können den bestehenden Anteil des Musikunterrichts in der Schule mit ihrer Rhythmisierung, für die der Wechsel von Kernfächern und Zusatzangeboten, von Grundlagenunterricht und Spezialisierungen typisch ist, verstärken. Sie sind aber nur sinnvoll, wenn eine Rückkopplung zum regulären Unterricht geschieht, wenn dessen Inhalte aufgegriffen und vertieft werden, umgekehrt Impulse aus den GTA auch Eingang in den Schulunterricht finden. Gemeinsame Weiterbildungen, überhaupt die Schaffung von Plattformen der Begegnung der pädagogisch Handelnden, müssen gefunden werden.

Ganztagsangebote müssen qualitativ und quantitativ auf hohem Niveau immer wieder neu entwickelt werden. Der Sächsische Musikrat weist daher darauf hin, dass die Vergabe von Fördermitteln des Freistaates Sachsen für diesen Bereich an den Nachweis von qualitativ hochwertigen und nachhaltigen Angeboten zu binden sind. Die Qualität der Angebote wird daher auch wesentlich von Fort- und Weiterbildungsmaßnahmen abhängen, die beide Vertragspartner gemeinsam für alle in diesem Bereich Tätigen anzubieten.  Zukünftig sollten die Mehrzahl dieser Angebote für alle Schüler verpflichtend sein, ohne dass sie in Konkurrenz zu außerschulischen kulturellen Bildungsangeboten geraten.
Zielformulierungen für die der Sächsische Musikrat in der sächsischen Bildungspolitik auch weiterhin werben wird.

In diesem Sinne sieht der Sächsische Musikrat mit großer Dankbarkeit, dass mit der vorliegenden Rahmenvereinbarung zur Zusammenarbeit im Bereich Ganztagsangebote an allgemeinbildenden Schulen im Freistaat Sachsen nach langem Ringen ein wichtiger Schritt getan wurde.
Beide Partner tragen von nun an Verantwortung, das Qualitätsmanagement der Angebote anzugehen und die im GTA-Bereich Tätigen ausreichend zu qualifizieren und leistungsgerecht zu entlohnen. Letzteres auch, um die in der Rahmenvereinbarung geforderte Qualität und Kontinuität der Angebote zu erreichen.

Allgemeines 07.08.2019 Kein leichtes Spiel

Deutsches Musikinformationszentrum beleuchtet die Situation freier Ensembles in Deutschland

 

Sie sind Motor für Kreativität und Innovation im Musikleben: die freien Ensembles. Als Zusammenschlüsse selbstständiger Musikerinnen und Musiker tragen sie jedoch vielfach ein hohes wirtschaftliches Risiko. In seinem neuen Online-Fokus Freie Ensembles zeigt das Deutsche Musikinformationszentrum (MIZ), eine Einrichtung des Deutschen Musikrats, die Chancen und Herausforderungen der freien Musikszene auf und beleuchtet insbesondere deren Bedeutung für die Alte und zeitgenössische Musik.
Freie Ensembles genießen eine hohe künstlerische Freiheit. Sie entwickeln ungewöhnliche Konzertformate, entdecken lang vergessene Werke wieder, erteilen Kompositionsaufträge und geben ihr Wissen in Educationprojekten weiter. Vor allem in der Alten und der zeitgenössischen Musik gehören sie zu den zentralen Impulsgebern und Interpreten. Rund 400 Spezialensembles verzeichnet das MIZ allein in diesen beiden Bereichen, wobei die Übergänge von zeitgenössischer Musik zu Jazz und elektronischer Musik oftmals fließend sind. Hinzu kommt eine Vielzahl von Ensembles mit einem klassisch-romantischen Schwerpunkt. Zusammen sorgen sie für eine hohe Repertoirevielfalt mit internationaler Strahlkraft.
Die künstlerische Freiheit und Vielfalt der freien Musikszene hat jedoch ihre Schattenseiten. Als Zusammenschlüsse von Freiberuflern verfügen viele Ensembles über kein regelmäßiges gesichertes Einkommen, sondern finanzieren sich aus Honoraren, Projektfördermitteln und Spenden. "Die Förderlandschaft in Deutschland stellt viele Ensembles vor große Herausforderungen, weil meist nur Projekte und kaum Strukturen finanziert werden", erklärt Stephan Schulmeistrat, Leiter des MIZ. "Es gibt nur wenige Ensembles, die eine dauerhafte Strukturförderung erhalten. Insofern ist die finanzielle Lage vieler Ensembles prekär."
Der neue Online-Fokus "Freie Ensembles" des Deutschen Musikinformationszentrums (MIZ) gibt einen Überblick über die freie Musikszene und zeigt ihre künstlerischen Schwerpunkte und spezifischen Problematiken auf. In einem Übersichtsbeitrag gehen Richard Lorber, Redakteur beim WDR und Leiter der Tage Alter Musik in Herne, sowie der Komponist Tobias Eduard Schick programmatischen und finanziellen Aspekten der freiberuflichen musikalischen Arbeit nach und beleuchten insbesondere die Szenen für Alte und zeitgenössische Musik. Außerdem spricht Lena Krause, Geschäftsführerin des neuen Interessenverbands der freien Szene FREO e.V. (Verein Freie Ensembles und Orchester in Deutschland), im Interview über die Arbeitsbedingungen und Zukunftsperspektiven freier Ensembles.
Ergänzt wird der Fokus "Freie Ensembles" durch Strukturdaten, die das MIZ zu den professionellen Ensembles für Alte und zeitgenössische Musik in Deutschland erhebt. Die Spezialensembles werden mit ihrem jeweiligen Repertoireschwerpunkt, ihrer Mitgliederzahl sowie mit Angaben zu ihrer Besetzung dargestellt. Außerdem sind dem Fokus Literaturhinweise, Statistiken und Dokumente zum Thema beigefügt.
Zu erreichen ist der neue Online-Fokus über https://themen.miz.org/fokus-freie-ensembles

Kinder & Jugend 07.08.2019 Jugend-Jazzorchester Sachsen trifft Jan Schreiner

Vom 9. bis 18. August probt das Jugend-Jazzorchester Sachsen in der Landesmusikakademie Sachsen

 

Die Band probt dort eine Woche lang unter der Leitung von Jan Schreiner. Lebendiger Jazz made in Germany –  so könnte man die Elemente in Jan Schreiners Musik mit der Mischung aus Soul Jazz der Sixties, dem Groove mit einem Hauch Unterhaltungsmusik plakativ zusammenfassen. Das Besondere liegt im Klang. Man hört einerseits die Fülle einer Big Band, eines für Jazz-Verhältnisse größeren Ensembles, gleichzeitig die Beweglichkeit und Flexibilität eines Solistenensembles. Dies liegt in der Natur der Komposition.  Als Bass-Posaunist und Tubist arbeitet Schreiner auch gern mit den Nuancen der tiefen Töne. Der Künstler schreibt Einzelstimmen, aus denen sich vertikale Zufallsklänge ergeben. Was vielleicht auf den ersten Blick widersprüchlich erscheint, überzeugt als Ganzes. Es entsteht ein dichter, satter Sound mit eindrucksvollen Soli, ein expressives Spiel mit steigender Dynamikkurve.  Geformt wird ein »Kollektiv aus Individualisten« zum Ensemble,  Einheit und Persönlichkeit zugleich.
Jan Schreiner, 1984 in Stuttgart geboren, ist er einer der wenigen deutschen Bass-Posaunisten, der sich auch international einen Namen machte.  2016 erhielt er den Master of Music in Jazz Composition an der Musikhochschule Mannheim bei Jürgen Friedrich. 2005-08 war Jan Schreiner Mitglied des Bundesjazzorchesters. 2007 war er Mitbegründer des Lucerne Jazz Orchestra.  2009 gründete er das Vertigo Trombone Quartet mit Nils Wogram, Bernhard Bamert und Andreas Tschopp und war 2010 Mitbegründer des Berlin Art Orchestra. Seit 2014 ist er als Komponist hauptsächlich für das Jan Schreiner Large Ensemble tätig. 2018 erschien das Doppelalbum "You Better Look Twice" auf Float Music. Als Sideman/Aushilfe stand Jan Schreiner unter anderem mit folgenden Formationen auf der Bühne: Ed Partyka Jazz Orchestra, Till Brönner Orchestra, Subway Jazz Orchestra, Malte Schillers Red Balloon, Reinhold Schmölzers orchest•ra•conteur, WDR Big Band and HR Big Band, NDR Big Band, RIAS Big Band, Swiss Jazz Orchestra, Sunday Night Orchestra, Ensemble Modern uvm.
Als Gastdirigent/Komponist leitete er folgende Formationen: Spielvereinigung Süd, Jazzkombinat Hamburg, Subway Jazz Orchestra, Sunday Night Orchestra, Mannheim Jazz Orchestra, Lucerne Jazz Orchestra and Berlin Art Orchestra.

Das JUGEND-JAZZORCHESTER SACHSEN ist eine Big Band vom Feinsten. Das Ensemble, dessen Bühnenbesetzung nicht mehr als 20 Musiker umfasst, besteht in immer wechselnden Besetzungen seit 1993 und begeisterte seit seiner Gründung sowohl regionales Publikum als auch Jazzliebhaber in Kanada, Griechenland, Indien, Ungarn, Israel und wo die zahlreichen Konzertreisen noch hinführten. Dabei befindet sich auch die künstlerische Leitung im ständigen Wechsel, um den jungen Musikern im Alter zwischen 16 und 26 Jahren möglichst vielfältige Impulse zu geben. So dirigierten schon Jazzgrößen wie Jürgen Friedrich, Carla Bley (USA), Joe Sullivan (Kanada), Rolf von Nordenskjöld, Marko Lackner, Al Porcino, Thomas Zoller, Ansgar Striepens, Milan Svoboda (Tschechien), Janis Steprans (Kanada) die Band. Das übergeordnete Motto ist dabei immer „Think Jazz! Feel Jazz! Be Jazz!“

Konzerte:
Donnerstag, 15.08.2019 | 19.30 Uhr | 11. Colditzer Jazz-Night in Colditz, Kammermusiksaal  
Info unter: 034381-469575 / lma@lma-sachsen.de
Um telefonische Voranmeldung wird gebeten!
Eintritt frei, Spenden sind herzlich willkommen!

Freitag, 16.08.2019 | 20:00 | Dresden Jazzclub Tonne e.V. (Tzschirnerplatz 3-5; 01067 Dresden)
Eintritt Vvk. Erm. 15/11 €, Ak. 18/14 € zzgl. Gebühren
Tickets: www.reservix.de; www.jazzclubtonne.de und in vielen VVK-Stellen in Dresden und Umgebung

Sonnabend, 17.08.2019 | 15 Uhr | Landesgartenschau Frankenberg (Naturerlebnisraum Zschopauaue; 09669 Frankenberg / Sa.)
Informationen unter: lgs-frankenberg.de/unbekannt/jugend-jazzorchester-sachsen/

Sonntag, 17.08.2019 | 15 Uhr | 16. Internationale Jazztage Bad Elster
Musikpavillon am Badeplatz (Badstr 6; 08645 Bad Elster)
Informationen unter: chursaechsische.de/veranstaltungen/detail/8443.html
Eintritt frei


Allgemeines 07.08.2019 Lausitzfestival

Aufbau der Strukturen für ein länder- und spartenübergreifendes Festival beginnen

 

Nach dem im Juni 2019 erfolgten Kabinettsbeschluss der Landesregierungen von Sachsen und Brandenburg in der Lausitz ein länder- und spartenübergreifendes Kunst-Festival zu etablieren läuft aktuell der Prozess zur Definition einer tragfähigen und arbeitsfähigen Struktur. Im Juli traf sich dazu erstmalig eine Struktur-Arbeitsgruppe. Diese besteht aus Vertretern beider beteiligter Bundesländer. Für den Freistaat Sachsen obliegt die Leitung dem Staatsministerium für Wissenschaft und Kunst, für das Land Brandenburg übernimmt das Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kultur diese Aufgabe. 
Das Hauptziel der Struktur AG ist es, auf der Basis eines gemeinsamen Festivalkonzepts Strukturen und Gremien zu definieren, welche den Aspekt, ein länder- und spartenübergreifendes sowie regional verankertes Festival zu etablieren, beinhalten und praktisch umsetzbar machen. Im ersten Schritt wird dafür in den nächsten Wochen ein länderübergreifend besetzter Fachbeirat zusammengestellt und benannt. 
Dem Netzwerktreffen der Kultur-Akteure aus Sachsen, welches im Juni auf Initiative des Kulturkonvents des Kulturraumes Oberlausitz-Niederschlesien gemeinsam mit dem Intendanten Herrn Daniel Kühnel stattfand, folgt Ende August ein Treffen der Kultur-Akteure aus Brandenburg. Hierbei sollen weitere Partnerschaften und Kooperationen aufgebaut werden.
Aktuell werden somit die Grundsteine für die weitere inhaltliche Arbeit zur Fortführung des Lausitz Festivals gelegt.
Kulturschaffende können sich weiterhin gern bei der Görlitzer Kulturservicegesellschaft mbH melden. Anregungen zu möglichen Kooperationen und Projekten im Rahmen des Lausitz Festivals werden hier gelistet und im weiteren Prozess näher beraten.
Kontakt: Görlitzer Kulturservicegesellschaft mbH, Maria Schulz, Geschäftsführung, kultur.service (at) goerlitz.de

Allgemeines 18.07.2019 »EX TEMPORE«

Das Leipziger Improvisationsfestival für Alte Musik vom 19. bis 22. September mit neuem Namen

 

Martin Erhardt, künstlerischer Festivalleiter, verabschiedet sich damit vom etwas sperrigen Titel »LivFe!«. Das bewährte Konzept hingegen bleibt gleich: Vom 19.-22. September 2019 gibt es wieder wie alle zwei Jahre Musik in Echtzeit für Kenner und Liebhaber spontan erfundener »historischer« Klänge.

Virtuosen der Alten Musik treten mitsamt ihrer Instrumente miteinander in Dialog und improvisieren in den Konzerten live auf der Bühne. Daneben stehen Workshops und JamSessions auf dem Programm. Mit dabei: Star-Gambist Paolo Pandolfo, Ensemble 1684, ein historischer Geigenwettstreit mit Mechthild Karkow und Matthieu Camilleri, Ian Harrison (Zink), Mareike Greb und Bernd Niedecken (Tanz) und etliche andere.

Kartenbestellung: www.improfestival-leipzig.de

Werbung